Expressed-Emotion-Konzept

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Expressed Emotion-Konzept (EE) ist eine Theorie, die Aussagen über den Therapieverlauf bei psychiatrischen Erkrankungen wie der Schizophrenie innerhalb der Familienbindungen empirisch belegt. Angehörige haben demnach entscheidenden Einfluss auf den Krankheitsverlauf.[1] In einem Testverfahren kann ermittelt werden, ob die Angehörigen einem high-expressed-emotion- oder low-expressed-emotion-Status angehören, dazu wird das Camberwell Family Interview angewandt.[2]

High-Expressed-Emotions (HEE) bedeutet dabei, dass die Familienangehörigen gegenüber dem Patienten übermäßig häufig Kritik äußern, Feindseligkeiten zeigen oder von einem emotionalen Überengagement gekennzeichnet sind.[2]

Der ungünstige Einfluss von HEE auf die Rückfallquote von Schizophrenie, Depression, der Bipolaren Störung und Essstörungen wurde in einer Reihe von Studien nachgewiesen und gilt als gut etabliert. Zum Wirkmechanismus gibt es dagegen noch keine etablierte Theorie.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Butzlaff RL, Hooley JM: Expressed emotion and psychiatric relapse: a meta-analysis. In: Arch. Gen. Psychiatry. 55, Nr. 6, Juni 1998, S. 547–52. doi:10.1001/archpsyc.55.6.547. PMID 9633674.
  2. a b Andrew T. A. Cheng: Expressed emotion: a cross-culturally valid concept?. In: The British Journal of Psychiatry. 181, 2002, S. 466-467. doi:10.1192/bjp.181.6.466.