Ethos
Das Ethos (griech. ἔθος „Gewohnheit, Sitte, Brauch“; ἦθος „Charakter, Sinnesart, Brauch, Sitte, Gewohnheit“[1]) als philosophischer Begriff bezeichnet die dem Einzelnen vorgängige und ihn mitprägende Lebensgewohnheit. Die Ethik als philosophische Disziplin versucht ein bestimmtes Ethos zu begründen oder ein überkommenes kritisch zu reflektieren.
In der klassischen Rhetorik nach Aristoteles[2]bezeichnet Ethos eine der drei Arten der Überzeugung, nämlich die durch die Autorität und Glaubwürdigkeit des Sprechers. Die anderen beiden sind Pathos (rednerische Gewalt und emotionaler Appell) und Logos (Folgerichtigkeit und Beweisführung).
Das Ethos steht nicht nur für das Verhalten einzelner sondern auch für das Gefüge moralischer Verhaltensweisen der sozialen Institution in der er lebt – objektiv als Sitte, subjektiv als Charakter. Durch das Ethos wird die Einheit einer bestimmten sozialen Gemeinschaft konstituiert, stabilisiert sowie von anderen Gemeinschaften abgegrenzt.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Vgl. A Greek-English Lexicon 9. A. (1996), S. 480.766.
- ↑ Rhet. 1,2,4 (ed. Ross 1959)