Fechtclub Offenbach

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Fechtclub Offenbach von 1863 e. V.
Vereinsdaten
Gründung 1863
Sportarten Fechten
Präsident Waldemar Krug
Vizepräsident Inneres Karlheinz Ohlig
Vizepräsident Sport Klaus Schäfer
Ehrenpräsident Hans Hubert
Mitglieder ca. 180 (2009)
Vereinserfolge Medaillen bei Olympischen Spielen /
Athleten wurden mehrfach Weltmeister,
Europameister und Deutscher Meister
Kontakt
Adresse August-Heim-Halle
Senefelder Str. 265
63069 Offenbach am Main
Internet
Website www.fcoffenbach.de

Der Fechtclub Offenbach von 1863 e. V. (abgekürzt auch FC Offenbach oder FCO) ist ein hessischer Fechtverein. Seine Heimat hat der FC Offenbach in der August-Heim Halle an der Senefelder Straße in Offenbach am Main. Der FC Offenbach ist nach dem FC Hannover der zweitälteste Fechtverein Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Gegründet 1863 von einer Gruppe junger Männer um den Militärfechtmeister Karl A. Trumb war er deutschlandweit der zweite Fechtclub nach dem FC Hannover (gegründet 1862). In der Gründungszeit wurde noch in der festen Mensur (Abstand zwischen zwei Fechtern) gefochten, bis die italienische Fechtschule in Deutschland Einzug hielt und die bewegliche Mensur die Gefechte wesentlich dynamischer erscheinen ließ.
  • Der Offenbacher Jakob Erckrath de Bary (* 10. März 1864; † 14. August 1938) war von 1893 bis 1921 1. Vorsitzender des FCO sowie 1911 Mitbegründer des Deutschen Fechterbundes und der Präsident bis zum Jahr 1925. Zudem war de-Bary 1913 einer der Taufpaten des Internationalen Fechtverbandes FIE (Fédération Internationale d’Escrime).
  • 1899 holte de-Bary den italienischen Fechtmeister Cavaliere Arturo Gazerra nach Offenbach, der von da an die sportlichen Geschicke des Vereins leitete.
  • 1906 gewann die Deutsche Säbelmannschaft der beiden Offenbacher Gazerra Schüler de-Bary und August Petri bei der Zwischenolympiade in Athen die Weltmeisterschaft und somit die erste Goldmedaille für Deutschland im Fechtsport überhaupt.
  • 1913 gewann der Offenbacher Julius Lichtenfels (* 19. Mai 1884; † 29. Juni 1968) die erste Deutsche Reichsmeisterschaft mit dem Florett und 1914 mit dem Säbel.
  • Der Fechtbetrieb wurde aufgrund des Ersten Weltkrieges unterbrochen, nach dessen Ende bildete Gazerra die Fechterin Helene Mayer (* 20. Dezember 1910 in Offenbach am Main; † 15. Oktober 1953 in München) aus. Mayer gewann 1924 als 15-Jährige ihre erste Deutsche Meisterschaft. 1928 wurde Mayer mit 18 Jahren Olympiasiegerin in Amsterdam, gefolgt von zwei Silbermedaillen 1932 sowie 1936 in Berlin. 1937 wurde Helene Mayer auch die erste Weltmeisterin, die es überhaupt gab.
  • 1926 wurde Liesel Hartmann die erste Deutsche Meisterin im Damendegen.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Fechtsport bis 1949 verboten. August Heim, selbst mehrfacher Deutscher Meister, war neuer Fechtmeister in Offenbach und trainierte unter anderem Helmi Höhle, die 1960 an der Olympiade in Rom teilnahm, und Dieter Schmidt, der in Rom die Bronzemedaille gewann. 1968 wurde die Offenbacherin Helga Koch in die Olympiamannschaft berufen.
  • Cornelia Hanisch (* 12. Juni 1952) wurde 1979, 1981 und 1985 Weltmeisterin im Florettfechten und gewann 1984 in Los Angeles Olympisches Gold mit der Mannschaft und Silber im Einzel. Zwischen 1976 und 1982 wurde die Gesamtweltcupsiegerin fünffache Deutsche Meisterin. Ihr Trainer war zu dieser Zeit Horst-Christian Tell, der 1971 vom damaligen Präsidenten Hans Hubert aus dem polnischen Katowice nach Offenbach verpflichtet wurde.
  • 1982 wurde der ehemalige rumänische Nationaltrainer Stefan Haukler verpflichtet. Der Fechtclub Offenbach errichtete 1982 unter der Federführung des damaligen Präsidenten Hans Hubert sein Fechtzentrum (August-Heim Halle). Bis heute ist der FCO Hessisches Leistungszentrum für das Fechten.
  • 1990 kam als zweiter Trainer Hauklers Schüler Mikki Bodoczi, ebenfalls aus Rumänien, nach Offenbach. Beide Trainer verhalfen dem FC Offenbach zu weiterem Erfolg, da unter anderem die Fechterinnen Eva-Maria Ittner, Katja Nass, Kristina Ophardt und Marijana Markovic mehrere Weltmeisterschaften und Gesamtweltcupsiege für sich und den Verein verbuchen konnten. In dieser Zeit wurde die Deutsche Degennationalmannschaft oftmals nur aus Offenbacher Degenfechterinnen rekrutiert.
  • 2003 übernahm Bodoczi die Cheftrainerstelle von Stefan Haukler, nachdem dieser in Rente gegangen war. Bodoczi ist bis heute Cheftrainer des Vereins.
  • 2005 übernahm Waldemar Krug die Präsidentschaft von Hans Hubert. Krug ist bis heute Präsident des Vereins.
  • 2006 wurde eine internationale Partnerschaft mit dem Chinesischen Fechtverein „Run Dong“ in Qingdao/China abgeschlossen.
  • 2013 feierte der Fechtclub Offenbach sein 150-jähriges Bestehen
  • 2014 wurde Nikolaus Bodoczi (Sohn des Cheftrainers Bodoczi) Deutscher Meister im Herrendegen. Dies war der erste Meistertitel in dieser Disziplin seit Hans Halberstadts Erfolg 1922.
  • In der Saison 2014/2015 sind nach langer Zeit mit Nadine Stahlberg und Nikolaus Bodoczi wieder Offenbacher Fechter in den Damen– und Herrendegen–Nationalmannschaften der Aktiven vertreten.