Konus

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Dieser Artikel beschreibt den Konus als geometrische Form. Für das Verkehrskonzept im Schwarzwald siehe Konus (Verkehrskonzept).

Ein Konus (Mehrzahl: die Konusse oder die Konen; von griechisch κωνος Kegel) ist in der Geometrie eine Rotationsfläche, gebildet durch eine um eine Achse (Gerade) rotierende Kurve.

In der Technik ist ein Konus ein technisches Bauteil, welches die Form eines Kegels oder Kegelstumpfes aufweist. Man unterscheidet dabei zwei Anwendungsfälle:

  • Die Reduzierung als ein kegelförmiges Übergangsstück zwischen zwei Abschnitten einer Rohrleitung mit unterschiedlichen Nennweiten.
  • Zur zentrischen Verbindung von zwei Werkstücken: Eine konische Verbindung führt die Achse mit der Radnabe zentrisch zusammen. Hierbei hat der Konus den Vorteil, dass er auf einer Drehmaschine leicht und mit hoher Genauigkeit hergestellt werden kann. Der Konus findet in Verbindung mit seinem Gegenstück, der Lagerschale, überall dort Verwendung, wo Wälzlager, z. B. Kugellager, eingesetzt werden.

Die Veränderung des Durchmessers bei einem Konus bezeichnet man als Konizität.

Anwendungen (Beispiele)[Bearbeiten]

  • Bei Werkzeugmaschinen haben Bohrer oder Fräser häufig den sogenannten Morsekegel. Dieser ist selbsthemmend und erlaubt das bequeme, zentrisch exakte Einspannen. Beim Entfernen wird ein Austreibkeil verwendet.
  • Bei alten Fahrrad-Rücktrittbremsen war der (Brems-)Konus ein Bestandteil der hinteren Radnabe.
  • Bei einem Lautsprecher kann die Membran konusförmig ausgeführt sein (Konuslautsprecher).
  • Konus-Kupplung: Kraftschlüssige Kupplung mit konusförmiger Klemmnabe, durch die der Kraftschluss hergestellt wird.
  • Konusförmiges Prüfmittel zum Messen von Innendurchmessern: Der Konus wird mit einer vorgeschriebenen Kraft in die Bohrung gedrückt. Aus der Eindringtiefe kann der Innendurchmesser der Bohrung bestimmt werden. Etwa auch beim Goldschmied für Fingerringe.
  • Schienenfahrzeuge erhalten konische Laufprofile, die den Radsatz in der Geraden zentrieren und im Bogen die Wegdifferenz (bogenaußen zu bogeninnen) ausgleichen. Dadurch wird eine weitestgehend makroschlupffreie Radsatzführung (kein Spurkranzanlauf) erreicht.
  • Beim Drahtziehen wird der Draht kalt durch eine sich verjüngende (konische) Öffnung eines Ziehsteins gezogen. Er wird länger und dünner, ohne dass es zu Materialverlusten kommt.
  • Runde, trichterförmige Einfüllstutzen bei Mischanlagen, Silos etc.
  • In der Architektur werden Säulen, die sich nach oben verjüngen, als konisch bezeichnet.
  • Bei einem Kontrollschacht wird das Verjüngungsrohr Konus oder Schachthals genannt.
  • Große Nähgarnmengen für Overlock-Säummaschinen, industrielles Nähen oder voluminöse Wirkgarne werden auf Konen (Koni) aus Karton oder Thermoplast von 11 bis 20 cm Höhe gespult. Konen aus Kunststoff werden durch kleine Zähnchen an der kegeligen Außenfläche rutschsicher gemacht, der Faden wird nach oben vom stehenden Konus abgezogen, wobei sich sein Drall geringfügig ändert.
  • Die Trommel bei Betonmischfahrzeugen besteht aus mehreren zusammengeschweißten Konen.
  • Sogenannte "Konuslager" in den Radnaben günstiger oder älterer Fahrräder haben tatsächlich keine kegelförmigen Laufbahnen mehr, sondern sphärische.
  • Kegelige Gewinde (Whitworth-Rohrgewinde) nach EN 10226 (alt DIN 2999) werden als „metallisch dichtend“ bezeichnet. Dabei wird ein zylindrisches Innengewinde „Rp…“, ein kegeliges bzw. konisches Außengewinde mit „R…“ bezeichnet, ein kegeliges bzw. konisches Innengewinde mit „Rc…“ bezeichnet. Der Nenndurchmesser des konischen Gewindes entspricht nach einigen Umdrehungen dem des zylindrischen Gegengewindes. Bei weiterem Anziehen verklemmen sich die Gewinde ineinander und wirken so metallisch dichtend.

Siehe auch[Bearbeiten]