Elisa Bonaparte

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Porträt der Elise Bonaparte, Marie Guilhelmine Benoist, c. 1800
Elisa Bonaparte, von Guillaume Guillon-Lethière.
Wappen der Elisa Bonaparte.

Élisa Bonaparte (* 3. Januar 1777 in Ajaccio, Korsika; † 7. August 1820 in Villa Vicentina, eigentlich Maria Anna Elisa Buonaparte) war die älteste Schwester Napoleon Bonapartes, die das Erwachsenenalter erreichte. Sie war in der napoleonischen Zeit Fürstin von Lucca und Piombino und Großherzogin der Toskana.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Elisa genoss eine gute Erziehung im Maison Royale de Saint-Louis in Saint-Cyr-l’École. Obwohl es zahlreiche Bewerber um ihre Hand gab, heiratete sie am 1. Mai 1797 Félix Baciocchi, einen verarmten korsischen Adligen. Dieser war ein wenig begabter Offizier im Dienst Napoleons. Die Mitgift Elisas bestand aus 35.000 Franc und bescheidenen Besitzungen auf Korsika.

Entgegen dem Versuch Napoleons das Paar auf die Mittelmeerinsel abzuschieben, erreichte Elisa die Versetzung ihres Mannes nach Paris. Sie selbst versuchte sich dort als Salonnière zu etablieren. Erst nach dem politischen Aufstieg ihres Bruders wurde sie Gastgeberin bedeutender Persönlichkeiten insbesondere aus der Literatur und Kunst wie Jacques-Louis David.

Fürstin in Italien[Bearbeiten]

Nach der Errichtung des Kaiserreichs erhielten verschiedene weibliche Mitglieder der Familie Bonaparte den Rang von Prinzessinnen. Elisa und Caroline Bonaparte waren nicht darunter und machten ihrem Bruder daraufhin eine Szene. Dieser gab insofern nach, als dass er die Schwestern zu kaiserlichen Hoheiten erklärte. Der Ehemann von Caroline, Joachim Murat, wurde zum Großherzog von Berg und Félix Baciocchi zum Senator ernannt. Wie ihr Mann erhielt auch Elisa 240.000 Franc. Diese reichten ihr nicht aus und auf ihr Drängen machte sie Napoleon zur Erbprinzessin von Piombino. Nach verschiedenen Intrigen setzte sie durch, dass ihr Mann zum Fürsten von Lucca ernannt wurde.

Sie selbst war indes die eigentliche Herrscherin. Sie ließ in Lucca einen neuen Palast, ein Theater, ein Bad und ein Spielkasino errichten. Letzteres erzielte hohe Einnahmen, bevor Napoleon seine Schließung anordnete. Elisa Bonaparte ergriff eine Reihe von Maßnahmen, um die Wirtschaftskraft ihres Territoriums zu erhöhen. Dazu gehörte der Bau von Straßen, die Trockenlegung von Sümpfen und der Kampf gegen die Briganten. Sie führte die Zucht von Seidenraupen ein und ließ Justiz und Polizei reformieren. Des Weiteren erhöhte sie ihr eigenes Einkommen durch verschiedene Maßnahmen wie den Kauf einer Alaungrube oder die Monopolisierung des Thunfischfangs. Sie ließ Hüttenwerke bauen und Erzgruben ausbeuten. Die Marmorgruben in Carrara nutzte sie gewinnbringend, indem sie Büsten Napoleons anfertigen ließ. Die Bildnisse waren in den Amtsstuben des Kaiserreichs weit verbreitet. Sie gründete in Carrara auch eine Bildhauerschule. Sie förderte Nicolo Paganini, indem sie ihn in der Kapelle ihres Hofes anstellte und ihn zum Ehrenkapitän ernannte.

In der Folge der Standeserhebung trennte sich das Paar. Elisa residierte im Palazzo Pitti, während ihr Mann im Palazzo della Crocetta lebte. Beide hatten verschiedene außereheliche Affären.

Sie setzte alles daran, um auch Herrscherin der Toskana zu werden. Dies gelang ihr 1809 indes nur teilweise; Napoleon ernannte sie zur Statthalterin der Toskana mit dem persönlichen Titel einer Großherzogin. Ihr Mann wurde General der Truppen.

Als sich das Ende der napoleonischen Herrschaft abzeichnete, versuchte Elisa vergeblich ihren Thron zu bewahren. Nachdem sie aus Florenz vertrieben worden war und nach Lucca geflohen war, löste sie schließlich sogar alle Bindungen zum Kaiserreich. Dies bewahrte sie aber nicht vor der britischen Besetzung Luccas und ihrer Absetzung.

Nach der Absetzung[Bearbeiten]

Zeitweise interniert, kam Elisa Bonaparte nach dem Ende der Herrschaft der hundert Tage frei. Sie lebte mit ihrem Mann von den Österreichern überwacht in Triest. Sie nahm den Titel einer Contessa di Compiagano an. Sie erwarb ein Stadthaus und auf dem Land die Villa Vincentina. Die österreichische Regierung gab ihr 1819 ihre privaten italienischen Besitzungen wieder zurück. Diese verkaufte sie und konnte von dem Erlös behaglich leben. Später erwarb sie neuen Besitz in Italien. Sie starb unerwartet 1820 an Malaria. Ihren Besitz hinterließ sie größtenteils ihren Kindern.

Mit ihrem Mann hatte sie vier Kinder, von denen drei das Erwachsenenalter erreichten. Darunter war die Tochter Elisa Napoléone, die später den Grafen Carmrata-Passionei di Mazzolini heiratete.

Nachkommen[Bearbeiten]

  • Felix Napoléon Baciocchi Levoy (1798-1799)
  • Elisa Napoleone Baciocchi Levoy (1806-1869)
  • Jérôme Charles Baciocchi Levoy (1810-1811)
  • Frédéric Napoléon Baciocchi Levoy (1814-1833)

Literatur[Bearbeiten]

  • David Stacton: Die Bonapartes. Zsolnay, Wien und Hamburg 1968, S.78-85, S.194f.

Weblinks[Bearbeiten]