Granma (Zeitung)

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Granma
Logo Diario Granma.png
Beschreibung kubanische Tageszeitung
Erstausgabe 4. Oktober 1965
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
([1])
500.000 Exemplare
Chefredakteur Pelayo Terry
Herausgeber Kommunistische Partei Kubas (PCC)
Weblink www.granma.co.cu

Die Granma (engl. „Oma“) ist die offizielle Zeitung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, benannt nach der Yacht Granma, mit der Fidel Castro, Che Guevara und 80 weitere Rebellen 1956 in Kuba anlandeten, um gegen die Diktatur von Fulgencio Batista zu kämpfen. Sie ist mit einer Auflage von täglich rund 500.000 Exemplaren die größte Tageszeitung Kubas und erscheint im tabloidähnlichen Kleinformat. Einzige Farbe neben Schwarz ist das Rot des Logos und einiger Überschriften. Rechts neben dem Granma-Schriftzug erscheint ein Foto des jungen Fidel Castro inmitten von Kameraden mit hochgestreckten Karabinergewehren und rechts daneben ein gelegentlich wechselndes Motto.

Inhaltlich besteht seit der Gründung der Zeitung Kontinuität. Man berichtet von Staatsbesuchen und Parteiveranstaltungen, Reden sozialistischer Führer werden abgedruckt, gepaart von einigen wenigen internationalen Nachrichten, ein wenig Kultur und nationalen Sportnachrichten. Probleme der Bevölkerung werden im redaktionellen Teil so gut wie gar nicht thematisiert. Lediglich in den freitäglichen Leserbriefen sind sie in Ansätzen ersichtlich.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ihre erste Ausgabe erschien am 4. Oktober 1965. Sie entstand aus der Fusion zweier kubanischer Tageszeitungen, Revolución, Organ der Bewegung des 26. Juli, der von Fidel Castro geführten revolutionären Organisation, und Noticias de Hoy (1938), Organ der Sozialistischen Volkspartei Kubas, nachdem beide Organisationen nach dem Sieg der kubanischen Revolution im Juli 1961 fusionierten.

Ein Kubaner liest die Granma.

Die Granma erscheint täglich in einer Auflage von ca. 500.000 Exemplaren. Darüber hinaus gibt es seit 20. Februar 1966 eine wöchentliche internationale Ausgabe, die mittlerweile in vielen verschiedenen Sprachen erscheint (u. a. deutsch, englisch, französisch, italienisch, kréole haitien) erscheint. Sie hieß zunächst Granma weekly review und seit 1991 Granma Internacional. Die Artikel der Granma werden parallel auch im Internet veröffentlicht, sowohl als PDF-Ausgabe der Druckversion als auch als eigene Online-Publikation.

Oft werden offizielle Bekanntmachungen der kubanischen Regierung in der Granma veröffentlicht. Die kubanische Ausgabe wird täglich bis auf sonntags gedruckt und besteht aus jeweils 8 Seiten, seit März 2008 freitags aus 16. Sie enthält gelegentlich weitere Beilagen, so zum Beispiel 2006 eine Beilage zu Lastwageneinkäufen in der Volksrepublik China durch die staatlichen Elektrizitätswerke oder eine andere zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Im März 2008 wurde in der Zeitung eine wöchentliche, freitags erscheinende Leserbriefrubrik eingerichtet. Es wird dort bisweilen Kritik an schlecht funktionierenden Behörden veröffentlicht, jedoch keine gegen die erklärte Linie der Partei verstoßenden Ansichten. Für die Ausgaben des 6., 7., 8. und 9. März 2013, deren Inhalt jeweils überwiegend dem zuvor verstorbenen venezolanischen Staatspräsidenten Hugo Chávez gewidmet war, erschien der Titelschriftzug der Zeitung in Schwarz statt wie üblich in Rot.[3]

Die technische Ausstattung der Redaktion gilt als verhältnismäßig schlecht: Die Computer sind veraltet und langsam, ebenso das Internet und die Kameras der Fotoreporter. Angesichts eines nicht kostendeckenden Verkaufspreises von 20 Centavos (Peso Cubano), was Stand 2013 weniger als einem Euro-Cent entspricht, ist dies auch nicht weiter verwunderlich.[2]

Mit dem Wechsel in der Chefredaktion im Oktober 2013 verbinden manche Beobachter eine Hoffnung auf vorsichtige Öffnung der Presse weg von reiner Hofberichterstattung. Der als Hardliner geltende bisherige Chefredakteur Lázaro Barredo Molina wurde mit 65 Jahren in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wurde der bisherige Chefredakteur der Zeitung des kommunistischen Jugendverbands Juventud Rebelde, Pelayo Terry, wo beispielsweise es für die Internetausgabe eine durchaus kontrovers genutzte Kommentarfunktion gibt. Öffentliche Äußerungen führender Regierungsmitglieder, beispielsweise Vizepräsident Miguel Díaz-Canel, nähren diese Hoffnung. Andere, wie der Politikwissenschaftler und Kubaexperte Bert Hoffmann, sind da vorsichtiger. Demnach „[sei] es ein wiederkehrendes Ritual, dass Fidel oder Raúl Castro die Medien kritisierten, ohne dass sich etwas verändere. 'Insofern ist auch Díaz-Canels Kritik an den Staatsmedien mit Vorsicht zu genießen.'“[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Medien auf Kuba
  2. a b c Philipp Lichterbeck: Parteiblatt „Granma“ will sich reformieren, Der Tagesspiegel vom 17. Oktober 2013
  3. Declaration del Gobierno Revolutionario Hasta siempre, Comandante (PDF; 884 kB, Spanisch). In: Granma vom 6. März 2013. Online auf www.granma.co.cu.