Fonteius Capito

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Dieser Artikel behandelt den Konsul 67 n. Chr. Für weitere Träger des Namens siehe Fonteius Capito (Begriffsklärung).

(Gaius?) Fonteius Capito[1] (* unbekannt; † Herbst 68 in Niedergermanien) war ein römischer Senator.

Im Jahr 67 n. Chr., unter Nero, hatte er das Amt des Konsuls gemeinsam mit Lucius Iulius Rufus inne. Nach Beendigung des Konsulats wurde er Befehlshaber (legatus Augusti pro praetore) des niedergermanischen Heeres und damit zugleich Statthalter des Heeresbezirks, aus dem später die Provinz Germania inferior (Niedergermanien) wurde.

Bedeutung erlangte Capito, als er den Bataverführer Claudius Paulus wegen angeblicher Rebellion hinrichten und dessen Bruder Gaius Iulius Civilis in Ketten legen und nach Rom deportieren ließ.[2] Capito galt als korrupt[3][4], war aber bei seinen Soldaten beliebt.[5]

Nach dem Tod Neros wurde Fonteius Capito wegen angeblicher Umsturzpläne[6] im Herbst 68 von den Legionslegaten Fabius Valens[7] und Cornelius Aquinus sowie dem Kommandanten der germanischen Flotte, Iulius Burdo,[5] ermordet; der neue Kaiser Galba billigte die Tat.[3] Die Ermordung selbst wurde vom Centurio Crispinus ausgeführt, der dafür im folgenden Jahr auf Drängen der Soldaten hingerichtet wurde.[5]

Die Nachfolge Capitos als Statthalter in Niedergermanien trat Anfang Dezember 68 der spätere Kaiser Aulus Vitellius an. Bis dahin blieb der Posten vakant.[4][8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Eck: Die Statthalter der germanischen Provinzen vom 1.–3. Jahrhundert. Köln 1985, S. 129–131.
  • Emil Ritterling: Fasti des römischen Deutschland unter dem Prinzipat. Wien 1932, S. 53f.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Das praenomen ist nicht überliefert. Dass es (wie bei mehreren Angehörigen der Familie) Gaius gelautet hat, wie David Shotter, Nero Caesar Augustus: Emperor of Rome, Pearson Longman, Harlow 2008, ISBN 978-1-4058-2457-6, S. 69 und 156, angibt, beruht offenbar auf Vermutung.
  2. Tacitus, Historien 4, 13.
  3. a b Tacitus, Historien 1, 7.
  4. a b Tacitus, Historien 1, 52.
  5. a b c Tacitus, Historien 1, 58.
  6. Tacitus (Historien 1, 7) zweifelt, ob Capito tatsächlich nach der Kaiserwürde strebte; auf größeren Ehrgeiz könnte die Anekdote bei Cassius Dio 54, 2 deuten, nach der Capito sich die kaiserliche Appellationsgewalt angemaßt habe.
  7. Tacitus, Historien 3, 62.
  8. Tacitus, Historien 1, 9.
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