Gestuno

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Gestuno
Sprecher taube Personen in internationalen Begegnungen
Besonderheiten lingua franca

Gestuno ist eine internationale Gebärdensprache.

Das Kofferwort entstammt dem englischen gesture »Geste« sowie der Abkürzung der Vereinten Nationen, UNO. Namensgeber ist die World Federation of the Deaf (WFD). Andere Namen sind International Sign, International Sign Language und International SignTalk.

Gestuno entsprang dem Bedürfnis gehörloser Menschen, sich trotz der zahlreichen lokalen Gebärdensprachen auf internationalen Treffen verständigen zu können. Die einzelnen Gebärden sind seit 1924 festgelegt und in jüngerer Zeit bei akademischen Fachtagungen wie Deaf History International und Deaflympics erweitert worden.

Viele grammatische Züge sind allen Gebärdensprachen tauber Menschen gemeinsam und auch im internationalen Gebrauch integriert, z. B. die pronominalen Raumreferenzen (siehe auch: Lokativ), verschiedene Bewegungswiederholungen für Plural von Substantiven und verschiedene temporale Aspekte von Verben (Duration (Dauer), Iteration usw.) sowie der Gebrauch von Klassifikator-Handformen.

Gestuno als Vokabular-Festlegung eines WFD-Komitees kann nicht als Plansprache gelten, da die dahinterliegende Sprache sich in zahlreichen Begegnungen seit mehr als einem Jahrhundert herausgebildet hat.

Als problematisch wird beschrieben, dass Gestuno auf nur vier Gebärdensprachen (amerikanische, britische, italienische und russische Gebärdensprache) basiert und allein die Britische Gebärdensprache einen Anteil von etwa 50 Prozent ausmacht.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lorna Allsop: The International Sign Project. In: Internationale Arbeiten zur Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser. Bd. 33, 1996, S. 21-28; hier: S. 22.