Giambattista Giraldi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Philosophen und Mediziner Giambattista Giraldi; zum Mythographen gleichen Nachnamens siehe Giglio Gregorio Giraldi.

Giambattista Giraldi, genannt Cinzio (lat. Geraldus Cinthius) (* 1504 in Ferrara; † 30. Dezember 1573 in Ferrara) war ein italienischer Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Mediziner.

Giraldi studierte an der Universität von Ferrara und wurde dort Professor der Philosophie und Medizin. 1543 ernannte ihn Herzog Ercole II. d’Este zu seinem Sekretär. Diese Stelle bekleidete er bis zum Tode dieses Fürsten 1559, den er in einem unvollendeten Epos verherrlichte. Zwistigkeiten mit dem Geheimsekretär des Herzogs Alfonso II., Giovanni Battista Pigna, veranlassten ihn, seine Stelle aufzugeben und selbst Ferrara zu verlassen. Er begab sich nach Mondovì, wo er Professor der Beredsamkeit wurde, ging 1569 in gleicher Eigenschaft nach Pavia und kehrte schließlich nach Ferrara zurück, wo er am 30. Dezember 1573 starb.

Das Bemerkenswerteste unter seinen Werken sind die von Shakespeare viel benutzten Degli Hecatommithi (100 Novellen), worin er alles Anstößige fernzuhalten sucht, aber höhere dichterische Begabung und feineren Geschmack vermissen lässt. Nächst dem fanden seine Tragedie den meisten Beifall. Er versuchte sich mit Egle auch in der zugehörigen antiken Gattung des Satyrspiels. Sonette und Kanzonen veröffentlichte er unter dem Titel Le fiamme.

Werke[Bearbeiten]

  • Poemata (Basel 1540)
  • Egle (Ferrara 1546)
  • Le fiamme (Venedig 1548, 2 Bde.)
  • L’Ercole (Modena 1557)
  • Degli Hecatommithi (Mondovi 1565)
  • Tragedie (Venedig 1582, 2 Bde.)
  • Scritti estetici (Mailand 1864, 2 Bde.)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.