Fürstentum Piombino

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Flagge Fürstentum Piombino, 1805 bis 1814

Das Fürstentum Piombino war ein italienischer Kleinstaat, der – anfänglich als unabhängige Herrschaft – ab 1399 bestand, bis er 1805 von Napoléon Bonaparte in das Fürstentum Lucca und Piombino integriert wurde. Als das neue Fürstentum später wieder aufgelöst wurde, kam Piombino an das Großherzogtum Toskana.

Geschichte[Bearbeiten]

Hafen (Porto Antico) mit der Rückseite des Palazzo Appiani in Piombino

Im Hochmittelalter war Piombino als unabhängiger Stadtstaat eines von vielen nur regional bedeutsamen kleinen Fürstentümern wie Volterra, San Gimignano und vielen anderen. Später kam es unter die Herrschaft von Pisa und wurde 1399 nebst Elba vom Herzog Gian Galeazzo Visconti von Mailand zum Dank für den Verrat Pisas an Gherardo Appiano verliehen und von diesem befestigt. 1594 wurde Piombino zum Fürstentum erhoben und kam später an die Familie Ludovisi, später durch Heirat an die Bologneser Boncompagni.

Napoleon I. verlieh das Fürstentum 1805 als französisches Reichslehen seiner Schwester Elise Bacciocchi. Die Wiener Kongreßakte gab dem Haus Boncompagni-Ludovisi 1815 Piombino zurück; bis 1860 stand es unter der Hoheit des toskanischen Großherzogs, und gehört seit 1860 zu Italien.

Herren von Piombino[Bearbeiten]

Wappen der Appiani
  • Gherardo Appiani, 1399–1404
  • Iacopo II. Appiani, 1404–1441
  • Paola Appiani Colonna, 1441–1445
  • Rinaldo Orsini, 1445–1450
  • Caterina Appiani, 1445–1451
  • Emanuele Appiani, 1451–1457
  • Iacopo III. Appiani, 1457–1474
  • Iacopo IV. Appiani, 1474–1511
  • Iacopo V. Appiani, 1511–1545
  • Iacopo VI. Appiani, 1545–1585
  • Alessandro Appiani, 1585–1589

Fürsten von Piombino[Bearbeiten]

  • Iacopo VII. Appiani, 1589–1603
  • Kaiser Rudolf II., 1603–1611
  • Isabella Appiani, 1611–1628
  • König Philipp IV. von Spanien
  • Niccolò I. Ludovisi, 1634–1664, 1659–1662 Vizekönig von Aragón
  • Giovan Battista Ludovisi, 1664–1699
  • Niccolò II. Ludovisi, unter Regentschaft seiner Mutter Anna Maria Arduino, 1699–1700
  • Olimpia Ludovisi 1700–1700
  • Ippolita Ludovisi, mit Gregorio Boncompagni als Mitregent, 1701–1733
  • Maria Eleonora Boncompagni, 1734–1745
  • Gaetano Boncompagni-Ludovisi, 1745–1777
  • Antonio Boncompagni-Ludovisi, 1778–1805, 1799 abgesetzt
  • Elisa Baciocchi, 1805–1808
  • Felice Boncompagni-Ludovisi, 1808–1814

Weblinks[Bearbeiten]