Germer (Gattung)

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Germer
Weißer Germer (Veratrum album)

Weißer Germer (Veratrum album)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Germergewächse (Melanthiaceae)
Gattung: Germer
Wissenschaftlicher Name
Veratrum
L.

Die Germer (Veratrum) sind eine Pflanzengattung der Germergewächse (Melanthiaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Germer sind kräftige, ausdauernde Pflanzen, die senkrechte Rhizome als Überdauerungsorgane bilden. Die Rhizome sind an der Oberseite mit Resten der Blattscheiden bedeckt. Die Stängel sind einfach und beblättert. Die Blätter sind zahlreich, in Spiralen angeordnet, von breit-elliptischer Gestalt, bis 15 cm breit. Sie sind längs gefaltet, mehradrig und an ihrem Grund scheidig verschmälert.

Der Blütenstand ist eine vielblütige Rispe. Die einzelnen Blüten sind zwittrig, die oberen manchmal auch männlich. Die Perigonblätter sind ausgebreitet, nicht verwachsen und von weißer, grünlicher, rötlich-brauner oder schwarzer Farbe. Es gibt sechs Staubblätter und drei getrennte Griffel. Die Früchte sind vielsamige, dreifächrige Kapseln.

Die Chromosomengrundzahl ist x=9. Die Pflanzen enthalten verschiedenste Cerveratrum- und Jerveratrum-Alkaloide.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung ist auf der nördlichen Halbkugel verbreitet.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Blüten von Veratrum album subsp. lobelianum
Veratrum californicum
Schwarzer Germer (Veratrum nigrum)

Die Gattung der Germer (Veratrum) besteht aus 20 bis 35 Arten. Die Zahl hängt vor allem davon ab, ob die einzelnen Untersippen der drei weitverbreiteten Sippen Veratrum album, Veratrum nigrum und Veratrum viride als Arten oder Unterarten eingestuft werden.

Es gibt folgende Arten (Auswahl):

Der Gattungsname Veratrum hängt mit dem lateinischen Wort verus zusammen, die Deutung ist aber unklar. Der deutsche Name Germer ist möglicherweise mit Hemd verwandt. Ein Absud des Weißen Germers wurde früher gegen Läuse und Küchenschaben eingesetzt.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Arten wurden aufgrund ihres Alkaloid-Gehaltes teilweise medizinisch genutzt. Einige Arten sind außerordentlich giftig. Manche werden auch als Zierpflanzen kultiviert.[1]

Belege[Bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Dale W. McNeal Jr., Aaron D. Shaw: Veratrum, in : Flora of North America, Band 26, S. 72 (online)
  2. a b c d e f g h i j k l Chen Xinqi, Hiroshi Takahashi: Veratrum, in: Flora of China, Band 24, 2000, S. 82–85. (pdf; 109 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Germer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Germer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen