Germantown

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Germantown (Begriffsklärung) aufgeführt.

Germantown ist ein Stadtbezirk von Philadelphia, Pennsylvania. Sie war ursprünglich eine unabhängige Stadt, die 1854 in die Stadt Philadelphia eingemeindet wurde. Der ursprüngliche Name der Pennsylvania Dutch lautet Deitscheschteddel.

Ursprung[Bearbeiten]

Bilder aus Alt-Germantown. Gezeigt wird die erste Blockhütte von Pastorius um 1683, Pastorius' späteres Wohnhaus um 1715, Druckerei und Wohnhaus von Caurs um 1735 sowie der Marktplatz um 1820

Die Stadt wurde 1683 von Franz Daniel Pastorius gegründet, nachdem die erste geschlossene Gruppe deutscher Siedler auf dem Schiff Concord in Nordamerika ankam. Die Gruppe bestand aus 13 Quäker- und Mennonitenfamilien[1] aus dem Krefelder Raum, den sogenannten „Original 13“.

Am 18. Februar 1688 initiierten vier Einwohner Germantowns, Franz Daniel Pastorius, Abraham Isacks op den Graeff, Herman Isacks op den Graeff sowie Gerrit Henderich den ersten Protest gegen die Sklaverei in Amerika.[2]

In Germantown wurde 1690 von William Rittenhouse die erste Papiermühle nach europäischem Vorbild gegründet.

1721 gründete der deutsche Pfarrer Antonius Jacobus Henckel die erste lutherische Kirche in Germantown. Bis zu seinem Tod am 12. August 1728 war Henckel hier tätig. Man beerdigte ihn auf dem Friedhof der St. Michael's Lutheran Church in Germantown. 1917 errichteten seine Nachfahren im Kirchhof einen Gedenkstein.

Bei Germantown fand während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges am 4. Oktober 1777 eine Schlacht statt, in der die Kontinentalarmee von britischen Truppen besiegt wurde, jedoch ermöglichte diese Niederlage den entscheidenden Sieg bei Saratoga wenige Tage später.

Der schwedische Reisende Pehr Kalm schrieb Mitte des 18. Jahrhunderts über die Siedlung:

„Sechs Meilen entfernt von Philadelphia liegt Germantown. Dieser Ort hat nur eine Straße, ist aber fast zwei englische Meilen lang. Er wird zum größeren Teil von Deutschen bewohnt, die aus ihrer Heimat nach Nordamerika kommen und sich niederlassen, weil sie hier Rechte genießen, die sie sonst nirgends besitzen. Die meisten Einwohner sind Handwerker, die fast alles in solcher Quantität und ausgezeichneter Qualität herstellen, dass diese Provinz in kurzer Zeit nur noch sehr wenig aus England brauchen wird.“

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Alexander Mack (1679–1735), deutscher Auswanderer, Begründer der Schwarzenau Brethren
  • Johann Christoph Sauer (1695–1757), deutscher Auswanderer, erster Bibeldrucker in Nordamerika

Literatur[Bearbeiten]

  • Armin M. Brandt: Bau deinen Altar auf fremder Erde. Die Deutschen in Amerika - 300 Jahre Germantown. Seewald Verlag, Stuttgart 1983.
  • Jens Roepstorff: Germantown - Mülheimer Auswanderer in Amerika. Mülheimer Jahrbuch 2005, S. 215–222.
  • Robert F. Ulle: The Original Germantown Families. In: Mennonite Family History. Vol 2, No.2, April 1983, ISSN 07305214. Elverson, Pennsylvania. p. 48 - 51

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. the-independent-friend.de, rp-online: "Krefelder Protest gegen Sklaverei", 24. Juni 2009, von Olaf Radicke, Online Artikel
  2. (en) Protest against slavery

Weblinks[Bearbeiten]

40.043611111111-75.181944444444Koordinaten: 40° 3′ N, 75° 11′ W