Großsteingräber von Rohstorf

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Großsteingräber von Rohstorf
Großsteingräber von Rohstorf (Niedersachsen)
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Koordinaten Großsteingräber von Rohstorf53.1815310.58711Koordinaten: 53° 10′ 53,5″ N, 10° 35′ 13,6″ O




Ort Rohstorf, Niedersachsen, Deutschland
Entstehung 3500 bis 2800 v. Chr.
Sprockhoff-Nr. 699 – 701

Die Großsteingräber von Rohstorf liegen bei Rohstorf in der Gemeinde Vastorf im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen. Sie entstanden zwischen 3500 und 2800 v. Chr. und sind Megalithanlagen der Trichterbecherkultur (TBK). Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[1]

Lage[Bearbeiten]

Die drei Großsteingräber befinden sich zwischen Gifkendorf und Aljarn, 500 Meter vom kleinen Forstort Scharnhop, beiderseits des nach Nordosten führenden Waldweges.

Beschreibung[Bearbeiten]

Östlich des Weges liegt der Rest einer Steinkammer mit der Sprockhoff-Nr. 701 in einem ovalen Rollsteinhügel von 10 bis 12 Meter Durchmesser. Von der stark zerstörten Kammer befinden sich vielleicht noch der nördliche Schlussstein und fünf Tragsteine in situ. Ein Deckstein ist in die Kammer verstürzt, ein Decksteinbruchstück ist noch vorhanden. E. Sprockhoff vermutete eine Kammer mit vier Decksteinen, also ein Ganggrab oder einen Großdolmen.

Die beiden anderen Anlagen liegen westlich des Weges.

Etwa 100 Meter nördlich liegt wenige Meter vom Waldweg das Hünenbett mit der Sprockhoff-Nr. 700. Sein Erddamm ist auf 40 Meter Länge gut feststellbar, sein Nordostende jedoch ist unsicher. Von den Einfassungssteinen sind nur Reste vorhanden. Eventuell hat sich nahe dem Südwestende eine Kammer befunden, genaueres ist aber nicht festzustellen.

Das Großsteingrab mit der Sprockhoff-Nr. 699 liegt etwa 50 Meter westnordwestlich vom zweiten Hünenbett im dichten Wald. Es handelt sich um den ansehnlichen Rest einer langen Kammer in einem unregelmäßig ovalen Hügel von 12 × 17 Meter. Insgesamt sind 13 Tragsteine, teilweise umgefallen oder gesprengt, und zwei in die Kammer gestürzte Decksteine erhalten. An mehreren Stellen sind Spuren einer beabsichtigten, aber nicht ausgeführten Sprengung der Steine in Form von Sprenglöchern zu beobachten. Ernst Sprockhoff vermutete eine Kammer mit acht Decksteinen, also auch hier ein Ganggrab oder ein Großdolmen.

Zwischen den genannten liegen Reste weiterer Anlagen, deren Zerstörung aber so weit fortgeschritten ist, dass keine Bestimmung mehr vorgenommen werden kann. Etwa 500 Meter nördlich der Steingräber wurde um 1887 ein großes Urnengräberfeld ausgegraben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hery A. Lauer: Archäologische Wanderungen Ostniedersachsen Verlag Hery A. Lauer, Angerstein 1979, ISBN 3-924538-00-X, S. 80.
  • Ernst Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschlands. Teil 3: Niedersachsen – Westfalen. Rudolf-Habelt Verlag, Bonn 1975, ISBN 3-7749-1326-9, S. 42.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15