Flaschenöffner

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Flaschenöffner mit Zentimetermaß zum Größenvergleich
Schweizer Messer mit Flaschenöffner/Schraubenzieher-Kombination
verformter Kronkorken nach Abhebelung

Ein Flaschenöffner, oder Kapselheber, ist ein Werkzeug zum Entfernen von Kronkorken einer Flasche.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Flaschenöffner kamen zusammen mit der Einführung der Kronkorken auf den Markt: der Bottle Uncapping Tool, patentiert 1893 durch Alfred Louis Bernardin, und der Capped-Bottle Opener, patentiert 1894 durch William Painter. Beide sind sich in der Funktionsweise eines Bügels für die Auflage und einer Kante zum Einhaken recht ähnlich.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Zum Öffnen wird eine Leiste unter den Rand des Flaschendeckels geschoben, irgendwo Gegendruck ausgeübt und der Kronkorken weggehebelt.

Es gibt viele verschiedene Flaschenöffner, die sich nicht nur im Design, sondern auch in der Hebeltechnik unterscheiden. Vor allem zwei Grundbauarten sind verbreitet, die dann verschieden ausgeformt sein können:

  • Ein Bügel liegt auf dem Kronenkorken auf, während eine Kante unter den Kronenkorken greift und ihn nach oben zieht. Durch die über die ganze Kapsel reichende Auflage ist ein Wegkippen nicht möglich.
  • In der Sparversion ist es eine Leiste mit gegen Ende einer oft halbkreisähnlichen Aussparung. Das obere Ende liegt auf und ein unten in den Halbkreis stehender Zahn hackt sich beim Kronenkorken ein. Ist die Leiste schmal, kann man leichter wegkippen oder abrutschen.

Ersatzweise kann beispielsweise ein Feuerzeug die Aufgabe erfüllen, wobei mit den die Flasche umfassenden Fingern unterhalb Gegendruck ausgeübt wird und mit der Hebelwirkung des Feuerzeugs der Deckel aufgehoben wird. Oder man setzt den Verschluss an einer Tischkante an und übt mit der Hand einen Schlag auf den der Tischkante entfernten Verschlussrand aus. Im Prinzip eignet sich jeder Gegenstand, der als Hebel an der Kapsel angesetzt werden kann.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Flaschenöffner werden als Werbeartikel verwendet, sei es von der Getränkeindustrie, als auch von branchenfremden Unternehmen.
  • Es gibt sie als Gimmicks in speziellen Formen oder in andere Geräte, etwa Feuerzeuge, integriert.
  • Das Shanghai World Financial Center trägt den Spitznamen „Flaschenöffner“.
  • „Siebzehner“ bzw. „17er-Schlüssel“ (ein Gabelschlüssel mit einer Schlüsselweite von 17 mm) ist vor allem bei Schlossern, Mechanikern, Installateuren und verwandten Berufen ein umgangssprachliches Synonym für einen Bieröffner. Bekannt ist der Begriff „17er-Schlüssel“ in großen Teilen des deutschen Sprachsraums, namentlich in Österreich östlich des Arlbergs[1], Karlsruhe[2], dem Saarland[3] und Nordrhein-Westfalen (Rheinland / Ruhrgebiet).[4][5][6][7]

Ähnliche Werkzeuge[Bearbeiten]

Aufziehlasche als Flaschenöffner

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flaschenöffner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Österreich östlich des Arlbergs: Siebzehner - Flaschenöffner, ostarrichi.org
    Steiermark: Waltraud Klasnic in: Stenographisches Protokoll. 655. Sitzung des Bundesrates der Republik Österreich. 2. Juni 1999, S. 60 (Online)
  2. Karlsruhe: Privatbrauerei Hoepfner: Friedrich Georg Hoepfner: Die Hochburg der Braukunst: 200 Jahre Hoepfner, 1798-1998, ISBN 9783881902229, S. 83 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  3. Sibbzehner Schlissel“, saarland-lexikon.de - Wörterbuch
  4. Duisburg, Viersen, Köln: „Siebzehner Schlüssel“, Rheinisches MitmachWörterbuch, arl.lvr.de
  5. Ruhrgebiet: „Siebzehner“, ruhrgebietssprache.de, Verlag Henselowsky Boschmann, Bottrop
  6. Ruhrpottdeutsch, pflegefactory.de „Schmeiß mir ma den Siebzehner Schlüssel rübber.“
  7. Dortmund: Frank Fligge: Mit Rückenwind ruckzuck zum Wettkönig, Der Westen, 27. Januar 2008