Gleitbauweise

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Gleitschalung am Stuttgarter Fernsehturm (1954)

Die Gleitbauweise (auch Gleitbauverfahren oder Gleitschalungsfertigung) ist eine Bautechnik im Betonbau, bei der die Schalung mitwandert. Sie stellt eine mögliche Alternative zur neueren Kletterbauweise dar.

Die Gleitbauweise wird vor allem bei hohen Betonbauten (z. B. Türme, Schornsteine, Hochhäuser) angewandt. Die Schalelemente werden nicht umgesetzt, sondern die Schalung (Gleitschalung) wird entsprechend dem fortschreitendem Bau am Bauwerk kontinuierlich weitergeschoben und auf dem bereits betonierten Teil abgestützt, dabei wird der Betoniervorgang nicht unterbrochen. Die gesamte Schalungskonstruktion wird an sogenannten Kletterstangen pneumatisch oder hydraulisch hochgezogen. Der Beton bindet während des Gleitens ab, so dass er am unteren Ende der Schalung eine ausreichende Festigkeit besitzt, um diese abstützen zu können. Die Gleitbauweise muss deshalb – im Gegensatz zur Kletterbauweise – kontinuierlich im 24-Stunden-Schichtbetrieb ablaufen. Das Verfahren ist in Deutschland seit 1927 bekannt. Es wird auch beim Bau von Betonstraßen oder Betonschutzwänden eingesetzt.

In Gleitbauweise wurden zum Beispiel die Fernsehtürme in Hamburg und Stuttgart, das City-Hochhaus und das Wintergartenhochhaus in Leipzig sowie der Jentower in Jena errichtet.

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