Forschungszentrum caesar

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Forschungszentrum caesar (2014)
Forschungszentrum caesar (2014)
Luftaufnahme aus nördlicher Richtung (2010)

Das center of advanced european studies and research (caesar) ist eine Stiftung zur Förderung der angewandten Forschung mit Sitz in Bonn. Sie betreibt das gleichnamige Forschungszentrum caesar mit Sitz in Bonn.

Caesar ist eine Stiftung privaten Rechts, deren Kapital aus öffentlichen Mitteln stammt. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals wird das Forschungszentrum betrieben. Das Kapital von 394 Millionen Euro wurde 1995 nach den Verträgen aufgrund des Berlin/Bonn-Gesetzes vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gestiftet.[1] Das Forschungszentrum nahm im Jahr 1999 seinen Betrieb auf und bezog im Jahr 2003 seinen heutigen Sitz in der Bonner Rheinaue im Ortsteil Hochkreuz (Ludwig-Erhard-Allee 2). Gründungsdirektor war Karl-Heinz Hoffmann, der die Stiftung und das Forschungszentrum von 1999 bis 2005 aufbaute. Im Jahr 2008 wurde die Leitung an U. Benjamin Kaupp übertragen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung des Forschungszentrums caesar geht auf die auf dem Berlin/Bonn-Gesetz basierende Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn (1994) zurück, die zur Kompensation der mit der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin (1999) einhergehenden Arbeitsplatzverluste unter anderem vorsah, den Wissenschaftsbereich in der Region zu fördern. Bund und Land stellten für die Einrichtung ein Stiftungskapital von 750 Millionen DM zur Verfügung, von denen 190 Millionen DM für den Neubau eines eigenen Forschungszentrums vorgesehen waren. Die Verhandlungen mit dem Bund über die Stiftung führte auf Seiten des Landes der damalige Chef der Staatskanzlei Wolfgang Clement.[2]:89 Die Stiftung wurde am 11. Juli 1995 ins Leben gerufen.[3]

Als Standort der Einrichtung waren zunächst das Gelände des ehemaligen Zementwerks im rechtsrheinischen Bonner Stadtbezirk Beuel, ein Grundstück in der Gronau nahe dem heutigen Schürmann-Bau (beides am Rheinufer) sowie ein Standort nahe dem Max-Planck-Institut im Stadtteil Endenich in Erwägung gezogen worden. Aufgrund der physikalischen Anforderungen eines naturwissenschaftlichen Forschungsinstituts fiel schließlich aber die Entscheidung für die Bonner Rheinaue, in der eine Beeinträchtigung durch Bahnanlagen, Stromtrassen oder die Rheinschifffahrt ausgeschlossen war.[2]:146 Ende 1998 stimmte der Bonner Stadtrat dem Standort Rheinaue zu, womit erstmals seit Fertigstellung des Freizeitparks (1979) ein zu ihm gehörendes Grundstück bebaut werden konnte.[2]:146 Für den Neubau richtete die Stiftung 1999 einen beschränkten Architektenwettbewerb mit sechs Teilnehmern aus, aus dem das Architekturbüro Bachmann/Marx/Brechenbauer[4] in München mit dem 1. Platz siegreich hervorging und den Auftrag zur Realisierung erhielt.[2]:46 Mit der Gartengestaltung wurde der Münchener Landschaftsarchitekt Gottfried Hansjakob – der zuvor schon an der Gestaltung des Freizeitparks Rheinaue beteiligt war – beauftragt. Die Grundsteinlegung für den Neubau erfolgte am 29. Mai 2001, die Fertigstellung im April 2003[5] und die feierliche Einweihung am 30. Mai 2003[2]:80.

Struktur[Bearbeiten]

Der Stiftungsrat von caesar wird durch Vertreter des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und Vertretern aus der Wissenschaft und der Industrie gebildet. Ein vom Stiftungsrat berufener Vorstand, bestehend aus den Wissenschaftlichen Direktoren und der Kaufmännischen Geschäftsführung, führt die laufenden Geschäfte des Forschungszentrums und ist gesetzlicher Vertreter der Stiftung. Ein Fachbeirat berät die Stiftung in wissenschaftlichen Fragestellungen.

Caesar ist mit der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) assoziiert. Hiermit wird eine besonders enge wissenschaftliche Verbindung zwischen caesar und der Max-Planck-Gesellschaft umschrieben. Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft ist Vorsitzender des Stiftungsrates; sein Vertreter ist der Vizepräsident der MPG für die Biologisch-Medizinische Sektion. Außerdem sind sechs Direktoren von Max-Planck-Instituten Mitglieder des Stiftungsrates.[6]

Die Direktoren des Forschungszentrums caesar werden nach den Regeln der Max-Planck-Gesellschaft berufen. Sie sind wissenschaftliche Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft.

Forschung[Bearbeiten]

Caesar forscht an den Grenzen zwischen Neurowissenschaften, Zellbiologie und Biophysik mit kinetischen, mikroskopischen, spektroskopischen und verhaltenswissenschaftlichen Methoden. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die zelluläre Signalverarbeitung und die neuronalen Grundlagen tierischen Verhaltens.

Der Bonner Chemiker Michael Famulok wurde als Max Planck Fellow an das Forschungszentrum caesar berufen. Er leitet dort eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Strukturaufklärung von Biomolekülen und mit der Chemischen Biologie von photo-aktivierbaren Substanzen beschäftigt.[7] Aus der Forschung von caesar sind mehrere Ausgründungen hervorgegangen, unter anderem im Bereich der Medizintechnik und der Biotechnologie.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Davon 685 Mio. DM vom Bund, 65 Mio. DM vom Land (Website von caesar).
  2. a b c d e Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn (Hrsg.); Friedrich Busmann: Vom Parlaments- und Regierungsviertel zum Bundesviertel. Eine Bonner Entwicklungsmaßnahme 1974–2004. Bonn, Juni 2004.
  3. Über das Institut – Die Stiftung Caesar, Forschungszentrum caesar
  4. Stiftung caesar Forschungszentrum, Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten
  5. Über das Institut – Gebäude, Forschungszentrum caesar
  6. Website von caesar. Abgerufen am 19. Dezember 2012.
  7. Mitteilung der Universität Bonn. Abgerufen am 19. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Forschungszentrum caesar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.7040277777787.1510833333333Koordinaten: 50° 42′ 14,5″ N, 7° 9′ 3,9″ O