General Educational Development Test

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Der General Educational Development Test (GED) ist ein Test zum Erlangen der Hochschulreife in den USA und Kanada. Es ist bei über 95 % der US-Hochschulen als gleichwertig zum High School Diploma eingeschätzt.

Der Test kann mit dem Fremdabitur (Abitur für Nichtschüler) verglichen werden, das Teil des zweiten Bildungswegs ist. Entsprechend den Anforderungen wird das GED-Zeugnis in Deutschland nur als gleichwertig zum Abschluss der Mittleren Reife anerkannt. Als weitergehender Test dienen in den USA und Kanada die standardisierten Studierfähigkeitstests, je nach Region der SAT- oder ACT-Test, die in Deutschland auch als Abiturzeugnis anerkannt werden können.

Neben der ursprünglichen Bezeichnung als General Educational Development Test (allgemeinbildender Aufbautest) existieren umgangssprachlich auch Bezeichnungen als General Education Diploma (Allgemeinbildungsdiplom), General Equivalency Diploma (allgemeines Gleichwertigkeitsdiplom), Graduate Equivalency Degree (Abiturienten-Gleichwertigsabschluss) und auch Good Enough Diploma (Gut-Genug-Diplom).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bezeichnung als Aufbautest rührt aus einer Anfrage des US-Verteidungsministeriums an die US-Bildungskommission (American Council on Education), die 1942 um die Erstellung eines Prüfkatalogs baten, mit der zurückkehrende Soldaten getestet werden können, ob sie für den Bildungsweg an Hochschulen geeignet sind. Dies erlaubte Kriegsveteranen, die noch vor dem Abschluss der Sekundarschule eingezogen wurden, ihren Wissensstand zu beweisen, und daraus folgend passende zivile Tätigkeiten zu finden oder sich an einer Hochschule einzuschreiben.

Die Testrichtlinien wurden mehrfach überarbeitet, in der dritten Revision 1988 mit der Hinzufügung eines Essays (der meist auch in Eingangstests der Hochschulen gefordert wird), und wurde in der vierten Revision 2002 neu geordnet, um die Kritikpunkte einzuarbeiten, die sich herausgebildet hatten. Im März 2011 wurde außerdem eine Vereinbarung mit der Mediengruppe Pearson geschlossen, den Test in eine computergestützte Form zu überführen.

Bis etwa 2000 hatte sich in den USA die Gewohnheit ausgebildet, dass Universitäten die große Mehrheit der Studienplätze (um 80 %) aufgrund der SAT/ACT-Ergebnisse vergab und den Rest entsprechend eigener Eingangstests, Interviews sowie nach sozialen Gesichtspunkten. Damit beinhaltete faktisch nicht mehr der GED-Test oder das High School Diploma (HSD), sondern nur noch der SAT/ACT/CPT (College Placement Test) eine wirkliche Hochschulreife. Die Situation, die nach dem Erwerb von GED/HSD noch zwingend Vorbereitungskurse und Prüfungen erforderte, wurde um das Jahr 2000 breit diskutiert. Es zeigte sich, dass die SAT/ACT/CPT-Zeugnisse im Vergleich zu GED/HSD-Zeugnissen keine wesentlich besseren Aussagen über einen möglichen Studienerfolg brachten - stattdessen wurde die Testindustrie kritisiert, die die Tests erstellt und durchführt und wirtschaftlich von den ausufernden Tests profitiert. Durch Rezeption der Diskussion, der Bildungsreform des No Child Left Behind Act 2001/2002 und der Reform des GED-Tests ab 2002 hat sich der Trend umgekehrt und der GED-Test wird von vielen Hochschulen als hinreichendes Eingangszeugnis akzeptiert.

Testbedingungen[Bearbeiten]

Der Test besteht aus fünf Teilprüfungen im Bereich "Language Arts: Writing" (Schriftkompetenz), "Social Studies" (Gesellschaftskunde), "Science" (Wissenschaften), "Language Arts: Reading" (Literatur), und "Mathematics" (Mathematik). In einigen Bundesstaaten werden diese an einem Tag abgelegt, in anderen können sie verteilt über zwei oder drei Tage durchgeführt werden. Wenn eine Teilprüfung nicht bestanden wird, so kann sie innerhalb eines Jahres wiederholt werden - in einigen Bundesstaaten allerdings erst nach einer Wartezeit. Zu jeder Teilprüfung zirkulieren typisch zu jedem Zeitpunkt etwa 25 Varianten.

Die Testbögen sind (neben dem Essay) als Multiple-Choice-Tests ausgeführt, was vielfach kritisiert wurde (und bei der Überarbeitung 2002 dazu führte, dass die Multiple-Choice-Tests schwieriger gestaltet wurden). Zum Bestehen sind insgesamt 2250 Punkte (ein Durchschnitt von 450 Punkten je Teilprüfung) und in jeder Teilprüfung mindestens 410 Punkte notwendig. Viele Universitäten fordern allerdings einen Durchschnitt von 500 Punkten. Möglich sind in jedem Teiltest maximal 800 Punkte.

Da der GED-Test in der Öffentlichkeit als zu leicht angesehen wurde, begann man ab 2002 auch, eine Auswahl an High School-Absolventen dem Test zu unterziehen. Von diesen bestehen im Schnitt nur 70 % den GED-Test. Allerdings sind die Anmelderaten seit 2002 auch gesunken - vorher wurde der GED-Test auch durchgeführt, um sich bei allgemeinen Jobbewerbungen abzusetzen, und nicht als Vorbereitung für ein Hochschulstudium (vorher schrieben sich nur 30 % anschließend an einer Hochschule ein, seit der Revision sind es 65 %).

Die Kosten variieren stark - in einigen Bundesstaaten wie Arkansas ist der GED-Test generell kostenlos, in vielen anderen ist er für Veteranen und Jugendliche unter 21 Jahren kostenlos. Sofern Beiträge erhoben werden, reichen sie von $7.50 in North Carolina bis $100 in Florida (Daten von 2008). Je nach Region sind die Vorbereitungskurse und Schulmaterial kostenlos bei den zertifizierten GED-Prüfeinrichtungen erhältlich - die meisten der 3200 GED-Zentren sind an Einrichtungen der Erwachsenenbildung angeschlossen.

Weblinks[Bearbeiten]