Forumtheater

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Augusto Boal

Das Forumtheater ist die zentrale Methode im Theater der Unterdrückten, entwickelt von Augusto Boal, Rio de Janeiro. Es stellt dem Publikum eine Szene vor, die schlecht und unbefriedigend endet. Ein „Joker“ ermutigt das Publikum, diese Szenen im Dialog zu einem besseren Ende zu bringen.

Im Forumtheater werden vor allem durch zugespitzte Modellszenen Fragen aufgeworfen. Die Modelle werden meist in offenen Workshops aus den generativen Themen der Teilnehmenden entwickelt. Die Zuschauenden können sich in die dargestellten Szenen einwechseln und die Schauspielenden, die Schwache, Diskriminierte oder Benachteiligte spielen, ersetzen. Dabei geht es um die Antworten auf die Fragen: Was würde ich in der dargestellten, gespielten Situation tun? Wie können wir durch unsere Ideen und unser Handeln die Szenen verändern?

Mit dem Forumtheater kann jede Problemstellung der Teilnehmenden

  • von diesen ausgesprochen und ins Bild gebracht,
  • von ihnen selbst durch das Spiel der anderen distanziert,
  • durch das identifizierende Handeln des Publikums verändert werden.

Den pädagogischen Hintergrund liefert dazu die Befreiungspädagogik oder Pädagogik der Unterdrückten nach Paulo Freire. Die Methoden werden in über 70 Ländern weltweit in der Bildungsarbeit und im gesellschaftlichen öffentlichen Dialog eingesetzt.

Aus dem Forumtheater entstand in der Stadtratszeit von Augusto Boal das Legislative Theater. Eine andere Weiterentwicklung des Forumtheaters ist die themenorientierte Improvisation (TOI). David Diamond entwickelte in Kanada das Theater for Living. Der Berliner Forumtheatermacher Harald Hahn ist in Deutschland sehr aktiv, unter anderem auch mit dem Kieztheater, welches sich mit Mitteln des Theaters in das Stadtleben in Kreuzberg einmischt.

Weblinks[Bearbeiten]