Magdeburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Magdeburg
Magdeburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Magdeburg hervorgehoben
52.13333333333311.61666666666755Koordinaten: 52° 8′ N, 11° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 200,97 km²
Einwohner: 229.924 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1144 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 39104–39130
Vorwahlen: 0391 (03928 für Randau-Calenberge)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MD
Gemeindeschlüssel: 15 0 03 000
Stadtgliederung: 40 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Webpräsenz: www.magdeburg.de
Oberbürgermeister: Lutz Trümper (SPD)
Lage der Stadt Magdeburg in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Das Wahrzeichen der Stadt, der Magdeburger Dom mit Blick über die Elbe
Blick auf Magdeburg aus der Internationalen Raumstation

Magdeburg?/i [ˈmakdəˌbʊʁk] (niederdeutsch: Meideborg) ist die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Die Stadt an der Elbe ist eines der drei Oberzentren von Sachsen-Anhalt und steht mit 229.924 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012)[2] auf der Liste der Großstädte in Deutschland unter den ersten Vierzig. Das Wahrzeichen ist der Magdeburger Dom.

Erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 805, wurde Magdeburg 1882 mit über 100.000 Einwohnern zur Großstadt und erlebte eine kaum mit anderen Städten in Mitteleuropa vergleichbare historisch bewegte Vergangenheit. Die Christianisierung der Slawen ging vom Erzbistum Magdeburg aus, das Otto I. im Jahr 968 begründete, erster Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und zusammen mit Otto von Guericke Namenspatron der heutigen „Ottostadt Magdeburg“. Im Mittelalter erlangte die Hansestadt große Bedeutung durch das gleichnamige Stadtrecht und war im Spätmittelalter eine der größten deutschen Städte und Zentrum der Reformation. Nach der völligen Verwüstung im Dreißigjährigen Krieg wurde Magdeburg zur stärksten Festung des Königreichs Preußen ausgebaut, aber im Zweiten Weltkrieg erneut schwer getroffen. Durch den Luftangriff Mitte Januar 1945 wurden 90 % der Altstadt, 15 Kirchen und weite Teile der Gründerzeitviertel total zerstört.

Bekannte Söhne der Stadt sind Otto von Guericke, der durch seinen Versuch mit den Magdeburger Halbkugeln zum Begründer der Vakuumtechnik wurde, sowie der Barockkomponist Georg Philipp Telemann.

Die Stadt am Schnittpunkt von Elbe, Elbe-Havel- und Mittellandkanal besitzt einen bedeutenden Binnenhafen und ist ein Industrie- und Handelszentrum. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind der Maschinen- und Anlagenbau, Umwelttechnologien und Kreislaufwirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Logistik sowie die Herstellung von chemischen Produkten, Eisen- und Stahlerzeugnissen, Papier und Textilien.

Magdeburg ist sowohl evangelischer als auch katholischer Bischofssitz und Standort der Otto-von-Guericke-Universität sowie der Hochschule Magdeburg-Stendal.

In der Landeshauptstadt befinden sich zahlreiche Freizeiteinrichtungen, darunter das Theater Magdeburg und das Kulturhistorische Museum Magdeburg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Luftbild Magdeburg 2012 – Blick vom Stadtzentrum in Richtung Süden
Magdeburger Elbufer

Die kreisfreie Stadt im Zentrum Sachsen-Anhalts liegt an der mittleren Elbe und am Ostrand der Landschaft Magdeburger Börde auf altem Kulturboden und bildet das Zentrum der Region Magdeburg (auch Elbe-Börde-Heide genannt). Als Ortsmittelpunkt für die Bestimmung der Lage Magdeburgs gilt der Fußpunkt der nördlichen Domspitze, welcher bei 56 m Höhe liegt. Magdeburgs höchste Erhebung am Hängelsberge, die zur Hügelkette der Börde gehört, beträgt 123,8 m ü. HN, die niedrigste Stelle liegt 40,6 m ü. HN.[3]

Die Stadt erstreckt sich vornehmlich am westlichen Hochufer des Stroms an einer Geländestufe, die durch den Domfelsen (Sand- und Schluffsteine des Rotliegenden in Verlängerung des Flechtinger Höhenzuges) gebildet wird. Magdeburg ist eine der wenigen Städte der Norddeutschen Tiefebene, die neben Grauwacke, einem sandsteinernen Sedimentgestein des Paläozoikums, und in kleinem Maße auf Pechstein und eiszeitlichen Feuersteinablagerungen, auf Fels gegründet ist. Teilweise liegt das Stadtgebiet auf einer langgestreckten Insel zwischen der „Strom-Elbe“ und der „Alten Elbe“ sowie am flachen östlichen Ufer des Flusses. Die Fläche des Stadtgebietes beträgt etwa 201 km², die Stadtlängengrenze einschließlich Exklaven ist 89,9 km lang. 27,1 km davon grenzen an das Jerichower Land, 18,3 km an den Salzlandkreis und 44,5 km an den Landkreis Börde.

Typisch für ostdeutsche Großstädte besitzt auch Magdeburg keinen ausgeprägten Vorortgürtel und liegt auch nicht direkt in einem Ballungsraum. Da sie aber als großer Entwicklungsmotor für die umliegende Region fungiert, wird sie eingestuft als Regiopole. Nächstgelegene größere Städte sind Wolfsburg etwa 64 Kilometer nordwestlich, die Partnerstadt Braunschweig etwa 75 Kilometer westlich, Halle (Saale) etwa 75 Kilometer südlich und Potsdam etwa 105 Kilometer östlich. Berlin liegt 130 Kilometer östlich.

Die Elbe durchquert Magdeburg auf einer Länge von 21 km. Ihr Pegelnullpunkt an der Strombrücke liegt auf 39,74 m ü. NN. Außerdem besitzt die Stadt mehrere Seen, darunter zum Beispiel die Salbker Seen (zusammen 51,7 ha) oder den Barleber See I (103 ha) und II (71,9 ha).[3]

Unter den 50 größten deutschen Städten hat laut einer Studie aus dem ersten Quartal 2007 Magdeburg nach Hannover den zweitgrößten Anteil an öffentlichen Grünflächen im Stadtgebiet.[4]

Magdeburg-Panorama von der St.-Johannis-Kirche aus gesehen

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet Magdeburgs sind bisher 160 geschützte Biotope erfasst, darunter Typen wie Moore, Sümpfe, Bruch-, Schlucht- und Auwälder, Kopfbaumgruppen, Hecken und Quellbereiche.

Zum Schutz von Natur und Landschaft, beziehungsweise zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensstätten, gibt es in Magdeburg das „Naturschutzgebiet Kreuzhorst“. In der mittleren Elbeniederung umfasst es einen der wenigen naturnahen Auenwaldkomplexe. Überwiegend befindet sich dort ein Stieleichen-Eschenwald. Im Naturschutzgebiet sind bisher 32 Säugetierarten, davon 16 auf der Roten Liste Sachsen-Anhalts, drei Reptilien- und zwölf Amphibienarten, davon sechs gefährdet, elf Fischarten, rund 3000 Schmetterlingsarten und 168 Rüsselkäferarten, aufgelistet. Erwähnenswert ist das Vorkommen von Hirschkäfern, Heldböcken, Steinbeißern, einer vom Aussterben bedrohten Art, Elbebibern und vom gefährdeten Iltis.

Das Biosphärenreservat Mittelelbe ist Lebensraum vieler gefährdeter Tierarten und von hohem ökologischen Wert auf Grund der Vielzahl von Altwässern. Es erstreckt sich auf Teilen der Überflutungsaue und östlich des Hochwasserdeiches.

Des Weiteren existieren in Magdeburg einige geschützte Parks, wie die „Goethe-Anlagen“ oder der „Schneiders Garten“, ein Biosphärenreservat und geschützte Gewässer.

Klima[Bearbeiten]

Der durchschnittliche Jahresniederschlag Magdeburgs liegt bei etwa 500 mm. Gemessen am gesamtdeutschen Durchschnitt gilt das als niedrig; die Stadt liegt noch im Regenschatten des Harzes. Die Durchschnittstemperatur beträgt in Magdeburg 8,8 °C, was im bundesweiten Durchschnitt liegt. Der trockenste Monat ist der Februar, niederschlagreichster Monat ist Juni. Wärmster Monat ist der Juli, kühlster Monat ist laut Statistik der Januar.

Magdeburg
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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51
 
24
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10
 
 
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6
 
 
34
 
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2
 
 
43
 
4
-1
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: DWD[5]; wetterkontor.de[6]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Magdeburg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,2 4,5 8,9 13,6 19,2 21,6 23,8 24,0 19,3 13,9 7,5 4,3 Ø 13,7
Min. Temperatur (°C) −2,1 −2,0 1,0 3,4 7,8 10,8 12,6 12,4 9,5 5,5 1,7 −0,6 Ø 5
Niederschlag (mm) 32,2 26,8 37,9 34,5 45,4 61,4 47,7 51,2 37,6 31,9 33,8 42,5 Σ 482,9
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,2 3,8 5,1 7,0 7,1 7,0 6,7 4,9 3,5 1,8 1,3 Ø 4,3
Regentage (d) 8,2 7,0 8,3 7,4 7,8 9,0 7,8 8,1 7,8 7,0 7,8 9,4 Σ 95,6
Luftfeuchtigkeit (%) 86 83 78 73 71 73 73 73 78 83 85 86 Ø 78,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,2
−2,1
4,5
−2,0
8,9
1,0
13,6
3,4
19,2
7,8
21,6
10,8
23,8
12,6
24,0
12,4
19,3
9,5
13,9
5,5
7,5
1,7
4,3
−0,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
32,2
26,8
37,9
34,5
45,4
61,4
47,7
51,2
37,6
31,9
33,8
42,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD[5]; wetterkontor.de[6]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden, genannt im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten, grenzen an die Stadt Magdeburg:

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Magdeburg ist in 40 Stadtteile eingeteilt. In allen Stadtteilen gibt es weitere Unterteilungen, die sich im Laufe der Geschichte eingebürgert haben. Dabei handelt es sich meist um Neubausiedlungen oder Wohngebiete, deren Grenzen durchaus fließend sein können.

Stadtteile

Geschichte[Bearbeiten]

Bedeutung und Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Ältere Formen des Namens Magdeburg lauten ad Magadoburg, oder Magathaburg im 10. Jahrhundert.[7] Das Grundwort Burg ist allseits vertraut, im Bestimmungswort könnte ein germanisches Adjektiv magaþ stecken, das sich als „groß“ oder „mächtig“ übersetzen lässt, also „mächtige Burg“. Dem gegenüber gibt es Sagen, die einen Bezug zu Parthenopolis herstellen, was übersetzt Mägde- oder Maidenburg (Jungfrauenburg) bedeutet.[8][9] Etymologisch wird die seit dem Mittelalter gängige Interpretation Maidenburg allerdings bezweifelt – womit das „a“ im Namen dann fälschlicherweise langgezogen würde.

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Früheste Faustkeilfunde datieren aus der frühen Saaleeiszeit vor etwa 150.000 Jahren.

Nachweise für sesshafte menschliche Anwesenheit im Magdeburger Raum finden sich seit der späten Weichsel-Eiszeit (etwa 15.000 v. Chr.). Während der neolithischen Linienbandkeramik wurde um 5400 v. Chr. das Gebiet durch Stämme der Donauländischen Kultur besiedelt. Der fruchtbare Lößboden, die Nähe von Wald und Wasser boten gute Bedingungen und das westliche Elbufer Schutz vor Hochwasser.

Mittelalter[Bearbeiten]

Otto der Große und seine Gattin Edith landen bei Magdeburg
Nachbildung des Magdeburger Reiters aus dem 13. Jahrhundert

Magdeburg wurde 805 erstmals im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen als Magadoburg erwähnt und war Kaiserpfalz unter Kaiser Otto I. 919 befestigte Heinrich I. der Vogler Magdeburg gegen die Magyaren und Slawen. Jedoch wurde die Magdeburger Elbfurt gleichzeitig genutzt, um mit den östlich der Elbe lebenden Slawen Handel zu treiben. Die höchstwahrscheinlich mit oder bald nach dem Regierungsantritt Ottos I. in Magdeburg eingeführten Sachsenpfennige[10] wurden hauptsächlich für den Slawenhandel geschlagen.

929 arrangierte Heinrich I. die Hochzeit seines Sohnes Otto I. des Großen mit Edith (Editha, Eadgyth), der Tochter Edward des Älteren von England. Bei der Hochzeit erhielt Edith Magdeburg als Morgengabe. 937 wurde eine Reichsversammlung unter Beteiligung von zwei Erzbischöfen, acht Bischöfen und höchsten säkularen Würdenträgern abgehalten. Zur selben Zeit wurde das Mauritiuskloster (Moritzkloster) zu Ehren des St. Mauritius gestiftet.

946 starb Königin Editha und wurde in der Klosterkirche, dem späteren Magdeburger Dom, beigesetzt. Otto heiratete danach Adelheid von Italien, welche die Architektur Magdeburgs stark beeinflusste. 962 wurden Otto der Große und seine zweite Frau Adelheid mit der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Infolge der Synode von Ravenna im Jahr 967 wurde Magdeburg im darauf folgenden Jahr zum Erzbistum erhoben.[11] Der erste Erzbischof, Adalbert von Magdeburg, wurde später als Apostel der Slawen heiliggesprochen. Zum Erzbistum gehörten die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen (bis 1399), Merseburg, Posen (bis etwa 1000), Zeitz-Naumburg und Lebus (erst ab 1420). 973 starb Kaiser Otto der Große. Er wurde neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt. 995 schloss Otto III. Schlesien mit einem Patent dem Bistum Meißen an und unterstellte es dem Erzbistum Magdeburg.

Letztes erhaltenes mittelalterliches Stadttor Magdeburgs von 1493

1035 wurde Magdeburg zur Messestadt erklärt. Ein Patent gab der Stadt das Recht, Handelsausstellungen und Konventionen abzuhalten. Besucher aus vielen Ländern trieben in Magdeburg Handel. So fand sich eine Magdeburger Silbermünze aus dem 11. Jahrhundert im Münzfund von Sandur auf den Färöern. Im Jahr 1126 wurde der später heiliggesprochene Norbert von Xanten Erzbischof von Magdeburg. Das in Magdeburg entwickelte „Magdeburger Recht“ galt als praktisch, modern und vorbildlich und wurde deshalb in vielen Gebieten Mitteleuropas und Osteuropas übernommen. Erzbischof Wichmann verabschiedete 1188 für die Stadt Magdeburg das sogenannte „Privileg“ nach Magdeburger Recht. Im 13. Jahrhundert löste sich die Stadt vom Stadtherrn, dem Erzbistum Magdeburg, doch konnte sie nie die völlige Freiheit erlangen. 1294 kauften die Bürger Magdeburgs dem Erzbischof jedoch die Ämter des Schultheiß und des Burggrafen ab und konnten diese Ämter fortan selbst besetzen. Damit begann in Magdeburg eine Art kommunaler Selbstverwaltung.

Magdeburgs Mitgliedschaft bei der Hanse ist nicht exakt auf ein Jahr festlegbar. In die Gemeinschaft der Kaufleute und Städte wuchs sie von Beginn an hinein. Geschätzt wird, dass Magdeburg Ende des 13. Jahrhunderts Mitglied der Hanse (seit 1295 nachweislich) wurde. Sie schloss sich den sächsischen Städtebünden von 1351, 1404 und 1416 an und entwickelte sich neben Braunschweig zum Vorort des Sächsischen Städtebundes. Auf Grund des Magdeburger Stapelrechts monopolisierte sich der Getreidehandel an der mittleren Elbe. Magdeburg galt wegen seiner zentralen Stellung im Kornhandel als „Brothaus der Hanse“. Fernbeziehungen hatte Magdeburg bis nach Nordfrankreich, Flandern, England, Polen, Russland, Schweden und Norwegen. 1666 trat sie aus dem Bund der Hansestädte aus, erst 2003 wurde sie wieder Mitglied des Städtebundes Neue Hanse.[12]

Um 1430 kam es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Erzbischof, die unter anderem das Konzil von Basel zu beenden versuchte. 1500 wurde das Erzstift dem Niedersächsischen Reichskreis zugeteilt. 1503 verlegte der Erzbischof seine Residenz nach Halle. Die Einführung der Reformation 1524 vertiefte die Gegensätze zwischen Stadt und Erzbistum weiter.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Magdeburg um 1572
Die Magdeburger Hochzeit 1631
Magdeburg um 1600 (Öl auf Leinwand)

Der 17. Juli 1524 gilt als Tag der Einführung der Reformation in allen Magdeburger Kirchen, nachdem Martin Luther im Juni 1524 mehrfach in Magdeburg gepredigt hatte. Nur der Dom blieb katholisch, wurde aber nach dem Tod des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg 1545 für 20 Jahre geschlossen. Weil Magdeburg sich 1548 weigerte, das Augsburger Interim anzuerkennen, zog Georg von Mecklenburg mit der Unterstützung des Kaisers Karl V. gegen Magdeburg. Nach der schweren Niederlage Magdeburger Truppen bei Hillersleben belagerte Georg von Mecklenburg die Stadt vom 22. September 1550 bis 5. November 1551. Ein Friedensvertrag beendete die Belagerung. Magdeburg wurde in der Folge von Protestanten „Unseres Herrgotts Kanzlei“ genannt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Magdeburg durch kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn Tilly der Katholischen Liga am 20. Mai 1631 (10. Mai nach julianischem Kalender) erobert und ging anschließend in Flammen auf („Magdeburger Hochzeit“). Dieser Vorgang erlangte auch unter dem Begriff Magdeburgisieren traurige Berühmtheit. Dabei wurden bis auf wenige tausend Menschen die Einwohner durch die einrückenden Truppen sowie den Brand getötet. Die Stadt wurde weitgehend zerstört und fast völlig entvölkert. Mit 20.000 (nach anderen Angaben bis zu 30.000) Toten gilt dies als das größte Einzelmassaker des Dreißigjährigen Krieges. 205 Flugschriften und 41 illustrierte Flugblätter berichteten über die Ereignisse in und um Magdeburg. 1635 wurden die Stadt und das Erzstift im Frieden von Prag dem sächsischen Prinzen August überlassen, der bereits 1628 zum Administrator gewählt worden war. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde das Erzstift Magdeburg dem Kurfürstentum Brandenburg als Anwartschaft zugesprochen, die aber erst nach dem Tod des kursächsischen Administrators eingelöst werden sollte. In jener Zeit (1646 bis 1678) war Otto von Guericke Bürgermeister von Magdeburg. Er war gleichzeitig Physiker, erfand die Kolbenluftpumpe und führte ab 1654 die berühmten Vakuumversuche mit den Magdeburger Halbkugeln aus.

1680 kam nach dem Tode Augusts das nun als Herzogtum Magdeburg säkularisierte Erzstift und damit auch die Stadt unter brandenburgische Herrschaft. Die Stadt lag im damaligen Holzkreis, unterstand aber als sogenannte Immediatstadt direkt der Regierung des Herzogtums und wurde 1714 auch dessen Hauptstadt. Von Juni 1681 bis Jan. 1682 wütete die Pest in Magdeburg und forderte mindestens 2649 Menschenleben.

Als Folge des Ediktes von Potsdam des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm vom 29. Oktober 1685, in dem Glaubensflüchtlinge aus Frankreich eingeladen wurden, sich im Land niederzulassen, entstand die Französische Kolonie zu Magdeburg. Auch ein Aufnahmegesuch der Mannheimer Vertriebenen wurde am 13. April 1689 von Kurfürst Friedrich III. positiv beschieden. Das mündete in der Gründung der Pfälzer Kolonie. Beide Kolonien bildeten jeweils unabhängige, räumlich von der Altstadt nicht abgegrenzte politische Gemeinden innerhalb der Stadt. Sie verfügten über eigene Rathäuser, Bürgermeister, Gerichte und auch über eigene Bürgergarden. Ihre Mitglieder standen unter dem Schutz des Kurfürsten und später des Königs. Die Kolonien bestanden bis 1808. Der Kurfürst von Brandenburg ließ 1666 Otto Christoph von Sparr mit einer Armee von 15.000 Mann die Stadt belagern, die zu der Zeit wohl weniger 1000 Einwohner hatte, um die Einhaltung ihrer im Westfälischen Frieden eingegangenen Verpflichtungen zu erzwingen.[13] Anschließend ließ er die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Befestigungen wiedererrichten. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung weiter ausgebaut. Unter Friedrich II. nahm die Festung 200 Hektar ein; das Stadtareal erreichte dagegen nur 120 ha. Mehrfach wird Magdeburg als stärkste Festung Preußens erwähnt. Sie kapitulierte im Vierten Koalitionskrieg am 8. November 1806 vor französischen Truppen ohne förmliche Belagerung.[14]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Ansicht um 1850
Breiter Weg um 1900

Stadtplan von Magdeburg um 1900

1807 wurde die Stadt vorübergehend dem Königreich Westphalen angegliedert und wurde Sitz des Elbdepartements. Nach dem für Napoleon verlorengegangenen Krieg ging Magdeburg 1814 wieder an Preußen und wurde 1816 Hauptstadt der Provinz Sachsen sowie Sitz des Regierungsbezirks Magdeburg und des Landkreises Magdeburg. 1824 wurde die Magdeburger Börse gegründet. 1828 entstand der Stadtkreis Magdeburg.

Seit 1866 war in Magdeburg das Hauptquartier des IV. Armee-Korps, eines Großverbandes der Armee des Norddeutschen Bundes und ab 1871 des Deutschen Kaiserreiches. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges war die Stadt der VI. Armee-Inspektion unterstellt. Einer der Kommandierenden Generale war der spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg.

1887 wurde der Landkreis Magdeburg aufgelöst. Das Magdeburger Umland gehörte danach zu den Kreisen Jerichow I (später Burg), Calbe, Wanzleben und Wolmirstedt.

Im gleichen Jahr 1887 erfolgte die Eingemeindung der Stadt Buckau mit ihren Maschinenbau- und Armaturenfabriken. Die Polte-Werke in Sudenburg, das in Buckau ansässige Grusonwerk, das Messgeräte- und Armaturenwerk Schäffer & Budenberg, die Armaturenfabrik von C. Louis Strube und der Maschinenbau R. Wolf begründeten die Tradition Magdeburgs als Stadt des Maschinenbaus.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Zerstörtes jüdisches Geschäft in Magdeburg, November 1938

Im Jahr 1930 war der zwanzigjährige Daniel Decourdemanche Austauschlehrer für Französisch am Domgymnasium Magdeburg. Sein 1932 in Paris unter dem Titel Philisterburg veröffentlichtes Tagebuch beschrieb nüchtern den Alltag in der Weimarer Republik und den gewöhnlichen Antisemitismus.[15]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sowohl politische und weltanschauliche Gegner als auch viele Menschen verfolgt, die aus eugenischen und rassistischen Gründen aus der „Volksgemeinschaft“ ausgegrenzt wurden. Die zahlenmäßig größte Gruppe waren Juden. Für sie wurde 1939 ein „Ausweich- bzw. Auffanglager“ der Gestapoleitstelle Magdeburg eingerichtet, in dem die nach dem Novemberpogrom Verhafteten, später deportierte Zwangsarbeiter, aber auch politische Häftlinge, weiter sogenannte Mischlinge und andere Gruppen interniert und von dort an Magdeburger Rüstungsbetriebe ausgeliehen wurden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Industrieproduktion durch Beschäftigung ausländischer Zwangsarbeiter aufrechterhalten. Die Braunkohle-Benzin-AG (Brabag) als größter Treibstofflieferant der Wehrmacht errichtete 1944 sechs KZ-Außenlager. Eines davon, das „KZ Magda“, befand sich in Magdeburg-Rothensee. Die anderen fünf befanden sich an anderen Orten in Sachsen (Lausitz) und dem heutigen Sachsen-Anhalt. Zwischen Juni 1944 und Februar 1945 arbeiteten dort 2172 jüdische Gefangene, von denen etwa 65 Prozent starben.

Speziell für Sinti und Roma wurde das Zigeunerlager Magdeburg Holzweg errichtet. Die Inhaftierten wurden in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht.

Von 1943 bis 1945 befand sich ein Außenlager des KZ Buchenwald bei den Polte-Werken in der Magdeburger Liebknechtstraße. Über 3.000 Insassen – vornehmlich Juden aus den KZ Riga-Kaiserwald, Auschwitz, Stutthof und Ravensbrück sowie russische und polnische Gefangene – mussten hier schwere Arbeit verrichten und lebten in einem Barackenlager in Prester.

Luftbild des zerstörten Magdeburgs

Ein erster Luftangriff auf die Stadt erfolgte am 22. August 1940. Ab 1943 wurde Magdeburg intensiv durch alliierte Bomberverbände angegriffen. Erste Ziele waren Industriebetriebe der Rüstung, wie das Krupp Grusonwerk in Buckau, wo Kettenfahrzeuge (Panzer IV und Sturmgeschütz IV) gebaut wurden, der Munitionshersteller Polte-Werke sowie in Rothensee das Brabag-Hydrierwerk zur Produktion von synthetischem Benzin für die Luftwaffe. Der Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 durch die britische Royal Air Force zerstörte etwa 90 Prozent der Altstadt, darunter auch 15 Kirchen. Auch die Gründerzeit-Viertel erlitten erhebliche Schäden. Der altstadtnahe Stadtteil „Nordfront“ und der Breite Weg, eine der schönsten Barockstraßen Deutschlands, wurden fast völlig zerstört. Bei diesem Angriff kamen mindestens etwa 2000 Menschen ums Leben, weitere 190.000 wurden ausgebombt.

Am 11. April 1945 bezogen US-Truppen an der Stadtgrenze Stellung. Eine Übergabe wurde am 12. April durch den General der Wehrmacht Adolf Raegener abgelehnt. Nach einem mehrtägigen Bombardement durchbrachen die amerikanischen Verbände die starken deutschen Verteidigungslinien und besetzten am 19. April 1945 den westlichen Teil der Stadt. Sie rückten vereinbarungsgemäß nicht weiter in Richtung Berlin vor. Am 5. Mai 1945 besetzten sowjetische Kräfte den ostelbischen Teil von Magdeburg. Eine amerikanische Spezialeinheit erbeutete Silber-Vorräte der Reichsbank (im Wert von acht Millionen Euro), die in die USA verbracht wurden. Das Silber hatte Luftbombardements und Artilleriebeschuss in einem 1927 errichteten, sehr sicheren unterirdischen Depot im Domberg überdauert.[16] Am 1. Juni 1945 wurden die letzten Kräfte der 117. US-Infanterie-Division durch britische Truppen ersetzt, die am 1. Juli Magdeburg-West an die Rote Armee übergaben.

DDR-Zeit[Bearbeiten]

Gebäude im Stil des sozialistischen Klassizismus

Nach dem Krieg wurden die Innenstadt und betroffene Viertel enttrümmert (siehe „Trümmerfrauen“). Aus Geldmangel wurden von den beschädigten Gebäuden nur die wertvollsten gerettet, beziehungsweise die von Zerstörung weniger betroffenen Bauten restauriert, darunter der Magdeburger Dom, das Kloster Unser Lieben Frauen und das Rathaus. Zwischen 1951 bis 1966 wurden acht Kirchen gesprengt oder abgerissen, die zwar ausgebrannt waren, aber als wiederaufbaufähig galten; zum Beispiel wurde im April 1956 auf Anordnung von Walter Ulbricht die Ulrichskirche in der Mitte der ehemaligen Altstadt gesprengt.[17] Von 1965 bis 1969 wurde das Alte Rathaus wieder originalgetreu aufgebaut.[18] So prägen inzwischen anstelle der Barockhäuser des Breiten Wegs, der Gründerzeit- und Jugendstilgebäude zahlreiche Bauten der Nationalen Tradition der Nachkriegszeit, die die sowjetische Architektur der Stalinzeit (Sozialistischer Klassizismus) zum Vorbild haben, die Innenstadt. Die sowohl in der Innenstadt als auch in Neubaugebieten in großer Zahl entstandenen Plattenbauten wurden im Stadtzentrum inzwischen zu großen Teilen durch moderne Bauten der 1990er Jahre und der Jahrtausendwende ersetzt.

Bis 1953 trugen die Magdeburger Großbetriebe als SAG-Betriebe zur Erfüllung der Deutschland auferlegten Reparationsverpflichtungen bei.

In der DDR blieb Magdeburg Standort des Schwermaschinenbaus (zum Beispiel SKET) und wurde 1952 Bezirksstadt des Bezirks Magdeburg, der 1990 wieder aufgelöst wurde. Innerhalb des Bezirks war Magdeburg als Stadtkreis kreisfreie Stadt.

Landtag von Sachsen-Anhalt
Magdeburg 1969 auf einer Briefmarke der DDR

1990 bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Im Juni 1990 beschloss die Volkskammer die (Wieder-)Einführung von Ländern und eine föderale Neugliederung der DDR. Dabei bildeten die Bezirke Halle und Magdeburg sowie der Kreis Jessen im Wesentlichen das Land Sachsen-Anhalt, wie es jedoch in veränderten Grenzen bereits von 1947 bis 1952 bestanden hatte. War damals das relativ unzerstörte Halle zur Landeshauptstadt bestimmt worden, wurde nun Magdeburg in einer knappen Abstimmung zwischen Magdeburg und Halle vom ersten Landtag zur neuen Landeshauptstadt bestimmt.

Magdeburg wurde 1994 wieder Sitz eines römisch-katholischen Bischofs. Das Bistum Magdeburg ist seither ein Suffraganbistum des Erzbistums Paderborn. Im Jahr 1999 wurde in Herrenkrug auf einem Teil des ca. 100 Hektar großen, ehemals militärisch genutzten Geländes die 25. Bundesgartenschau (BUGA) durchgeführt.

Die benachbarte Kasernenanlage aus wilhelminischer Zeit ist Sitz und Standort der meisten Fachbereiche der Hochschule Magdeburg-Stendal geworden. Dieser Campus wurde bei einer nationalen Studentenbefragung 2009 zum zweitschönsten der Bundesrepublik gewählt.[19] Weitere im ostelbischen Stadtteil Brückfeld gelegene ehemalige Kasernenbauten beherbergen nach erfolgter Sanierung und denkmalgerechter Umgestaltung verschiedene Ministerien des Landes.

Seit der Wiedervereinigung haben viele große und kleine Bauprojekte das Stadtbild stark verändert: die zentrale Achse der Stadt, der Breite Weg, war vor dem Zweiten Weltkrieg einer der längsten Einkaufsmeilen Europas und wurde seit 1990 mit vielen neuen Bebauungen wieder geschlossen. Darunter stechen vor allem die Neubebauung am Domplatz mit einem Büroensemble sowie das 2005 eröffnete und letzte von Friedensreich Hundertwasser entworfene Haus, die Grüne Zitadelle, hervor. Auch wurden der Friedensplatz erneuert, das Opernhaus am Universitätsplatz ebenso wie der Universitätsplatz selbst und der Nordabschnitt des Breiten Wegs und die ehemalige Hauptpost saniert. Parallel zum Breiten Weg wurden viele Gründerzeitbauten in der Otto-von-Guericke-Straße und Hegelstraße und im Umfeld des Hasselbachplatzes saniert und bilden ein ensemblegeschütztes Denkmal. Auch das Schauspielhaus, ehemals Freie Kammerspiele, wurde saniert, am nördlich gelegenen Kulturhistorischen Museum fanden Erweiterungsbauten statt, der neue Anbau konnte 2011 eröffnet werden. 2006 wurde die Sternbrücke zwischen südlichem Stadtzentrum und dem Rotehorn-Park (Werder / Marieninsel) wiedereröffnet. Der Innenstadtring über Schleinufer, Walter-Rathenau-Straße (B1), Magdeburger Ring (B71), Fuchsberg und Erich-Weinert-Straße wurde mit der Neugestaltung des Universitätsplatzes und dem dortigen Tunnel sowie der durchgehenden Verbreiterung des Schleinufers auf vier Fahrspuren leistungsfähiger ausgebaut.

In den Jahren 2001–2003 wurden von Archäologen bei Forschungsgrabungen am Domplatz Reste eines Kirchenbaus aus dem 10. Jahrhundert freigelegt. Es wird vermutet, dass es sich dabei um den ersten Magdeburger Dom handelt. 2006 wurde nach dem Abriss des Ernst-Grube-Stadions das länderspieltaugliche Fußballstadion eröffnet. 2002 und 2007 erhielt die Stadt die Goldmedaille, in den Jahren 2003–2005 die Silbermedaille beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Im Jahr 2002 wurde Magdeburg vom Elbhochwasser mit einem Höchststand von 6,72 m stark getroffen, entging aber auf Grund des Elbe-Umflutkanals und des Pretziener Wehrs einer Katastrophe. Trotzdem gab es Schäden in Höhe von über 22 Millionen Euro. Hauptsächlich schwer traf es die Infrastrukturelemente, wie Brücken, Straßen oder Parks, aber auch private Gebäude und Unternehmen wurden schwer beschädigt. Bis zu 3400 freiwillige Hilfskräfte waren jeden Tag im Einsatz, 7200 kamen durch Hilfsorganisationen wie Feuerwehr oder Bundeswehr dazu. Außerdem gingen auf dem Spendenkonto der Stadt Magdeburg über 415.000 Euro ein.[20]

2006 wurde Magdeburg erneut von einem Hochwasser getroffen, dieses lief jedoch etwas glimpflicher ab als 2002. Die alten Höchststände wurden zwar nicht übertroffen, jedoch bestand Gefahr durch den langgestreckten Hochwasserscheitel, der hohen Druck auf die Deiche ausübte.

Das Hochwasser im Juni 2013 übertraf den Stand von 2002 mit einem am 9. Juni gemessenen Scheitel von 7,46 m[21] deutlich. Es war über mehrere Tage Katastrophenalarm ausgerufen worden. Wie schon 2002 kam es zu Schäden.

1200. Stadtjubiläum[Bearbeiten]

Mit zahlreichen Veranstaltungen, über das gesamte Jahr 2005 verteilt, wurde unter dem Motto Magdeburg 12hundert das Jubiläum der Stadt gefeiert. Zentrale Veranstaltung war der Festakt im Dom am 7. Mai 2005 mit der erstmaligen Verleihung des Kaiser-Otto-Preises der Stadt Magdeburg an Altbundespräsident Richard von Weizsäcker.

Aus Anlass des Jubiläums fand im Mai eine Magdeburger Himmelssinfonie unter Leitung des Lichtkünstlers Gert Hof und LuminArte – Italienische Lichtkunst mit beleuchteten Skulpturen im Elbauenpark – dem Gelände der Bundesgartenschau von 1999 – statt. Im Juni war die amerikanische Rockband R.E.M. auf dem Domplatz zu Gast und ein internationales Figurentheaterfestival wurde gefeiert. Im Juli war Magdeburg Schauplatz des 9. Sachsen-Anhalt-Tages, bei dem bekannte Sänger, Imbissbuden und Jahrmarktattraktionen viele Menschen anlockten. Im August fand ein großer Zapfenstreich auf dem Domplatz statt. Im Herbst 2005 klangen die Feierlichkeiten zum Jubiläum mit dem Rathausfest und der Einweihung der Grünen Zitadelle von Magdeburg am 3. Oktober aus.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen wurden in die Stadt Magdeburg eingegliedert:

  • 1. Juli 1867: Sudenburg (Stadt)
  • 1. April 1886: Neustadt (Stadt)
  • 1. April 1887: Buckau (Stadt) (bis 1861 Kreis Wanzleben, dann Stadtkreis Magdeburg)
  • 1. April 1908: Rothensee (Kreis Wolmirstedt)
  • 1. April 1910: Cracau und Prester (Kreis Jerichow I), Fermersleben, Lemsdorf, Salbke, Westerhüsen (alle Kreis Wanzleben)
  • 1. April 1926: Diesdorf (Kreis Wanzleben)
  • 1. Januar 1934: Teile von Biederitz und Gübs (Kreis Jerichow I; Gübs gehörte bereits von 1494 bis 1807 zu Magdeburg)
  • 1. Oktober 1942: Teile von Barleben, Wolmirstedt und Glindenberg (alle Kreis Wolmirstedt)
  • 1952: Groß Ottersleben
  • 1979: Olvenstedt
  • 1. Juli 1994: Pechau, Randau-Calenberge
  • 1. April 2001: Beyendorf-Sohlen

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Magdeburgs 1400–2006

Die Einwohnerzahl der Stadt Magdeburg stieg 1840 auf über 50.000 und verdoppelte sich bis 1880 auf 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1940 erreichte die Bevölkerungszahl mit 346.600 ihren historischen Höchststand, in den Kriegsjahren wurden durch die Bombardierung der Stadt zwischen 2000 und 2500 Menschen getötet, viele mussten fliehen, bis die Stadt im April 1945 nunmehr rund 90.000 Einwohner hatte. Nach Kriegsende füllte sich die Stadt durch den Zuzug von Flüchtlingen schnell auf 225.000, ab 1950 bis 1988 stieg die Einwohnerzahl langsam und relativ stetig von 230.000 auf 290.000. Seit 1989 bis 2010 verlor die Stadt wiederum aufgrund von Abwanderung, Suburbanisierung und Geburtenrückgang rund 60.000 Einwohner und schrumpfte dadurch auf rund 230.000 Einwohner.

Am 31. Dezember 2012 betrug die amtliche Einwohnerzahl von Magdeburg nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt 232.660 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Davon wohnen 114.384 Männer und 118.276 Frauen in der Landeshauptstadt. Davon sind 8312 Einwohner Ausländer, die meisten davon stammen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (Stand: Dezember 2012).

Religionen[Bearbeiten]

St. Sebastian, seit 1949 Hauptkirche des Erzbischöflichen Kommissariats
säkularisierte Johanniskirche

Etwa 86 % der Einwohner sind konfessionslos.

Neben den beiden „großen Kirchen“ (evangelisch: circa 9 %; römisch-katholisch: circa 4 %) gibt es in Magdeburg auch mehrere Freikirchen (circa 0,6 %) und sonstige religiöse Gruppierungen, darunter eine islamische Gemeinde und zwei jüdische Gemeinden (circa 0,3 %). Diese setzen sich hauptsächlich aus Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion zusammen und haben insgesamt etwa 850 Mitglieder. Dabei ist die Synagogen-Gemeinde mit circa 600 Gemeindegliedern eine der größten jüdischen Gemeinden Ostdeutschlands.

Kirchengeschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Magdeburg gehörte anfangs zum Bistum Halberstadt. 937 wurde das St.-Moritz-Kloster in Magdeburg gegründet, das 962 in ein Domstift umgewandelt wurde. Damit wurde das Erzbistum Magdeburg gegründet. Eine zweite Urkunde zur Gründung des Erzbistums datiert von 968. Zum Erzbistum Magdeburg gehörten zunächst die Suffragane Merseburg, Zeitz-Naumburg, Meißen, Brandenburg und Havelberg, wobei Meißen im 15. Jahrhundert ausschied. In Magdeburg gründeten ferner die Bettelorden der Franziskaner (1223) und Dominikaner (1224) bedeutende Niederlassungen und Studien, die bis zur Einführung der Reformation bestand hatten.[22]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

1521 wurde in Magdeburg die erste protestantische Predigt gehalten. Drei Jahre später führte der Rat in der gesamten Stadt die Reformation ein. 1563 trat auch der Erzbischof zur lutherischen Lehre über und 1567 wurde im Dom die erste protestantische Predigt gehalten. Die wenigen in der Stadt verbliebenen Katholiken wurden vom Agnetenkloster in Neustadt versorgt. 1628 wurde dieses Kloster zu Unserer Lieben Frau in Magdeburg rekatholisiert. Ab 1685 ließen sich reformierte Hugenotten in der Stadt nieder, ab 1689 reformierte Pfälzer, so dass alsbald zwei reformierte Gemeinden entstanden, die auch eigene politische Gemeinden bildeten. Nach dem Übergang an Preußen und der Vereinigung von lutherischen und reformierten Gemeinden innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche (Unierte Kirche) 1817 gehörten die protestantischen Gemeinden Magdeburgs zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise deren Untergliederung Kirchenprovinz Sachsen, deren weltliches Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als summus episcopus war, die geistliche Leitung hatten Generalsuperintendenten inne.

Nach Wegfall des landesherrlichen Kirchenregiments 1918 änderte die Evangelische Kirche in Preußen 1922 ihre Kirchenordnung entsprechend und nannte sich dann Evangelische Kirche der altpreußischen Union, wobei die Kirchenprovinz Sachsen beibehalten wurde. 1947 wurde diese eine selbständige Landeskirche, die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen mit einem Bischof an der Spitze. Dessen Bischofskirche ist der Magdeburger Dom. Zum 1. Januar 2009 fusionierten die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Bischofssitz der EKM ist Magdeburg, wo am 29. August 2009 die erste Bischöfin in Ostdeutschland, Ilse Junkermann, das Amt übernahm.

Die protestantischen Kirchengemeinden Magdeburgs gehörten bis 2008 – sofern es sich nicht um die Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche oder der evangelischen Freikirchen handelt – zum Kirchenkreis Magdeburg innerhalb der Propstei Magdeburg-Halberstadt, deren Sitz sich ebenfalls in Magdeburg befand. Seit Bildung der EKM im Jahr 2009 gehört der Kirchenkreis Magdeburg zum Propstsprengel Stendal-Magdeburg mit Sitz in Stendal. Die evangelisch-reformierte Gemeinde der Stadt gehört dem Reformierten Kirchenkreis innerhalb der EKM an.

Neben den Gemeinden innerhalb der EKM bestehen in Magdeburg mit den Baptisten, Methodisten und Siebenten-Tags-Adventisten auch mehrere evangelische Freikirchen.

Römisch-Katholische Kirche[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert vermehrte sich erstmals nach der Reformation auch die Zahl der Katholiken. Sie gehörten ab 1821 zum Bistum beziehungsweise ab 1930 Erzbistum Paderborn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für den Erzbischof immer schwerer, seine Amtsgeschäfte im Ostteil seines Erzbistums wahrzunehmen. Daher wurde in Magdeburg 1946 ein Generalvikar eingesetzt, der 1949 zum Weihbischof ernannt wurde. Durch die Neuordnung der katholischen Kirche in der DDR wurden die Gebiete 1972 formell abgetrennt und zum Bischöflichen Amt erhoben. Leiter dieses Amtes wurde ein dem Heiligen Stuhl direkt unterstellter Bischof mit dem Titel Apostolischer Administrator. Am 8. Juli 1994 wurde das bisherige Bischöfliche Amt Magdeburg zum Bistum erhoben und wieder der Erzdiözese Paderborn als Suffraganbistum unterstellt. Die Pfarrgemeinden Magdeburgs gehören somit zum Dekanat Magdeburg innerhalb des gleichnamigen Bistums.

Politik[Bearbeiten]

Altes Rathaus Magdeburg
Neues Rathaus

An der Spitze der Stadt stand in Zeiten des Erzbistums Magdeburg ein vom Erzbischof eingesetzter Schultheiß. Daneben bestand das „Burding“, das Organ der Bürgergemeinde ohne besondere Befugnisse. Ab 1244 bestand ein Rat, der ab 1294 auch das Schultheißenamt erwerben konnte. In der Folgezeit konnte der Rat immer mehr Befugnisse an sich ziehen und die Stadt sich damit immer mehr vom Erzbistum lösen, ohne jemals vollständig frei zu werden. Das Bürgermeisteramt gab es erstmals 1302. Im 15. Jahrhundert gab es einen regierenden Rat, einen alten Rat und einen oberalten Rat. Nach der Belagerung der Stadt durch Tilly im Jahr 1629 wurde die Verfassung geändert. Neben dem Rat gab es zwei Bürgermeister, später vier und ab 1683 in brandenburg-preußischer Zeit hatte der Rat drei Bürgermeister, über denen ein Stadtpräsident stand. Dieses Amt wurde 1743 wieder eingezogen. Ab 1815 wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Danach standen an der Spitze der Verwaltung ein Oberbürgermeister und ein Bürgermeister als Vertreter. Daneben gab es die Stadtverordneten als gewähltes Gremium (später Stadtverordnetenversammlung). 1831 wurde die Verwaltung neu organisiert.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches übernahmen zunächst die Besatzungstruppen die Ordnung in den deutschen Städten und Gemeinden. Magdeburg war zunächst sowohl von amerikanischen (im Westteil) als auch von sowjetischen Truppen (östlich der Elbe) besetzt. Die Amerikaner veranlassten im Mai 1945 die Neubildung des Magistrats und setzten den Sozialdemokraten Otto Baer als Bürgermeister ein. Obwohl die sowjetischen Besatzungstruppen in ihrem Teil Magdeburgs den parteilosen Trumpa als provisorischen Bürgermeister berufen hatten, bestätigten sie nach dem Abzug der Amerikaner Otto Baer als Bürgermeister für ganz Magdeburg.

Am 8. September 1946 wurden nach einer Verordnung der Provinzialregierung Wahlen zu den Gemeindeparlamenten in Sachsen-Anhalt durchgeführt. Die SED errang bei den Wahlen zum Magdeburger Stadtparlament mit 51,3 % die absolute Mehrheit. Als neuer Bürgermeister wurde Rudolf Eberhard (SED) von den Stadtverordneten gewählt, der jedoch 1950 wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ wieder abgesetzt und durch Philipp Daub ersetzt wurde.

Die ersten Wahlen für ein Magdeburger Stadtparlament nach den Jahren der Nazi- und SED-Herrschaft fanden am 6. Mai 1990 statt: Die SPD wurde mit 32,98 % stärkste Fraktion im Stadtrat. Im selben Jahr wählte der Stadtrat Wilhelm Polte zum ersten Oberbürgermeister nach der Wende. Seit 1993 wird der Oberbürgermeister direkt gewählt.

2001 wurde Lutz Trümper (SPD) zum Nachfolger von Polte gewählt. Die Amtszeit des Oberbürgermeisters beträgt sieben Jahre. Trümper wurde 2008 mit 64,0 % im ersten Wahlgang für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Sitzverteilung im Stadtrat 2009–2014
14
14
6
2
5
14
1
14 14 14 
Von 56 Sitzen entfallen auf:

Stadtrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung von 2009 bis 2014[Bearbeiten]

SPD LINKE CDU GRÜNE FDP Future Tierschutz­partei Bund für Magdeburg Sonst. Gesamt
14 13 13 6 5 2 1 1 1 56

SPD, Future! und die Tierschutzpartei bildeten eine gemeinsame Stadtratsfraktion. Nachdem der Stadtrat der Tierschutzpartei im Januar 2012 in die SPD eingetreten ist, wurde der Fraktionsname auf SPD – future! reduziert. Im darauffolgenden April legte der Stadtrat sein Mandat nieder. Sein Ersatzkandidat schloss sich im Juni 2012 der Fraktion Die Linke an, welche ihren Namen in „Die Linke/Tierschutzpartei“ änderte. Ende Oktober 2012 trennte sich die SPD von ihren Fraktionskollegen von Future! aufgrund persönlicher Differenzen, so dass diese vorerst fraktionslos sind.[23] Im Februar 2012 gab der NPD-Stadtrat bekannt, dass er aus der NPD, bei gleichzeitiger Beibehaltung seines Mandates, austritt.[24] CDU und Bund für Magdeburg bilden gemeinsam die Stadtratsfraktion CDU/BfM.

Kommunalwahl 2014[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

SPD LINKE CDU GRÜNE FDP Future Tierschutz-partei Bund für Magdeburg AfD Einzel-bewerber Gesamt
14 13 14 6 2 1 1 1 3 1 56
Sitzverteilung im Stadtrat ab 2014
14
14
6
1
2
15
3
1
14 14 15 
Von 56 Sitzen entfallen auf:

CDU und der Bund für Magdeburg bilden eine gemeinsame Fraktion, ebenso Die Linke und die Tierschutzpartei; weitere Fraktionen sind Die Grünen, die SPD und die FDP.

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Magdeburg

Oberbürgermeister seit 1808[Bearbeiten]

Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung / des Stadtrates

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Offizielles Stadtwappen

Blasonierung: „In Silber eine gezinnte rote, schwarz gefugte Burg mit zwei spitzbedachten Türmen, geöffnetem goldenen Tor und hochgezogenem schwarzen Fallgitter; zwischen den Türmen wachsend eine grün gekleidete Jungfrau (Magd), in der erhobenen Rechten einen grünen Kranz emporhaltend.“

Das Magdeburger Stadtwappen ist ein so genanntes redendes Wappen – Jungfrau (Mägdelein) und Burg weisen auf den Namen der Stadt hin. Bereits die Magdeburger Bürgerschaft führte seit Mitte des 13. Jahrhunderts in ihrem Siegel beide Komponenten. Damals stand die Frauenfigur noch mit halbhoch erhobenen Armen. Als Zeichen einer Jungfrau trug sie über den Armen Tücher und das Haar offen. Erst später gab man der Jungfrau zum Zeichen ihrer Reinheit einen Kranz in die Hand.

Die Farben der Stadt sind grün-rot (§ 2 Abs. 2 der Hauptsatzung).[25]

Interessant ist, dass Magdeburg zwar ein rechtsgültiges, aber kein genehmigtes Wappen führt. Das seit 1938 genutzte Wappenbild, das in seiner Grafik von klassischen Vorgängern abwich, wurde 1994 innerhalb eines Genehmigungsverfahrens geprüft und aufgrund seiner aktuellen Grafik (Disproportion zwischen Türmen und Jungfrau) als heraldisch mangelhaft bewertet. Das Landeshauptarchiv (LHASA) bescheinigte: Die Burg ist zu klein, die Jungfrau zu groß, zu viel weißer Leerraum, was den Regeln der Wappenkunst widerspricht. Das Genehmigungsverfahren wurde indes umgangen, indem die Landesregierung der Stadt bescheinigte, dass sie ein Wappen führe – das heißt, das Wappen ist geduldet statt genehmigt, was nach damaliger Rechtsgrundlage ein positives Gutachten des LHASA vorausgesetzt hätte.

Die Stadtflagge ist grün-rot (1:1) gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt. (§ 2 Abs. 3 der Hauptsatzung)[25]

Das Dienstsiegel zeigt die bildliche Darstellung des Wappens. Die Umschrift wird durch die Dienstsiegelordnung der Stadt bestimmt (§ 2 Abs. 4 der Hauptsatzung).[25]

Die Magdeburger Städtepartnerschaften
Sarajevo Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina seit 1977
Braunschweig Deutschland Deutschland seit 1987
Nashville USA Vereinigte Staaten seit 2003
Saporischschja Ukraine Ukraine seit 2008
Radom Polen Polen seit 2008
Harbin China Volksrepublik China seit 2008
Le Havre Frankreich Frankreich seit 2011

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Magdeburg unterhält freundschaftliche Kontakte mit zahlreichen Städten auf der Welt, so auch durch Vereine. Im September 1977 wurde eine Städtepartnerschaft mit Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) eingegangen. Dort half Magdeburg nach Beendigung des Bosnienkrieges beim Wiederaufbau der Stadt. Braunschweig folgte als weitere Partnerstadt im Dezember 1987. Die niedersächsische Stadt unterstützte nach der Wiedervereinigung die Stadt Magdeburg beim Aufbau einer kommunalen Selbstverwaltung. Die Beziehungen zu Nashville waren bereits seit 1998 aufgebaut worden. Nachdem der Magdeburger Stadtrat am 13. März 2008 die Städtepartnerschaft mit Saporischschja beschlossen hatte, wurde diese Partnerschaft am 29. Mai 2008 vertraglich besiegelt. Kontakte, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, gab es bereits in den Jahren zuvor. Seit 8. Juni 2008 besteht außerdem eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Radom, seit 2. Juli 2008 mit dem chinesischen Harbin und seit Mai 2011 mit der Stadt Le Havre in Frankreich.

Bis 1996 bestanden darüber hinaus Partnerschaftsverträge mit Donezk (Ukraine, seit 1962), Kayes (Mali, seit 1966), Hradec Králové/Königgrätz (Tschechien, seit 1972), Setúbal (Portugal, seit 1976), Lüttich (Belgien, seit 1978), Valencia (Spanien, seit 1981), Turin (Italien, seit 1983) und Nagasaki (Japan, seit 1987). Seinerzeit beschloss der Stadtrat jedoch, diese Partnerschaftsverträge zu lösen.

Stadtkampagne[Bearbeiten]

Offizielles Logo der Stadtkampagne

Seit Februar 2010 vermarktet sich die Stadt Magdeburg gegenüber Touristen und Investoren unter der Kampagne „Ottostadt Magdeburg“. Weiterhin soll die Kampagne die Identifikation der Magdeburger Bürger mit dem Wohnort fördern.[26]

Die Kampagne betont die beiden Ottos aus der Geschichte Magdeburgs, die die Stadt berühmt machten. Dies ist zum einen Kaiser Otto der Große, der seine Lieblingspfalz Magdeburg zur Hauptstadt machte und von dort aus das Heilige Römische Reich regierte, zum anderen Otto von Guericke, Magdeburger Bürgermeister, Politiker und Erfinder (Barometer, Vakuumstechnik) im 17. Jahrhundert.

Geworben wird innerhalb der Kampagne unter anderem durch Plakatierung von kurzen Sätzen, in denen beschrieben wird, was „Otto“ machte, tat oder war, zum Beispiel „otto ist olympisch“ oder „otto hat geschichte“. 2011 wurde ein „Otto-Treffen“ durchgeführt, zu dem über 400 Personen mit dem Vor- oder Nachnamen Otto kamen. Höhepunkt des Treffens war ein Luftbild im Elbauenpark, in dem sich alle Namensträger zum Schriftzug ’’Otto’’ formieren sollten.[27]

Die Dachkampagne stieß jedoch auch auf Gegner, die finden, dass man die vielfältige Geschichte der Stadt nicht nur auf die beiden Ottos reduzieren kann. „Alles Otto“ passe nicht in jeden Bereich, wird aber trotzdem in Politik, Musik, Wirtschaft, Sport und einigem mehr verwendet. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man „Otto“ zuerst mit anderen Unternehmen oder Personen assoziiert statt mit Kaiser Otto oder Otto von Guericke.[28] Außerdem seien die Ausgaben für die Kampagne zu hoch gewesen und nicht genug Subaufträge an Magdeburger Firmen verteilt worden.[29]

2013 wurde die Kampagne in Berlin zur "Stadtmarke des Jahres 2013" ausgezeichnet. Gelobt wurde die Verbindung des Slogans zu Wissenschaft und Geschichte. Im Finale setzte sich Magdeburg gegen die beiden Mitbewerber Basel und Hildesheim durch.[30]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Elbufer der Altstadt bei Nacht

Auf Grund der schweren Zerstörungen 1631 im Dreißigjährigen Krieg und 1944/45 im Zweiten Weltkrieg besitzt Magdeburg im althergebrachten Sinne weniger historische Sehenswürdigkeiten als vergleichbare Städte. Viele Gebäude der Stadtgeschichte, Architektur, Kunst und Kultur wurden vernichtet. Nur durch viel Aufwand an finanziellen Mitteln und Material konnten Bau- und Kunstdenkmale wiederhergestellt werden, darunter das Rathaus, der Magdeburger Reiter, der Dom oder das Kloster Unser Lieben Frauen.

Systematisch fanden in und um Magdeburg viele Ausgrabungen statt, die zahlreiche Funde hervorbrachten. Somit konnten Kenntnisse über Magdeburgs Entwicklung ergänzt werden und sehenswert dargestellt werden.

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt befinden sich im Gebiet der Altstadt, abgegrenzt vom Universitätsplatz, dem Askanischen Platz, der Elbe (Schleinufer), der Otto-von-Guericke-Straße über den Hasselbachplatz und die Planckstraße. Die in Magdeburg bestehenden Kulturdenkmale sind im Denkmalverzeichnis der Stadt aufgeführt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Magdeburger Dom – Das Wahrzeichen der Stadt
Kloster Unser Lieben Frauen
Magdalenenkapelle, Petrikirche und Wallonerkirche

Die Stadt besaß im Mittelalter einst eine Silhouette mit sieben Doppelturmkirchen, einmalig in Europa. Dieses Bild ging durch die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg verloren, von den sieben Kirchen sind nur noch vier erhalten.

Das Wahrzeichen der Stadt, der Magdeburger Dom, gehört dazu und ist eines der bemerkenswertesten Bauten unter den Kirchen in Magdeburg. Er wurde von 1209 bis 1520 an der Stelle des Vorgängerdomes, der 1207 Opfer eines Brandes wurde, auf dem Domfelsen erbaut und ist somit der erste gotische Bau einer Kathedrale auf deutschem Boden, gehört zu den größten Kirchen Deutschlands und ist Bischofskirche der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Im Nordturm hängen im dritten und vierten Stockwerk noch fünf von ehemals 15 Glocken, wobei die drei größeren eines der schwersten und größten Barockgeläute Deutschlands sind. Seit 2008 steht im Dom die größte Orgel Sachsen-Anhalts. Außerdem beherbergt er eine Vielzahl an Kunstschätzen, zum Beispiel antike Säulen aus Porphyr, Marmor und Granit, ein großes Taufbecken, wahrscheinlich aus Dazit, und das Grab des Kaisers Otto I. Jährlich besichtigen über 100.000 Besucher das Bauwerk.

Das fast 1000 Jahre alte Kloster Unser Lieben Frauen ist eine der bedeutendsten romanischen Anlagen Deutschlands. In den Räumen der romanischen Klosteranlage befindet sich das 1974 eröffnete, städtische Kunstmuseum für bildende Kunst. Die meisten Ausstellungsstücke werden zwar im Kloster selber ausgestellt, einige Skulpturen und Figuren befinden sich jedoch auch im naheliegendem Skulpturenpark. Außerdem wurde das Kirchenschiff 1977 als Konzerthalle „Georg Phillipp Telemann“ neu eingerichtet.

Die St. Sebastianskirche aus dem Jahr 1015, welche seit 1994 die römisch-katholische Bischofskirche des Bistums Magdeburg ist und die Universitätskirche St.Petri bilden mit dem Kloster Unser Lieben Frauen einen Teil der Straße der Romanik.

Nennenswert ist auch die Johanniskirche nahe dem Rathaus mit dem Martin-Luther-Denkmal, einer Aussichtsplattform auf dem Südturm und der trauernden Magdeburg, der einzigen Skulptur, die nach der Zerstörung Magdeburgs 1945 aus den Trümmern der Kirche gerettet werden konnte. Heute wird die Kirche als Festsaal und Konzerthalle genutzt.

Die Wallonerkirche ist neben dem Dom und der Petrikirche eine der letzten noch erhaltenen historischen Kirchen der Magdeburger Altstadt, welche auch für kirchliche Zwecke genutzt wird.

Weitere interessante Kirchenbauten, die sich nicht in Magdeburgs Zentrum befinden, sind zum Beispiel die klassizistische Nicolaikirche in der Neuen Neustadt, die Reformationskirche in Rothensee, die Sankt-Ambrosius-Kirche in Sudenburg, die Sankt-Gertraud-Kirche in Salbke und die Sankt-Gertrauden-Kirche in Buckau (Magdeburg).

Zu den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirchen gehören neben der Katharinenkirche, an dessen Stelle heute der Katharinenturm steht, der Jakobikirche, der Heilige-Geist-Kirche, der Französisch-reformierten Kirche, der Deutsch-reformierten Kirche, der Martinskirche und der Lutherkirche die Sankt-Ulrich-und-Levin-Kirche. Für diese gibt es seit 2007 ein Kuratorium, welche den Wiederaufbau der Kirche plant. Durch einen Bürgerentscheid im Jahr 2011, welcher gegen den Wiederaufbau der Kirche entschied, wurde der Erfolg dieses Vorhabens beendet.

Festungsanlagen[Bearbeiten]

Die ersten Befestigungsanlagen der Stadt lassen sich auf das 12. oder 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Zu dieser Zeit besaß Magdeburg eine sie umgebende Stadtmauer, die sich im Bereich der nördlichen Altstadt zwischen dem Krökentor, der Otto-von-Guericke Straße und des Domes befand. In den Jahren 1500 bis 1550 wurde die Festung durch Rondelle und Bastionen verstärkt, die Stadtmauer bekam Festungstürme, wovon einige noch erhalten sind.

Wehrturm Kiek in de Köken, Fürstenwall und Magdeburger Dom

Die Festung Magdeburg wurde 1631 fast vollständig zerstört, verlor ihre Eigenständigkeit und ging 1666 über zur brandenburgischen Garnison. Bis 1740 wurden die Festungsanlagen immer mehr ausgebaut, erweitert und verstärkt. Auf Befehl Friedrichs II. wurde Magdeburg ab 1740 nicht weiter ausgebaut und instand gehalten, weswegen die Waffen veralteten und man 1806 gezwungen war, die Stadt der Übermacht des napoleonischen Heeres zu überlassen. Jedoch wurde die Festung nach nur dreiwöchiger Belagerung wieder aufgegeben. Erst 1812 und 1813 verstärkten die Franzosen die Festung wieder. 1814 fiel die Festung nach den Befreiungskriegen wieder in preußischen Besitz.

Durch den Bau der Eisenbahnstrecke Magdeburg – Leipzig wurden 1838 die Tore der Mauern eingelassen. Durch darauf auftretende Anfälligkeiten wurden 1860 rund um die Festung 13 Außenforts angelegt, denen 1890 sechs Zwischenwerke hinzugefügt wurden. Obwohl sie vom Anfang des 18. Jahrhunderts an als eine der stärksten Festungen Preußens zählte, wurde sie 1912 durch Wirkungslosigkeit aufgehoben.

Auswahl heute noch vorhandener Festungsanlagen
  • Zitadelle Magdeburg – 1702 erbaut, zentraler Bestandteil der Festung, später auch gefürchtetes Gefängnis in Preußen
  • Ravelin 2 – erbaut 1700, eigenständiges Festungsbauwerk, schützte Grabenabschnitte zwischen zwei Bastionen
  • Kaserne Mark – erbaut 1860, Defensionskaserne, letztes stadtseitiges Hindernis beim Angriff auf die Stadt, heute ist sie ein vielfältiges Kultur- und Tagungszentrum
  • Kavalier „Scharnhorst“ – erbaut 1873, diente dem Schutz der Eisenbahnstrecke Berlin – Biederitz – Magdeburg – Buckau und der Brücke über die Stromelbe, kurzzeitig auch Gefangenenlager, heute genutzt für Open-Air-Veranstaltungen
  • Bastion Cleve – südliche Befestigungsanlage an der Elbe, zentrales Element ist „Turm Cleve“, 2008 wieder freigelegt und für Besucher frei begehbar[31]
  • Lukasklause – spätgotischer Wehrturm der Festung, heute Otto-von-Guericke Museum
  • Kiek in de Köken – erbaut 1431, Stadtmauerturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung
  • diverse Tore, darunter zum Beispiel das Krökentor, Altes Brücktor, Neues Brücktor, Buckauer Tor, Charlottentor oder Cracauer Tor
  • mehrere Forts, unter anderem Fort I, Fort Berge, Fort Ila, Fort III oder Fort XII
  • Turmschanze – Sicherung des Elbübergangs als östlicher Brückenkopf
  • mehrere Rayonhäuser – Häuser, die im Ernstfall in kürzester Zeit zerstört werden mussten, um ein freies Schussfeld für die Verteidiger der Stadt zu bekommen

Profanbauten und weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Magdeburg besitzt neben den zahlreichen Sakral- und Festungsbauten viele weitere sehenswerte Bauwerke. Die Grüne Zitadelle von Magdeburg gehört mit zu den interessantesten und ist das letzte Architekturprojekt Friedensreich Hundertwassers. Sie wurde 2005 im Breiten Weg in der Nähe des Domes fertiggestellt, weswegen der Bau nicht unumstritten war. Im Inneren beherbergt es ein Hotel, Mietwohnungen, Geschäfte, Restaurants und Cafes. Außerdem existiert ein Theater in der grünen Zitadelle.

Eines der imposantesten und größten Verkehrsbauwerke Europas ist das Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Nach den ersten Vorstellungen eines solchen Bauwerks im Jahr 1877 kam es über 100 Jahre später, am 10. Oktober 2003, zur Fertigstellung dieses Bauwerks. Zum Wasserstraßenkreuz gehören die wichtige Nord-Süd-Verbindung Elbe und die ebenso wichtige Ost-West-Verbindung bestehend aus Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal. Weitere Bestandteile des Bauwerks sind die über fast 1 km lange Trogbrücke, die den Mittellandkanal über die Elbe führt, die Sparschleuse Rothensee, die Schleuse Niegripp und die Schleuse Hohenwarthe.

Ministerium für Inneres und Sport
Staatskanzlei im "Palais am Fürstenwall"

Das Alte Rathaus Magdeburg mit dem Ratskeller, erbaut 1691–1698 und somit der bedeutendste Gebäudebau dieses Jahrhunderts, und das „Neue Rathaus“ bilden die östliche Begrenzung des Alten Markts.[32]

Im Dezember des Jahres 1906 eröffnete das Kaiser-Friedrich-Museum, das heutige Kulturhistorische Museum. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg enorm zerstört und verlor beim Wiederaufbau seinen charakteristischen, großen Turm an der Ecke des Gebäudes.

Im Stil des Historismus wurde von 1900 bis 1906 das Landgericht Magdeburg erbaut (damals Justizpalast). 1945 wurde das prachtvolle Gebäude schwer beschädigt und konnte 2001 erst wieder restauriert werden. Jedoch wurde der zerstörte Teil des Gebäudes durch einen modernen Bau ersetzt. Das viergeschossige Gebäude des Justizzentrums Eike von Repgow wurde von 1895 bis 1899 erbaut und ist ebenfalls im Stil des Historismus in Anlehnung an den Stil der niederländischen Spätgotik und Renaissance errichtet worden.

Das Landgericht Magdeburg

Der heutige Sitz des Ministeriums des Innern wurde 1913 als repräsentatives Polizeipräsidium errichtet und noch bis in die 1990er Jahre als solches benutzt. Außerdem gab es bis in die 1960er Jahre dort ein Polizeigefängnis. Der Bau besitzt zahlreiche architektonische Stilmittel im neobarocken Stil.

Haus des Handwerks

Das Palais am Fürstenwall wurde 1889–1893 durch den Architekten Paul Ochs für das Generalkommando des IV. Armee-Korps gebaut. Heute ist das Gebäude die Staatskanzlei und Sitz der Landesregierung Sachsen-Anhalt.

Das Haus des Handwerks aus dem Jahr 1901, ehemals ein mit vielen Skulpturen bestückter Sandsteinbau, welcher 1945 durch einen Luftangriff seine repräsentative Form verlor, stand nach der Wende lange Zeit leer. 2012 wurde es für neun Millionen Euro restauriert und wird wieder neu als Dienstsitz der Handwerkskammer Magdeburg genutzt. Außerdem gibt existiert ein Restaurant im Gebäude, welches zum einen die deutsche Küche anbietet und zum anderen exquisite internationale Küche.

Der Kristall-Palast Magdeburg aus dem Jahr 1889 war ehemals ein großes Konzert- und Ballhaus. 1986 musste es jedoch baupolizeilich gesperrt werden, da sich das Gebäude in einem mangelhaften Zustand befand,. Heute ist es dem Verfall oder Abriss preisgegeben. Trotzdem gründete sich ein Verein, der für den Erhalt und die Sanierung des geschichtsträchtigen Gebäudes kämpft.

Im Jahr 1885 wurde das schlossähnliche Gutshaus Schloss Randau im klassizistischen Stil erbaut. Anfang der 1990er Jahre sollte es für Bildungszwecke genutzt werden, was aber durch Insolvenz des Investors fehlschlug. Heute steht es leer, da sich kein Investor finden ließ.

1884 wurde das Jugendstilhaus nahe dem Alten Markt von der Freimaurerloge „Ferdinand zur Glückseligkeit“ errichtet. Als Stadtbibliothek wurde es von 1934 bis 1998 genutzt und ist eines der wenigen Jugendstilbauten in Magdeburg.

Ein weiteres geschichtsträchtiges Gebäude ist das von Karl Friedrich Schinkel erbaute, 2005 wiedereröffnete Gesellschaftshaus im Klosterbergegarten. Es ist mit seinen großen und kleinen Sälen ein Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen, Konferenzen und vieles mehr.

Der Jahrtausendturm im Elbauenpark wurde zur 25. Bundesgartenschau 1999 errichtet und ist mit 60 Metern Höhe das höchste Leimholzgebäude der Welt. Im Inneren des Turms ist ein Museum beherbergt, das die Geschichte der Wissenschaft mit anschaulichen Experimenten zeigt.

Die 1969 erbaute Hyparschale war einst eine Mehrzweckhalle im Stadtpark Rotehorn und ein architektonischer Vorzeigebau der Stadt. Die Besonderheit dieses Baus ist, dass die Konstruktion selbsttragend ist. Heute steht das Gebäude jedoch leer, es gibt aber Bemühungen das Gebäude wieder mit Leben zu füllen. Gewünscht sind Nutzungen, die in das Konzept des Stadtparks passen, also Sport, Freizeit und Familie.[33]

Ein ebenfalls markanter Bau ist das Verwaltungsgebäude der Enercon auf dem Gelände der Enercon-Betriebsstätte Rothensee. Das 2006 fertiggestellte Gebäude ist in Form der typischen Enercon-Welle gebaut worden.

Denkmäler und Skulpturen[Bearbeiten]

Luisendenkmal
„Der Fährmann“ und Szenen der Stadtgeschichte
Der Zeitreisende

Die Stadt besitzt eine Vielzahl an Denkmälern, doch anders als in anderen Städten findet man in Magdeburg viele der Plastiken und Skulpturen in der Innenstadt.

Als Erstes zu nennen wäre der Magdeburger Reiter, um 1240 aufgestellt, welcher als das erste freistehende Reiterstandbild nördlich der Alpen gilt und von dem sogar eine Playmobilfigur in limitierter Auflage hergestellt wurde. Das Original steht im Kulturhistorischen Museum Magdeburg, auf dem Alten Markt steht ein Nachbau. Dargestellt wird wahrscheinlich Kaiser Otto I. Ebenfalls auf dem Alten Markt steht der Magdeburger Roland, an dessen Rückseite sich eine kleine Figur von Till Eulenspiegel befindet. Er wurde 2005 neu am Eingang zum Ratskeller aufgestellt. 2012 wurde das historische Dreigestirn am Alten Markt durch die Wiederaufstellung der Hirschsäule komplettiert. Symbolisieren sollen der Magdeburger Reiter die Tributpflicht des Kaisers, der Roland das Streben der Stadt nach Unabhängigkeit und der Hirsch verkörpert die Verheißung des Paradieses.[34]

Zwischen Altem und Neuen Rathaus befindet sich das Denkmal für Otto von Guericke aus dem Jahr 1907.

Zu den markantesten Skulpturen gehört der „Zeitzähler“ auf dem Stadtplatz an der Elbe. Es ist eine große Kugel, versehen mit vielen Uhren, die die Uhrzeiten der weltweit größten Flüsse anzeigen. Die aktuelle Zeit wird angegeben durch eine auf der Kugel sitzende Figur.

Die Figurentreppe „Telemann und die vier Temperamente“ wurde 1981 neben dem Kloster Unser Lieben Frauen aufgestellt und zeigt den Magdeburger Komponisten Georg Philipp Telemann, der umgeben von vier Frauenfiguren ist, welche die Temperamente zeigen. Für den Erfinder des Buchdrucks Johann Gutenberg wurde 1901 nördlich des Universitätsplatzes ein Gutenberg-Denkmal geschaffen.

In der Harnackstraße steht ein Denkmal für General von Steuben, der im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eine große Rolle spielte. Das Lutherdenkmal steht vor der Sankt-Johannis-Kirche, welches daran erinnern soll, dass er am 26. Juni 1524 in dieser Kirche vor einer großen Menschenmenge predigte.

Eine bewegte Geschichte hat das Luisendenkmal für Königin Luise von Preußen. 1963 wurde es vom Sockel gestürzt, die Statue verschwand danach in einer Fundamentgrube eines Wohnheims. Erst seit 2009 steht sie wieder am ursprünglichen Ort, dem Geschwister-Scholl-Park. Ein entsprechendes früher vorhandenes Denkmal der populären Preußenkönigin war zu DDR-Zeiten in den 1960er Jahren geschleift worden.[35]

Weitere Denkmäler wären zum Beispiel das „Lazare Carnot-Denkmal“ im Nordpark, das „August Wilhelm Francke-Denkmal“ ebenfalls im Nordpark, das „Mechthild von Magdeburg-Denkmal“ am Fürstenwall oder das Kozlowski-Denkmal.

Denkmäler und Skulpturen in der Stadt laden zu einem Rundgang zur Kunst im öffentlichen Raum Magdeburg. Im nördlichen Bereich der Elbuferpromenade befindet sich die Plastik Der Fährmann. Sie zeigt einerseits einen Fährmann, zum anderen Szenen der Magdeburger Stadtgeschichte. Der Skulpturenpark Magdeburg entstand 1989 und beschränkte sich zunächst auf das Umfeld des Klosters Unser Lieben Frauen. Heute stehen auch nördlich des Hundertwasserhauses, am Ufer der Elbe, im Bereich des Elbebahnhofs bis zur Hubbrücke Magdeburg und im Bereich nördlich der Klosteranlage Skulpturen. Insgesamt sind 40 Arbeiten verschiedener Künstler und Künstlerinnen aufgestellt.

Friedhofsanlagen[Bearbeiten]

Feld der Vereinten Nationen

Insgesamt besitzt Magdeburg 16 Friedhöfe, von denen nur noch auf 14 Bestattungen stattfinden.

Der größte Friedhof Magdeburgs ist der Westfriedhof an der Großen Diesdorfer Straße. Seine Fläche beträgt 62,5 ha. 1898 wurde er nach zweijähriger Bauzeit eröffnet, die Kapelle wurde im neogotischen Stil errichtet. Er beinhaltet auch mehrere Gedenkstätten, unter anderem für italienische Militärinternierte.

Das Feld der Vereinten Nationen im Stadtteil Westerhüsen ist eine Grabanlage und Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus. Einst ein Teil des Friedhofs Westerhüsen, wurde 1941 ein 1500 m² großes Stück abgetrennt und als Ausländerfriedhof genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände oft neu gestaltet. Vermutlich liegen dort 766 Menschen aus 11 Nationen begraben.

Plätze und Straßen[Bearbeiten]

Hasselbachplatz

Der wohl bekannteste Platz in Magdeburg ist der Hasselbachplatz, der neben dem Damaschkeplatz auch einen zentralen Verbindungsknoten im Nahverkehr darstellt. Der Platz hat sich in den letzten Jahren mit seinen vielen Bars, Kneipen und Restaurants zum Zentrum des Magdeburger Nachtlebens entwickelt. Außerdem ist er für den hohen Anteil an gut erhaltenen Gründerzeithäusern bekannt.

Der Universitätsplatz zählt in Magdeburg zu den meistfrequentierten Plätzen. Ursprünglich war es ein prachtvoller Platz mit vielen imposanten Bauten, welche im Zweiten Weltkrieg jedoch fast komplett zerstört wurden. Heute befinden sich das Opernhaus, die Universität, die Stadtbibliothek und weitere Bürogebäude am Universitätsplatz. Neben der Telekom befinden sich die Büros der IBM und der IT-Dienstleistungsfirma Datev dort. Der Platz wird seit 2006 von einem Tunnel für den Straßenverkehr der B 1 unterführt.

Magdeburgs größte Grünfläche in der Innenstadt ist der Ulrichsplatz, in dessen nordwestlichen Teil früher die Ulrich- und Levin-Kirche stand. Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kirche wurde in der Zeit der DDR abgerissen. Heute ist der Platz ein Erholungsort und bekannt für seinen markanten Springbrunnen. Umgeben ist der Platz von Bauten im sozialistischen Klassizismus und vom modernen Ulrichshaus.

Elbuferpromenade „Petri“ mit der Plastik „Arbeiterfahne“ und restauriertem Pegelhaus zum Elbhochwasser 2013

An der Elbuferpromenade befindet sich der Platz der Arbeiterfahne mit Wasserspiel und restauriertem Pegehaus, welches den aktuellen Stand der Elbe anzeigt. Der Platz wird umgangssprachlich auch „Petri“ genannt und ist immer wieder Treffpunkt für viele Jugendliche.

An der Stelle des ehemaligen Elbbahnhofs befindet sich heute im Zentrum des neu geschaffenen Stadtviertels der Stadtplatz. Markante Bauwerke sind die große Hubbrücke, der Elbbalkon und der Zeitreisende.

Auf dem Alten Markt mit dem Rathaus und seinem „Dreigestirn“ bestehend aus Magdeburger Reiter, Rolandfigur und Hirschsäule finden neben Wochenmärkten auch andere große Veranstaltungen wie dem Europafest oder Magdeburger Weihnachtsmarkt statt.

Der größte Platz der Innenstadt, der Domplatz, beherbergt neben dem Magdeburger Dom als Wahrzeichen Magdeburgs auch prunkvolle Barockbauten und moderne Bauten und ist der älteste Siedlungskern der Stadt. Unter den wichtigsten Gebäuden befindet sich der Landtag, das Ministerium der Justiz und Gleichstellung und der Sitz der Norddeutschen Landesbank. Durch die eher wirtschaftliche und politische Prägung des Domplatzes befinden sich eher weniger Cafes, Restaurants und Geschäfte in dessen direkter Umgebung, weswegen er eher von Besuchern des Doms frequentiert wird.

Weitere wichtige Plätze Magdeburgs sind unter anderem der Nicolaiplatz mit der Nicolaikirche, der Neustädter Platz mit dem Märchenbrunnen, der Schellheimerplatz, welcher umgeben ist von vielen Gründerzeithäusern oder der Thiemplatz als kulturelles Zentrum Buckaus.

Die bunte Otto-Richter-Straße

Magdeburgs bekannteste Straße, der Breite Weg, war einst eine der längsten und schönsten Barockstraßen Europas sowie Heer- und Handelsstraße, wurde aber im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört. Nur die barocken Bauten mit den Straßennummern 178 und 179 blieben von den Bomben verschont. Inzwischen ist sie eine der größten Einkaufsmeilen der Stadt und eher geprägt von modernen Bauten wie dem Allee-Center und der Grünen Zitadelle. Der Breite Weg verbindet zwei der wichtigsten Plätze in Magdeburg, den Universitätsplatz mit dem Hasselbachplatz und ist am Nordabschnitt eine Fußgängerzone.

Eine weitere imposante Straße ist die Hegelstraße nahe dem Dom. Sie entstand in der Gründerzeit nach Pariser Vorbild und beherbergt Bauten wie das Palais am Fürstenwall, inzwischen die Staatskanzlei von Sachsen-Anhalt, und andere Prachtbauten und Villen. Sie ist eine der wenigen Straßen in Magdeburg, die komplett gepflastert sind.

Die Leiterstraße, Magdeburgs kleinste Fußgängerzone und einst wichtige Geschäftsstraße, gehört zu den ältesten Straßenzügen der Stadt. Die Straße wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört. Heute beherbergt sie diverse Restaurants, die Kabarettisten der Magdeburger Zwickmühle und die Jugendherberge der Stadt.

Die bunte Otto-Richter-Straße im Stadtteil Sudenburg bekam 2004 die Anerkennung des Deutschen Fassadenpreises. Initiator dieser Straßengestaltung ist der Architekt Bruno Taut, der in den 1920er Jahren zu Magdeburgs Stadtbaurat gewählt wurde. Seine Aufgabe war es, Magdeburg in eine bunte Stadt zu verwandeln. Bekannte Künstler wie Carl Krayl gestalteten viele Häuser und Straßen. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieben nicht viele dieser bunten Straßenzüge erhalten. Nur noch die wieder restaurierte Otto-Richter-Straße ist das letzte Überbleibsel dieser Architektur.

Als wichtige Verkehrsadern der Stadt zählen der in den 1970ern als Hochstraße gebaute Magdeburger Ring und der Stadtdurchquerung der B 1.

Brunnen[Bearbeiten]

Hasselbachbrunnen

Magdeburg beherbergt eine Vielzahl an Brunnen, einer der monumentalsten ist der Hasselbachbrunnen auf dem Haydnplatz. Bis 1927 stand er auf dem Hasselbachplatz, musste dort aber aus verkehrstechnischen Gründen weichen.

Der Eulenspiegelbrunnen auf dem Alten Markt wurde 1970 dort aufgestellt und zeigt Till Eulenspiegel, wie er auf einer Säule über dem Magdeburger Volk steht und dieses verspottet. 1939 gebaut wurde der Eisenbarthbrunnen, der Johann Andreas Eisenbarth („Doktor Eisenbarth“) zeigt. Ähnlich wie Eulenspiegel steht Eisenbarth auf einer Säule, nur in Marktschreierpose.

Faunbrunnen in der Leiterstraße

Auf dem Ulrichsplatz steht einer der größten Springbrunnen als Abschluss der Wiesenanlage. Ganz in der Nähe, in der Leiterstraße, erstmals 1263 erwähnt und somit eine der ältesten Geschäftsstraßen Magdeburgs, befindet sich der Faunbrunnen, auch genannt „Teufelsbrunnen“. In und an einem großen Bronzekessel tummeln sich Figuren, darunter Menschen, Tiere, aber auch Faunen, Sirenen und andere Wesen. Ebenfalls beliebt ist das Wasserspiel am Petriförder an der Arbeiterfahne. Aus fünf Fontänen spritzt Wasser auf einen flussartigen Wasserlauf, der sich durch den Platz schlängelt.

Der Immermannbrunnen ehrt den Magdeburger Dramatiker und Schriftsteller Karl Immermann. Auf dem Brunnen sind Szenen aus seinen Werken abgebildet, aus einem Fischkopf fließt Wasser heraus.

Im Nordabschnitt des Breiten Weges stehen einige Brunnen aus DDR-Zeiten, zum Beispiel ein Kugelbrunnen, drei Schalenbrunnen, der Brunnen „Die Badende“ und ein Trinkbrunnen.

In Olvenstedt wurde ein Brunnen aufgebaut, der aus einer tonnenschweren Kugel besteht, die auf einem dünnen Wasserfilm schwimmt und sich deshalb bewegen lässt. Einer der markantesten Brunnen ist der Märchenbrunnen auf dem Neustädter Platz, der an russische Märchen und an die Form von russischen Basiliken erinnern soll.

Im Verlauf der Umgestaltung des Domplatzes wurden 2013 die neuen Licht- und Wasserspiele feierlich eingeweiht. Sie bestehen insgesamt aus 66 Fontänendüsen und 33 Nebeldüsen, die aus dem Boden austreten und das Wasser bogenförmlich in die Luft spritzen.

Brücken[Bearbeiten]

Anna-Ebert-Brücke

Durch die Elbe ist Magdeburg in zwei große Stadtgebiete geteilt, wobei sich die Stadt eher in Richtung Westen ausbreitet. Zwischen den Stadtgebieten befindet sich die Marieninsel, auf der sich unter anderem der Rotehornstadtpark befindet. Dadurch sind im Laufe der Zeit Brücken ein wichtiger Bestandteil der Stadt geworden. Insgesamt zählt Magdeburg 135 Brückenbauten, darunter 103 Straßenbrücken und 32 Fußgängerbrücken. (Stand 2009)[36]

Magdeburgs älteste Steinbrücken aus dem Jahr 1882, die Zollbrücke mit ihren vier allegorischen Figuren, die 2006/2007 umfassend saniert wurde und die Anna-Ebert-Brücke, an deren Ende ein wappentragender Steinlöwe thront, sind die östliche Verlängerung der Neuen Strombrücke, die aus dem Jahr 1965 stammt, aber nicht wie ihre Vorgänger mit Bögen errichtet wurde. Dieser südliche Brückenzug ist zusammen mit dem nördlichen der einzige, der für den Autoverkehr zugelassen ist. Da die beiden historischen Brückenbauten in einem maroden Zustand sind, soll in den nächsten Jahren eine Hängebrücke hinter der neuen Strombrücke gebaut werden.

Der nördliche Brückenzug besteht aus den östlich gelegenen, fast parallel zueinander stehenden Jerusalembrücken, wovon eine Brücke eine Bogenbrücke aus dem Jahr 1952 und die andere eine Stabbogenbrücke aus dem Jahr 1996 ist, und den Brücken des Friedens, die ebenfalls aus zwei Brückenbauwerken bestehen, die südliche ist eine Stahlverbundbalkenbrücke aus dem Jahr 1997, die nördliche eine Spannbetonbalkenbrücke aus dem Jahr 1996.

Sternbrücke
Stillgelegte Hubbrücke und Elbtreppen bei Nacht

Die Sternbrücke im Süden Magdeburgs verbindet die Altstadt mit der Elbinsel Rotehorn und dem Rotehornpark. An deren Stelle stand ehemals die 1922 eingeweihte „Alte Sternbrücke“, die 1945 im Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde. Seit 1991 gab es Überlegungen zum Wiederaufbau, 2005 konnte endlich die feierliche Einweihung vor 100.000 Menschen stattfinden. Genutzt wird sie vom ÖPNV und von den Taxiunternehmen.

Eine der größten Hubbrücken Deutschlands ist die Hubbrücke Magdeburg aus dem Jahr 1934. Es ist eine eingleisige Eisenbahnbrücke, die 1846/47 als mehrteilige Konstruktion mit einem drehbaren Mittelstück gebaut wurde. Aufgrund größerer Schiffe musste 1895 die Drehbrücke durch eine Hubbrücke ausgewechselt werden, die 1934 durch die aktuelle Konstruktion ersetzt wurde. Sie wird nicht mehr als Eisenbahnbrücke, sondern als Fußgängerbrücke genutzt. Das Mittelteil ist auf Grund des Schiffsverkehrs dauerhaft angehoben.

Eine weitere Hubbrücke ist die Hubbrücke im Handelshafen, die die bundesweit älteste ihrer Bauart ist. 1894 für die Hafenbahn errichtet, ist sie inzwischen stillgelegt und nur noch ein technisches Denkmal. Sie ist seit 2009 wieder für Fußgänger geöffnet.

Magdeburgs einzige Eisenbahnbrücke über die Elbe, die Herrenkrug-Eisenbahnbrücke, überspannt das Gebiet des Handelshafens und wurde 1979 Jahren fertiggestellt. Sie ersetzt die 1873 erbaute Eisenbahnbrücke, die bei Niedrigwasser durch ihre Pfeiler ein Schifffahrtshindernis darstellte.

Weitere Brücken sind der Herrenkrugsteg, der seit 1999 für Fußgänger und Radfahrer eine Verbindung zum Herrenkrugpark aus Magdeburg Neustadt herstellt, die „Brücke am Wasserfall“ in der Nähe des Cracauer Wasserfalls, ebenfalls für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, und die Reyherbrücke, die über die Taube Elbe führt und bei der es sich um eine seltene Brückenkonstruktion, eine Fischbauchbrücke, handelt.

Museen[Bearbeiten]

Kulturhistorisches Museum
Die Lukasklause

Magdeburg besitzt eine Vielzahl an Museen verschiedener Sammlungsrichtungen und -schwerpunkte.

1906 wurde das Kulturhistorische Museum Magdeburg eröffnet und befasst sich hauptsächlich mit der Geschichte und dem Kunsthandwerk der Stadt und der Region. Zu erwähnende Ausstellungsstücke sind die Originalstatue des berühmten Magdeburger Reiters, von dem auch eine limitierte Playmobilfigur existiert, und das Monumentalgemälde mit Szenen aus dem Leben Ottos des Großen von Arthur Kampf im Kaiser-Otto-Saal.

Untergebracht in der Lukasklause befindet sich das 1995 eröffnete Otto-von-Guericke-Museum. Auf zwei Etagen des 21 Meter hohen Turmes werden dort das Leben und Wirken Otto von Guerickes gezeigt, Gerätschaften nachgebaut und Experimente vorgeführt, darunter zum Beispiel der Nachbau einer Handfeuerspritze oder des Magdeburger Wettermännchens. Der Versuch mit den Großen Magdeburger Halbkugeln und 16 Pferden kann nur bei Großveranstaltungen durchgeführt werden.

Eine Besonderheit unter den Magdeburger Museen ist der Jahrtausendturm im Elbauenpark. Das einzigartige Gebäude ist mit 60 Metern der höchste Holzleimbindebau der Welt und wurde für die Bundesgartenschau 1999 errichtet. In ihm ausgestellt werden 6000 Jahre Geschichte der Wissenschaft und Technik der Menschheit mit mehreren hundert Exponaten und anschaulichen oder interaktiven Experimenten. Ein astronomisches Fernrohr bietet die Möglichkeit, die Uhr des Magdeburger Domes abzulesen. Des Weiteren befindet sich ein Foucaultsches Pendel im Turm, welches die Rotation der Erde demonstriert.

Das Museum für Naturkunde geht auf den 1869 gegründeten Naturwissenschaftlichen Verein Magdeburgs zurück, der das Museum zuerst in einem Gebäude am Domplatz untergebracht hatte. Doch nach dessen Zerstörung im Krieg und dem Verlust zahlreicher Ausstellungsstücke wurden die geretteten Exponate vorerst im Kaiser Friedrich Museum untergebracht, später existierte es dann als eigenständige Einrichtung und ist somit das älteste Museum der Stadt. Es beherbergt rund 250.000 Objekte der Geologie, der Mineralogie, der Paläontologie und der Zoologie.

In einer unter Denkmalschutz stehenden alten Fabrikhalle des früheren Krupp Grusonwerkes befindet sich das Technikmuseum Magdeburg mit Exponaten von Antriebs- und Werkzeugmaschinen, der Drucktechnik, Schließtechnik und Verkehr. Besondere Ausstellungsstücke sind die erste Magdeburger Straßenbahn von 1899 und das Flugzeug von Hans Grade, mit dem er 1908 den ersten Motorflug Deutschlands auf dem Cracauer Anger tätigte.

Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen ist der wichtigste Ausstellungsort für Skulpturen und zeitgenössische Kunst in Sachsen-Anhalt. Untergebracht sind die Werke in einem ehemaligen Kloster, welches im 11. und 12. Jahrhundert erbaut wurde und somit eines der ältesten Gebäude der Stadt ist. Schwerpunkt bildet hier die Bildhauerkunst mit umfangreichen Skulpturen aus der Antike, dem Mittelalter und der Moderne.

Angegliedert an das Puppentheater Magdeburg beherbergt die Villa p. eine FigurenSpielSammlung, welche die Geschichte des Puppenspiels von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart vor dem Hintergrund der verschiedenen gesellschaftlichen Systeme auf 600 qm anhand von über 1000 Puppen und Objekten präsentiert.

Weitere Museen der Stadt sind das Circusmuseum, das sich mit Dressur, Artistik, Clownerie und Varieté beschäftigt, das Magdeburger Friseurmuseum mit der Geschichte des Friseurhandwerks und einem historischen Friseursalon aus dem Jahr 1929, das Museumsschiff Württemberg zur Geschichte der Elbschifffahrt, die historische Schiffmühle am Petriförder, in der die Geschichte der Schiffmühlen in Magdeburg und Mitteleuropa gezeigt wird, das Freilichtmuseum Steinzeithaus Randau mit Nachbau eines dort ausgegrabenen 4500 Jahre alten jungsteinzeitlichen Pfostenhauses, eines Lehmbackofens, weiterer steinzeitlicher Gebäude und eines Palisadenzaunes und das slawische Dorf Pechau, das die Besiedlung des ostelbischen Raumes vom 8. bis 12. Jahrhunderts zeigt. Im Sudenburger Museumsdepot stehen derzeit 15 verschiedene historische Straßenbahnen zur Schau, welche aber auch auf mehreren Routen Rundfahrten anbieten.

2014 öffnete Magdeburgs erste DDR-Museumswohnung in der Hohenpfortetraße in einem Q6-Blockwohnbau. Die Museumswohnung besteht aus 3 Zimmern, einer Küche, einem Badezimmer und beinhaltet über 1000 originale Exponate aus der DDR-Zeit.[37]

Galerien[Bearbeiten]

Magdeburg beherbergt Galerien, dessen Ausstellungen zeitgenössische Kunst, Malerei, Grafiken und Plastiken, Fotografien und Drucktechnik zeigen. Neben den dauerhaften Ausstellungen gibt es regelmäßig Ausstellungen von nationalen und internationalen Künstlern in verschiedenen öffentlichen oder privaten Räumen der Stadt.

Dauerhafte Galerien der Stadt:

  • Art Depot – überwiegend Arbeiten internationaler, meist osteuropäischer Künstler
  • Galerie Himmelreich – vorwiegend Künstler aus Sachsen-Anhalt oder andere nationale Künstler
  • Flurgalerie Eisenbart – spezielle Förderung von jungen Künstlern
  • Gallery of living Art – interaktive Galerie, hauptsächlich von Studenten geführt
  • HO-Galerie
  • Galerie Süd im Kulturzentrum „Feuerwache“
  • Burggalerie Magdeburg
  • Kunstwerkstatt
  • Aerosol-Arena – größte legale Hall of Fame Deutschlands in einem 30.00 m² großen, brachliegenden Gebäudekomplex im alten Industriehafen von Rothensee; durch den eigens dafür geschaffenen Verein „Freiluft-Atelier e.V.“ freigegeben für alle Graffiti- und Streetart-Künstler; eine Besonderheit sind die bis zu 60 x 2 m großen Wände; in Zukunft sollen Zugwaggons dort aufgestellt werden, die das Areal zum weltweit ersten Wholecar-Yard machen.[38][39]
Aerosol-Arena (Ausschnitt)

Theater und Oper[Bearbeiten]

Das Opernhaus der Landeshauptstadt

Das Theater Magdeburg, ein Viersparten-Theater mit eigenen Ensembles im Bereich Musiktheater, Philharmonie, Ballett und Schauspiel, unterhält zwei Schauspielstätten in Magdeburg, zum einen das traditionsreiche Opernhaus am Universitätsplatz für Musiktheater, Ballett und Konzertschaffen mit großer Bühne, weiteren kleinen Bühnen und einem Podium und zum anderen das Schauspielhaus in der Otto-von-Guericke-Straße mit ebenfalls großer Bühne, einem Studio und Foyer.

2013 besuchten über 175.000 Besucher die Veranstaltungen des Theater Magdeburg. Zu den meist besuchten Veranstaltungen zählt das Domplatz-OpenAir im Sommer mit knapp 23.000 Besuchern. Somit lag die Auslastung des Theaters bei mehr als 80 Prozent.[40]

Die Sparte Musiktheater wird von der Oper Magdeburg abgedeckt. Ein leistungsfähiges Opernensemble, das Ballett Magdeburg und die überregional anerkannte Magdeburgische Philharmonie sind hier beherbergt. Aufgeführt werden neben großen Opern und Sinfoniekonzerten auch Operetten, Musicals, Literaturballetts, Theaterabende, Boulevardkomödien und kleine Opernformen. Dazu kommen Programme im „Cafe Rossini“, Vorstellungen des größten Theaterjugendclubs Deutschlands freijungundwild im „Podium“, Sonderveranstaltungen, Opernbälle und – galas und prominente Gastkünstler.

Magdeburger Schauspielhaus

Die Sparte Schauspiel wird vom Schauspiel Magdeburg besetzt. Untergebracht ist es im Schauspielhaus Magdeburg, aufgeführt werden Theaterliteraturen verschiedener Zeiten und Genres, besonders zeitgenössische in- und ausländische Dramatik. Unter den Stücken befinden sich viele Uraufführungen und deutschsprachige Premieren. Außerdem bietet das Schauspiel Magdeburg neben den normalen Aufführungen auch abwechslungsreiche Veranstaltungen an, wie „Jazz in der Kammer“ unter Leitung von Warnfried Altmann, Magdeburgs bekanntester Jazzmusik, oder „Nachtschicht“, wo Shows und Stücke aus Literatur, Musik, Tanz und Mix vorgeführt werden.

Das Puppentheater Magdeburg aus dem Jahr 1958 ist eines der größten und modernsten Puppentheater in Europa. Es besitzt einen großen Saal mit über 140 sowie einen kleinen mit 60 Sitzplätzen und modernster Bühnentechnik, eine Probebühne und weitere kleine Bühnen. Es bietet altersspezifische Inszenierungen für jegliche Altersgruppen vom Kindergarten- bis zum Erwachsenenalter. Außerdem verfügt das Puppentheater über eine eigenständige Jugendkunstschule. Es ist das letzte eigenständige Stadttheater Deutschlands mit Schwerpunkt Figurenspiel.

Im jährlichen Wechsel finden die „Magdeburger KinderKulturTage“ oder das internationale Figurentheaterfestival „Blickwechsel“ statt, welche mehr als 10.000 Zuschauer aus aller Welt in die Stadt locken. 2012 eröffnete das Puppentheater in einer benachbarten, sanierten Fachwerkvilla (villa p.) eine Dauerausstellung, die anhand einer FigurenSpielSammlung die Geschichte des Puppenspiels von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart präsentiert.

1992 entstand aus der Idee von Ines Lacroix und Matthias Engel das „Theater an der Angel“ mit mehr als einem Dutzend Inszenierungen und Platz für rund 100 Menschen im Saal. Unterstützt wird das Theater auch von Urgestein Peter Wittig. Gespielt werden frohe, komödiantische oder nachdenklich stimmende Stücke.

Das Improvisationstheater „Herzsprung“ ist eine kleine Theatergruppe, die ihre Stücke mit groben Umschreibungen vorgibt, aber sich vom Publikum während des Spielens inspirieren lässt. So entwickeln sie spontane Geschichten und Szenen ohne Drehbuch oder Regisseur. Weitere Improvisationsgruppen aus Magdeburg sind die Gruppen „Tapetenwechsel“, „Kammerjäger“ und „Imaginär“.

In der Grünen Zitadelle hat sich das „Theater in der Grünen Zitadelle“ gebildet. Es ist ein Mix aus Theater, Show, Musik und Comedy, es sollen kulturelle Ereignisse Magdeburgs auf die Bühne gebracht werden. Weltweit ist es das einzige Theater, das in einem Hundertwasser-Haus zu finden ist. Im Theaterraum ist Platz für bis zu 200 Zuschauer, außerdem finden hier Ausstellungen, Lesungen und Veranstaltungen statt.

Die „MS Marco Polo“ ist das erste Theaterschiff auf der Mittelelbe und das einzige private Theaterschiff auf der gesamten Elbe. Die Theatergruppe „Die Nachtschwärmer“ betreut seit 2009 das Schiff.

Kabarett[Bearbeiten]

In Magdeburg gibt es zwei stehende Kabarettspielstätten und einige Off-Gruppen und Solisten, die politisch-satirisches Kabarett bieten:

  • Die Magdeburger Zwickmühle spielt mit einem eigenen Ensemble im Theater in der Leiterstraße und ist im gesamten deutschsprachigen Raum, zum einen durch ihre zahlreichen Preise und zum anderen durch die MDR-Fernsehsendung „Die 3 von der Zankstelle“, bekannt. Gastspiele hatten sie schon in ganz Deutschland, in der Schweiz und in Stockholm.
  • „Die Kugelblitze“ sind eine Kabarettgruppe, bestehend aus drei Kabarettisten, die zurzeit in der Magdeburger Zwickmühle als ständiger Gast ihre Stücke zeigen.[41]
  • Das Kabarett „… nach Hengstmanns“ mit den HengstmannBrüdern Sebastian und Tobias Hengstmann und ihrem Vater Frank Hengstmann sowie Bernd Kurt Goetz befindet sich seit 2008 im Breiten Weg in Magdeburg. Die Stücke basieren neben üblicher politischer Satire oft auf der verwandtschaftlichen Beziehung der beiden Brüder.
  • Außerdem spielen in der Magdeburger Feuerwache, einem soziokulturellem Zentrum der Stadt, Lothar Bölck und das 1972 gegründete Studentenkabarett „Prolästerrat für Studienungelegenheiten“.
  • Seit 2013 bereichert das Trio Po-Ente die Magdeburger Kabarettszene. Auftreten werden sie zunächst im Club Kiste, auf dem Medizincampus der Universitätsklinik.[42]

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten]

Größtes Hotel Magdeburgs, das Maritim-Hotel

2013 übernachteten über 553.000 Gäste in Magdeburg, darunter über 76.000 aus dem Ausland. Somit liegt Magdeburg unter den 40 meistbesuchten deutschen Städten.[43] Die Landeshauptstadt konnte die Übernachtungszahl um fast 50% im Gegensatz Rekordtiefpunkt im Jahr 2000 steigern.[44][45]

Die Magdeburger Hotellandschaft bestand im Oktober 2013 aus 38 Unterkünften mit einer Bettenkapazität von rund 4.600 Betten, dessen Auslastung bei rund 40 Prozent lag. Die Verweildauer der Hotelgäste aus Deutschland beträgt im Durchschnitt 1,7 Tage, die der Gäste aus dem Ausland 2,1 Tage.[46] Zu den größten und vornehmsten Hotels Magdeburgs gehören das Maritim-Hotel und das Herrenkrug Parkhotel. Hauptsächlich verantwortlich für das Marketing der Stadt Magdeburg ist die Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT GmbH).

Magdeburg ist Teil mehrerer touristischer Reiserouten. Der 1200 km lange Elberadweg, einer der beliebtesten Radwege Deutschlands, führt durch die Stadt entlang der Elbe. Auf der Straße der Romanik kann eine Vielzahl von Bauwerken aus der Zeit des Mittelalters besichtigt werden. Die Nord- und die Südroute der Straße der Romanik treffen sich in Magdeburg.

Weiterhin ist die Stadt an der Wasserwanderroute Blaues Band gelegen, die entlang der Elbe führt und Teil der Gartenträume Sachsen-Anhalt ist, eines landesweiten Netzwerks zur Wiederentdeckung historischer Park- und Gartenanlagen. Des Weiteren befindet sich die „Straße der Technik“ in Magdeburg, die über die ingenieurtechnischen Bauwerke in der Region informiert, darunter zum Beispiel das letzte betriebsfähige Zwei-Schwimmer-Hebewerk in Europa, das seit dem 13. Jahrhundert existierende Gerberhandwerk, die letzte original erhaltene Telegrafenstation Deutschlands und das ehemals längste geradlinige Gradierwerk in Europa.

Zu den bekanntesten Freizeiteinrichtungen gehören die Gruson-Gewächshäuser, einem botanischem Garten mit über 3000 exotischen und heimischen Gewächsen und einigen Reptilien.

Nautica-Erlebnisbad
Das CinemaxX Kino und City Carré im Stadtzentrum

Neben dem großen Erlebnisbad Nautica befinden sich weitere Schwimmbäder und Freibäder in Magdeburg, dazu gehören die Elbeschwimmhalle, welche auch Bestandteil des Bundesleistungszentrums für Schwimmen ist, die Schwimmhalle Olvenstedt, die Schwimmhalle Nord, die Schwimmhalle Große Diesdorfer Straße, das Carl-Miller Bad, das Freibad Süd und das Erich-Rademacher Freibad. Außerdem besitzt Magdeburg das Tauchcenter Magdeburg, in dem Tauchausbildungen, sowie Tauchreisen durchgeführt werden können.

Die größten Seen Magdeburgs sind die Barleber Seen, der Salbker See I, der Salbker See II, der Adolf-Mittag-See mit Tretbootverleih, der Halberstädter See und der Neustädter See als Badesee mit einer Wasserskianlage „Cable Island“.

Magdeburgs große Kinokomplexe sind das Cinemaxx-Kino in der Innenstadt und das Cinestar-Kino am Pfahlberg an der BAB 2. Zu den kleineren Kinos gehören das Studiokino, die Oli Lichtspiele, die Scala-Filmtheater Sudenburg und Magdeburgs kleines Kino, das Kulturzentrum Moritzhof. Im Sommer finden außerdem einige Freilichtkinos statt, das größte ist das SWM-City-Sommerkino im Stadtpark.

Der Elbauenpark, gebaut für die Bundesgartenschau 1999 in Magdeburg, beinhaltet einen Naturspielplatz, eine 40 m lange Sommerrodelbahn, einen 25 m hohen Kletterfelsen, eine Frisbee-Disc-Golf-Parcour, einen Fitness- und Skateparcour, einen Hochseilgarten, einen Irrgarten, ein Schmetterlingshaus mit über 250 Faltern in 20 Arten und den berühtem Jahrtausendturm mit einer Vielzahl an Ausstellungen über die Entwicklung der Wissenschaft.

Ein weiterer Erlebnispark ist der Herrenkrugpark mit der Messe Magdeburg, einem Golfplatz, der Pferderennbahn Herrenkrugwiesen und dem Erlebnisbad Nautica.

Im Stadtpark Rotehorn wurde im Jahr 2013 ein moderner Skatepark nahe dem Albinmüller-Turm und der Stadthalle eröffnet

Unter den verschiedenen Bowlingeinrichtungen der Stadt gehört die Bowling World Magdeburg mit seinen 30 Bahn großen Bowlinganlage, Billardtischen, Tischtennisplatten, zahlreichen Videospielautomaten und einer eigenen Sportsbar zu den größten.

Magdeburg verfügt außerdem Indoor- und Outdoor Cross-Strecken, die Moto-Cross-Strecke Magdeburg und die SX Motocross-Halle Magdeburg. Der Rennring Magdeburg in Buckau ist eine 500 m lange Indoor-Go-Kart-Strecke, der größten Kartbahn Sachsen-Anhalts.

Im Erlebnispark Magdeburg kann man auf einem über 100.00 m² großen Sandgebiet mit großen und kleinen Kettenbaggern, Minibaggern und kleinen und großen Radladern den Umgang mit den verschiedenen Baumaschinen testen oder auch den fachgerechten Umgang erlernen.

Große Sportstätten der Stadt sind die MDCC-Arena, das Heinrich-Germer-Stadion, die GETEC Arena und die Hermann-Gieseler-Halle. Außerdem wird auf dem Flugplatz Magdeburg Flugsport betrieben.

Adolf-Mittag-See

Zoologischer Garten[Bearbeiten]

Herrenkrugpark
Klosterbergegarten

Der 16 Hektar große Zoo Magdeburg beherbergt über 1000 Tiere in rund 180 Tierarten. Er befindet sich im Vogelgesangpark Neue Neustadt. Jährlich besuchen ihn über 300.000 Besucher. Zurzeit wird er von einem „klassischen Zoo“ zu einem Erlebniszoo umgebaut. Der Zoo ist an über 43 Erhaltungszuchtprogrammen und internationalen Zuchtbüchern beteiligt. In Anlagen wie dem Giraffenhaus, Menschenaffenhaus, Erdmännchengehege oder im Streichelgehege sollen Besucher relativ nah, aber sicher, an die Tiere herangeführt werden, wobei die Tiere in artgerechten Umgebungen leben.

Geöffnet ist er 365 Tage im Jahr, geschlossen wird er abends, wenn die Dämmerung einsetzt.

Parks und Gärten[Bearbeiten]

Magdeburg gehört zu den grünsten Städten Europas. Zu den beliebtesten Parks gehört der Elbauenpark, auf dem 1999 die Bundesgartenschau stattfand. Zu seinen wichtigsten Attraktionen gehören das Schmetterlingshaus, die 14 Themengärten, die Panoramabahn oder der Irrgarten. Außerdem bietet er viele weitere familienfreundliche Attraktionen, wie den Kletterturm, den Jahrtausendturm, die Sommerrodelbahn oder den Kletterpark. Ebenso beliebt ist der Herrenkrugpark, der zu den schönsten und natürlichsten Parks der Stadt gehört. Der größte Park der Stadt ist der Stadtpark Rotehorn, in dem sich die Stadthalle, die Hyparschale, der Aussichtsturm, das Pferdetor oder das Fort XII befinden. Diese drei Parks und der Klosterbergegarten, der älteste Volkspark Deutschlands, gehören zum Netzwerk Gartenträume Sachsen-Anhalt.

Die renaturierte Festungsanlage Glacis, die sich ehemals einmal um die Innenstadt zog, ist durch den Magdeburger Ring geteilt. Nahe dem Zoo befindet sich der Vogelgesangpark mit seinen großen Parkanlagen und den vielen einzelnen Gärten.

Weitere Anlagen in Magdeburg sind die Goetheanlagen, der Volkspark Westerhüsen, der Amtsgarten Ottersleben, der Florapark, der Nordpark, der Geschwister-Scholl-Park, der Schneidersgarten als Magdeburgs kleinster Park, der Fürstenwall, der Gutspark Benneckenbeck, der Hohepfortewall, die Materlikanlage und die Elbuferpromenade im Bereich Altstadt und Buckau.

Die Seebühne im Elbauenpark

Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Stadthalle, Aussichtsturm und Museumsschiff Württemberg
Gesellschaftshaus

Magdeburg bietet ein breites Spektrum an Veranstaltungsorten, die für Konzerte, Sportveranstaltungen, Tanzveranstaltungen, Vorlesungen, Konferenzen, Versammlungen und vieles mehr genutzt werden. Die GETEC Arena, ehemals Bördelandhalle, ist eine sehr moderne und die größte Mehrzweckhalle Sachsen-Anhalts. Neben Sportveranstaltungen finden dort auch Konzerte oder Fernsehproduktionen statt. Andere große Hallen der Stadt sind die Stadthalle mit Platz für über 4.000 Zuschauer, das AMO Kultur- und Kongreßhaus oder die Messe Magdeburg. Platz für Konzerte und andere Veranstaltungen bieten auch die Johanniskirche, die Konzerthalle „Georg Philipp Telemann“ im Kloster Unser Lieben Frauen, die Seebühne im Elbauenpark, die Pauluskirche (regelmäßiger Auftrittsort des Magdeburger Kantatenchores), das von Friedrich Schinkel erbaute Gesellschaftshaus im Klosterbergegarten mit seinen verschiedengroßen Sälen, das „Thiem 20 – Haus für junge Kunst“ oder der Moritzhof, ein unter Denkmalschutz stehender Vierseithof.

Diverse Arten von Diskotheken und Clubs befinden sich ebenfalls in Magdeburg. Zu den bekanntesten Clubs der Stadt gehören der Prinzzclub, ein Szeneclub in der Halberstädter Straße, der vorwiegend House-, Elektro- und Blackmusic-Veranstaltungen anbietet, die Festung Mark, die neben elektronischen Musikveranstaltungen auch für kulturelle Veranstaltungen sorgt und das Kulturwerk Fichte, eine denkmalgeschützte Industriehalle aus den Gründerzeiten, wo Szenepartys und andere Großveranstaltungen stattfinden. Das Alte Theater am Jerichower Platz dient als Kulturzentrum mit vielfältiger Nutzung von Partys bis zu Kongressen. Ebenfalls ein Industriefeeling bietet die ehemalige Fabrikhalle Factory im Süden der Stadt, in der regelmäßig deutsche und internationale Pop-, Rock-, Metal-, Indie-Bands spielen und Diskoveranstaltungen stattfinden. Zu den edelsten Clubs der Stadt gehört das First, welches einen Mix aus Lounge und Club bietet. Mit 45 Jahren ist der Studentenclub Baracke ältester Club der Stadt und befindet sich direkt auf dem Gelände der Otto-von-Guericke-Universität.

Weitere Clubs der Stadt
  • Alte Diamantfabrik – altes Industriegebäude, das zum Veranstaltungsort umfunktioniert wurde
  • Discoturm Nautica (Pearl Club) – Diskothek im Nautica-Erlebnisbad mit einmaliger Architektur
  • Boys’n’Beats – Club für Schwule und Lesben
  • Feuerwache – Alte Feuerwache, ausgebaut zu einem Ort für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Tanzveranstaltungen (Schwoof Partys, Bluelines, Rock’n Roll Highschool)
  • Funpark – Großraumdiskothek mit verschiedenen Musikbereichen
  • Gröninger Bad – Eventlocation für Konzerte verschiedener Musikrichtungen
  • High Ende Club – Club nahe dem Hasselbachplatz mit abwechslungsreichen Events
  • Kiste – Studentenclub der Medizinischen Fakultät mit regelmäßigem Veranstaltungsprogramm im Stil der 1960er Jahre „Holzkisten“
  • Kunstkantine – Club in Magdeburg Buckau, vorwiegend Minimalmusik
  • Lokschuppen Alte Neustadt – nach mehrjährigem Leerstand wird einer der ältesten erhaltenen rechteckigen, deutschen Lokschuppen für diverse Veranstaltungen genutzt
  • Projekt 7 – Nachtclub auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität, hier finden regelmäßig Konzerte und Discoveranstaltungen im Bereich Indie-Pop und -Rock statt, größtenteils organisiert vom projekt7 e. v. und dem rodeo|club
  • Sackfabrik – Live-Konzerte und andere diverse Tanzveranstaltungen
  • Strandbar – einer der ersten Citybeachkonzepte Deutschlands, einem Strand nachempfundener Club direkt an der Elbe
  • Montego Beachclub – ebenfalls einem Strand nachempfundener Club mit Sand, Holzstegen, Palmen und einem großen Pool im Rotehornpark
  • The Club – im Untergeschoss der Hasselbachpassage
  • Triebwerk Magdeburg – ehemal. Junkerswerke, Konzerte und Partys
  • Infinity Club – ehemal. Looop, hauptsächlich House- und Electropartys
  • Geheimclub Magdeburg - ehemal. Gewölbekeller, Technoclub in der Innenstadt

Sport[Bearbeiten]

In Magdeburg beheimatet sind zahlreiche Sportvereine. Einige von ihnen sind auch überregional, bundesweit und weltweit bekannt, zum Beispiel der 1. FC Magdeburg oder der SC Magdeburg. Diese und andere Vereine brachten in den letzten 100 Jahren mehr als 100 Sportler hervor, die in Europa- und Weltmeisterschaften, bei Olympia und durch Weltrekorde über 400 Medaillen nach Magdeburg brachten. Für sie wurde im Breiten Weg 2007 Deutschlands erster „Sports Walk of Fame“ geschaffen, wo die Stadt die Sportler mit dem Verlegen von Bodenplatten mit eingearbeitetem Namen, sportlicher Leistung und dessen Jahr ehrt.

Magdeburg besitzt einen der beiden Olympiastützpunkte in Sachsen-Anhalt. Der Stützpunkt ist eine sportartübergreifende Betreuungs- und Serviceeinrichtung, um Spitzen- und Nachwuchssportler in den Olympiasportarten zu fördern. Außerdem ist Magdeburg Sitz des Landessportbundes Sachsen-Anhalts, dem im Januar 2008 rund 362.881 Mitglieder und 3227 Sportvereine angehörten.[47]

Seit 2004 findet jährlich der Magdeburg-Marathon durch die Stadt Magdeburg statt. Wählen kann man zwischen der 42 km langen Marathon-Strecke, der Halb-Marathon-Strecke, der 13 km langen Strecke oder der Mini-Marathon-Strecke. Start und Ziel ist immer die Messe Magdeburg.

Fußball[Bearbeiten]

Innenansicht der MDCC-Arena

Die Fußballtradition in Magdeburg geht zurück auf die 1880er Jahre. Der bekannteste Verein, der 1. FC Magdeburg, spielt viertklassig in der Regionalliga (Stand: Saison 2013/14). Zu DDR-Zeiten spielte der Verein in der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der DDR-Oberliga, wo er drei Mal den Meistertitel holte. Außerdem gewann der 1. FC Magdeburg sieben Mal den nationalen Pokal (FDGB-Pokal), 1974 wurde der Club als einzige Mannschaft der DDR Europapokalsieger (Europapokal der Pokalsieger). Der 1. FCM ist mit zehn Siegen auch gleichzeitig Rekordpokalsieger in Sachsen-Anhalt (Stand 2014). Spielstätte ist die MDCC-Arena mit Platz für 27.250 Zuschauer. Die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg spielt derzeit in der Verbandsliga.

Der Magdeburger FFC, ein Frauenfußballverein, spielt derzeit in der 2. Bundesliga Nord. Andere Vereine Magdeburgs sind zum Beispiel Fortuna Magdeburg, Magdeburger SV 90 Preussen, MSV Börde, TuS 1860 Magdeburg-Neustadt, Arminia Magdeburg oder der ESV Lok Magdeburg, welche in den unteren Ligen wie der Verbands- oder Landesliga spielen.

Magdeburg ist zudem Sitz des Fußballverbands Sachsen-Anhalt.

Handball[Bearbeiten]

Die Abteilung Handball des SC Magdeburg spielt zurzeit in der Handball-Bundesliga, der höchsten Spielklasse im deutschen Handball, und gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Handballvereine. Er war der erste deutsche Verein, der 2002 die Champions League des Handballs gewinnen konnte. Andere Erfolge sind zehn DDR-Meistertitel, fünf Europapokalsiege, sechs nationale Pokalsiege und der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2001. Heimatspielstätte ist die GETEC Arena, die rund 7000 Zuschauer fasst.

Die zweite Mannschaft, genannt SCM Youngsters, trägt ihre Drittliga-Spiele in der Hermann-Gieseler-Halle aus.

Die Mannschaft des HSC 2000 Magdeburg spielt derzeit in der Verbandsliga (Frauen).

Boxen[Bearbeiten]

Magdeburg besitzt seit 2000 Ostdeutschlands einzigen Profi-Boxstall, SES Sport.[48] Er ist der drittgrößte deutsche Boxpromotor und arbeitet eng mit Universum/Spotlight zusammen. Mehr als 65 Profiboxveranstaltungen wurden bisher organisiert, im Team sind vier amtierende Weltmeister unter den 13 aktiven Boxern. Betreut werden sie von fünf Trainern. Zu den bekanntesten Boxern zählen Timo Hoffmann, Robert Stieglitz, Oliver Güttel, Ramona Kühne und Dejan Zavec. Austragungsort der meist auch im Fernsehen übertragenen Boxkämpfe ist die GETEC-Arena.

Des Weiteren besteht der Verein „Punching-Magdeburg“, der bereits 1922 gegründet wurde. Bereits drei Tage nach Bestehen des Vereins wurde einer der Boxer Meister im Mittelgewicht und wurde somit der erste Titelhalter des Vereins. 1947 aufgelöst, wurde der Verein 55 Jahre später mit originalem Logo und originalen Vereinsfarben wieder ins Leben gerufen.

Schwimmen[Bearbeiten]

Die Elbeschwimmhalle ist unter anderem Bundesleistungszentrum für Schwimmen

Der MSC von 1896 war ehemals ein erfolgreicher Schwimmverein, weswegen sich Magdeburg zur Hochburg des deutschen Schwimmsports entwickelte. Zu erwähnen wären Oskar Schiele, der mit über 700 Siegen der erfolgreichste Schwimmer in Magdeburgs Geschichte war, oder Wilhelm Lützow. Heute befinden sich im Verein nur noch Altersschwimmer und deren Angehörige, aktive Schwimmer befinden sich in den Vereinen SC Magdeburg und SC Hellas Magdeburg.

Der SC Magdeburg gehört zu den traditionsreichsten Schwimmsportabteilungen in Deutschland und hat je ein Team der Herren und Damen in der 1. Bundesliga Schwimmen. Trainingsstätte ist die Elbeschwimmhalle, bekannteste Schwimmer des Vereins sind die Weltmeisterin Antje Buschschulte, Christina Werner, Leif-Marten Krüger oder die Olympiasiegerin von 1992, Dagmar Hase. Bekannte Sportler des SC Hellas Magdeburg sind der Weltrekordler Erich Rademacher, Gustav Frölich oder Otto Cordes. Zwischen 1930 und 1942 galt der Verein sogar als der erfolgreichste deutsche Schwimmverein.

1934 wurden die 4. Schwimmeuropameisterschaften in Magdeburg mit 17 Nationen und über 300 Athleten ausgetragen. Sie fand in der eigens errichteten Europakampfbahn statt.

Andere Sportarten[Bearbeiten]

Die American Footballer des „Magdeburger Sportvereins ’90“, die „Virgin Guards“, spielten bis 2011 in der German Football League 2. Spielstätte ist das Heinrich-Germer-Stadion, welches knapp 5000 Zuschauerplätze hat. 2011 wurde in Magdeburg das Endspiel der German Football League, der German Bowl, in der MDCC-Arena ausgetragen.

Pferderennen haben in Magdeburg eine lange Tradition. Auf der Pferderennbahn Herrenkrugwiesen finden schon seit 1838 regelmäßig Veranstaltungen mit Pferderennen statt. Jedes Jahr finden mindestens 4 Rennen statt.

Zwischen 1972 und 2004 gewann die Abteilung der Ruderer des SC Magdeburg insgesamt acht Gold- und drei Bronzemedaillen. Das erste olympische Gold holte Wolfgang Güldenpfennig. Magdeburgs Ruderer sind fest in der Weltspitze etabliert, darunter Sportler wie Peter Kersten, Martin Winter, Wilhelm Ulrich oder die Olympiasiegerin und Weltmeisterin Manuela Lutze.

Die Abteilung Leichtathletik des SC Magdeburg existiert seit 1958 und hat seitdem vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen und zwei Gold-, fünf Silber- und fünf Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften errungen. Aushängeschild der Leichtathletik beim SC Magdeburg war jahrelang die 400-Meter-Läuferin Grit Breuer. Auch bekannte Leichtathleten waren Nils Schumann, Raymond Hecht, Dagmar Käsling und Klaus Lobach. Athleten der Spitzenklasse sind die Olympia-Zweite Nadine Kleinert, Raymond Hecht, der den deutschen Rekord im Speerwerfen mit 92,60 m hält, Ruwen Faller, Fabian Heinemann oder Janin Lindenberg.

Im April 1994 wurden die „Magdeburg Poor Pigs“ gegründet, eine Baseball- und Softball-Mannschaft. 2009 stiegen sie von der Länderliga Baseball in die Mitteldeutsche Liga Baseball (MDLB) auf. Die Poor Pigs spielen im Stadtteil Westerhüsen auf dem Sportkomplex „Tonschacht“, der 2010 eröffnet wurde und internationalen Spielfeldmaßen entspricht.

Wasserball hat in Magdeburg eine lange Tradition. Bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war Magdeburg eine Hochburg des Wasserballs, unter anderem auch durch den „Magdeburg Schwimmclub von 1896“.[49] Spätere Erfolge in der DDR durch den SG Dynamo Magdeburg mit 18 Wasserball-Meister-Siegen und acht Wasserball-Pokalsiegen, bisher in beiden Fällen Rekordtitelträger, zeigen die Bedeutung der Sportart in der Stadt. Die Wasserball-Union Magdeburg spielt in der Wasserball-Bundesliga (DWL). Wettkämpfe finden in der Dynamo-Schwimmhalle statt.

Hermann-Gieseler-Halle, Spielstätte des BBC Magdeburg

Die 1. Herrenmannschaft des im Jahr 2002 gegründeten Basketballvereins BBC Magdeburg spielte bis zur Saison 2012/2013 in der Regionalliga Nord und gewann im Jahr 2013 den BVSA-Pokal (Basketballvereinigung Sachsen-Anhalt). Mit der Zweitplatzierung in der Saison 2012/2013, der höchsten seit 2003, konnte aus sportlicher Sicht kein Aufstieg aus der 1. Regionalliga Nord geschaffen werden. Jedoch setzte sich der Verein für einen Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProB und gleichzeitig ProA[50] ein. Der Einzug in die Pro A konnte durch den wirtschaftlich begründeten Lizenzentzug des Düsseldorfer Basketballvereins Düsseldorf Baskets[51] und einem erfolgreichen Wildcardverfahren[52] geschaffen werden. Seit der Saison 2013/2014 nennt sich der BBC Magdeburg, als Teil der seit 2010 propagierten Aktion „Ottostadt Magdeburg“, selber „Otto Baskets“. Dadurch soll die Verbundenheit des Vereins mit der Stadt gestärkt und dessen Bekanntheitsgrad weiter gesteigert werden.

Die Kanuten des SC Magdeburg sind aktuell die international erfolgreichste Abteilung des Vereins, da sie zahlreiche Weltmeister und olympische Medaillengewinner hervorbrachten. 1960 sorgte Günter Perleberg für das erste olympische Gold, 1974 holte der Magdeburger Verein in Mexiko WM-Gold. Weitere bekannte Kanuten des Vereins sind Olympiasieger Björn Bach, Bernd Duvigneau, Andreas Ihle oder Mark Zabel.

Am Flugplatz Magdeburg finden einige Luftsportarten statt, darunter zum Beispiel Fallschirmspringen und Segelfliegen. Der Flugplatz ist Sitz des Vereins FSV Magdeburg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Frühling[Bearbeiten]

Das Stadtfest-Magdeburg, welches jedes Jahr zu Pfingsten stattfindet

Die Magdeburger Frühjahrsmesse, ein dreiwöchiger Rummel zum Frühlingsanfang, findet jährlich auf dem Messeplatz „Max Wille“ am Kleinen Stadtmarsch direkt am Elbufer statt. Seit 2010 werden im März/April die RoboCup German Open in den Magdeburger Messehallen ausgetragen.[53] Tausende Besucher verfolgen in verschiedenen Disziplinen, unter anderem Roboterfußball, internationale Teams, die mit ihren Robotern gegeneinander antreten.

Jährlich finden seit 2000 die Day of Thunder auf dem Magdeburger Flugplatz statt. In 15 verschiedenen Rennklassen treten unterschiedliche Bauarten von Mopeds, Motorrädern, Autos und Quads bei einem 1/8-Meilen-Rennen gegeneinander an. Außerdem finden auf einer Showbühne Wettbewerbe wie „Best of Show“, „schönstes Gesamtkonzept“, „Beste Lackierung“, „Bester Innenraum“, „Best of Sound“, „Best of Exhaust“ und ein „dB-Sound-Contest“ statt.

Die Elbauennacht lässt jedes Jahr den Elbauenpark zu einer großen Multimediashow mit Licht, Laser, Feuerwerk und Musik werden.

Das Europafest Magdeburg, das größte Volksfest der Stadt, erstreckt sich jeden Mai von der Julius-Bremer-Straße bis zur Danzstraße und findet am Pfingstwochenende statt. Über hunderttausend Besucher werden durch Künstler auf drei Bühnen unterhalten, dazu kommen Karussells, Fahrgeschäfte und viele Familienattraktionen.

Sommer-Open-Air auf dem Domplatz
„Elbe in Licht und Flammen“

Das Magdeburger Historienspektakel Spectaculum Magdeburgense im Mai im Bereich der alten Festungsanlagen ist die größte Mittelalterveranstaltung der Region. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen, darunter zum Beispiel Fakirshows, Theaterveranstaltungen, ein Mittelaltermarkt und musikalische Klänge aus dieser Zeit, unterhalten die Besucher. Jedes Jahr an Christi Himmelfahrt findet das Fest der Begegnungen gegen Fremdenfeindlichkeit im Rotehornpark statt.

Sommer[Bearbeiten]

Neben den Kreuzgangserenaden im Dom findet im Juli/August auch das überregional bekannte Sommer-Open-Air des Theater Magdeburg auf dem Magdeburger Domplatz statt.

Die BallonMagie-Tage im Elbauenpark werden jährlich im August veranstaltet. Mehrere Heißluftballons starten gleichzeitig und bereichern den Magdeburger Himmel. Sonderformen wie Eistüten, Würstchendosen oder Luftschiffe sind unter den Ballons vertreten.

Der Christopher Street Day, ebenfalls im August, ist ein Festtag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Demonstriert wird für die Rechte und gegen die Ausgrenzung dieser Gruppen. Er findet in zahlreichen Städten Deutschlands statt. Die Parade erstreckt sich vom Bahnhof Neustadt durch die Innenstadt, den Hasselbachplatz in die Liebigstraße.

Rund um das historische Viertel am Magdeburger Dom findet seit 2011 jährlich das dreitägige Kaiser Otto Fest statt, bei dem Gebäude und Plätze wie die Bastion Cleve, das Kloster Unser Lieben Frauen, der Möllenvogteigarten, der Fürstenwall oder der Dom selber Veranstaltungsorte mittelalterlicher Attraktionen, Auftritte und Festumzüge wie zum Beispiel die Kaiserkrönung Ottos I., Ritterturniere, Falknershows und mittelalterliche Gesänge werden. Das Fest soll an die Bedeutung der Stadt Magdeburg als Wiege der deutschen Nation und der europäischen Geschichte erinnern.

Seit 2010 findet jährlich Ende August die Eurofurence, das größte Treffen von Furries, im Maritim Hotel Magdeburg statt. Das Treffen wird von über 1000 Furries aus allen Ländern besucht.

Herbst[Bearbeiten]

Im September wird in Magdeburg das Landeserntedankfest, die größte öffentliche Veranstaltung des landwirtschaftlichen Berufsstandes in Sachsen-Anhalt, im Elbauenpark gefeiert. Dazu kommen das Jazzfestival DIAGONALE, die Literaturwochen, eine Veranstaltung für Literaturfreunde mit vielen Angeboten und Ausstellungen, Vorlesungen und Aufführungen, das Kunstfestival Magdeburg, das OMMMA (Ostmobil-Meeting Magdeburg) und die Magdeburger Herbstmesse, ein zum Herbstanfang stattfindender dreiwöchiger Rummel auf dem „Kleinen Stadtmarsch“. 2010 feierte sie ihr 1000-jähriges Bestehen, denn sie findet im heiligen Fest der Thebäischen Legion von Erzbischof Tagino, welches am 22. September 1010 gefeiert wurde, ihren Ursprung. Somit ist es das älteste Volksfest Deutschlands.

Die Kulturfesttage, das Drachen- und Lichterfest, wo auch Europas größte Windturbine zu bestaunen ist, das Internationale Tanzturnier und der Ball der Wirtschaft werden im Oktober gefeiert. Im November findet eine Videoexposition der Studiengänge Medienbildung und Computervisualistik an der Universität Magdeburg statt.

Winter[Bearbeiten]

Weihnachtsmarkt Magdeburg

Die größte Veranstaltung des Jahres ist der Magdeburger Weihnachtsmarkt mit rund 135 Ständen. Er lockt jedes Jahr über 1,5 Million Besucher an, wird auf dem Alten Markt ausgetragen und bietet viele Attraktionen, zum Beispiel tägliche Live-Musik, eine Weihnachtsmannsprechstunde, Märchenaufführungen und den historischen Weihnachtsmarkt. Er gilt als einer der kinderfreundlichsten Weihnachtsmärkte Deutschlands und ist der täglich am längsten geöffnete Weihnachtsmarkt in Deutschland.[54]

Im Januar findet jährlich die sogenannte Meile der Demokratie mit über 10.000 Besuchern statt, wobei der Breite Weg bis zum Hasselbachplatz Austragungsort mit zahlreichen Aktionen, Infoständen, Gesprächsstunden und umfangreichem Bühnenprogramm für diese Veranstaltung ist. Sie soll ein Zeichen gegen den zeitgleich stattfindenden Aufmarsch von Rechtsextremen in der Stadt sein, die um die Opfer der Luftangriffe auf Magdeburg vom 16. Januar 1945 „trauern“, diese mit dem Holocaust und den Ermordeten in den Konzentrations- und Vernichtungslagern gleichsetzen und somit die nationalsozialistischen Massenmorde verharmlosen.

Musik[Bearbeiten]

In Magdeburg finden über das Jahr verteilt zahlreiche verschiedene Musikveranstaltungen statt, darunter auch viele zu Ehren des Magdeburger Barockkomponisten Georg Philipp Telemann. An geraden Jahren werden seit 1990 im März/April die Magdeburger Telemann-Festtage veranstaltet, welche aus Aufführungen und Interpretationen von Werken des Komponisten bestehen. Ein Bestandteil dessen sind die Festtage der Musikwissenschaft,die Internationalen Wissenschaftlichen Konferenzen, die Telemann-Akademien für Musikstudierende und junge Musiker und die Opernakademie „Georg Philipp Telemann: Der geduldige Socrates“. Der Internationale Telemann-Wettbewerb findet an ungeraden Jahren seit 2001 statt und ruft weltweit Teilnehmer zwischen 18 und 34 dazu auf, Werke von Telemann und dessen Zeitgenossen auf historischen Instrumenten, beziehungsweise Kopien, nachzuspielen. Die Konzertreihe "Sonntagsmusiken", initiiert von den Magdeburger Telemannfreunden, finden seit November 1961 am jeweils ersten Sonntag im Monat statt (Ausnahme Juli/August). Im Mittelpunkt der Konzertprogramme steht die Kammermusik Telemanns und seiner Zeitgenossen. Auch Telemanns Kirchenmusik rückt dabei in den Blickpunkt.

Eine weitere musikalische Veranstaltung sind die Orgelfesttage an den drei größten und bedeutendsten Orgeln der Stadt und zwar an der Jehmlich-Orgel im Kloster Unser Lieben Frauen, an der Eule-Orgel in der Kathedrale St. Sebastian und an der großen Schuke-Orgel im Magdeburger Dom.

Im Frühjahr finden außerdem die Magdeburger Songtage statt, bei denen an mehreren Tagen Interpreten an verschiedenen Orten in der Stadt auftreten und Konzerte geben.

Die recht überschauliche Jazz-Szene in Magdeburg bietet trotzdem über das Jahr verteilt Veranstaltungen an. Seit 1995 wird das Open-Air-New-Orleans-Jazz-Festival ausgetragen. Der Herrenkrugpark wird in eine große Bühne verwandelt, und es treten Jazz-Künstler auf, die rund 15.000 Besucher unterhalten. Weitere Veranstaltungen sind Jazz! im Schauspielhaus, die Kunst Kultur Karstadt, die Gitarren-Nächte der AG Jazz, die DIAGONALE und ab Herbst 2015 die Jazztage Magdeburg.

Seit 2007 wird das zweitägige Rockmusikfestival Rock im Stadtpark durch Deutschlands jüngste Festivalorganisatorin Janin Niele organisiert, das jedes Jahr mehrere Tausend Besucher anlockt. Es findet im Stadtpark Rotehorn statt, seit 2011 erstmals auf zwei Bühnen, und ist bekannt dafür, dass vorwiegend deutsche Bands dort spielen.

Ein besonderes Highlight im Jahr bildet die Fête de la Musique Magdeburg. Auf elf Bühnen, verteilt in der gesamten Innenstadt Magdeburgs und im Stadtpark Rotehorn, treten über 150 Bands und Solokünstler vor jährlich tausenden Zuschauern auf. Für das Publikum sind die Veranstaltungen gratis. Weltweit findet die Fête de la Musique in über 500 Städten statt.

Der größte Nachwuchswettbewerb Sachsen-Anhalts wird veranstaltet von den Stadtwerken Magdeburg und sucht musikalische Talente aus Magdeburg und den umliegenden Landkreisen. Der SWM TalentVerstärker findet seit 2002 statt, bis 2013 unter dem Namen SWM MusiCids, und bietet den Talenten den ersten Schritt eine Karriere zu beginnen. Berühmtestes Beispiel ist die Band Devilish, die später bekannt wurde als die weltweit berühmte Magdeburger Band Tokio Hotel.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Als lokale kulinarische Spezialitäten gelten „Bötel“, Eisbein mit Sauerkraut, Erbsenpüree und Salzkartoffeln, die „Gehacktesstippe“, eine dunkle Sauce mit gemischtem Hackfleisch, die mit Kartoffeln gegessen wird, und „Pottsuse“, ein Brotaufstrich aus Schweinefleisch, Schmalz und einigen Gewürzen.

Große Einkaufsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Das City Carré
Allee-Center Innenansicht

Zu den traditionellen Einkaufsmeilen gehören unter anderem der 2,2 Kilometer lange Breite Weg, der im ebenso beliebten Hasselbachplatz endet, die Leiterstraße und die Ernst-Reuter-Allee. Weitere große Einkaufsmeilen befinden sich unter anderem noch in Neue Neustadt und in Sudenburg. Trotzdem finden sich deutlich weniger historisch gewachsene Einzelhandelsstrukturen als in anderen Städten gleicher Größenordnung.

Magdeburg wird eher geprägt durch größtenteils nach der Wende entstandene Einkaufszentren. Im Stadtzentrum gelegen sind das Allee-Center, das City-Carré, das Ulrichshaus sowie die Kaufhäuser Karstadt und Papenbreer. Am Stadtrand gelegen sind unter anderem der Bördepark im Süden der Stadt nahe dem Flugplatz sowie der Florapark im Nord-Westen der Stadt, das größte Einkaufszentrum in Sachsen-Anhalt. Dadurch haben Magdeburgs Einwohner im Einzelhandel zusammen mit einer vielfältigen Landschaft an Supermärkten, Discountern und Einkaufshäusern mit 2,5 Quadratmetern Verkaufsfläche pro Einwohner einen Spitzenplatz in Deutschland.

Stolpersteine[Bearbeiten]

Weltweit wurden bisher 22.000 Stolpersteine verlegt, um an das Schicksal der Menschen zu erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Im Stadtgebiet Magdeburgs wurden bisher 263 solcher Steine verlegt. (Stand: 10. März 2011)[55]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

Polte-Werk um 1905
Röstfein Kaffee-Fabrik

Magdeburg ist eines der ältesten Industriezentren Deutschlands, was an der günstigen Verkehrslage im Schnittpunkt Deutschlands und Europas mit wichtigen Verkehrsadern liegt und was auf die große Fruchtbarkeit des Bodens westlich der Elbe und auf die Mineralschätze im Magdeburger Umland, z. B. Salz, Kali und Braunkohle, zurückzuführen ist. Bis zum 19. Jahrhundert stützten sich Handel und Elbverkehr auf Vorrechte wie Stapel-, Markt-, Zoll- und Münzrecht.

Es siedelten sich bekannte Maschinenbauunternehmer an. Beispielsweise eröffneten 1828 die „Magdeburger Dampfschiffahrt-Companie“ und die Maschinenfabrik „Alte Bude“. Durch die Erweiterung des Schienennetzes in Magdeburg vergrößerte sich die Wirtschaft zunehmend. 1850 gründete Bernhard Schäffer das Armaturenwerk „Schäffer & Budenberg“, 1855 Hermann Gruson die „Maschinen-Fabrik und Schiffsbauwerkstatt H. Gruson Buckau-Magdeburg“ (Grusonwerk – ab 1893 Tochterfirma der Friedrich Krupp AG), Rudolf Ernst Wolf eröffnete 1862 eine Maschinenfabrik (1928 Fusion zur Maschinenfabrik Buckau R. Wolf), welche neben der Armaturenfabrik Polte zu den führenden Munitionsfabriken wurde, und 1886 nahm Fahlberg-List die weltweit erste Saccharinfabrikation auf. In der so genannten Gründerzeit des 19. Jahrhunderts siedelten sich in Magdeburg weitere Unternehmen an.

Diese Betriebe bildeten das Fundament für die „Stadt des Schwermaschinenbaus“, wie Magdeburg in der DDR genannt wurde. Das Grusonwerk wurde Mitte 1946 zunächst eine Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG), Ende 1953 mit 11.500 Mitarbeitern zum VEB Schwermaschinenbau „Ernst Thälmann“ und schließlich 1969 zum Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ (SKET). 1990 konnten viele 1972 enteignete Betriebe wieder in Privathand geführt werden, doch im Zuge der Wende brachen die großen Industriekombinate zusammen. Es blieben kleinere Industriebetriebe übrig oder entwickelten sich.

Enercon-Geschäftshaus

Heutzutage finden sich auch neue Unternehmen der Maschinenbaubranche wieder, so dass dieser Sektor in Magdeburg u. a. mit großen Werken der Unternehmen SKET, FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH oder Euroglass eine wichtige Rolle einnimmt.[56] Magdeburg ist mit mehreren Tochterunternehmen von Enercon ein wichtiger Produktionsstandort für Windkraftanlagen. Vestas produziert in der Stadt Gussteile.

Die Landwirtschaft profitiert wie schon seit Jahrhunderten vom Boden der Magdeburger Börde, einem Boden mit der besten Bodenqualität, welcher Voraussetzung für die Ernährungswirtschaft ist. Außerdem ist er notwendig für die Gewinnung nachwachsender Rohstoffe wie Raps, aus dem Biodiesel gewonnen wird. Aufgrund des fruchtbaren Bodens und klaren Quellwassers der Heide entwickelte sich Magdeburg im Spätmittelalter zu einer Hochburg des Bierbrauens, das schon im 11. Jahrhundert im örtlichen Kloster Unserer Lieben Frau betrieben wurde. Im Jahr 1309 ist erstmals eine bürgerliche, gewerbliche Brauerei in Magdeburg urkundlich erwähnt; um 1500 existierten in Magdeburg rund 500 Brauhäuser, die ihr Bier bis nach Bayern hin verkauften. Mit dem Wechsel zum industriellen Brauen änderte sich diese Situation schnell; zahlreiche Brauereien wurden geschlossen. Die 1841 gegründete spätere Diamant-Brauerei hingegen setzte auf die neuen Organisationsformen.[57]

Die Schuberth GmbH, einer der weltweit führenden Hersteller von Kopfschutzsystemen, verlegte 2009 ihren Firmensitz mit Verwaltung und Produktion von Braunschweig nach Magdeburg und beschäftigt dort ca. 350 Mitarbeiter.

Der Abtshof Magdeburg ist ein Hersteller von Spirituosen und durch seine Absinthe überregional bekannt. Als erstes Unternehmen Deutschlands stellt es seit 1993 koschere Spirituosen her.[58]

T-Systems Gebäude am Universitätsplatz
Gewerbegebiet am Handelshafen

Das 1908 in Magdeburg gegründete Unternehmen Röstfein, der einzige Kaffeehersteller in den neuen Bundesländern, beschäftigt rund 150 Mitarbeiter in Magdeburg.

Das Prokon-Bio-Ölwerk Magdeburg stellt aus Raps Biodiesel, Rapsölraffinat, Pharmaglycerin und Rapsschrot her. Der aus zwei Ölwerken bestehende Betrieb verfügt über eine Produktionskapazität von rund 325.000 Tonnen. Mit Fertigstellung eines dritten Bio-Ölwerks wird die Produktionskapazität auf etwa 600.000 Tonnen erweitert. Das Bio-Ölwerk Magdeburg gehört damit zu den größten Pflanzenölproduzenten Deutschlands.

Die ausschlaggebendsten Wirtschaftsbranchen Magdeburgs sind Maschinen- und Anlagenbau, Umwelttechnologien, Gesundheitswirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe und die Logistik. Auch der Wissenschaftsbetrieb entwickelt sich, welcher neben den beiden Hochschulen auch diverse Forschungsinstitute umfasst.

In den letzten 20 Jahren hat sich auch der Dienstleistungssektor deutlich entwickelt und nimmt als Arbeitgeber größere Bedeutung ein. Beispielsweise betreibt T-Systems sein größtes Rechenzentrum mit ca. 750 Mitarbeitern in Magdeburg.[59] Außerdem eröffnete der US-amerikanische IT-Konzern IBM sein deutschlandweit erstes Service-Center in der Landeshauptstadt. Es soll Teil des weltweiten Netzwerkes von insgesamt 32 IBM-Centern werden. Bis 2015 sollen hier rund 300 Mitarbeiter in den Bereichen Software-Beratung und Entwicklung arbeiten. Die zentrale Lage mit dutzenden Universitäten und Hochschulen in der Umgebung, aber auch die Nähe zu wichtigen Unternehmen war besonders ausschlaggebend für die Standortwahl Magdeburg.

Größte Arbeitgeber des Landes Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg, gemessen an der Beschäftigtenzahl (Stand Dezember 2013)[60]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Magdeburg Hauptbahnhof

Magdeburg ist der wichtigste Knotenpunkt im Bahnverkehr im nördlichen Sachsen-Anhalt. An der Stelle des Hauptbahnhofs befanden sich ursprünglich die Anlagen der Festung Magdeburg. Der erste Bahnhof in Magdeburg war jedoch der Elbbahnhof aus den Jahren 1838/39, dessen Gebäude immer noch erhalten ist und somit Deutschlands ältestes Bahnhofsgebäude ist. Der jetzige Hauptbahnhof entstand erst im Jahr 1870 unter dem Namen „Centralbahnhof“, den er bis 1895 trug. Bis 2015 soll der Bahnhof unter dem Projekt Magdeburg 21 für rund 300 Millionen Euro renoviert werden.

Am Hauptbahnhof halten vereinzelt Intercity-Express-Züge aus und nach DresdenOldenburg. Im Zwei-Stunden-Takt verkehren InterCity-Züge der Linien LeipzigHalle (Saale)HannoverKöln (– Stuttgart – Oberstdorf) und Dresden – Leipzig – Halle (Saale) – Bremen – Oldenburg. Vereinzelt verkehren InterCity-Züge von und nach Schwerin – Rostock, Berlin – Cottbus und aus Frankfurt(M) Flughafen Fernbf – Erfurt. Des Weiteren verbindet die Nachtzuglinie CNL („Capella“) täglich den Hauptbahnhof Berlin mit dem Hauptbahnhof München über Augsburg.

Regional-Express-Züge der DB AG verkehren in Richtung Frankfurt (Oder) (– Cottbus) über Potsdam und Berlin, Erfurt über Sangerhausen, Leipzig über Dessau und Bitterfeld, Lutherstadt Wittenberg, Uelzen über Salzwedel und Halle (Saale) über Köthen. Nach Berlin (Berlin Gesundbrunnen) bestand bis Dezember 2012 die von der DB AG eigenwirtschaftlich betriebene Inter-Regio-Express-Linie über Berlin Südkreuz.[61] Diese Expressverbindung war etwa 15 Minuten schneller als der RE1 und bediente außerdem die Bahnhöfe Südkreuz und Potsdamer Platz.

Regionalbahn-Linien der DB AG führen von Wittenberge über Stendal durch Magdeburg nach Schönebeck (Elbe) bis nach Schönebeck-Bad Salzelmen und vereinzelt von Uelzen ebenfalls nach Schönebeck-Bad Salzelmen. Außerdem führen RB-Linien nach Burg (bei Magdeburg) (– Genthin), Wolfsburg über Haldensleben – Oebisfelde, Braunschweig über Helmstedt, Aschersleben über Staßfurt und Dessau über Zerbst.

Neben den Zügen der Deutschen Bahn AG fährt im Regionalverkehr in Richtung Thale/Vienenburg/Blankenburg (Harz) über Quedlinburg/Wernigerode/Halberstadt sowie nach Oschersleben (Bode) über Osterweddingen und Langenweddingen auch der Harz-Elbe-Express von der Veolia Verkehr GmbH.

1974 eröffnet, verkehrt eine S-Bahn im 30- bis 60-Minuten-Takt zwischen Zielitz und Schönebeck-Salzelmen (jede zweite als Regionalbahn zwischen Wittenberge und Schönebeck-Bad Salzelmen). Seit 2007 teilt sich die S-Bahn den Verkehr mit den Regionalbahnen, die den Einsatz am Wochenende übernehmen. Ein Ausbau der S-Bahn ist bis zum Jahr 2015 bzw. 2025 mit mehreren S-Bahn-Linien vorgesehen.

Zum Eisenbahnknotenpunkt Magdeburg zählen neben dem Hauptbahnhof zehn weitere Haltepunkte (vier Personenbahnhöfe, sechs Haltepunkte) im Stadtgebiet sowie der Güterbahnhof Magdeburg Rothensee und der ehemalige, von der DB Regio noch als Abstellbahnhof genutzte Rangierbahnhof Magdeburg-Buckau. Von wachsender Bedeutung ist dabei das Güterverkehrszentrum Rothensee an der Schnittstelle von Schiene, Autobahn und Wasserwegen bzw. Hafenbahn.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Im Straßenverkehr stellt Magdeburg einen Verkehrsknotenpunkt dar. Nördlich verläuft die wichtige Ost-West-Magistrale Bundesautobahn A 2 (Europastraße E 30) Oberhausen – Dortmund – Hannover – Magdeburg – Berlin, welche eine der am meisten frequentierten Autobahnen Deutschlands ist. Sie ist in Sachsen-Anhalt sechsspurig ausgebaut und verfügt über eine Verkehrsbeeinflussungsanlage.

Die A 2 kreuzt am Autobahnkreuz Magdeburg die A 14 Dresden – Leipzig – Halle (Saale) – Magdeburg. Für die A 14 ist eine Nord-Verlängerung (Altmark Autobahn) nach Schwerin geplant. Dieses Bauvorhaben steht stark in der Kritik, da das Verkehrsaufkommen der A 14 keinen Ausbau zur Autobahn erfordere und die bestehende Bundesstraße den Anforderungen komplett gerecht sei.

Durch Magdeburg führt die Bundesstraße 1 Aachen – Düsseldorf – Braunschweig – Magdeburg – Potsdam – Berlin – Küstrin-Kietz, welches die wichtigste Ost-West-Verbindung der Stadt ist. Im Osten von Magdeburg beginnt die B 184 Richtung Dessau – Bitterfeld – Leipzig aus der B1 heraus. In Nord-Süd-Richtung wird Magdeburg von den Bundesstraßen B 71 Bremerhaven – Uelzen – Haldensleben – Magdeburg, B 81 Magdeburg – Halberstadt – Netzkater und B 189 Magdeburg – Stendal – Wittstock durchquert. Diese Bundesstraßen führen über den Magdeburger Ring, eine das Stadtzentrum westlich tangierende Hochstraße aus den 1970er Jahren, von dem ihr im Volksmund auch gebräuchliche Name Tangente stammt. Die Bezeichnung als „Ring“ stammt bereits aus dem 19. Jahrhundert, wo dort schon eine Ringstraße existierte, die die Stadt in einem Halbkreis umging.

Seit dem 1. September 2011 besteht in Magdeburg eine Umweltzone, um die Feinstaubwerte in der Innenstadt niedrig zu halten. Das Gebiet wird im Norden von der Albert-Vater-Straße, über den Universitätsplatz, durch die Walther-Rathenau-Straße bis zum Askanischen Platz eingegrenzt. Im Westen geht sie vom Europaring in den Westring über, bis zum Fuchsberg hinunter, der im Süden zusammen mit der Erich-Weinert-Straße die Grenze bildet. Die östliche Grenze sind die Steubenallee und das Schleinufer, mit Auffahrt Johannisbergstraße, die zur Strombrücke führt und als Parkmöglichkeit die Fürstenwallstraße. Die aufgeführten Grenzen selber sind für alle Fahrzeuge befahrbar, nur der innere Bereich ist die Umweltzone. Ausnahmen bestehen für den Magdeburger Ring mit seinen Auffahrten, den Konrad-Adenauer-Platz um den ZOB herum und die Maybachstraße.

Für den Straßenverkehr nutzbare Tunnel gibt es zurzeit zwei in der Stadt. Der erste Tunnel am Askanischen Platz wurde 1998 fertiggestellt und unterläuft die B 1. Am Universitätsplatz wurde 2005 der zweite Straßentunnel, der die B 1 unter den Verkehrsknotenpunkt hindurchführt, eröffnet. Geplant ist ein dritter Straßentunnel am Verkehrsknotenpunkt Damaschkeplatz. Er soll zum einen den Verkehr entlasten, da es dort durch Ampelschaltungen, Fahrbahnverengungen und kreuzende Straßenbahnen häufig zu Rückstaus kommt. Zum anderen soll er Grundlage für die Sanierung der Eisenbahnbrücken durch die Deutsche Bahn sein. Zurzeit gibt es aber noch einige Gegenstimmen, da der Tunnel möglicherweise gar keine Verkehrsentlastung darstellt.[62]

In Magdeburg gibt es zwei für den Straßenverkehr zugelassene Brückenzüge über die Elbe. Der Nordbrückenzug, der die B1 überführt, besteht aus den beiden Jerusalembrücken und die Brücken des Friedens. Beide überqueren die Elbe mit zwei nebeneinanderliegenden Brückenbauwerken ausgelegt für zwei Spuren. Der südliche Brückenzug besteht aus der neuen Strombrücke, die zwei Spuren für den Straßenbahnverkehr und vier Spuren für den Straßenverkehr besitzt, jedoch sind seit Jahren aus baulichen Gründen nur zwei Spuren für den Verkehr freigegeben. Weiter führen die Zollbrücke und die Anna-Ebert-Brücke über die Elbe. Da die beiden Brücken in einem maroden Zustand sind, soll in den nächsten Jahren eine neue Elbüberquerung hinter der neuen Strombrücke gebaut werden. Zunächst war eine Pfeilerbrücke geplant, doch durch die gegebene Gefahr eines Hochwassers, wie im Juni 2013, entschloss man sich für die kostenintensivere Hängebrücke.[63] Genutzt durch den ÖPNV und Taxiverkehr überquert die Sternbrücke im Süden Magdeburgs die Elbe. Jedoch kann in Ausnahmefällen die Brücke auch für den allgemeinen Straßenverkehr genutzt werden.[64]

Insgesamt verfügt Magdeburg über ein rund 1100 km langes Straßennetz. Der Kraftfahrzeugbestand beläuft sich auf etwa 117.000 Fahrzeuge ohne Anhänger, darunter rund 99.000 PKW. Somit kommen auf 100 Einwohner 50,9 Kraftfahrzeuge, bezogen auf die Bevölkerung im Dezember 2009.[65]

Straßennamen[Bearbeiten]
Otto-von-Guericke-Straße
Hauptartikel: Magdeburger Straßen

Die Spiegelbrücke ist eine der ältesten dokumentierten Straßennamen in Magdeburg. 1284 wurde sie als „pons speculorum“ erwähnt. Die meisten Straßennamen zu der Zeit leiteten sich von den anliegenden Berufsgruppen ab (z. B. Goldschmiedebrücke).

Eine Vielzahl von Straßen in Magdeburg endet mit dem Wort –brücke, was nicht auf die Brücke im heutigen Sinne zurückzuführen ist, sondern eher auf die gepflasterten Wege und Straßen. Andere Bezeichnungsarten waren markante Hauszeichen in der Straße, Lage der Straßen an Gebäuden oder auf spezielle Eigenarten der Straßen.

Ab 1871 ging die Benennung der Straßen überwiegend auf monarchistische oder geschichtliche Hintergründe, militärisch motivierte oder Dichternamen zurück. In der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus gingen viele Namen auf berühmte politische Persönlichkeiten zurück, darunter der Kaiser-Wilhelm-Platz oder die Göringstraße.

Während der Nachkriegszeit verschwanden wieder viele dieser Namen, ihre ursprünglichen Namen kehrten zurück. Zur Zeit der DDR und des Wiederaufbaus wurden alte Magdeburger Stadtstrukturen leider nicht berücksichtigt, und viele alte Straßen und Plätze wurden überbaut oder verschwanden. Sie bekamen neue Namen, zum Beispiel wurde der Breite Weg in die Karl-Marx-Straße umbenannt. Mit der Wende 1989/1990 bekamen dann viele Plätze, Straßen und Brücken ihre alten Namen wieder zurück.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Schiffverkehrsanleger am Petriförder
Magdeburger Straßenbahn in Neustadt

Der ÖPNV wird in Magdeburg zum einen durch die 14 Buslinien (elf bei Tag/drei bei Nacht), die auf 103 km Liniennetzlänge mit insgesamt 58 Fahrzeugen fahren, und zum anderen durch die zwölf Straßenbahnlinien (neun bei Tag/drei bei Nacht), die mit 127 Straßenbahnen auf einer Strecke von 102,9 km fahren, der Magdeburger Verkehrsbetriebe realisiert. Dazu kommen Regionalbuslinien verschiedener Verkehrsgesellschaften, die den westlich neben dem Hauptbahnhof gelegenen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) anfahren und somit die Zubringerfunktion der Personen aus umliegenden Gemeinden und Städten erfüllen. Außerdem wird Magdeburg von diversen Fernbuslinien angefahren und ist somit an das deutschlandweite Liniennetz angeschlossen.

Die S-Bahn und einige andere Regionalzüge verkehren außerdem in Magdeburg, sie spielen aber meist nur eine untergeordnete Rolle im ÖPNV. Das Tochterunternehmen Magdeburger Weiße Flotte GmbH unterhält zurzeit zwei Fähren in der Stadt und beförderte im Jahr 2008 rund 36.000 Menschen.

Insgesamt werden pro Jahr rund 60 Millionen Menschen auf neun Millionen Kilometern transportiert.[66]

Seit dem 12. Dezember 2010 besteht in Magdeburg und den umliegenden Landkreisen der Magdeburger Regionalverkehrsverbund (marego). Ziel war ein einheitliches Tarifsystem aller Verkehrsmittel des ÖPNV, eine bessere Abstimmung der Verkehrsmittel und eine gemeinsame Vermarktung.[67]

Radverkehr[Bearbeiten]

In Magdeburg existieren 240,1 km Radwege an Straßen und 183,8 km selbstständige Rad- und ländliche Wege. In der Stadt können Fahrräder direkt im Geschäft oder von Fahrradverleihsystemen ausgeliehen werden. 2004 erreichte Magdeburg beim „best for bike 2004“-Wettbewerb den dritten Platz. Ziel des Wettbewerbes ist es, dass Radfahren nicht nur als Freizeitsport angesehen wird, sondern auch als Verkehrsträger wieder ins Bewusstsein zurückkehrt.[68]

Die Stadt liegt am 1220 km langen Elberadweg, der von Špindlerův Mlýn in Tschechien bis nach Cuxhaven führt. Im Jahr 2008 wurde er zum wiederholten Male von Mitgliedern des ADFC zum beliebtesten Radfernweg Deutschlands gewählt.[69]

Ein weiterer Radfernweg, der wegen der guten Bahnanbindung in Magdeburg beginnt, ist der Aller-Radweg, der auf 248,5 km von Magdeburg zur Allerquelle nahe Oschersleben und dann an der Aller entlang führt.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg
Schiffshebewerk in Rothensee bei der Wiedereröffnung 2013
Industriehafen Magdeburg

Schon seit Jahrhunderten ist die Elbe für die Binnenschifffahrt die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Region, da sie Magdeburg mit den Großraumgebieten Hamburg und Dresden verbindet. Die Großraumgebiete Berlin, Hannover, Halle (Saale)/Leipzig und das Ruhrgebiet verbindet der nördlich von Magdeburg gelegene Mittellandkanal, der die Elbe in einer Trogbrücke kreuzt, bevor er östlich des Wasserstraßenkreuzes auf den Elbe-Havel-Kanal trifft. Teil des Wasserstraßenkreuzes ist die Sparschleuse Rothensee; sie ermöglicht es Großmotorgüterschiffen und Schubverbänden bis 185 Metern Länge, vom Mittellandkanal aus den Magdeburger Hafen anzulaufen oder auf die Elbe zu wechseln. Die Schleuse ersetzte 2006 das Schiffshebewerk Rothensee von 1938. Dieses historische Bauwerk wurde 2013 jedoch nach sieben Jahren Schließung wieder in Betrieb genommen und wird fortan für Sport- und Tourismusboote genutzt. Eine Initiative protestierte gegen die Schließung des technischen Denkmals.[70][71] Weiterhin gehören zur Vervollständigung des Wasserstraßenkreuzes die östlich gelegene Schleuse Niegripp, die für die Elbe – Elbe-Havel-Kanal-Verbindung zuständig ist, und die Schleuse Hohenwarthe, welche den Höhenunterschied zwischen den beiden Kanälen ausgleicht.

Der Hafen Magdeburg ist der größte Binnenhafen in den Neuen Bundesländern und besteht aus vier einzelnen Häfen: Kanalhafen, Industriehafen, Hansehafen und Handelshafen. Er bietet durch seine Lage eine gute Ausgangssituation für den Umschlagverkehr. An den Häfen lassen sich Waren aller Art umschlagen, unter anderem Getreide, Zucker, Metalle und Mineralölprodukte. 2010 kamen somit drei Millionen Tonnen Umschlaggüter zusammen.[72] Der gesamte Hafen ist 655 ha groß. Im Dezember 2013 wurde die Niedrigwasserschleuse eröffnet. Somit sind der Hansehafen und der Kanalhafen in Zukunft unabhängig vom Wasserstand der Elbe das ganze Jahr schiffbar.[73]

Unter der Leitung von Magdeburg haben sich die europäischen Städte Aarhus, Bialystok, Manresa, Halle (Saale), Newcastle upon Tyne, Piräus und Wien zum „REDIS“-Projekt (Restructuring Districts into Science Quarters) zusammengeschlossen. Ziel ist es, ein Stadtviertel in Wissenschaftsquartiere umzuwandeln. Gefördert durch das „URBACT“-Programm werden sie von der Europäischen Union. Magdeburg will den Handelshafen in Zukunft zum Museums- und Wissenschaftshafen umbauen. 2007 wurden somit in einem ersten Schritt zwei alte südlich des Hafens gelegene Getreidespeicher zur Büronutzung für innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen umgebaut. 2006 war am alten Handelshafen das „Virtual Development and Training Centre“ des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF entstanden.

Handelshafen Magdeburg

Flugverkehr[Bearbeiten]

Flugplatz Magdeburg

Am südlichen Stadtrand befindet sich der 1936 erbaute Flugplatz Magdeburg, welcher über die öffentlichen Verkehrsmittel, über das Flugplatzleitsystem der Stadt oder über die A 14 erreichbar ist. Zurzeit ist der Flugplatz an die private FMB Flugplatz Magdeburg Betriebsgesellschaft mbH verpachtet und wird für den Luftsport (Segelflieger, Fallschirmspringer) und Privatflieger sowie für Rundflüge (Ballonfahrten) genutzt. Auf zwei Landebahnen verzeichnet er im Jahr rund 30.000 Flugbewegungen.

40 Kilometer südsüdwestlich von Magdeburg liegt der 1956 errichtete Flughafen Magdeburg-Cochstedt, welcher derzeit an die dänische Betreibergesellschaft Airport Development A/S verkauft ist. Auf dem Flughafen finden seit dem 30. März 2011 wieder Linienflüge, vorwiegend in den Mittelmeerraum, statt. Zu erreichen ist er über die A 14, welche ihn somit auch mit den Autobahnen A 2 und A 9 verbindet.

Die nächstgrößeren Verkehrsflughäfen sind die Flughäfen Leipzig/Halle, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld und Hannover. Der Flughafen Leipzig/Halle kann von Magdeburg aus direkt ohne Umstieg per InterCity-Verbindung erreicht werden.

Medien[Bearbeiten]

Landesfunkhaus Magdeburg des MDR
Das Faberhaus -Der Redaktionssitz der Volksstimme

In Magdeburg befindet sich das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Regionalfernsehsender aus Magdeburg sind MDF.1, der Offene Kanal und kulturMD. Außerdem existieren internetbasierten Sender, unter anderem „kulturmd InternetTV“, „FCM.TV“, „CampusTV“ und „jugendstil“.

Als öffentlich-rechtlicher Radiosender ist in Magdeburg nur MDR Sachsen-Anhalt vertreten. Sein Schwerpunkt liegt auf Wortbeiträgen und Informationen aus Sachsen-Anhalt und liegt auf Platz zwei der meist gehörten Radiosender in Sachsen-Anhalt. Als Musikrichtung werden vorwiegend Schlager und Oldies gespielt.[74] Dazu kommen zwei private Hörfunkprogramme, die im „Hansapark“ produziert werden: radio SAW und Rockland Sachsen-Anhalt. Radio SAW ist der erste private Hörfunksender Sachsen-Anhalts, der reichweitenstärkste private Radiosender im Osten und gleichzeitig hat er in Sachsen-Anhalt mit über 258.000 Hörern pro Stunde die meisten Zuhörer. Deutschlandweit gesehen liegt er sogar unter den zehn beliebtesten Radiosendern auf Platz 4. Die Zielgruppe sind 10- bis 49-Jährige.[75]Rockland Sachsen-Anhalt zielt ebenfalls auf eine junge Hörerschaft ab und spielt vorwiegend Rockmusik sowie programmbegleitende Dienste. Er war der erste digitale Radiosender Deutschlands.

In Magdeburg erschien von 1664 bis 1944 ununterbrochen die älteste deutschsprachige Zeitung, die Magdeburgische Zeitung. Danach wurde sie mit der NS-Zeitung „Der Mitteldeutsche – Neues Magdeburger Tageblatt“ zusammengelegt.[76][77] Als Tageszeitung erscheint die Magdeburger Volksstimme (Auflage: ca. 190.000). Gedruckt wird sie vom Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH. Die Bild-Zeitung ist mit einer Lokalredaktion vertreten. Als Wochenzeitung erscheint seit 1992 der „Magdeburger Sonntag“(Auflage: ca.130.000); außerdem erscheinen seit 1990 zwei Mal wöchentlich der „General-Anzeiger“ sowie seit 2009 der „elbekurier“.

In Magdeburg wird seit 1993 das landesweit erscheinende Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftsspiegel“ herausgegeben. Die StadtmagazineDATEs“ (Auflage: ca. 28.000), „port01 Magdeburg“ (Auflage 10.000), „kulturschwärmer“ (Auflage: 13.000) und „Urbanite“ (Auflage: ca. 30.000) erscheinen monatlich. Der „Magdeburger Kurier“ erscheint monatlich seit 1994 für die Bürger im aktiven Ruhestand. Des Weiteren existiert die Zeitung „Magdeburg Kompakt“ (Auflage: 22.000), welche ebenfalls monatlich erscheint und sich mit speziellen Themen rund um aus Magdeburg befasst. Seit 2006 wird in Magdeburg der Freizeitplaner „wohin“ in zwei Ausgaben für ganz Sachsen-Anhalt herausgegeben.

Justizzentrum Eike von Repgow

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg

Magdeburg ist heutzutage ein wichtiger Verwaltungssitz für diverse Einrichtungen, Institutionen, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts. Das Magdeburger Justizzentrum Eike von Repgow am Breiten Weg ist Sitz verschiedener Gerichte. Darunter befinden sich neben dem Amtsgericht Magdeburg das Arbeitsgericht Magdeburg, das Sozialgericht Magdeburg, das Verwaltungsgericht Magdeburg und das Oberverwaltungsgericht Magdeburg. In einem eigenen Gebäude an der Halberstädter Straße befindet sich darüber hinaus das Landgericht Magdeburg, in welchem auch im Januar 2011 der überregional bekanntgewordene Prozess um das Revisionsverfahren im Todesfall von Oury Jalloh verhandelt wurde.

Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost
Nebenstelle des Landesverwaltungsamtes

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost hat ebenfalls seinen Sitz in Magdeburg und hat insgesamt etwa 2.500 Mitarbeiter. Sie verwaltet die Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen und ist für die Regelung des Schiffsverkehrs zuständig. Ihr nachgeordnet sind mehrere Behörden in diversen Städten, darunter in Magdeburg das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg, in einem separaten Gebäude am Fürstenwall. Das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg (WNA Magdeburg) ist verantwortlich für die Bauwerke des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg, darunter zum Beispiel die Sparschleuse Rothensee, die Kanalbrücke über die Elbe oder die Schleuse Hohenwarthe. Außerdem hat die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) ihren Sitz in Magdeburg.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Magdeburg zur Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt gewählt. Somit ist sie Sitz des Landtages von Sachsen-Anhalt sowie der Landesregierung von Sachsen-Anhalt und der Landesministerien. Darunter befinden sich unter anderem das Kultusministerium, das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft, das Finanzministerium, das Ministerium für Arbeit und Soziales, das Landwirtschafts- und Umweltministerium, das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, das Ministerium für Inneres und Sport sowieso das Justiz- und Gleichstellungsministerium.

Das in Magdeburg ansässige Bistum Magdeburg gehört zur römisch-katholischen Kirche des Christentums. Es ging aus dem Erzstift Magdeburg hervor und besitzt diverse Dekanate und kirchliche Einrichtungen in Sachsen-Anhalt. Zudem unterhält es eine Partnerschaft mit dem Bistum Kaišiadorys in Litauen. Die mitgliederstärkste sakrale Einrichtung in Magdeburg ist die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Sie ist eine von 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Magdeburg ist der Sitz des Landesbischofs.

Die Oberfinanzdirektion Magdeburg, dem Ministerium für Finanzen Sachsen-Anhalt untergeordnet, befindet sich in der Otto-von-Guericke-Straße und sticht durch ihre besondere Architektur hervor. 1991 wurde die Telemann-Gesellschaft e.V. (Internationale Vereinigung) in Magdeburg gegründet und hat hier ihren Sitz. Weitere Einrichtungen in Magdeburg sind das Prüfungsamt des Bundes, welches eines von neun Prüfungsämtern in Deutschland darstellt, das Landesamt für Verbraucherschutz – Fachbereich Hygiene, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Magdeburg, Agentur für Arbeit Magdeburg und die Filiale Magdeburg der Deutschen Bundesbank (einzige Filiale in Sachsen-Anhalt), welche der Hauptverwaltung in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Hannover untersteht,[78] das Hauptzollamt, die Bundespolizeiinspektion Magdeburg, welche der Bundespolizeidirektion Pirna nachgeordnet ist, das Kreiswehrersatzamt und der Ortsverband Magdeburg der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

Campustower (links) und Fakultät für Elektro- und Informationstechnik (rechts)

Magdeburg ist Sitz der Otto-von-Guericke-Universität, welche 1993 aus der 1953 gegründeten und später in Technische Hochschule und Technische Universität Magdeburg umbenannten Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg und aus der 1954 gegründeten Medizinischen Akademie Magdeburg und aus der Pädagogischen Hochschule Magdeburg hervorging. Damit gehört die Universität zu den jüngsten Hochschulen in Deutschland. Die Traditionslinien der drei Hochschulen sind in den Schwerpunkten der heutigen, modernen Universität immer noch erkennbar, denn zu ihrem Profil gehören immer noch die Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie die Medizin und Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Exzellenzschwerpunkte der Forschung sind aber Neurowissenschaften, Dynamische Systeme und Automotive.

Fakultät für Wirtschaftswissenschaft

Die Otto-von-Guericke-Universität sieht sich wegen ihrer Lage in der Mitte Deutschlands und ihrer Geschichte als die Brücke zwischen West- und Osteuropa, was auch durch die Internationalisierung von Forschung und Lehre deutlich wird. Als Namensgeber wurde der Erfinder, Naturforscher und Bürgermeister der Stadt Otto von Guericke gewählt, da er durch seine bahnbrechenden Forschungen zum Vakuum und Luftdruck weltweit berühmt wurde. Er gilt als Begründer der Vakuumtechnik und ebenso als Erfinder des Barometers und der Luftpumpe. An der Universität studieren knapp 14.000 Studenten an insgesamt neun Fakultäten mit über 70 Studiengängen.

Zu den zentralen Einrichtungen der Universität gehören die Universitätsbibliothek mit einem Bestand von etwa 1,2 Millionen Bänden, das Sprachzentrum der Universität, das Studentenkurse in ausländischen Sprachen anbietet, und das Technologie-Transfer-Zentrum, welches eine zentrale Kommunikations- und Servicestelle für die Universität und Wirtschaft darstellt. Weitere Einrichtungen sind das Audio-Visuelle Medienzentrum, das Universitätsarchiv, das Sportzentrum, das Universitätsrechenzentrum, die zentralen Dienstleistungseinrichtungen der medizinischen Fakultät, das Patentinformationszentrum, die DIN-Auslegestelle und das Internationale Begegnungszentrum.

Hochschule Magdeburg-Stendal – Mensa und Laborhalle 1

Des Weiteren befindet sich ein Standort der Hochschule Magdeburg-Stendal in der Stadt. Gegründet wurde sie 1991 und führt die hundertjährige Tradition der Ingenieurausbildung fort, denn 1793 existierte in Magdeburg schon eine Kunstschule für eine zeichnerische Ausbildung von Baufachleuten. Später wurde sie erst in „Magdeburgische Provinzial-, Kunst- und Bauhandwerkerschule“, dann in „Ingenieurschule für Bauwesen“ umbenannt. In den 1950er Jahren wurde eine Fachschule für Chemie nach Magdeburg verlagert (Bereich Wasserwirtschaft). Diese und die Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik prägten die Stadt sehr. Alle Fachbereiche sind auf einem neuen Campus zwischen Elbauenpark und dem Herrenkrug zu finden. 4800 Studenten sind derzeitig an der Hochschule in Magdeburg eingeschrieben. Fünf Fachbereiche hat die Hochschule im Standort Magdeburg, im Angebot stehen mehr als 30 Studiengänge, wovon einige selten oder einmalig in Deutschland sind. Leiter der Hochschule ist Andreas Geiger. Die Fachhochschule kann sich außerdem laut einer deutschlandweiten Umfrage des Hochschulmagazins Unicum aus dem Jahr 2009 mit Deutschlands zweitschönstem Campus rühmen.[79]

Weitere Wissenschaftseinrichtungen und Institute[Bearbeiten]

Denkfabrik
Neurobiologisches Rehabilitationszentrum

Magdeburg beherbergt eine Vielzahl an Forschungseinrichtungen und hat sich somit als erfolgreicher Wissenschaftsstandort etabliert.

1991 gegründet, liegen die Fachbereiche des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in der Forschung und Entwicklung der Fächer Ingenieurwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft auf den Gebieten Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik. Das 1996 gegründete Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme ist das erste Institut der Max-Planck-Gesellschaft, das sich schwerpunktmäßig mit den Ingenieurwissenschaften beschäftigt. Die Leibniz-Gemeinschaft unterhält seit 1992 das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg, das sich mit Naturwissenschaften auf dem Gebiet der Neurowissenschaften und Molekularbiologie befasst. Dort steht Europas erster 7-Tesla-Ultrahochfeld-Kernspintomograph seit 2005. Außerdem befindet sich das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ (Sektion Gewässerforschung) mit einem von sechs Standorten und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen – DZNE, welches die Möglichkeiten des Lernens untersucht, um das Gedächtnis zu verbessern, mit einem von neun Standorten in Magdeburg. Die Landeshauptstadt Magdeburg ist weiterhin „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.[80]

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unterhält des Weiteren das Zentrum für Neurowissenschaftliche Innovation und Technologie (ZENIT) und das Zentrum für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (ZBBS).

Im Magdeburger Stadtquartier Wissenschaftshafen, dem ehemaligen Handelshafen der Stadt, haben sich mehrere Forschungseinrichtungen angesiedelt. Größtes Unternehmen ist das 1991 gegründete ifak – Institut für Automation und Kommunikation, welches sich unter anderem mit der Prozessindustrie, der Umwelttechnik und der Sensor- und Messtechnik befasst. Weitere Einrichtungen im Wissenschaftshafen sind die Experimentelle Fabrik, ein Forschungs- und Transferzentrum für anwendungsorientierte Forschung, das Virtual Development and Training Centre (VDTC) des Frauenhofer-Instituts Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF), einem modernen Forschungszentrum für virtuelle Technologien mit Hightech-Laboren, und das 2009 fertig gestellte Elbe-Office als Büro- und Forschungsgebäude mit moderner Technik und Ausstattung.

Das Gender-Institut Sachsen-Anhalt (GISA) arbeitet an der Bündelung, Realisierung und Koordination von Forschungs- und Bildungsaktivitäten zur Umsetzung des Gender-Mainstreaming-Konzeptes. Mit den Mechanismen kognitiver Hirnfunktionen, wie zum Beispiel Gedächtnis, Motivation, Handeln, Entscheidungsfindung und Verkehrskontrolle, befasst sich das Institut für kognitive Neurologie und Demenzforschung (IkND). Schwerpunkt des Instituts liegt in der Erforschung der Störung der Hirnfunktionen und bei neurodegenerativen Erkrankungen. Weitere Institute sind das Institut der Feuerwehr Sachsen-Anhalt (IdF LSA) und das Institut für Lacke und Farben (ILF).

Außerdem existieren in Magdeburg folgende wissenschaftsfördernde Einrichtungen und Organisationen:[81][82][83]

  • Forschungs- und Entwicklungszentrum Magdeburg (FEZ)
  • Gründungs- und Technologietransferzentrum Handwerk
  • InnoMed – Produktentwicklung im Bereich Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen
  • Innovations- und Gründerzentrum Nachwachsende Rohstoffe (IGZ)
  • Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft
  • Technologie- und Berufsbildungszentrum Magdeburg (tbz)
  • Technologietransfer und Innovationsförderung Magdeburg (tti)
  • Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozessinnovation GmbH (ZPVP)
  • Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung

Projekte und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Neben den Hochschulen finden in Magdeburg auch an außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen diverse Forschungsprojekte statt. Um die Stadt auch als Wissenschafts- und Forschungsstandort zu stärken, wurde sie Projektpartner des URBACT-Projekt EUniverCities. Ziel dieses Projektes ist es, die Kooperation zwischen Stadtverwaltungen und Universitäten auf lokaler Ebene zu stärken. Verhandlungsthemen des Projektes sind zum Beispiel die Entwicklung von wirkungsvollen Marketingstrategien, die Förderung des Technologietransfers und der Ausbau der Beziehungen in Wirtschaft und Wissenschaft. Ebenso werden der Bedarf einer studentischen Kulturszene und speziellen Wohnungsangeboten oder Nahverkehrslösungen angesprochen. Weitere Partner des EUniverCities-Projekts sind Aachen, Aveiro, Delft, Gent, Lecce, Linköping, Lublin, Tampere und Varna.

Eines der größten Projekte der Stadt Magdeburg ist die Umwandlung des historischen Handelshafens in der Nähe der Universität zum modernen Wissenschaftshafen. Als vielfältiges Stadtquartier mit Wohnnutzung, Dienstleistungen, Freizeit und Tourmismus soll dort vor allem ein Zentrum für Wissenschaft und Forschung entstehen. Vorzeigebau im Wissenschaftshafen ist die Denkfabrik, welche zwei ehemalige Getreidespeicher vereint und zu 4600 m² großen Büroflächen für innovative Forschungsunternehmen umgebaut wurde.

Außerdem arbeitet die OVGU zusammen mit weiteren Partnern in Sachsen-Anhalt in der angewandten Logistik- und Verkehrsforschung am Referenzprojekt „Transport Galileo“ mit der gezielten Entwicklung von Innovationen im Verkehrs-, Mobilitäts- und Logistiksektor. Für die Umsetzung werden das europäische Satellitennavigationssystem sowie weitere satellitengestützte und terrestrische Ortungs-, Navigations- und Kommunikationssysteme genutzt. Die Infrastruktur des Galileo-Testfeldes erstreckt sich neben Magdeburg auch über Halle (Saale).

2006 war in Magdeburg Das Jahr der Wissenschaft. Dies war eine Initiative der Stadtverwaltung in Kooperation mit den Forschungseinrichtungen und weiteren Institutionen aus allen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt. Es fanden über das ganze Jahr verteilt über 200 Veranstaltungen statt, dazu zählen auch Großveranstaltungen wie die Auftaktveranstaltung in der Magdeburger Johanniskirche, das RoboCup Junior WM-Qualifikationsturnier, das Fest der Wissenschaft im neuen Wissenschaftshafen und der Europäische Kongress der Wissenschaftsstädte.[84] Außerdem haben sich auch jährliche, wissenschaftliche Veranstaltungen wie Die lange Nacht der Wissenschaft, die im Wissenschaftsjahr 2006 erstmals durchgeführt wurden, etabliert. Es finden unter anderem wissenschaftliche Vorträge und faszinierende Experimente an verschiedenen Orten der Stadt statt, welche mit einem Shuttle-Bus erreicht werden können. Jedes Jahr findet die Veranstaltung unter einem anderen Motto statt.

Eine weitere wichtige Veranstaltung sind die seit 2010 in Magdeburg stattfindenden RoboCup German Open in den Magdeburger Messehallen. Zu jeder Veranstaltung strömen mehrere Tausend Besucher in die Hallen um Roboter internationaler Teams in verschiedenen Disziplinen wie Roboterfußball, Tanzen und Retten gegeneinander antreten zu sehen.

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt

Die öffentliche Stadtbibliothek Magdeburg unterhält die Zentralbibliothek, die Stadtteilbibliotheken in Magdeburg Sudenburg, Magdeburg Reform und im FloraPark Magdeburg und die Fahrbibliothek, welche seit mehr als 30 Jahren die restlichen Stadtteile und Stadtrandgebiete anfährt, und besitzt insgesamt rund 370.000 Bestandseinheiten. Mit der Verwaltungsbibliothek Magdeburg, einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek, der Universitätsbibliothek, die sich in die Universitätsbibliothek auf dem Campus am Universitätsplatz und Medizinische Zentralbibliothek auf dem Campus der Medizinischen Fakultät teilt und einen Bestand von rund 1.250.000 Bänden hat, und der Hochschulbibliothek der Hochschule Magdeburg-Stendal deckt Magdeburg auch die speziellen Interessen während der Aus- oder Weiterbildung ab. Die Bibliothek und das Archiv des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung haben einen Bestand von rund 10.000 Bänden und befassen sich mit dem Leben und Wirken Georg Philipp Telemanns und der Musikgeschichte Magdeburgs.

Stadtbibliothek

Das Salbker Lesezeichen stellt einen öffentlichen Bücherschrank, eine Veranstaltungsbühne und eine Lärmschutzwand dar. Das Konzept besteht darin, dass Bücher aus den Vitrinen herausgenommen und gelesen werden können, später dann zurückgestellt werden oder durch neue Bücher ersetzt werden sollen. Auch in Salbke befindet sich die „Leonardo Bibliothek“, eine Präsenzbibliothek.

Das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Ministerialarchiv des Landes Sachsen-Anhalt und Archiv der ehemaligen Zentralbehörden der preußischen Provinz Sachsen, des Freistaates Anhalt und deren Vorgängerterritorien, ist eines der größten deutschen Staatsarchive und hat an fünf Standorten rund 50 laufende Regalkilometer Datenträger aus elf Jahrhunderten deutscher Geschichte.

Weitere nennenswerte Archive sind das Landeskirchen Archiv Magdeburg und das Stasi-Archiv Magdeburg, mit zusammen rund 7000 laufenden Metern Schriftgut, topographischen Karten sowie Bild- und Tondokumenten der ehemaligen Staatssicherheit Magdeburg. Das Bistum Magdeburg unterhält eine eigene Bibliothek mit etwa 2500 Bänden und ein eigenes Archiv.

Schulwesen[Bearbeiten]

Georg-Philipp-Telemann-Konservatorium
Gebäude 60a der Universitätsklinik

Die Schullandschaft Magdeburgs ist vielfältig. Insgesamt 37 Grundschulen, darunter zum Beispiel die „Dreisprachige Internationale Grundschule“ oder die „St.Mechthild-Grundschule", 13 Sekundarschulen, unter ihnen die Sportsekundarschule „Hans Schellheimer“ oder die „Abendsekundarschule“, acht Gymnasien, bspw. das „Werner-von-Siemens Gymnasium“ mit mathematisch-naturwissenschaftlich Schwerpunkt und das „Sportgymnasium Magdeburg“, sowie zwei integrierte Gesamtschulen und insgesamt vier berufsbildende Schulen sind in Magdeburg vorhanden.

Außerdem gibt es zehn Förderschulen, eine Ökoschule (Schulumweltzentrum), eine Botanikschule, eine Volkshochschule, eine Malschule und einige Musikschulen, darunter eine der größten in Sachsen-Anhalt, das „Konservatorium Georg-Philipp-Telemann“ mit über 2300 Schülern.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Die Stadt ist Mitglied des bundesweiten Gesunde-Städte-Netzwerkes und verfügt mit zwei Maximalversorgern, zwei weiteren Krankenhäusern und einer großen Zahl an niedergelassenen Ärzten über eine gute medizinische Infrastruktur. Auf einen Arzt kommen etwa 480 Einwohner. Zu den Maximalversorgern zählen das Universitätsklinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit 1128 Betten und das Klinikum Magdeburg mit über 735 Betten. Die Basisversorgung nehmen die Pfeifferschen Stiftungen mit 234 Betten und das Krankenhaus St. Marienstift mit 125 Betten wahr. Außerdem eröffneten die Pfeifferschen Stiftungen im März 2013 Sachsen-Anhalts erstes Kinderhospiz und damit gleichzeitig das erste evangelische Kinderhospiz in den neuen Bundesländern. Es werden dort sterbende sowie an gravierenden, lebensverkürzenden Krankheiten leidende Kinder im Rahmen der Palliativmedizin und -pflege versorgt, wobei auch die Begleitung der Angehörigen ein tragendes Element darstellt.[85] Die Klinik des Westens Magdeburg ist eine Belegklinik mit 10 Betten. Die Praxisklinik Sudenburg ist ein Ärztehaus mit vier Operationssälen. Die Median Kliniken betreiben das Neurologische Rehabilitationszentrum Magdeburg. Die Tagesklinik an der Sternbrücke, Dr. Kielstein GmbH, behandelt Abhängigkeitserkrankungen und psychosomatische Störungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Denkmal für Otto von Guericke

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Personen, die sich in hervorragender Weise um die Stadt verdient gemacht haben, verleiht der Oberbürgermeister das Ehrenbürgerrecht, die höchste Auszeichnung der Stadt Magdeburg. Verliehen wird es seit dem 19. Jahrhundert. Bisher wurden in Magdeburg 46 Ehrenbürgertitel verliehen. Darunter sind zum Beispiel Otto von Bismarck (Reichskanzler), Carl Gustav Friedrich Hasselbach (Oberbürgermeister 1851–1880) und die bisher einzige Frau Angela Davis (Friedenskämpferin in den USA).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Georg Philipp Telemann
Magdeburger Originale an der Stadtmauer

Zu ihnen zählen nur bedeutende Personen, die gebürtige Magdeburger sind. Zu ihnen zählen unter anderem Hermann Gruson, ein Erfinder, Wissenschaftler und Industrieunternehmer, Adelbert Delbrück der Gründer der Deutschen Bank, Frank Hengstmann, Kabarettist, Autor und Regisseur, Friedrich Wilhelm von Steuben, preußischer Offizier und US-amerikanischer General, Georg Philipp Telemann, bedeutender Komponist des Barock und Otto von Guericke, der Begründer der Vakuumtechnik und Bürgermeister der Stadt Magdeburg sowie der Generalmajor Henning von Tresckow, ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Persönlichkeiten der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten der Stadt Magdeburg sind jene, deren Wirken eng mit der Stadt verbunden ist. Kaiser Otto I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Albert Vater, sozialdemokratischer Politiker und Mitbegründer der KPD in Magdeburg, Bruno Taut, Architekt und Stadtplaner, Johann Gottlob Nathusius, königlicher Kaufmann und Großindustrieller, Thomas Höhle, deutscher Literaturwissenschaftler, Stefan Kretzschmar, deutscher Handballspieler und Georg Meyer, erfolgreicher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, gelten mit zu den Persönlichkeiten Magdeburgs.

Magdeburger Originale[Bearbeiten]

Der Schlackaffe ist das wohl bekannteste Magdeburger Original. Anfang des 20. Jahrhunderts strich er durch die Magdeburger elbnahe Innenstadt und handelte mit Elbfischen. Typisch war sein speckiger Mantel mit den großen Taschen, in denen er die Fische transportierte. Dementsprechend roch er auch.

An der Stadtmauer unterhalb der Magdalenenkapelle sind einige Originale Magdeburgs als Relief zu sehen. Neben dem Schlackaffen sind der Fliegentutenheinrich, der Affenvater, der Lusebenecke, die Blutappelsine und der Feuerkäwer die bekanntesten Magdeburger Originale.

Trivia[Bearbeiten]

Die Stadt Magdeburg ist Dreh- und Angelpunkt eines Musikstückes, das 1992 von Manfred Maurenbrecher geschaffen wurde. Dieses Lied mit dem Titel Magdeburg 92 wurde später vom Mitglied des Deutschen Bundestages Diether Dehm interpretiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Magdeburg und seine Umgebung (= Werte unserer Heimat. Band 19). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973.
  • Helmut Asmus, Manfred Wille: 1200 Jahre Magdeburg: von der Kaiserpfalz zur Landeshauptstadt: eine Stadtgeschichte in zwei Bänden. Scriptum Verlag, 2002 (Original von der Universität von Michigan).
  • Ute Bednarz, Folkhard Cremer: Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, 2002 (Original von der Universität von Virginia).
  • Friedrich Berghauer: Magdeburg und die umliegende Gegend. (books.google.de).
  • Chronik der Stadt Magdeburg, Ausgaben 1–5. 1831. (Harvard University).
  • Ronald Floum, Michael Schwibbe, Ira Spieker: ZeitReise: 1200 Jahre Leben in Magdeburg. Magdeburg 2005, ISBN 3-00-016464-2.
  • Nadja Gröschner: Magdeburg: gestern und heute: eine Gegenüberstellung. Wartberg-Verlag, 2002, ISBN 3-8313-1117-X.
  • Friedrich Wilhelm Hoffmann: Geschichte der Stadt Magdeburg, Bände 1–3; Magdeburg 1845–1850. books.google.de.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte Band II Mitteldeutschland. Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart 1941.
  • Manfred Köppe (Hrsg.): Magdeburg – Porträt einer Stadt. Stekovics Verlag, 2004, ISBN 3-932863-50-X.
  • Babette Ludowici, Matthias SpringerMagdeburg. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 19, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 3-11-017163-5, S. 130–136.
  • Hans-Joachim Mrusek: Magdeburg (Kunstgeschichtliche Städtebücher). 2. Auflage, Leipzig 1966
  • Ernst von Niebelschütz: Magdeburg (Deutsche Lande – Deutsche Kunst). Deutscher Kunstverlag, Berlin 1929.
  • Matthias Puhle (Hrsg.): Magdeburg 1200. Mittelalterliche Metropole, Preußische Festung, Landeshauptstadt. Die Geschichte der Stadt von 805 bis 2005. (Ausstellung des Kulturhistorischen Museums Magdeburg 8. Mai bis 4. September 2005) ISBN 3-8062-1933-8.
  • Matthias Puhle, Peter Petsch, Maik Hattenhorst: Magdeburg: die Geschichte der Stadt 805–2005. Stekovics-Verlag, 2005, ISBN 3-89923-105-8.
  • Matthias Puhle: Otto der Grosse: Magdeburg und Europa. Essays, Bände 1 und 2. Philipp-Von-Zabern-Verlag, 2001, ISBN 3-8053-2616-5.
  • Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSabine Ulrich, Eckhart W. Peters: Gründerzeitliche Villen in Magdeburg. In: Heft 51. Landeshauptstadt Magdeburg Stadtplanungsamt, 1995, abgerufen am 26. November 2009 (PDF, 7,5 MB, Aufstellung sämtlicher, teilweise nun abgerissener Gründerzeitvillen mit Fotos und Artikeln).
  • Manfred Zander, Malte Zander: Magdeburg. (Stadtführer) Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2008, ISBN 978-3-89812-424-9.
  • Zur Architektur:
    • Olaf Gisbertz: Bruno Taut und Johannes Göderitz in Magdeburg. Gebrüder-Mann-Verlag, 2000.
    • Eckhart W. Peters (Hrsg.): Magdeburg: Architektur und Städtebau. Verlag J. Stekovics, 2001, ISBN 3-929330-33-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Magdeburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Magdeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Magdeburg – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Magdeburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011)
  3. a b Zahlen und Fakten der Stadt Magdeburg (PDF)
  4. Pressemitteilung Men’s-Health-Studie
  5. DWD
  6. wetterkontor.de
  7. onomastik.com
  8. Die Magdeburger Gegend vor 805
  9. Von der Gründung und dem Namen der Stadt
  10. Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge / Symposion zur Ausstellung „Otto der Große, Magdeburg und Europa“, Mainz am Rhein, 2001. Darin: Bernd Kluge: "OTTO REX / OTTO IMP. Zur Bestandsaufnahme der Ottonischen Münzprägung", S.101/102.
  11. bistum-magdeburg.de
  12. Magdeburg auf den Seiten des Städtebundes DIE HANSE
  13. Chronik der Stadt Magdeburg
  14. Großer Generalstab (Hrsg.): 1806 – Das Preußische Offizierkorps und die Untersuchung der Kriegsereignisse. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
  15. Hans Christoph Buch: Proviziell ist es überall, Rezension, in: Die Zeit, 28. Mai 2014, S. 51
  16. Sven Voss in der Sendung Echt des MDR am 9. März 2010
  17. Günter Kowa: Die Kanzlei Gottes. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Februar 2009
  18. Geschichte des Alten Rathauses auf magdeburg.de
  19. UNICUM.de – Uni Passau hat Deutschlands schönsten Campus
  20. Jahrtausendhochwasser 2002
  21. Pressemitteilung zum Hochwasser des Landes Sachsen-Anhalt(PDF; 76 kB)
  22. Achim Todenhöfer: Kirchen der Bettelorden. Die Baukunst der Dominikaner und Franziskaner in Sachsen-Anhalt, Berlin 2010, S. 100–115
  23. Sitzplan des Stadtrates(PDF)
  24. Volksstimme, Ausgabe vom 22. Februar 2012
  25. a b c Hauptsatzung der Stadt
  26. Ottostadt Kampagne
  27. Otto-Treffen 2011
  28. Kampagne Ottostadt Magdeburg
  29. Ottostadt-Kampage Fazit Stadt Magdeburg (PDF; 72 kB)
  30. Stadtmarke des Jahres 2013
  31. Übergabe der Bastion Cleve im Rahmen der IBA 2010
  32. „Altes Rathaus“ – „Neues Rathaus“ auf magdeburg.de
  33. Interessenten für die Hyparschale
  34. Hirschsäule am Alten Markt
  35. Robert von Lucius: Die Zarin kehrt heim. In: FAZ, 17. April 2009
  36. Brücken Magdeburgs
  37. DDR-Museumswohnung, März 2014
  38. Aerosol-Arena Magdeburg
  39. Volksstimme 12. August 2012 Aerosol-Arena
  40. Besucherzahlen Theater Magdeburg 2013
  41. Die Kugelblitze auf Homepage der Zwickmühle
  42. Kabarett Po-Ente
  43. [Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2013 – Die Top 50 im Städtetourismus]
  44. [Magdeburg in Zahlen 2013 – Tourismus]
  45. Übernachtungen in Magdeburg
  46. Hotelstatistik Sachsen-Anhalt Okt. 2013
  47. LSB Statistik, Seite 5 (PDF; 659 kB)
  48. Sport Event Steinforth – Ostdeutschlands einziger Profiboxstall
  49. Magdeburg als Hochburg des Wasserballs im 20. Jahrhundert
  50. BG Göttingen plant mit Lokhalle. Webseite des Goettinger Tagesblattes. Abgerufen am 27. August 2013.
  51. Lizenzentzug Düsseldorf (PDF; 145 kB). Webseite der DJL. Abgerufen am 24.August 2013.
  52. BBC Magdeburg erhält eine Wildcard für die Saison 2013/2014 (PDF; 151 kB). Webseite der DJL. Abgerufen am 24.August 2013
  53. RoboCup German Open
  54. Besucherzahlen Weihnachtsmarkt
  55. Stolpersteine Magdeburg, Stand: 10. März 2011 Magdeburger Sonntag
  56. Maschinenbau in Magdeburg (PDF; 3,0 MB)
  57. Zum Abschnitt vgl. Günther Korbel: Die Napoleonischen Gründungen Magdeburgs, Band 3: Zur Baugeschichte in der Sudenburg. Magdeburg 1995 (Schriftenreihe Landeshauptstadt Magdeburg, Band 18.3), S. 124–128 mit Anmerkungen.
  58.  Koscherer Schnaps aus Magdeburg. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1992 (online).
  59. T-Systems Magdeburg (Video)
  60. Wirtschaft Sachsen-Anhalt, Die 100 größten Unternehmen in Sachsen-Anhalt (PDF; 368 kB)
  61. DB will „Kaiser-Otto-Express“ einstellen – Drehscheibe Online, abgerufen am 17. Oktober 2012 14:20 Uhr
  62. Tunnelgegner
  63. Pylonbrücke Magdeburg
  64. Sternbrücke im Ausnahmefall für den Straßenverkehr geöffnet
  65. Statistischer Monatsbericht Magdeburg, Januar 2011 (PDF)
  66. Leistungsdaten des ÖPNV auf Seiten der MVB
  67. Vorbereitung des Verkehrsverbundes marego Magdeburger Regionalverkehrsverbund
  68. Magdeburg gewinnt den dritten Platz beim “best for bike 2004“-Wettbewerb.
  69. Meldung auf elberadweg.de vom 12. März 2008
  70. Wiederinbetriebnahme Schiffshebewerk Rothensee
  71. Wiedereröffnung des Schiffhebewerkes Magdeburg
  72. Umschlag Magdeburger Hafen 2010 vom 11. Januar 2011
  73. Eröffnung Niedrigwasserschleuse Magdeburg
  74. MDR Sachsen-Anhalt Hörer-Statistik
  75. Radio SAW Hörer-Statistik
  76. An unsere Leser! In: Magdeburgische Zeitung. Nr. 204, 31. August 1944, S. 1.
  77. Fritz Faber: Die Magdeburgische Zeitung. In: H.-D. Fischer (Hrsg.): Deutsche Zeitungen des 17. bis 20. Jahrhunderts. Verlag Dokumentation, Pullach 1972, S. 71.
  78. Hauptverwaltungen und Filialen der Deutschen Bundesbank. Abgerufen am 5. April 2014.
  79. Campus Fachhochschule Magdeburg-Stendal
  80. siehe Liste der Korporativ Fördernden Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft (PDF; 445 kB)
  81. Forschungseinrichtungen in Magdeburg
  82. Wissenschaftsstandort Magdeburg
  83. regionmagdeburg.de
  84. Jahr der Wissenschaft 2006 in Magdeburg
  85. Erstes Kinderhospiz Sachsen-Anhalts