Fugendichtung

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Unter Fugendichtung versteht man im Bauwesen den elastischen Verschluss einer Fuge mit Dichtstoffen oder mit Fugenprofilen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Techniken der Verfugung, mehr zu Materialien findet man im Artikel Dichtstoff.

Fugendichtung mit Dichtstoffen[Bearbeiten]

Übliche Dichtstoffe sind Silikon (siehe auch Silikonfuge) für den Sanitärbereich oder Acryl für Anschlussfugen. Diese Kunststoffe gehören in Gruppe der Elastomere. Sie sind elastisch, gute Wärmeleiter aber schlecht elektrisch leitend. Die so verschlossene Fuge kann nicht als absolut wasserdicht gelten, wie die entsprechenden technischen Regelwerke darlegen.

Elastizität[Bearbeiten]

Man unterscheidet zwischen elastischen oder plastischen Dichtstoffen. Das Wort „dauerelastisch“ wird zwar oft für Silikonfugen benutzt, ist aber im Grunde genommen falsch, da auch Silikone ihre Elastizität im Laufe der Zeit verlieren. Zu den Einflussfaktoren gehören u. a. UV-Licht, Wärme, Fugenbewegungen und mikrobiologische Besiedlung (meist Schimmel) und natürlich Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Deshalb spricht man korrekterweise von elastischen Fugmaterialien. Doch auch hier gibt es Unterschiede: Acryldichtstoffe z. B. sind im Gegensatz zum Silikon nur plasto-elastisch. Ihre Elastizität ist wesentlich geringer als die silikonhaltigen Materials. Bei Überlastung wird bei Acryl eine bleibende Verformung entstehen, während silikonhaltige Werkstoffe ihre ursprüngliche Form wiedergewinnen.

Bestimmung der notwendigen Fugenbreite[Bearbeiten]

Die für einzelne Vorhaben zu wählende Fugenbreite ist abhängig von den oben genannten Materialeigenschaften. In dem IVD-Merkblatt „Abdichtung von Bodenfugen mit elastischen Dichtstoffen“, herausgegeben vom Industrieverband Dichtstoffe sind die Mindestfugbreiten in Abhängigkeit von der Temperaturdifferenz und dem Fugenabstand festgelegt. Ein Beispiel: Bei einem Fugenabstand von 6 mm, Temperaturschwankungen von 40 °C, und einer ZGV (zulässige Gesamtverformung) von 20 % ergibt sich eine Mindestbreite der Fuge von 14 mm. In Außenbereichen mit einer Temperaturdifferenz von 80 °C sind es im gleichen Fall 25 mm. Eine Übersichtstabelle gibt es vom Industrieverband Dichtstoffe (siehe Weblinks).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Pröbster: Baudichtstoffe. Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 3-8348-0290-5.
  • E. Baust, W. Fuchs: Praxishandbuch Dichtstoffe, Ausgabe Deutsch, IVD, 5. Auflage, keine Jahresangabe, HS Public Relations Verlag GmbH, Düsseldorf
  • E. Baust, W. Fuchs: The Sealants Manual, Ausgabe Englisch, IVD, 5. Auflage, keine Jahresangabe, HS Public Relations Verlag GmbH, Düsseldorf

Weblinks[Bearbeiten]