Gröninger Bad

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Gröninger Bad

Das Gröninger Bad (auch Volksbad Südost) ist ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude im Magdeburger Stadtteil Salbke (Gröninger Straße Nr. 2). Es wird heute als Veranstaltungszentrum vor allem für Konzerte genutzt. Es ist ein wichtiges Zeugnis des Neuen Bauens in Magdeburg.

Architektur[Bearbeiten]

Das Gebäude entstand in den Jahren 1926 und 1927 nach Plänen und unter Leitung des Architekten Johannes Göderitz, der zum damaligen Zeitpunkt der Stadtbaurat Magdeburgs war. Beteiligt waren darüber hinaus Fritz Kneller und Franz Geißler. Es sollte als Wannen- und Duschbad, sowie als Bibliothek für die Bevölkerung in den, von einer starken Industrialisierung und engen Wohnverhältnissen geprägten, umliegenden Stadtteilen dienen.

Es entstand ein in drei Segmente gegliedertes auf Eichenpfählen gegründetes Gebäude. An das aufragende Treppenhaus schließen sich über Eck nach Westen ein dreigeschossiger und nach Norden ein zweigeschossiger Teil an. Das dreigeschossige Hauptgebäude enthielt die Badeanstalt mit 25 Duschen und 24 Wannen. Im nördlichen Bau befand sich die Bücherei und die Wohnung des Bademeisters.

Alle Gebäudeteile wurden flachgedeckt. Als Baumaterial für die Fassade kamen rote Ziegel zum Einsatz, die weiß verfugt wurden. Im Inneren verfügt das Gebäude über ein Stahlbetonskelett.

Der dreigeschossige Gebäudeteil wird durch die umlaufenden verputzten Fensterbänder horizontal gegliedert. Die Fensterumrahmungen sind plastisch gestaltet und wirken kubisch. Das Treppenhaus und der zweigeschossige Nordflügel weisen eine vertikale Gliederung auf, die durch vertikal gesetzte Fenster erreicht wird. Ursprünglich waren die Fensterrahmen im dreigeschossigen Westflügel farbig im Nordflügel jedoch einfach weiß gestaltet. Das Treppenhaus vermittelte zwischen den Gebäudeteilen, in dem es trotz vertikaler Gliederung die farbige Gestaltung des Westflügels übernahm. Am Gebäude befinden sich auch umlaufende Stockwerkgesimse.

Die Architektur des Hauses wirkt nüchtern und sachlich. Sie orientiert sich streng an der vom Material, Konstruktion und Zweck vorgegebenen Form. Dies entspricht der typischen von Göderitz in dieser Zeit gewählten Gestaltung. Das Volksbad Südost diente dann auch als Vorbild für das später entstandene Volksbad Sudenburg und die Stadthalle Magdeburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Eröffnung als Volksbad fand am 13. Oktober 1927 statt. Im März 1940 war der Bau von einem Hochwasser betroffen. Mit der Zunahme der Zahl der Bäder in Privatwohnungen verlor der ursprüngliche Zweck des Bades im Laufe der Zeit jedoch zunehmend an Bedeutung. In der Zeit der DDR befand sich im Gröninger Bad dann die Bäder- und Physiotherapieabteilung der Poliklinik Südost. Nach der Wende von 1989 übergab die Stadt Magdeburg 1992 das Gebäude an den Verein "aktion musik". 1994 erfolgte ein weitgehender Umbau des Gebäudeinneren.

Im Juni 2013 war das Gröninger Bad erneut vom Elbehochwasser beeinträchtigt, bei dem auch die nur wenige Meter nördlich des Bads verlaufende Sülze über die Ufer trat. Im kurz zuvor von der Landeshauptstadt Magdeburg sanierten Gebäude traten Schäden an der Technik ein. Es erfolgten Spenden, um die entstandenen Schäden zu ersetzen. Am 22. November 2013 fand im Gröninger Bad ein Danke-schön-Konzert statt.

Der heute gebräuchliche Name Gröninger Bad nimmt Bezug auf die Gröninger Straße an der sich das Gebäude befindet.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Das Gröninger Bad wird vom aktion musik e.V. mit öffentlicher Unterstützung betrieben. Es finden Musikkonzerte unterschiedlicher Stilrichtungen statt. Besondere Bedeutung hat die Nachwuchsförderung. Bekannter früherer Nutzer des Zentrums war die Band Tokio Hotel, die hier im Jahr 2003, noch unter dem Namen Devilish spielend, vom Produzenten Peter Hoffmann entdeckt wurde.[1]

Neben Veranstaltungsräumen (Liveclub 200 Plätze; Saal 80 Plätze und Cafe 60 Plätze) gibt es im Gröninger Bad auch drei Proberäume sowie professionelle Studiotechnik. Eine Theaterbühne im obersten Stockwerk steht freien Theatergruppen zur Verfügung.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeannette Krauth, Der Anfang vom Lied bei tagesspiegel.de, am 10. März 2006

52.0767311.66709Koordinaten: 52° 4′ 36″ N, 11° 40′ 2″ O