Georg von Kanitz

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Georg Karl Elias Graf von Kanitz (* 6. September 1842 in Podangen; † 3. Januar 1922 in Berlin) war Hofmarschall und Mitglied des Deutschen Reichstags.

Leben[Bearbeiten]

Kanitz - ein jüngerer Bruder des bekannten Parlamentariers Hans Graf von Kanitz und zweiter Sohn des General-Landschaftsdirektors von Ostpreußen, Mitglieds des Preußischen Abgeordnetenhauses sowie später des Preußischen Herrenhauses (1868-1877), Emil Carl Ferdinand Graf von Kanitz (* 1807; † 1877) und der Charlotte von Sydow (* 1820; † 1868) aus dem Hause Stolzenfelde, Neumark - besuchte die Klosterschule in Roßleben und studierte Rechtswissenschaften und Kameralia an den Universitäten Heidelberg und Berlin. In Heidelberg war er Mitglied des Corps Saxo-Borussia.

Er war Lieutenant im 1. Garde-Dragoner-Regiment und dann im Husaren-Regiment von Zieten, nahm an den Kriegen 1866 und 70/71 teil und schied mit dem Rang eines Majors aus dem Militärdienst aus. Dabei hatte er bereits seit dem 27. Dezember 1866 als Adjutant von General Prinz Friedrich Karl von Preußen gedient.

Kanitz war seit dem 22. April 1870 unter Verleihung der Kammerherrenwürde Hofmarschall des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, sowie nach dessen Tod (1885) Hofmarschall von dessen Sohn, des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen. Er wurde am 19. März 1886 zum Zeremonienmeister und - unter Entbindung von diesem Amt - am 12. Juni 1889 mit dem Rang einer "Vice-Ober-Hofcharge" betraut. Kanitz gehörte laut dem Hofhandbuch von 1914 als einer der obersten Hofchargen dem Hofstaat des Kaisers Wilhelm II. am preußisch-deutschen Hof an und bekleidete als königlich-preußischer Kammerherr die Ämter des Obergewandkämmerers und Vizeoberzeremonienmeisters. Er war in dieser Eigenschaft Mitglied des Oberzeremonienamts, führte den Titel eines Wirklich Geheimen Rats (Exzellenz) und war zugleich Direktor im Ministerium des Königlichen Hauses (Hausministerium). Kanitz war Vorsitzender der Generalkommission in Angelegenheiten der Königlich Preußischen Orden.

Von 1893 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 14. März 1894 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Regierungsbezirk Marienwerder 7 (Schlochau, Flatow) und die Deutschkonservative Partei.[1]

Kanitz war verheiratet mit Helene Boniface Pauline Luise Gräfin von Hatzfeldt-Trachenberg (* 1847; † 1931), Tochter des preußischen Wirklich Geheimen Rats und Gesandten Maximilian Graf von Hatzfeld und der Pauline Comtesse de Castellane, mit der er einen Sohn, Friedrich Karl Maximilian Paul Emil Ludwig Georg Graf von Kanitz (* 1871; † 1945) und drei Töchter hatte. Diese Ehe wurde am 28. August 1884 geschieden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 22

Weblinks[Bearbeiten]