Fernsehturm Taschkent

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Fernsehturm Taschkent
FernsehturmTaschkent.jpg
Basisdaten
Ort: Taschkent
Provinz: Taschkent
Staat: Usbekistan
Höhenlage: 490 m
Verwendung: Fernsehturm
Turmdaten
Bauzeit: 1978–1985
Architekt: N. G. Terziev-Tsarukova & U. L. Semashko
Baustoff: Stahl, Stahlbeton
Letzter Umbau (Turm): September 2008
Gesamthöhe: 375 m
Daten der Anlage
Weitere Daten
Ingenieur: Mark Musheev
Besucher/Jahr: 70.000
Eröffnung: 15. Januar 1985
Aussichtsplattformen: 97 m und 109 m
Gesamtmasse Stahl: 7200 t
Positionskarte
Fernsehturm Taschkent (Usbekistan)
Fernsehturm Taschkent
Fernsehturm Taschkent
41.34566969.284742Koordinaten: 41° 20′ 44,4″ N, 69° 17′ 5,1″ O

Der Fernsehturm Taschkent in der usbekischen Hauptstadt Taschkent ist der höchste Fernsehturm in Zentralasien und gehört weltweit zu den höchsten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Entwurf für den Fernsehturm Taschkent wurde Anfang der 1970er Jahre gemacht. Nach sechsjähriger Bauzeit wurde er am 15. Januar 1985 eröffnet.[1]

Im September 2008 wurde von der deutschen Firma Kathrein eine Sendeanlage für DVB-T in 220 Meter Höhe in Betrieb genommen. Mit dieser Inbetriebnahme begann die digitale, terrestrische Versorgung von Usbekistan. Planungen sehen vor, in den nächsten Jahren das gesamte Land mit DVB-T und DVB-H zu versorgen.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Sowohl moderne wie auch traditionelle usbekische Stilelemente sind im Turm architektonisch eingebunden. Die optische Erscheinung erinnert dabei bewusst an eine startende Rakete. Der Turm wirkt wegen seiner Höhe von 375 Meter und durch die orientalischen Metallornamente sehr filigran. Drei markante Stützpfeiler bilden die Basis. Im Kreuzungspunkt der Stützpfeiler befinden sich zwei Drehrestaurants mit Plätzen für 120 Personen. Das „Blaue Restaurant“ auf 105 Meter Höhe ist im nationalen usbekischen Stil gehalten. Es ist mit Gemälden, welche Szenen der Geschichte Usbekistans zeigen, an den Wänden geschmückt. Das „Rote Restaurant“ auf 110 Meter repräsentierte den kosmopolitischen Anspruch der Sowjetunion. Inzwischen ist es umgestaltet worden und repräsentiert eher die moderne westliche Welt.[3]

Der Fernsehturm verfügt darüber hinaus neben einer Aussichtsplattform über eine Sendeeinrichtung und eine Wetterstation. Etwa 70.000 Besucher pro Jahr besuchen den Fernsehturm. Auf 115 Meter befinden sich die für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Technikräume.

Die Antennenkonstruktion, die bei 223,5 Meter beginnt, verjüngt sich bis zur Spitze hin in fünf Schritten von 4 Meter auf 0,72 Meter im Durchmesser. Der Turmbau besteht aus zwei getrennten Turmkörben. Der untere ist fünfstöckig und beherbergt die beiden Drehrestaurants, die Aussichtsplattform sowie Räume für den Service und Technik. Der obere auf rund 220 Meter Höhe ist zweistöckig und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Bemerkenswert ist die vom Boden bis zum oberen Turmkorb durchgehende gitterförmige Struktur, die den Turmschaft bildet. Der Fernsehturm verfügt über insgesamt drei Aufzüge.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich von Borries, Matthias Böttger, Florian Heilmeyer: TV-Towers - Fernsehtürme, 8.559 Meter Politik und Architektur, JOVIS Verlag 2009, ISBN 978-3-86859-024-1, Seiten 136−143.
  • E.P. Morozov, Y.L. Semashko: Television tower in the city of Tashkent, USSR. In: IABSE Structures, ISSN 0377-7286, Nr. C-42/87, 1987, Seiten 50–51. (hier online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fernsehturm Taschkent – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. von Borries, Böttger, Heilmeyer: TV-Towers - Fernsehtürme, 8.559 Meter Politik und Architektur, Seite 143
  2. Kathrein liefert DVB-T-Antenne nach Usbekistan
  3. von Borries, Böttger, Heilmeyer: TV-Towers - Fernsehtürme, 8.559 Meter Politik und Architektur, Seite 141