Global Strike

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Fähigkeit zu einem Global Strike (engl. für „weltweiter Schlag“) ist seit der Jahrtausendwende ein Kernbestandteil der Militärstrategie der US-Streitkräfte, siehe auch unter Kernwaffenstrategie. Das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) plant unter anderem, ballistische Nuklearraketen mit konventionellen Sprengköpfen auszurüsten [1] und eine Reihe weiterer neuartiger, teilweise weltraumgestützter bzw. „virtueller“ Waffen zu entwickeln. Sie sollen im Rahmen der in diversen Dokumenten festgelegten militärischen Gesamtplanung für bis dato unbekannt rasche Präzisionsschläge bzw. -angriffe auf beliebige Ziele, wo auch immer auf dem Planeten, ständig einsetzbar vorgehalten werden. Dabei geht es zunehmend darum, sich auf mögliche Fähigkeiten extrem schnell applizierter militärischer Maßnahmen vom kontinentalen US-Territorium aus zu konzentrieren und zudem die Nutzung informationstechnischer (IT) Mittel forciert auszubauen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Vernetzung und die Vereinheitlichung von Befehlsgabe und Steuerung (Command and Control) aller Teilstreitkräfte, zu denen nunmehr ganz offiziell auch Weltraum- und Cyber-Streitkräfte gehören. Zwischen materiell bzw. physisch wirkenden und virtuellen (auf Informationstechnik aufbauenden) Waffen wird im Rahmen von Global-Strike nur noch formal bzw. ausführungstechnisch unterschieden.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 10. Januar 2003 legte der revidierte Unified Command Plan des Pentagon eine neue Aufgabe für das US Strategic Command (USSTRATCOM) (Strategisches Kommando der USA) fest: Global-Strike. Dieser „vereinheitlichte Führungsplan“ definierte die neue Strategie als die

  • „Vorlage einer ganzheitlichen Planung für einen weltweiten Schlag und die Hilfestellung bei Führungs- und Lenkungsaufgaben, um rasche kinetische (nukleare und konventionelle) und nicht-kinetische (Bestandteile von Weltraum- und Nachrichtendiensteinsätzen) Präzisionskampfmittel erhöhter Reichweite zur Unterstützung von Zielsetzungen auf [auswärtigen] Kriegsschauplätzen und im Land selbst bereitzustellen.“

„Das USSTRATCOM (wie zuvor das Strategische Luftkommando und die US Navy) haben seit Jahrzehnten Fertigkeiten zu einem Global-Strike gemäß dem Single Integrated Operational Plan (SIOP) bereitgestellt, aber der SIOP wurde 2003 formell fallengelassen und durch den Operations Plan (OPLAN) 8044 ersetzt.“ Die Namensänderung spiegele die Bemühung wider, den sehr umfangreichen SIOP in eine Familie kleinerer, flexibler Einsatzpläne umzuwandeln, um angemessener auf den Niedergang der Sowjetunion, den Aufstieg Chinas und die Planung von Maßnahmen gegen Lieferanten von Massenvernichtungswaffen einzugehen, heißt es seitens des Nuclear Information Project. - „Global Strike unterscheidet sich von OPLAN 8044. Er konzentriert sich auf kleine, umgehende und vorbeugende Schläge gegen Massenvernichtungswaffen-(ziele) überall auf (und unter) der Erdoberfläche. Die militärische Durchführung der Global-Strike-Mission ist der Contingency Plan 8022 (CONPLAN 8022) [2], der im Herbst 2004 in Kraft trat.“ [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nikolas Busse: Militärstrategie: Globaler Schlag (FAZ, 13. Juli 2006 - die einleitende Bemerkung des Autors ist irreführend: „Global Strike“ ist eine Strategie und keine einzelne Waffe)
  2. CONPLAN 8022: Joint Staff plan briefing (August 2003 - Fotokopie, PDF, 251 kB - ein ursprünglich geheimes Dokument; siehe Joint Chiefs of Staff)
  3. Global Strike (Nuclear Information Project)