Filmklappe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des niedersächsischen Filmfestivals findet sich unter Niedersachsen Filmklappe.
Traditionelle Synchronklappe aus Holz
Plexiglas-Filmklappe mit Beschriftung
Filmklappe im Einsatz

Eine Filmklappe (fälschlich oft Regieklappe, korrekt Synchronklappe) (engl. Clapperboard) ist ein Hilfsmittel bei der Produktion eines Films, um Bild und Ton im Schneideraum zu synchronisieren und die einzelnen Einstellungen eines Films eindeutig zu kennzeichnen.

Zweck[Bearbeiten]

Bei Filmproduktionen werden Bild und Ton meistens mit getrennten Geräten aufgezeichnet. Daher braucht man beim Schnitt einen eindeutigen Bezugspunkt, also eine Synchronmarke, um den Ton an der richtigen Stelle mit dem Bild zu koppeln (anzulegen). Dieser Bezugspunkt wird mit Hilfe der Synchronklappe in Bild und Ton gesetzt. Er befindet sich dort, wo im Bild die Balken der Klappe geschlossen sind und im Ton das Schlaggeräusch zu hören ist.

Eine Synchronklappe benötigt man nur bei getrennter Aufnahme von Bild und Ton (szenische Dreharbeiten). Da heute bei Dokumentar- und journalistischen Aufnahmen in der TV-Berichterstattung Bild und Ton meist gemeinsam auf einem Speichermedium aufgezeichnet werden, werden hier Synchronklappen in der Regel nicht gebraucht.

Die Beschriftung der Klappe dient auch dazu, die einzelnen Aufnahmen bei allen Arbeitsprozessen zu identifizieren. Diese Beschriftung wird vor dem Schlagen der Klappe durch einen Produktionsmitarbeiter (häufig 2. Kameraassistent/ Materialassistent oder Praktikant aus dem Kamera- oder Tondepartment) vorgelesen, um die auf der Klappe enthaltenen Daten zur Identifikation auch auf dem Tonträger zu haben.

Wenn ein Schlagen der Klappe am Anfang der Aufnahme nicht möglich ist (z. B. weil die Einstellung in Dunkelheit beginnt), kann es auch am Ende der Aufnahme erfolgen; man spricht dann von einer Schlussklappe. Früher wurden Filmschnipsel mit Schlussklappe im Schneideraum umgekehrt aufgehängt, so dass die Bilder mit der Klappe trotzdem oben hingen. Damit der Cutter den Text ohne Verrenkung lesen konnte, war es üblich, die Schlussklappe auf den Kopf gedreht zu schlagen. Seit man digital schneidet, ist das Umdrehen der Schlussklappe technisch nicht mehr sinnvoll - wird aber aus Unwissenheit häufig immer noch praktiziert.

Beschriftung[Bearbeiten]

Während des Drehs stehen unverändert auf der Filmklappe: Filmtitel (Production Title), Namen von Regisseur (Director) und Kameramann (Camera).

Die übrigen Angaben werden ständig – entsprechend der zu drehenden Einstellung – verändert: Einstellung (Take) zu welcher Szene (Scene) wie oft (No.) wiederholt und auf welcher Filmrolle (Roll) aufgenommen wurde. Steht vor der Einstellungsnummer PU (Pick-Up) so wurde eine Einstellung nur teilweise wiederholt. Die Einstellungsnummer wird vom Script/Continuity vergeben.

Zusätzlich wird angegeben, ob es sich um Tag (Day), Nacht (Night) oder eine Aufnahme bei Dämmerung (Dawn) handelt. Weiterhin wird zwischen Außenaufnahme (Ext.) und Innenaufnahme (Int.) unterschieden. St (stumm) oder MOS (Motion Only Shot, falsch auch Mit Ohne Sound) bedeutet, dass es sich um eine Stummfilmaufnahme handelt, Date gibt das Datum an.

Man verwendet kleine Streifen aus Textilklebeband, welche man mit den Ziffern von 0 bis 9 beschriftet. Diese kombiniert man auf der Vorderseite aus einem kleinen Vorrat auf der Rückseite. Allerdings löst sich der Lack vom Holz durch das ständige Aufkleben und Abreißen der Klebestreifen. Alternativ dazu kann ein ausreichend breites Stück weißes Textilklebeband in die Felder für Szene und Aufnahme geklebt werden. Die jeweiligen Angaben werden dann mit einem Whiteboard Marker dort drauf geschrieben und können leicht mit einem weichen Tuch oder auch mit der Hand weggewischt werden.

Plexiglas-Klappen[Bearbeiten]

Diese Probleme lassen sich vermeiden, wenn man moderne Klappen aus weißem oder halb-transparentem Plexiglas verwendet. Beschriftet werden sie mit abwischbaren Filzmarkern. Plexiglas-Klappen eignen sich besonders für Aufnahmen mit starkem Gegenlicht. Während auf eine normale Klappe nicht genügend Licht fällt, um mit der eingestellten Blende aufgenommen zu werden, lässt eine Plexiglas-Klappe von hinten Licht durchscheinen und ermöglicht das Filmen der Klappe, ohne dass Beleuchtung oder Blende verändert werden müssen. Des Weiteren erweisen sich Plexiglasklappen in der Praxis als haltbarer und langlebiger als Holzklappen, da sie nicht splittern oder leicht zerbrechen.

Timecode-Klappen[Bearbeiten]

Elektronische Filmklappe

Diese elektronischen Klappen haben ein Display, auf denen der Timecode mittels LED-Ziffern angezeigt wird. Diese Klappen sind mit Preisen von ab 1500€ sehr teuer, da sie ein zusätzliches Gerät benötigen, welches den exakten Timecode vom Tonaufnahmegerät an Klappe und Kamera liefert. Sie sind besonders nützlich, wenn zu einer vorproduzierten Musiknummer synchron gesungen oder eine Szene mit mehreren Kameras aufgenommen werden soll.

Um mit diesen Klappen Ton und Bild bildgenau (eine Filmsekunde hat standardmäßig 24+1 Bilder) zu synchronisieren, zeigen die meisten Timecode-Klappen statt Hundertstelsekunden einen Zählwert von 0 bis 23.

Ähnliche Hilfsmittel[Bearbeiten]

Werden Bild und Ton nicht mit getrennten Geräten aufgenommen oder der Ton gar nicht aufgenommen, wird ein optisch/akustisches Klappsignal nicht gebraucht. In diesem Fall werden Szenedaten auf einer einfachen Tafel (engl. "slate") vermerkt, die von der Kamera aufgenommen wird. Slates werden auch bei Fotoaufnahmen zur Trennung und Unterscheidung von Aufnahmesequenzen verwendet. Bei fotografischen Dokumentationen können auf der Slate Linearmaßstäbe, auch ein Nordpfeil angebracht sein um Abmessungen und Lage im Raum des Objektes darzustellen.

Zu Zeiten, da auch in der aktuellen Berichterstattung oder beim Dokumentarfilm noch mit Film und separatem Tonband gearbeitet wurde, benötigte man auch hier Synchronmarken in Bild und Ton. Häufig war dabei der Gebrauch einer Filmklappe unpraktikabel, weil ihre Handhabung zu umständlich war oder kein Mitarbeiter zur Verfügung stand, der die Klappe schlagen konnte. Hier wurden die erforderlichen Synchronpunkte auf andere Weise markiert. So gab es beispielsweise kleine, handflächengroße Geräte, die auf Knopfdruck gleichzeitig ein akustisches und mit einer kleinen Lampe oder LED ein optisches Signal erzeugten. Diese Signale wurden mit Mikrofon und Kamera aufgenommen. Mitunter behalf man sich auch damit, vor laufender Kamera und Mikrofon in die Hände zu klatschen oder zu Beginn einer Einstellung gegen das ins Bild gehaltene Mikrofon zu klopfen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Filmklappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien