Kyzikos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen mythologischen Figur siehe Kyzikos (Mythologie)

Kyzikos (griechisch Κύζικος, latinisiert Cyzicus) war eine griechische Stadt an der Südküste des Marmarameers in der antiken Landschaft Mysien; heute Balız bei Erdek in der Provinz Balıkesir (Türkei). Die Stadt lag auf dem Isthmos der Halbinsel Arktonnesos (Kapıdağ) und verdankte ihren Wohlstand dem so entstandenen Doppelhafen und dem großen Territorium.

Lage von Mysien

Die Stadt ist nach dem eponymen Gründer Kyzikos benannt, dem König der Dolionen, der angeblich von den Argonauten getötet wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Kyzikos wurde der Überlieferung zufolge 756 v. Chr. von Siedlern aus Milet gegründet. Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. spielte die Stadt eine bedeutende Rolle für den Thrakischen Seehandel. Zunächst wurde die Stadt von Tyrannen unter persischer Herrschaft regiert; später wurde sie Mitglied im Attisch-Delischen Seebund und im 2. Attischen Seebund. Bei Kyzikos fand 410 v. Chr. eine Seeschlacht statt. Die spartanische Flotte unter Mindaros wurde von der athenischen unter dem Kommando des Alkibiades vollständig vernichtet. Später wurde Kyzikos dem Seleukidenreich einverleibt und war dann mit den Attaliden befreundet. 74 v. Chr wurde die Stadt durch Mithridates VI. (Pontos) erfolglos belagert. Nachdem die Stadt unter Augustus die Freiheit vorübergehend verloren hatte, wurde sie unter Tiberius endgültig der Provinz Asia eingegliedert. Die Stadt wurde mehrfach durch Erdbeben schwer betroffen, so unter Hadrian, Antoninus Pius und Justinian I. 544 und durch die Erdbeben im Jahre 675 und 1063 n. Chr. vernichtet.

Die Elektron-Münzen von Kyzikos (Kyzikener) spielten im internationalen Handel in der Antike vom 6. - 4. Jahrhundert v. Chr. eine wichtige Rolle.

670 wurde die Stadt im Zuge der islamischen Expansion von den Arabern vorübergehend erobert und diente ihnen in den folgenden Jahren während der Belagerung Konstantinopels 674-678 als Flottenbasis.

690 siedelte Kaiser Justinian II. Bewohner von Zypern nach Kyzikos um. Die Tatsache, dass die überlebenden Umsiedler nach einem Schiffbruch auf dem Transport nach Kyzikos am Marmarameer bzw. der dort neu gegründeten Stadt Nea Justinianopolis nach Zypern zurückkehrten, spricht dafür, dass sie die Insel nicht freiwillig verlassen hatten. Andere Einwohner flohen nach Syrien, um der Umsiedlung zu entgehen.

[Bearbeiten] berühmte Bürger

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

40.39983627.799873Koordinaten: 40° 24′ N, 27° 48′ O

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen