Forschungszentrum caesar

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caesar
caesar
Luftaufnahme aus nördlicher Richtung

Das center of advanced european studies and research (caesar) ist eine Stiftung zur Förderung der angewandten Forschung mit Sitz in Bonn. Die Stiftung betreibt das gleichnamige Forschungszentrum caesar mit Sitz in Bonn.

Caesar ist eine Stiftung privaten Rechts, deren Kapital aus öffentlichen Mitteln stammt. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals wird das gleichnamige Forschungszentrum mit Sitz in Bonn betrieben. Das Kapital von 394 Millionen Euro wurde nach den Verträgen aufgrund des Berlin/Bonn-Gesetzes vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gestiftet.[1] Das Forschungszentrum nahm im Jahr 1999 seinen Betrieb auf und bezog im Jahr 2003 seinen heutigen Sitz in der Bonner Rheinaue. Gründungsdirektor war Karl-Heinz Hoffmann, der die Stiftung und das Forschungszentrum von 1999 bis 2005 aufbaute. Im Jahr 2008 wurde die Leitung an Benjamin Kaupp übertragen.

Struktur[Bearbeiten]

Der Stiftungsrat von caesar wird durch Vertreter des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und Vertretern aus der Wissenschaft und der Industrie gebildet. Ein vom Stiftungsrat berufener Vorstand, bestehend aus den Wissenschaftlichen Direktoren und dem Verwaltungsdirektor, führt die laufenden Geschäfte des Forschungszentrums und ist gesetzlicher Vertreter der Stiftung. Ein Fachbeirat berät die Stiftung in wissenschaftlichen Fragestellungen.

Caesar ist mit der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) assoziiert. Hiermit wird eine besonders enge wissenschaftliche Verbindung zwischen caesar und der Max-Planck-Gesellschaft umschrieben. Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft ist Vorsitzender des Stiftungsrates; sein Vertreter ist der Vizepräsident der MPG für die Biologisch-Medizinische Sektion. Außerdem sind sechs Direktoren von Max-Planck-Instituten Mitglieder des Stiftungsrates.[2]

Die Direktoren des Forschungszentrums caesar werden nach den Regeln der Max-Planck-Gesellschaft berufen. Sie sind wissenschaftliche Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft.

Forschung[Bearbeiten]

Caesar forscht auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit modernen photonischen, molekularbiologischen, chemischen und materialwissenschaftlichen Methoden. Dabei werden vor allem optische Methoden zur Erforschung und Steuerung des Gehirns nutzbar gemacht. Es befindet sich thematisch im Aufbau. Schwerpunkte sind:

  • die Erforschung von sensorischen Prozessen,
  • die Erforschung der molekularen Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen,
  • der Einsatz mikroskopischer und spektroskopischer Methoden in den Neurowissenschaften („Neurophotonik“), um die Funktionsweise neuronaler Netzwerke aufzuklären und eine „sanfte“ Steuerung zu ermöglichen.

Der Bonner Chemiker Michael Famulok wurde als Max Planck Fellow an das Forschungszentrum caesar berufen. Er wird dort eine Arbeitsgruppe leiten, die sich mit der Strukturaufklärung von Biomolekülen und mit der Chemischen Biologie von photo-aktivierbaren Substanzen beschäftigt.[3] Im Jahr 2004 gründete der Ingenieur und Informatiker Erwin Keeve mit seiner caesar-Arbeitsgruppe die Medizintechnikunternehmen SiCAT GmbH & Co. KG und HiCAT GmbH. Die in Bonn ansässigen Technologieunternehmen erwirtschaften heute mit 70 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von über 12 Mio. Euro.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Davon 685 Mio. DM vom Bund, 65 Mio. DM vom Land (Website von caesar).
  2. Website von caesar. Abgerufen am 19. Dezember 2012.
  3. Mitteilung der Universität Bonn. Abgerufen am 19. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forschungszentrum caesar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.7040277777787.1510833333333Koordinaten: 50° 42′ 14,5″ N, 7° 9′ 3,9″ O