Fördermaximum

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Prognose der Ölförderung nach dem Modell von M. King Hubbert 1956
Bisheriger Verlauf nach Schätzungen der ASPO 2004

Als Fördermaximum (eng. Hubbert Peak) wird der Zeitpunkt bezeichnet, an dem die Förderrate eines Ölfelds oder Bergwerks ihr absolutes Maximum erreicht. Nach Erreichen des Maximums geht die Förderung unwiderruflich zurück. Das Wachstum verfolgt nach Hubbert eine ungefähr an einer logistischen Verteilung orientierte Kurve und geht exponentiell zurück. Der Abstieg des abfallenden Astes ist durch Neufunde und neue Technologien etwas sanfter als der Aufstieg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das von dem Erdölexperten Marion King Hubbert 1956 auf einer Tagung der American Petroleum Institute vorgestellte Konzept erregte Aufsehen, weil seine zeitliche Vorhersage des Peaks der amerikanischen Ölfelder Anfang der 1970er Jahre eintraf. Bei der globalen Förderung hatte er deutlich zu geringe Förderraten angenommen. Fördermaxima wurden auch für einzelne Regionen beobachtet (etwa für die USA 1971). Öffentlich intensiv diskutiert wird die Frage nach dem Globalen Ölfördermaximum (Peak oil). Hubbert hatte zudem 1956 die Fördermaxima nach den damaligen Daten für Öl, Gas und Kohle berechnet. Hubbert nahm selbst an, dass das globale Ölfördermaximum um 2010 eintreten würde und hielt Kernenergie und Solarenergie für mögliche und sinnvolle Alternativen.[1] Mit seinem Modell und seinen verschiedenen Varianten wurden einer Überblicksstudie Adam Brandts zufolge auch später verschiedene Länder und Ölfelder zutreffend beschrieben. [2]

Der Brancheninformationsdienst Cambridge Energy Research Associates (CERA) kritisiert Hubberts Modell und die davon abgeleiteten Vorhersagen. [3] Demnach versage Hubberts Methodologie in mehrerer Hinsicht. Hubbert habe ein Ressourcen-Wachstum nicht einbezogen und neue Technologien sowie wirtschaftliche und geopolitische Faktoren in seinem Modell nicht berücksichtigt. Aktuell sei das Maximum der Förderung inklusive Vorkommen, die über konventionelles Rohöl hinausgehen, noch nicht erreicht. Mit einer Förderspitze inklusiver dieser Ressourcen sei nicht zu rechnen, sondern mit einem mehrjährigen Plateau. Allerdings kritisiert CERA damit ein über 50 Jahre altes Modell. Derzeitige Forscher beziehen entsprechende Faktoren durchaus in ihre Modelle mit ein.[4] Die Internationale Energieagentur sieht bei preisgünstigem konventionellem Erdöl die Förderspitze bereits 2006 erreicht.

Weltweite Erdölförderung seit 1945

Globale Fördermaxima einzelner fossiler Brennstoffe[Bearbeiten]

Schiefergasbohrung im Pinedale Anticline

1956 schätzte M. King Hubbert das weltweite Maximum für Kohle für das Jahr 2150 an.[5] Die Energy Watch Group hielt den Kohlepeak bereits in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts für erreicht.[6] Die US Energy Information Administration hält ein weiteres Wachstum der Gas-[7] und Kohleproduktion bis 2030 für möglich.[8]

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Die Fortschritte beim Hydraulic Fracturing haben die Reichweiten und Reservenabschätzungen insbesondere beim Erdgas in wenigen Jahren entgegen den entsprechenden Voraussagen deutlich erhöht.

Weitere Peaks[Bearbeiten]

Die Rohstoffkosten machen bei Kernreaktoren einen deutlich geringeren (kaum 10 % gegenüber 77 % bzw. 93 % bei Kohle und Gas) Anteil der Betriebskosten aus als bei fossilen Reaktoren. Neben Uran sind auch Thoriumerze für Kernkraftwerke zu verwerten. Zwar ist Uran zu den derzeitigen Weltmarktpreisen nur noch wenige Jahrzehnte verfügbar. Es sind allerdings genügend Uranvorkommen bekannt, die bei moderaten Preissteigerungen abbauwürdig werden. Daher halten die meisten Forscher, darunter auch Hubbert die Rohstoffversorgung für Kernkraftwerke über mehrere Jahrhunderte für gesichert.

Hubbertpeaks wurden auch für sauberes Trinkwasser wie im Nahrungsmittelbereich berechnet. Der globale Fischfang ist seit Ende der 1980er Jahre zurückgegangen.[9] Dafür hat die Produktion aus Fischzuchten etwas zugenommen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Marion King Hubbert: Nuclear Energy and the Fossil Fuels 'Drilling and Production Practice'. (PDF) , San Antonio, TexasJuni 1956, S. 22–27. Abgerufen am 18. April 2008.
  2. Adam R. Brandt: Testing Hubbert. (PDF) In: Elsevier (Hrsg.): Energy Policy. 35, Nr. 5, Mai 2007, S. 3074–3088. doi:10.1016/j.enpol.2006.11.004.
  3. Society of petroleum engineers: guest editorial
  4. http://dx.doi.org/10.1021%2Fef901240p: Over the years, accurate prediction of oil production was confronted by fluctuating ecological, economical, and political factors, which imposed many restrictions on its exploration, transportation, and supply and demand. The objective of this study is to develop a forecasting model to predict world crude oil supply with better accuracy than the existing models. Even though our approach originates from Hubbert model, it overcomes the limitations and restrictions associated with the original Hubbert model.
  5. M. King Hubbert: Nuclear Energy and the Fossil Fuels 'Drilling and Production Practice' (PDF; 2,7 MB) API. 1956. Abgerufen am 18. April 2008.
  6. Fehler beim Aufruf der Vorlage:cite web: Die Parameter archiveurl und archivedate müssen beide vorhanden sein oder müssen beide fehlen.Richard Heinberg: Peak coal: sooner than you think. Energy Bulletin. 21. Mai 2007. Abgerufen am 6. Juni 2008.
  7. US Energy Information Administration: Table 5. World natural gas production by region and country, 2005-2030 Retrieved 7 December 2008.
  8. US Energy Information Administration: International Energy Outlook 2008, accessed 25 January 2009.
  9. Watson, R and Pauly D (2001) "Systematic distortions in world fisheries catch trends" (PDF; 403 kB) Nature 414: 534-536.