Guam-Flughund

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Guam-Flughund
Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Eigentliche Flughunde (Pteropodini)
Gattung: Pteropus
Art: Guam-Flughund
Wissenschaftlicher Name
Pteropus tokudae
Tate, 1934

Der Guam-Flughund (Pteropus tokudae) ist ein ausgestorbenes Fledertier aus der Familie der Flughunde (Pteropodidae). Er war auf der Insel Guam in den Marianen endemisch. Das Artepitheton ehrt den japanischen Zoologen Mitoshi Tokuda.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Maße basieren auf einem Männchen (Holotypus), das im August 1931, und einem Weibchen (Paratypus), das im März 1968 gesammelt wurde. Das Männchen hat eine Unterarmlänge von 95 mm. Das Weibchen hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 225 mm, eine Unterarmlänge von 95 mm, eine Schienbeinlänge von 70 mm und eine Ohrenlänge von 20 mm. Das Gewicht beträgt 151,8 g. Der Bauch und die Flügel sind braun bis dunkelbraun mit vereinzelten weißen Haaren. Der Mantel und die Nackenseiten variieren von braun bis hell goldfarben. Der Oberkopf ist gräulich bis gelblich braun. Kehle und Kinn sind dunkelbraun. Neben den adulten Tieren existiert der Schädel eines weiteren, noch nicht ausgewachsenen, Männchens in der Sammlung des American Museum of Natural History.

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise des Guam-Flughunds ist nichts bekannt.

Aussterben[Bearbeiten]

Der Guam-Flughund galt bei den einheimischen Insulanern als Delikatesse und wurde daher intensiv gejagt. Das letzte Weibchen wurde im März 1968 an seinem Schlafplatz auf der Tarague-Klippe gesammelt. Es wurde von einem Jungtier begleitet, das dem Fang entkommen konnte. Eine unbestätigte Sichtung soll es im Juni 1974 gegeben haben. Befragungen von örtlichen Jägern in den 1970er-Jahren erbrachten das Ergebnis, dass diese Art extrem selten ist. Während einer Expedition im Jahre 1987 wurde kein Exemplar mehr nachgewiesen, sondern nur noch der größere Marianen-Flughund (Pteropus mariannus). Eine weitere mögliche Aussterbeursache könnte die Nachstellung durch die in den 1950er-Jahren eingeführte Braune Nachtbaumnatter (Boiga irregularis) gewesen sein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Flannery, Tim & Schouten, Peter (2001). A Gap in Nature: Discovering the World's Extinct Animals, Atlantic Monthly Press, New York. ISBN 0871137976.
  • Flannery, T.F. 1995. Mammals of the South-West Pacific & Moluccan Islands. Chatswood: Reed Books, 464 S. ISBN 0-7301-0417-6
  • Simmons, N.B. 2005. Order Chiroptera. S. 312-529 in Wilson, D.E. & Reeder, D.M. (Hrsg.). Mammal Species of the World: a taxonomic and geographic reference. 3. Auflage. Baltimore: The Johns Hopkins University Press, 2. Bände, 2142 S. ISBN 978-0-8018-8221-0
  • Tate, George Henry Hamilton: Bats from the Pacific islands, including a new fruit bat from Guam. American Museum Novitates; No. 713, 1934 (Online)

Weblinks[Bearbeiten]