Korea

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Korea (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lage Koreas
Das heute in Nord- und Südkorea geteilte Korea
Nordkoreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 조선
chinesische Schriftzeichen: 朝鮮
Revidierte Romanisierung: Joseon
McCune-Reischauer: Chosŏn
Südkoreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 한국
chinesische Schriftzeichen: 韓國
Revidierte Romanisierung: Hanguk
McCune-Reischauer: Hanguk

Korea ist ein Land in Ostasien, es liegt auf der Koreanischen Halbinsel mit vorgelagerten Inseln. Im Norden grenzt das Territorium an China und im äußersten Nordosten an Russland. Westlich der Halbinsel liegt das Gelbe Meer, östlich das Japanische Meer und im Süden die Koreastraße, die Korea von Japan trennt.

Korea ist seit 1948 in zwei Staaten aufgeteilt: die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) und die Republik Korea (Südkorea). Eine denkbare Wiedervereinigung Koreas scheint in weite Ferne gerückt. Dennoch gibt es im Hintergrund starke Verbindungen zwischen Nordkorea und Südkorea. Dazu gehören die gemeinsame Geschichte, die koreanische Sprache und kulturelle Traditionen.

Bezeichnungen[Bearbeiten]

Koreanische Namen für Korea[Bearbeiten]

Auf Koreanisch hat das Land im Norden und im Süden verschiedene Namen. In Nordkorea wird es als Chosŏn bezeichnet, was sich auf das erste koreanische Königreich (Go-Joseon) sowie die spätere Joseon-Dynastie bezieht.

In Südkorea spricht man von Hanguk (übersetzt etwa „Korea-Reich“). Dieser Begriff geht auf die historischen Staaten Mahan („Ma-Korea“), Jinhan („Jin-Korea“) und Byeonhan („Byeon-Korea“) zurück, die zusammen den Bund Samhan („Drei Koreas“) bildeten und im Zeitraum vom ersten bis vierten Jahrhundert n. Chr. bestanden. Von 1897 bis 1910 trug das Land die Bezeichnung Daehan Jeguk (Kaiserreich Groß-Korea).

Name in westlichen Sprachen[Bearbeiten]

Marco Polo nannte die Halbinsel während seiner Reisen im späten 13. Jahrhundert Cauly. Dies beruht vermutlich auf der chinesischen Bezeichnung des koreanischen Königreichs Goryeo (chinesisch Gāolì). In europäischen Aufzeichnungen tauchen bis ins 20. Jahrhundert hinein die beiden Schreibweisen Corea und Korea auf. Im englischen und deutschen Sprachraum setzte sich schließlich die Schreibweise Korea, in romanischen Sprachen die Schreibung mit dem Buchstaben C durch.

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte Koreas
ab 10. Jahrhundert
Dynastien der Reichseinheit
Kolonialzeit
Teilung Koreas
Siehe auch:
Hauptartikel: Geschichte Koreas

Frühere koreanische Reiche standen unter dem Einfluss benachbarter Großmächte. So war Korea etwa 150 Jahre lang ein Vasallenstaat des Mongolischen Reiches. Das koreanische Königreich Joseon stand bis 1895 unter der Vorherrschaft des Kaiserreichs China.

Von 1897 bis 1910 existierte das kurzlebige Kaiserreich Korea, das schon 1905 vom Japanischen Kaiserreich zu einem Protektorat degradiert wurde. 1910 wurde Korea in das japanische Kolonialreich eingegliedert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine Kolonie unter japanischer Herrschaft.

Nach dem Krieg kam es unter den konkurrierenden Besatzungsmächten Sowjetunion und USA zur Teilung Koreas, die durch den Koreakrieg (1950–1953) verfestigt wurde. Der Korea-Konflikt hält bis heute an.

Sprache und Schrift[Bearbeiten]

Koreanische Briefmarke von 1895. Koreanische Aufschrift: Joseon upyo

Die koreanische Sprache wird weltweit von etwa 78 Millionen Menschen gesprochen. Hinsichtlich ihrer genetischen Klassifizierung ist man sich in der linguistischen Forschung uneinig, viele Forscher gehen allerdings von einer Zugehörigkeit zur makro-altaischen Sprachgruppe aus.

Auf Veranlassung von König Sejong wurde im Jahr 1446 das Hangeul-Alphabet geschaffen, um dem Volk ein zur koreanischen Sprache passendes und leicht erlernbares Schriftsystem zur Verfügung zu stellen. Aus einer operativen Sichtweise betrachtet handelt es sich zwar um eine Buchstabenschrift, da die Konsonanten und Vokale aber stets in Silbenblöcken angeordnet werden, kann man unter funktionalen Gesichtspunkten allerdings auch von einer Silbenschrift sprechen. Vor der Schaffung des Hangeul bediente man sich der auf Koreanisch Hanja genannten chinesischen Zeichen, die in einigen Fällen, wie etwa bei den Hyangga-Gedichten, zur Wiedergabe des Koreanischen, zum größten Teil jedoch zum Schreiben mittels der klassischen chinesischen Schriftsprache benutzt wurden. Da diese noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die gängige Schriftsprache darstellte und ihre Beherrschung ein Merkmal des Gelehrten-Adels (der sog. Yangban-Schicht) war, blieb der koreanischen Schrift in den ersten 400 Jahren ihrer Existenz lediglich ein Schattendasein beschieden.

Mit dem Aufkommen eines koreanischen Nationalgefühls im 19. Jahrhundert, den progressiven Gabo-Reformen und den Bemühungen westlicher Missionare wurde das Hangeul-Alphabet immer weiter verbreitet. Nach der Wiedererlangung der koreanischen Unabhängigkeit im Jahr 1945 wurde es in beiden Teilen des Landes zur offiziellen Schrift erklärt. In Südkorea werden die Hanja auch heute noch gelegentlich zur Schreibung von sinokoreanischen, d. h. aus chinesischen Schriftzeichen zusammengesetzten Wörtern benutzt (in wissenschaftlichen Publikationen sogar sehr häufig). In Nordkorea wurden sie 1949 offiziell abgeschafft, dort wird zum Schreiben ausschließlich Hangeul verwendet.

Kultur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Koreanische Kultur

Bevor Korea unter japanische Herrschaft geriet, hatte es jahrhundertelang ein homogenes Reich gebildet und eine eigenständige Kultur und Gesellschaft entwickelt. Infolgedessen weisen Nordkorea und Südkorea noch heute viele Gemeinsamkeiten auf. Die Kultur Koreas ist unter anderem durch konfuzianische und buddhistische Bräuche geprägt.

Die Koreaner haben viele chinesische Handwerkskünste weiterentwickelt. So war Korea lange bekannt für seine Seide und Töpferei-Arbeiten. Auch Goldarbeiten aus Korea waren hoch angesehen. Im späten 16. Jahrhundert wurden die sogenannten Schildkrötenschiffe in Korea entwickelt und erfolgreich im Imjin-Krieg gegen Japan eingesetzt. In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall angewandt.

Währung[Bearbeiten]

Der Yen konnte sich in Korea erst 1731 als Zahlungsmittel etablieren; zuvor wechselten Geld und andere Zahlungsmittel, wie Stoffe oder Getreide, einander ab. Ab 1751 prägte die Regierung jährlich Münzen; 1864 verbot sie private Münzen, die bis dahin mit königlicher Lizenz geprägt wurden. 1882 wurden erstmals moderne Dezimalmünzen ausgegeben. Am 1. Juni 1905 übernahm Korea unter japanischem Einfluss den dort geltenden Goldstandard und band seine Währung im Verhältnis 1:1 an die Japans.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gi-Wook Shin/Michael Robinson (Hg.): Colonial modernity in Korea, Cambridge, Mass. [u.a.] : Harvard University, Asia Center; Distributed by Harvard Univ. Press 1999, ISBN 0-674-14255-1
  • André Fabre: Histoire de la Corée. L’Asiathèque: Paris, 2000
  • Juliette Morillot: La Corée, chamanes, montagnes et gratte-ciel. Autrement: Paris 1998
  • Korea Overseas Information Service: Handbook of Korea. Hollym: Seoul 2002. ISBN 1-56591-022-2
  • Martina Deuchler: Confucian Gentlemen and Barbarian Envoys. Seattle and London 1977
  • Marion Eggert, Jörg Plassen: Kleine Geschichte Koreas. München 2005. ISBN 3-406-52841-4
  • Ingeborg Göthel: Der Untergang des alten Korea. Wiesbaden 1996. ISBN 3-447-03808-X
  • Thomas Kern, Patrick Köller: Südkorea und Nordkorea. Einführung in Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Frankfurt 2005, ISBN 3-593-37739-X
  • Jürgen Kleiner: Korea. Betrachtungen über ein fernliegendes Land. Frankfurt 1980
  • Jürgen Kleiner: Korea: A Century of Change. Singapore 2001
  • F.H. King: 4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan. München 1984. ISBN 3-922201-05-9
  • Hanns W. Maull / Ivo M. Maull: Im Brennpunkt: Korea. Verlag C. H. Beck, München 2004. ISBN 3-406-50716-6
  • Won-Bok Rhie: Korea Unmasked. Gimmyoung Publishers, Seoul 2005. ISBN 89-349-1178-6
  • Joachim Schüring: Geteilte Geschichte. In Abenteuer Archäologie 4/2005, S. 70-77 Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg. ISSN 16129954
  • Hanns W. Maull / Ivo M. Maull: Korea. Verlag C. H. Beck, München 1987
  • Du-Yul Song / Rainer Werning: Korea. Von der Kolonie zum geteilten Land. Promedia Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-85371-340-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Korea – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Korea
 Wiktionary: Korea – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Korea – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Korea – Quellen und Volltexte

37127Koordinaten: 37° 0′ N, 127° 0′ O