Expedit

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Dieser Artikel behandelt den katholischen Heiligen.
  • In Österreich bezeichnet Expedit außerdem die Versandabteilung eines Unternehmens oder einer Institution, siehe Warenausgang.
  • Expeditus Schmidt OFM (Geburtsname Carl Hermann Schmidt; 1868–1939), deutscher Franziskaner, der vor dem Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit als Schriftsteller, Redakteur, Theater- und Literaturhistoriker publizistisch hervortrat.
  • Expedit war ein Regal von Ikea, das von 2000 bis 2014 verkauft wurde.[1]

Expedit, eigentlich Expedítus (lateinisch: „der Befreite, der Kampfbereite“) († 303) war gemäß der Legende ein römischer Zenturio in Armenien, der sich zum Christentum bekannte.[2]

Großer Straßenaltar, Réunion
Hüttenaltar an einer Straße, Réunion

Die Legende erzählt, dass am Tag, als er sich entschloss, Christ zu werden, der Teufel ihm in Gestalt einer Krähe mitteilte, er solle am nächsten Tag konvertiert werden, woraufhin Expeditus den Vogel mit einem Fußtritt tötete und rief: „Ich werde heute Christ sein! Heute!“

Feiertag des Heiligen ist der 19. April. Expedit wird vor allem in Chile und auf der Insel Réunion verehrt.

Die Verehrung des Heiligen in der katholischen Kirche[Bearbeiten]

Figuren in der Krippe
Votivgaben

Innerhalb der katholischen Kirche wird bezweifelt, ob Expedit tatsächlich existiert hat, allerdings ist diese Frage nicht abschließend geklärt worden.

Verehrung auf der Insel Réunion[Bearbeiten]

Expedit wird vor allem auf der französischen Insel Réunion im Indischen Ozean verehrt. Am Straßenrand stehen hellrote Altäre zu seinen Ehren, wo Gläubige zum Dank für erfüllte Bitten Votivgaben hinterlegen. Die Altäre variieren in der Größe und enthalten eine oder auch mehrere den Heiligen darstellende Legionärsstatuen.

In der Verehrung des Expedit finden sich inoffizielle katholische Merkmale neben Elementen aus Madagaskar und Indien wieder. Vor allem Menschen aus niederen Schichten bitten ihn um eine göttliche Gnade, wie zum Beispiel eine Arbeitsstelle. Da die Verehrung des Heiligen Expedit sozial geächtet ist und seine weit verbreiteten und offensichtlich gut gepflegten Altäre im Allgemeinen nicht öffentlich besucht werden, ist die Anzahl seiner Verehrer unbekannt.

Nach einigen Legenden, die in Reunion erzählt werden, stammt der Name des Heiligen St. Expedit aus einer Art Missgeschick: Es wurde irgendwann ein Paket mit einer Heiligenstatue dorthin geschickt, welches auf dem Transport beschädigt wurde. Auf diesem war als Aufschrift wohl nur noch „Expedit“ (frz. expéditeur für „Absender“) zu lesen.

Verehrung in Chile[Bearbeiten]

Eine Verehrerin des Heiligen Expedit bat chilenische Priester um Hilfe beim Bau einer Kirche für den Heiligen. Es heißt, das Anliegen wäre von den örtlichen Behörden erst abgelehnt, nach Gebeten an Expedit innerhalb von neun Tagen dann doch genehmigt worden. Seitdem ist die Verehrung des heiligen Expedit in Chile sprunghaft angewachsen; Arm und Reich beten zu ihm, und sein Heiligtum in Viña ist, vor allem in den Sommermonaten, ein beliebter Pilgerort.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Gabriel Fosty: Der heilige Expedit. Soldat und Märtyrer. Kanisius, Freiburg 1961.
  • Nancy Gauthier: Mémoire et Histoire. Le culte de saint Expédit à la Réunion. In: Claire Sotinel, Maurice Sartre (Hrsg.): L’usage du passé entre Antiquité tardive et haut Moyen Âge, S. 133–145. Presses Universitaires de Rennes, Rennes 2008, ISBN 978-2-7535-0728-9.
  • Paul W. Roth: Soldatenheilige, Verlag Styria, Graz Wien Köln, 1993, ISBN 3-222-12185-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Expeditus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/vermischtes/Ende-von-Ikea-Regal-Expedit-sorgt-fuer-Proteste-article1271152.html
  2. Info auf catholic-forum.com