Gleisverwerfung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gleisverwerfung in Gütersloh auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn
Eine als Langsamfahrstelle gekennzeichnete leichte Gleisverwerfung.

Eine Gleisverwerfung ist eine unbeabsichtigte Verformung von Eisenbahn- oder Straßenbahngleisen, die ein gefahrloses Befahren des betroffenen Gleises nicht mehr erlaubt. Gleisverwerfungen entstehen in der Regel durch thermische Verformung der Schienen bei großer Sommerhitze.

Eisenbahngleise sind so ausgelegt, dass die thermischen Kräfte, die zu einer Ausdehnung der Schienen bei Wärme führen würden, vom Unterbau aufgenommen werden, also keine Ausdehnung der Schienen stattfindet. Kann der Unterbau diese Kräfte nicht mehr aufnehmen, beispielsweise aufgrund mangelhafter Verlegung, mangelhafter Unterhaltung oder extremer Hitze, kommt es dennoch in seltenen Fällen zu einer Ausdehnung der Schienen, so dass der Gleisstrang verformt wird und Schlangenlinien bildet. Wird eine solche Gleisverwerfung nicht rechtzeitig entdeckt, kann es zu schweren Unfällen kommen. Meistens jedoch entstehen sie direkt im Augenblick des Befahrens, da hierdurch zusätzliche dynamische Kräfte durch das Schienenfahrzeug im bereits stark belasteten Gleis wirken.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Köstermann, Sladek, Meißner, DVS (Hrsg.): Handbuch der Schienentechnik. Werkstoffe, Herstellung und Bearbeitung, Qualitätssicherung. DVS Media, ISBN 3871552186, S. 184.