Fuji (Apfel)

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Fuji
Fuji
Art Kulturapfel (Malus domestica)
Herkunft Morioka, Japan
Züchtungsjahr 1939
Markteinführung 1962
Abstammung

Kreuzung aus
Ralls Janet’ × ‘Red Delicious

Liste von Apfelsorten

Fuji (jap. ふじ) ist eine Sorte des Kulturapfels (Malus domestica). Fuji wurde 1939 in Japan aus Ralls Janet und Red Delicious gekreuzt. Der Fuji wurde erstmals 1962 in den Handel gebracht. Er ist mäßig schorfempfindlich. Der sehr süße Fuji ist der weltweit am häufigsten angebaute Apfel. Dies liegt insbesondere daran, dass der weltgrößte Apfelproduzent China fast ausschließlich Fuji-Äpfel anpflanzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Frucht ist mittelgroß, meistens groß. Die Form ist rund-konisch, dabei sind Rippen zu erkennen.[1] Das Aussehen der Schale ist in ihrer Grundfarbe blass grünlich bis gelblich grün und in der Deckfarbe, je nach Art des Apfels, rosa bis bräunlich-rot oder dunkelrot-violett gestreift sowie leicht duftend. In der Standardvariante ist der Apfel oft nicht kräftig ausgefärbt. Mittlerweile sind aber zahlreiche Mutanten im Handel, die kräftiger gefärbt sind. Die Schale fühlt sich glatt an, ist dick, glänzt nicht und kann berostet sein.[1]

Die Stielgrube ist weit und flach. Sie kann teilweise berostet sein. Der Stiel selbst ist lang und breit. Die Kelchgrube ist weit und mitteltief, und deutlich gerippt. Die Lentizellen sind auffällig weiß und vergleichsweise groß.[1]

Der Geschmack ist sehr süß mit nur wenig Säure, die im Laufe der Lagerung sogar fast vollständig abgebaut wird. Er ist sehr knackig und saftig.[2] Das cremefarbene Fruchtfleisch ist feinzellig und vergleichsweise fest und saftig.[1]

Der Baum ist stark wüchsig. [2] und breitet sich nach allen Seiten aus. Die Äste neigen dabei zum herunterhängen.[1] Es bilden sich ausreichend Verzweigungen und Fruchtholz. Der Baum baut sich in einer Rundkrone mit guter Leitastbildung auf. Die Früchte entstehen am ein- und zweijährigen Fruchtholz.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Fuji entstand 1939 durch die Züchtung von Ralls Janet mit Red Delicious in Fujisaki, Aomori, Japan. Seinen Namen bekam er 1962 von der Forschungsstation in Morioka, Japan, die Fuji nach seinem Züchtungsort benannte.[3]

Fuji ist die wichtigste Apfelsorte in China, dem weltgrößten Apfelproduzenten, und Japan. Eine wichtige Rolle im Anbau spielt die Sorte in Korea, Brasilien, Argentinien, Chile und Australien. In geringerem Maßstab wird Fuji mittlerweile weltweit angebaut.[3] In Deutschland wächst der Baum nur in sehr warmen Gegenden. In Südtirol allerdings gehört Fuji zu den wichtigsten Sorten im Anbau.[4]

Anbau[Bearbeiten]

Fuji am Baum

Fuji liebt Wärme. Damit er in Deutschland überhaupt ausreifen kann, benötigt er Hanglagen oder Lagen mit langer Sonneneinstrahlung. Der Baum erzeugt früh im Leben Früchte, in den ersten Jahren blüht und reift er jedoch erst ziemlich spät und produziert auch Wasserschosse. Der Baum ist winterhart, die Blüten jedoch anfälliger gegen Spätfröste als beispielsweise Red Delicious oder Jonagold.[1]

Fuji blüht in der Mitte der Saison. Die Sorte hat keinen Vorerntefall der Früchte.[1] Geerntet werden kann die Sorte Fuji in Europa von Mitte bis Ende Oktober,[2] in Japan Mitte November. Die Ernte erfolgt meist in mehreren Durchgängen. Indikatoren für den Beginn der Ernte sind Grundfarbe, Deckfarbe und Stärkegehalt, nicht jedoch die Festigkeit.[1]

In Japan und China haben die Obstbauern verschiedene Methoden entwickelt, um die an sich schwache Färbung zu verstärken. Darunter fielen das Einpacken einzelner Früchte in Beutel, das Entfernen der Blätter, reflektierender Mulch und das Drehen der Äpfel am Baum.[1]

Lagerung[Bearbeiten]

Genussreif ist der Apfel einen Monat nach der Ernte. Er ist im CA-Lager bis Juli lagerfähig. Verglichen mit anderen Sorten verliert Fuji auch außerhalb des Lagers nur wenig an Festigkeit, und kann so lange im Laden aufbewahrt werden. Bei kurzzeitiger Lagerung verbessert ein CA-Lager gegenüber einem Kühllager das gleichbleibende Aroma des Apfels, hat aber keinen Einfluss auf die Festigkeit. Bei langer Lagerung im CA-Lager hat Fuji eine Neigung zur Fruchtbräune.[1]

Anfälligkeiten und Resistenzen[Bearbeiten]

Fuji neigt zu Alternanz,[2] und spricht nicht gut auf chemische Methoden der Ausdünnung an. Einige der üblichen chemischen Ausdünner führen bei Fuji zu Berostung, und werden deshalb nicht eingesetzt.[1] Im Anbau bekannt ist die Sorte für ihre Glasigkeit.[2]

Fuji ist sehr anfällig für Schorf und Feuerbrand. Gegen Mehltau ist er mäßig resistent.[5]

Der Baum ist diploid und als Befruchter geeignet. Allerdings ist er selbststeril.[1]

Mutanten[Bearbeiten]

Es existieren zahlreiche Mutanten dieser Sorte. Alleine in Japan sind 128 mit einem Namen versehene Mutanten bekannt. Diese sind meist stärker rot gefärbt als die Grundform, es gibt aber auch Mutanten für andere Klimabedingungen, die Form der Farbgebung, Geschmack oder Erntezeit. In Japan sind gestreifte Varianten besonders beliebt.[5] Verbreitete Mutanten sind etwa Nagafu, Red Sport, Aki Fu, Yataka, Beni Shogun, Fubrax, Fuji Jubilé, Azufu, Aztec, Seirin Spur, Myra Red Fuji, Tensei, Yataka, Takano Wase oder die Clubsorten SuN Fuji oder Kiku Brak[2].

In der Zucht[Bearbeiten]

Fuji ist insbesondere wegen seiner Fruchtgröße,des Geschmacks und seinen hervorragenden Lagereigenschaften in der Zucht beliebt. Insbesondere in den Anrainerstaaten des Pazifiks wird die Sorte umfangreich zur Zucht benutzt. Cultivare, die von Fuji abstammen, sind Himekami, Hokuto, Huaguan, Huashuai, Senshu und Catarina.[5]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Cheryl R. Hampson, Henk Kemp: Characteristics of Important Commercial Apple Cultivars. In: D. C. Ferree, I. J. Warrington (Hrsg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing, 2003, ISBN 0-85199-592-6, S. 67
  2. a b c d e f Bayerische Landesanstalt für den Gartenbau und Weinbau: Apfel - neuere und bewährte Sorten für den Erwerbsanbau
  3. a b Cheryl R. Hampson, Henk Kemp: Characteristics of Important Commercial Apple Cultivars. In: D. C. Ferree, I. J. Warrington (Hrsg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing, 2003, ISBN 0-85199-592-6, S. 66
  4. Robert Fischer: Südtirol, HB Bildatlas, 2009 ISBN 3616065879
  5. a b c Cheryl R. Hampson, Henk Kemp: Characteristics of Important Commercial Apple Cultivars. In: D. C. Ferree, I. J. Warrington (Hrsg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing, 2003, ISBN 0-85199-592-6, S. 68

Literatur[Bearbeiten]

  • Willi Votteler: Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten, Obst- und Gartenbauverlag, München 1993, S. 53, ISBN 3-87596-086-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fuji – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien