Helene Mayer

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Medaillenspiegel
Helene Mayer (rechts) bei der Siegerehrung 1936
Helene Mayer (rechts) bei der Siegerehrung 1936
Fechten
DeutschlandDeutschland Deutschland
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold NiederlandeNiederlande 1928 Amsterdam Florett
Silber Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) 1936 Berlin Florett
Fechten Internationale Meisterschaften
Gold Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) 1929 Neapel Florett
Gold OsterreichÖsterreich 1931 Wien Florett
Fechten Weltmeisterschaften
Gold Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik 1937 Paris Florett
Silber Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik 1937 Paris Florett-Mannschaft
Fechten Deutsche Meisterschaften
Gold 1925 Florett
Gold 1926 Florett
Gold 1927 Florett
Gold 1928 Florett
Gold 1929 Florett
Gold 1930 Florett

Helene Falkner von Sonnenburg, geborene Mayer (* 20. Dezember 1910 in Offenbach am Main; † 15. Oktober 1953 in München) war eine deutsch-amerikanische Fechterin und Olympiasiegerin.

Leben[Bearbeiten]

Die Arzttochter erlernte das Fechten beim „Cavaliere“ Arturo Gazzera [1] in Offenbach am Main, im Fechtclub Offenbach[2]. Mayer gewann 1925 die deutsche Meisterschaft im Florettfechten und errang bis 1930 sechs nationale Meistertitel. 1928 gewann die blonde He[1], so ihr Spitzname, bei den Olympischen Spielen in Amsterdam die Goldmedaille[3] und siegte bei den Europameisterschaften 1929 in Neapel und 1931 in Wien. Seit 1929 studierte sie internationales Recht in Frankfurt am Main, 1930/31 an der Sorbonne in Paris. Später erhielt sie ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für das kalifornische Scripps College und erreichte bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles einen fünften Platz, nachdem sie zuvor wenig trainiert hatte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der großen, blonden und blauäugigen Mayer das Stipendium aus „rassischen Gründen“ entzogen (sie war nach NS-Jargon Halbjüdin, da ihr Vater Jude war[3]) und der Offenbacher Fechtclub wurde gedrängt, dass sie den Klub zu verlassen habe[3].

Auf Drängen der amerikanischen Öffentlichkeit und auf Intervention des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) startete Mayer 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin für Deutschland. Mayer, die zu dieser Zeit immer noch in Amerika lebte, brachte diese Entscheidung auch Kritik ein. Sie betonte jedoch, es sei für sie eine Ehre, für Deutschland zu fechten. Mayer gewann die Silbermedaille und zeigte bei der Siegerehrung im Olympiastadion den Hitlergruß. Hitler soll sie bei einem Empfang in der Reichskanzlei anschließend als „beste und fairste Sportlerin der Welt“ bezeichnet haben.

Im folgenden Jahr feierte Mayer in Paris den Sieg in der Weltmeisterschaft. Inzwischen amerikanische Staatsbürgerin, kehrte Mayer in die USA zurück. Hier wurde sie mehrmals Landesmeisterin[3] und war Dozentin für Deutsch und Sport am Mills College, später unterrichtete sie an der University of California in Berkeley. 1952 kehrte sie wieder nach Deutschland zurück. In München heiratete sie den Flugingenieur Erwin Falkner von Sonnenburg.

Am 15. Oktober 1953 starb Helene Mayer an Brustkrebs. Sie ist auf dem Münchener Waldfriedhof beigesetzt. Der Helene-Mayer-Ring im Olympischen Dorf in München wurde 1972 anlässlich der Olympischen Spiele zu ihren Ehren benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • What If? The Helene Mayer Story. Dokumentarfilm, USA, 2008, 47:18 Min., Buch und Regie: Semyon Pinkhasov.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2010: 100 Jahre Helene Mayer, Rathaus, Offenbach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helene Mayer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b vgl. Kluge, Volker: 100 Olympische Highlights : Momentaufnahmen Athen 1896-Atlanta 1996. Berlin : Sportverl., 1996. – ISBN 3-328-00678-8
  2. Geschichte des Fechtclub Offenbach. Fechtclub Offenbach von 1863 e.V., abgerufen am 16. Oktober 2013.
  3. a b c d ... und ich bleibe für immer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. November 2010. Abgerufen am 4. August 2011.