Eunomius

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Eunomius († um 395) war das Haupt der strengen Arianer oder deren Untergruppe der Anhomöer, gebürtig aus Oltiseris an der Grenze zwischen Kappadokien und Galatien.

Leben[Bearbeiten]

Eunomius war ein Schüler des Aetios, der ihn auch religiös prägte, und war philosophisch gebildet. Er wurde 357 Diakon und 360 Bischof von Kyzikos; diese Stellung musste er bald wegen seinen radikalen Ansichten aufgeben. Eunomius war wie Aëtios von Antiochia ein Anhänger des so genannten Neuarianismus (Gott ist ungezeugt; Jesus, sein Sohn, ist gezeugt, womit Jesus nur ein Geschöpf Gottes sei). 362 brach er mit den gemäßigten Arianern [1] und stellte sich an die Spitze einer eigenen Gruppierung, die aber von den gemäßigten Arianern und der großkirchlichen Orthodoxie gleichermaßen bekämpft wurde. Unter Theodosius dem Großen siegte endgültig die Orthodoxie. Eunomius, der schon mehrmals ins Exil hatte gehen müssen, wurde 383 verbannt, durfte sich später jedoch auf seine Güter zurückziehen, wo er wohl um 395 verstarb. Von seinen zahlreichen Schriften ist kaum etwas erhalten.

Die Eunomianer[Bearbeiten]

Die Anhänger dieser Gruppierung wurden als Eunomianer bezeichnet, da sie wie ihr Sprecher einen radikalen Arianismus vertraten. Im Gegensatz zur Dreifaltigkeitsformel des ersten Konzils von Nicaea (325) vertraten sie die Auffassung der Sohn sei dem Vater „unähnlich“, aus dem Griechischen kommend „anhomonios“, welches für die Eunomianer auch zu dem Namen „Anhomöer“ führte. Hieraus entwickelte sich eine anhomöische Sonderkirche, deren Leitung Eunomius übernahm. Theologisch waren sie der Antiochenischen Schule verhaftet, die Gemeinden der Eunomianer gingen in der orthodoxen Kirche auf.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ursache der Trennung der Eunomianer von den Arianern, in: Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica), Zweites Buch [337—361] [1]