Falten-Tintling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Falten-Tintling
Coprinopsis atramentaria R.H 06.jpg

Falten-Tintling (Coprinopsis atramentaria)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Mürblingsverwandte (Psathyrellaceae)
Gattung: Coprinopsis
Art: Falten-Tintling
Wissenschaftlicher Name
Coprinopsis atramentaria
(Bull. : Fr.) Fr.

Der Gemeine/Graue Falten-Tintling oder kurz Falten-Tintling (Coprinopsis atramentaria, Syn. Coprinus atramentarius), aufgrund der knotigen Verdickung am unteren Stielende auch Knoten-Tintling genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Mürblingsverwandten (Psathyrellaceae). Der häufige Blätterpilz kommt in Parkanlagen, an Wegrändern sowie in Laubwäldern vor und ist in Europa weit verbreitet. Die Fruchtkörper sind vor dem tintenartigen Zerfließen des Huts und der Lamellen essbar, verursachen aber bei Alkoholgenuss eine Vergiftung (Coprinus-Syndrom).

Merkmale[Bearbeiten]

Hut des Falten-Tintlings im Querschnitt mit Blick auf die bereits schwärzenden Lamellen
Sterile Zellen (Zystiden) zwischen den dicht gedrängt stehenden Lamellen des Falten-Tintlings dienen als „Abstandshalter“.
Junge Exemplare des Falten-Tintlings vor dem Zersetzungsprozess
Fruchtkörper des Falten-Tintlings mit stark tintenartig zerflossenen Hüten

Der jung eiförmige, später kegelig bis glockig aufschirmende Hut erreicht einen Durchmesser von 3–6 cm bei einer Höhe von 3–7(–10) cm. Er ist grau-weißlich, aschgrau bis grau-bräunlich gefärbt und am Scheitel mit bräunlichen Schüppchen besetzt. Der Hutrand ist gerieft bis faltig und im Alter eingerissen. Die jung weißlich bis blassgrauen Lamellen sind abgerundet angewachsen bis schmal angeheftet. Sie stehen dicht gedrängt und zerfließen schwarz gefärbt ebenso wie der Hut im Alter (Autolyse). Der zylindrische Stiel ist nach oben verjüngt und hat einen markanten gerandeten Wulst an der Stielbasis. Er ist 6–15 cm lang und bis zu 1,5 cm dick. Er ist im Jugendstadium weiß gefärbt und wird im Alter hohl und zerbrechlich. Das dünne, weiche und weiß gefärbte Fleisch hat einen schwachen Geruch und einen milden, angenehmen Geschmack.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Er kommt meistens in Parkanlagen, an Wegen und in Laubwäldern in ganz Europa vor.

Der Falten-Tintling wächst von April bis November.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Falten-Tintling ist jung essbar, allerdings ist er in Verbindung mit Alkohol giftig. Hierbei kann er, bedingt durch seinen hohen Coprin-Gehalt, welches den Abbau von Acetaldehyd hemmt, eine Flush-Symptomatik hervorrufen, die bis zu mehreren Tagen anhalten kann.[1] In der Literatur wird dies unter anderem mit einer roten allmählich ins violette gehenden Verfärbung des Körpers beschrieben. Erstaunlicherweise sind hiervon Ohrläppchen und Nasenspitze ausgenommen, diese bleiben blass. Als weitere Nebenwirkungen werden Hitzegefühl, Herzklopfen sowie Sprach- und Sehstörungen genannt.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern. Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08457-4, S. 288.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. L. Matthies, H. Laatsch: Ungewöhnliche Pilzvergiftungen: Coprin, ein Hemmstoff des Alkohol-Abbaus. In: Pharmazie in unserer Zeit. Band 21, 1992, S. 14–20.
  2.  Wolfram Buff, Klaus von der Dunk: Giftpflanzen in Natur und Garten. 2. neu bearbeitete Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1988, ISBN 3-489-55222-9, S. 262.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coprinopsis atramentaria – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Hinweise zum Pilzesammeln
Bitte die Hinweise zum Pilzesammeln beachten!