Pisa

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Pisa in Italien, weitere Bedeutungen unter Pisa (Begriffsklärung).
Pisa
Wappen
Pisa (Italien)
Pisa
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Pisa (PI)
Koordinaten: 43° 43′ N, 10° 24′ O43.71666666666710.44Koordinaten: 43° 43′ 0″ N, 10° 24′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 185 km²
Einwohner: 88.627 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 479 Einw./km²
Postleitzahl: 56121-56128
Vorwahl: 050
ISTAT-Nummer: 050026
Volksbezeichnung: Pisani
Schutzpatron: San Ranieri da Pisa
Website: www.comune.pisa.it

Pisa ist eine Stadt in Italien, gelegen in der Toskana nahe der Mündung des Arno in die Ligurische See. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war es zudem ein Stadtstaat (Republik).

Pisa ist Hauptstadt der Provinz Pisa und hat 88.627 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013). Wahrzeichen ist der als Schiefer Turm von Pisa bekannte Campanile. Neben der Universität Pisa haben auch die Scuola Normale Superiore und die Scuola Superiore Sant’Anna, Elitehochschulen des italienischen Staates, ihren Sitz in Pisa. Die Atmosphäre und Lebendigkeit der Stadt wird von ca. 40.000 Studenten, die fast die Hälfte der Bewohner Pisas ausmachen, geprägt. Auf der anderen Seite führt dies dazu, dass die Stadt, wenn der Unibetrieb ruht, wie ausgestorben wirkt, da der größte Teil der Studenten keine ständigen Pisaner sind.

Das Stadtzentrum erstreckt sich über vier historische Stadtviertel, vom Bahnhof im Süden bis zur Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) mit dem Schiefen Turm im Norden. Mittelpunkt der historischen Viertel San Martino, Santa Maria, San Francesco und Sant’Antonio ist der Ponte di Mezzo, die zentrale Arno-Brücke.

Da sich die meisten Touristen nicht weit vom Schiefen Turm entfernen, findet man in Pisa eine der Städte der Toskana, die recht ursprünglich und echt geblieben sind. Entfernt man sich nur wenige hundert Meter vom Turm, sieht man verwinkelte Gassen, Bars und die typischen im Pisaner Gelb gestrichenen Häuser, die den ehemaligen Reichtum der Stadt noch erahnen lassen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Pisas
Hauptartikel: Pisae

Im Mittelalter war Pisa eine der vier Seefahrerrepubliken Italiens (neben Genua, Amalfi und Venedig). Zudem stand die Stadt in Konkurrenz mit den toskanischen Nachbarrepubliken Lucca, Florenz und Siena. Schließlich verlor die Republik Pisa 1406 ihre Unabhängigkeit an Florenz. In dieser Zeit hat sich das Pisanische, eine besondere Stadtsprache, entwickelt, die bis heute gesprochen wird und die auch über eine noch lebendige Schreibtradition (Scripta) verfügt.

Bekannt wurde Pisa auch durch das Konzil von Pisa im Jahre 1409, das durch die Wahl Alexander V. und dessen Nachfolger Johannes XXIII. versuchte, das Abendländische Schisma zu beenden, es jedoch nur verschlimmerte, so dass es plötzlich drei Päpste, einen in Rom, einen in Avignon und eben einen in Pisa, zugleich gab.

Berühmte Söhne der Stadt waren Galileo Galilei, nach dem der Flughafen von Pisa benannt ist, und Fibonacci (Leonardo von Pisa), einer der bedeutendsten Mathematiker des Mittelalters.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Museo dell' opera del duomo, Piazza dei Miracoli
Hier werden u.a. die originalen Skulpturen von Nicola Pisano, Giovanni Pisano und Tino di Camaino aus dem Dom sowie der Domschatz ausgestellt [3]
Museo delle sinopie, Piazza dei Miracoli
In dem Museum werden Sinopien von Fresken für den Camposanto Monumentale ausgestellt, darunter Vorzeichnungen von Franceso Traini, Buffalmaco, Benozzo Gozzoli, Andrea di Bonaiuto, Antonio Veneziano, Spinello Aretino
Museo Nazionale di San Matteo, Lungarno/ Piazza San Matteo in Soarta
Das Museum enthält eine reiche Sammlung pisanisch-toskanischer Kunst vom 12. bis zum 17. Jahrhundert, darunter ein Polyptichon von Simone Martini, Pisaner Skulptur vom 12. - 14. Jahrhundert, illuminierte Handschriften vom 12. - 14. Jahrhundert, sowie eine umfangreiche Sammlung antiker, Pisaner und orientalischer Keramik. [4]
Palazzo Blu, Lungarno Gambacorti 9
Der teils mit originalen Möbeln eingerichtete Palazzo beherbergt die Sammlung der Cassa di Risparmio, Pisa. Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet die toskanische Malerei des 14. Jahrhunderts, wie Taddeo di Bartolo, Francesco Neri da Volterra, Agnolo Gaddi und Cecco di Pietro. Gezeigt werden außerdem Bilder von Orazio Gentileschi und dessen Tochter Artemisia, Porträts der Roncioni-Familie von Jean-Baptiste Desmarais (1756 - 1813), Palmiro Bardotti, Giovanni Battista Tempesti (1729-1804), Pietro Benvenuti (1769-1844) und Luigi Gioli (*1854-?).
In der Skulpturensammlung befinden u.a. Darstellungen von Christus als Schmerzensmann (Cristo in Pietà) von Nino di Andrea Pisano und von Benedetto Buglioni.
Die Grafik-Sammlung umfasst Objekte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, darunter Veduten von Pisa. [5]
Museo degli Strumenti per il Calcolo, Via Nicola Pisano 25
Ein Museum zur Geschichte der Informatik und elektronischen Datenverarbeitung. Zu sehen sind auch antike Rechenmaschinen und Werkzeuge früher Wissenschaftler. [6]
Cantiere delle Navi Antiche di Pisa
Via Ranuccio Bianchi Bandinelli, Ausgrabungsplatz und Ausstellungsräume der bisher restaurierten römischen Schiffe
Ausgegraben wurden Teile der antiken etruskisch-römischen Hafenanlagen, ca 30 Schiffe aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jh. n. Chr., teils mit Ladung. [7]
In der Umgebung

Wichtige Feste[Bearbeiten]

Bereits seit Ende des 14. Jahrhunderts ist belegt, dass am letzten Sonntag im Juni das Gioco del Ponte ['dʒɔko del 'ponte] gefeiert wird. Hierbei versuchen besonders starke Männer der Viertel nördlich des Arno (Tramontana, umfasst die Viertel Santa Maria, San Francesco, San Michele, Mattaccini (Porta a Lucca), Satiri (Portanuova-Cep) und Calci), einen sieben Tonnen schweren Wagen über den Ponte di Mezzo auf die südliche Hälfte zu schieben. Die südlichen Stadtviertel des Mezzogiorno (Sant’Antonio, San Martino, San Marco, Delfini (Marina di Pisa und Tirrenia), Leoni (Porta Fiorentina, Riglione und Putignano) und Dragoni (Porta a Mare und San Piero a Grado)) versuchen dieses zu verhindern und den Wagen in den Norden zu befördern.

Luminara

Dem Stadtheiligen San Ranieri, dessen Überreste im Dom aufbewahrt werden, sind gleich zwei Feste gewidmet. Am 16. Juni, dem Vorabend des Tages von San Ranieri, findet jedes Jahr die Luminara statt. Alle elektrischen Lichter entlang des Arnos werden gelöscht, und Tausende von Kerzen in und um die Fenster sowie in großen Gestellen tauchen den Arno und die umgebenden Promenaden in ein zauberhaftes Licht.

Am 17. Juni findet die Regata di San Ranieri statt. Alle Stadtviertel – San Martino und Sant'Antonio (südlich), San Francesco und Santa Maria (nördlich) – senden je ein Ruderteam aus, das auf der zwei Kilometer langen Strecke mit Ziel im Stadtzentrum versucht, die anderen hinter sich zu lassen.

Verkehr[Bearbeiten]

Pisa hat mit dem internationalen Flughafen Galileo Galilei 2 km südlich der Innenstadt den wichtigsten Mittelitaliens. Außerdem gibt es einen prachtvollen Bahnhof im Zentrum (Pisa Centrale), von dem aus man La Spezia, Livorno und den Hafen Livorno, Lucca, Genua, Mailand, Turin, Rom, Salerno, Neapel und Florenz direkt erreichen kann. Die Straße "SGC FI-PI-LI" (wörtlich Schnellstraße FI-PI-LI) verbindet Florenz (FI), Pisa (PI) und Livorno (LI).

Politik[Bearbeiten]

Marco Filippeschi (PD) wurde im April 2008 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-links-Bündnis stellt auch mit 24 von 40 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Pisa unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Im Ort geboren[Bearbeiten]

Im Ort verstorben[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Marina di Pisa
  • Tirrenia
  • Calambrone
  • Barbaricina
  • Riglione
  • Oratoio
  • Putignano
  • San Piero a Grado
  • Coltano
  • Sant'Ermete

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Mitterauer / J. Morrissey: Pisa. Seemacht und Kulturmetropole, Essen 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pisa – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Pisa – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Stadt Pisa: Botanischer Garten
  3. opapisa.it
  4. pisaonline.it
  5. Die Sammlung des Palazzo Blu.
  6. Das Museo degli Strumenti per il Calcolo.
  7. http://www.navipisa.it