Gerhard Sasso

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Gerhard Sasso
Großmeisterwappen des Gerhard Sasso

Der Selige Fra' Gerhard Sasso (sein Nachname wird auch mit Tum, Tune, Tunc, Tenque, Tonque oder Thom angegeben) (* um 1040 in Scala, Herzogtum Amalfi; † 3. September 1120 in Jerusalem) war Gründer des Souveränen Ritter- und Hospitalordens vom Heiligen Johannes zu Jerusalem. Ebenso kann er als der erste Großmeister dieses Ordens betrachtet werden.

Gerhard stammte vermutlich aus Martigues[1] in der Provence, andere Quellen geben auch Amalfi oder Avesnes im Hennegau an. Er organisierte das große Pilgerhospital in Jerusalem neu und sorgte für wirksamen militärischen Schutz. In dem der Kirche angeschlossenen "Xenodochium" (Gästehaus, Fremdenherberge) praktizierte er religiöse Toleranz und nahm sowohl jüdische wie moslemische Kranke und Hilfsbedürftige auf. Auf ihn geht zurück, dass die Aufgenommenen als "die Herren Kranken" behandelt wurden, denen die Bruderschaft wie Diener ihren weltlichen Herren aufzuwarten hatten. Schon vor dem ersten Kreuzzug gründete er eine Ordensgemeinschaft, die er nach den Regeln des Hl. Augustinus selbst leitete. Während der Belagerung von Jerusalem 1099 waren alle Einwohner der Stadt gezwungen worden, die Stadtmauern zu verteidigen. Es wird überliefert, dass der Sel. Gerhard statt Steine kleine Brotlaibe zu den hungrigen Belagerern runter warf. Nach der Einnahme der Stadt diente Gerhard den Massen an Verwundeten, Kranken und Sterbenden. Viele der Kreuzritter legten das Schwert ab, um seinem Vorbild zu folgen. Zur Gründungszeit des Ordens konnte das Spital in Jerusalem bereits um die 2000 Pilger aufnehmen.

Etwa um 1048 entstand der Orden in Jerusalem aus dem Muristan, einem von Kaufleuten aus Amalfi gegründeten Hospital. Die für das Hospital zuständige Klosterbruderschaft erlangte unter der Leitung von Gerhard ab ca. 1100 die Unabhängigkeit als kirchlicher Orden. Dies wurde durch die von Papst Paschalis II. am 15. Februar 1113 erlassene Bulle Geraudo institutori ac praeposito Hirosolimitani Xenodochii verfügt. 1120, kurz vor dem Tode Gerhards, wurde die Bulle durch Papst Kalixt II. erneuert und bestätigt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Harot, Eugène: Essai d'armorial des Grands-Maîtres de l'Ordre de Saint Jean de Jérusalem, Collegio Araldico, Rom 1911

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
--- Großmeister des Johanniterordens
1100–1120
Raymond du Puy