Faulvögel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Faulvögel
Grünschnabel-Faulvogel (Nystalus radiatus)

Grünschnabel-Faulvogel (Nystalus radiatus)

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Unterordnung: Glanzvogelartige (Galbuloidea)
Familie: Faulvögel
Wissenschaftlicher Name
Bucconidae
Horsfield, 1821

Die Faulvögel oder Tamatias (Bucconidae) sind eine Familie der Spechtvögel. Die 33 Arten leben im tropischen Südamerika.

Merkmale[Bearbeiten]

Faulvögel sind klein und wirken plump. Im Körperbau entsprechen sie größtenteils den Glanzvögeln. Der Kopf ist groß und dick, der Schnabel ist kurz und endet in einem Haken. Er sieht dem nicht verwandten Würger ähnlich. Die Vögel haben eine düstere, wenig kontrastreiche Gefiederfärbung. Sie ist bei manchen Arten geschlechtsspezifisch. Die Wachshaut und die Nasenöffnungen werden von kräftigen Borsten bedeckt. Der Bereich um die Augen ist unbefiedert, hat aber keine Verbindung zur Wachshaut. Der Schwanz ist fächerförmig und die Flügel sind kurz und breit, nur bei einer Art, dem Schwalben-Faulvogel (Chelidoptera tenebrosa), sind sie lang und spitz zulaufend. Faulvögel werden 16 bis 20 cm groß.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die meisten Faulvogelarten sind Einzelgänger, die Trappisten jedoch sind gesellige Vögel und helfen einander beim Brüten. Faulvögel sitzen oft regungslos auf Ästen, dies hat ihnen den Namen eingebracht. In dieser sitzenden Haltung sonnen sie sich oder halten nach Beutetieren wie Fliegen, Bienen und Käfern Ausschau, auf die sie sich herabstürzen und im Flug fangen. Seltener nehmen sie Insekten vom Boden auf. Der Schwalben-Faulvogel sucht seine Beute in der Luft auf. Der Flug dieser Art ist schwalbenähnlich und fast schon akrobatisch. Am Abend kann er daher für eine Fledermaus gehalten werden. Er zeigt mehrere Anpassungen an sein Leben in der Luft: Die oben beschriebenen Flügel, das breite Maul für die Insektenjagd und verkümmerte Füße.

Faulvögel nisten in Gruppen oder zu zweit als Paar. Sie graben ihre Nisthöhle in den Boden, an Uferhängen oder in die Bauten bäumebewohnender Termiten. Beide Geschlechter beteiligen sich am Graben und Auspolstern der Höhle. Der Eingang wird oft mit Zweigen und Blättern vor Feinden getarnt. Das Gelege besteht aus zwei bis drei weißen Eiern. Diese werden von Männchen und Weibchen abwechselnd bebrütet. Die Jungen bleiben 20 bis 30 Tage im Nest.

Systematik[Bearbeiten]

Nach Ansichten von Ornithologen sind die Faulvögel nicht unbedingt mit den Spechten und Bartvögeln verwandt. Deshalb werden sie mit den Glanzvögeln in eine eigene Unterordnung, die Glanzvogelartigen geordnet.

Es gibt zehn Gattungen mit 33 Arten:

Literatur[Bearbeiten]

  • Christopher Perrins: Die grosse Enzyklopädie der Vögel. Orbis-Verlag, München 1996, ISBN 3-572-00810-7
  • Gottfried Mauersberger: Urania Tierreich, Vögel Urania-Verlag, 1991, ISBN 3-332-00491-3
  • Theo Jahn: Brehms neue Tierenzyklopädie. Verlag Herder KG, Freiburg im Breisgau Sonderausgabe für Prisma Verlag GmbH, Gütersloh 1982, ISBN 3-570-08606-2
  • David Burnie: Tiere die grosse Bild-Enzyklopädie. Dorling Kindersley Verlag GmbH, München 2001, ISBN 3-8310-0202-9
  • Joseph Forshaw: Enzyklopädie der Vögel. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-1557-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Faulvögel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien