Guido Rohm
Guido Rohm (* 26. August 1970 in Fulda) ist ein deutscher Schriftsteller und Künstler.
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Leben und Werk [Bearbeiten]
Rohms Debüt, der Kurzgeschichtenband Keine Spuren erschien 2009 im Seeling Verlag. Der deutsch-französische Schriftsteller und Übersetzer Georges-Arthur Goldschmidt schrieb das Vorwort zum Buch.[1][2]
2010 erschien im gleichen Verlag sein Erstlingsroman Blut ist ein Fluss.[3] Er führt den amerikanischen Kultautor Tom Torn, der die Hauptfigur des Roman ist, im deutschsprachigen Raum ein.
Guido Rohm schreibt Essays und Kritiken für verschiedene Onlinemagazine wie zum Beispiel www.evolver.at.[4]
Rohm hat außerdem das literarische Weblog „Aus der Pathologie“ betrieben, das von litblogs.net kuratiert wurde.[5]
Zusammen mit dem Künstler Leszek Skurski erarbeitete er das Projekt Die letztgültigen Wahrheiten.[6] Weitere Zusammenarbeiten gab es mit Frank Göhre und Alfred Harth[7][8]
Der Roman Blutschneise wurde beim Krimi-Blitz 2011 auf den 2. Platz gewählt.[9]
Stimmen zu Blut ist ein Fluss [Bearbeiten]
„Guido Rohm ist einer, der einen Krimi schreiben kann und dabei kein Genrebuch abliefert, sondern Literatur, gute Literatur.“
– Leander Sukov: Cultureglobe, Verbrechen lohnt sich, fragt sich nur für wen, 12. August 2010[10]
„„Ein genialer literarischer Schachzug ... ein gelungenes Romandebüt.““
– Krimikiste, KK 491: Guido Rohm – Blut ist ein Fluss, 6. August 2010[11]
Stimmen zu Blutschneise [Bearbeiten]
„Niemand experimentiert derzeit in Deutschland so kreativ mit dem Genre Kriminalliteratur wie der 1970 geborene Guido Rohm.“
– Thor Kunkel: Financial Times Deutschland, Highlights auf dem Buchmarkt, 29. November 2011[12]
„Er [Rohm] gibt einem die Hoffnung, dass Krimi eine Zukunft hat. Blutschneise ist ein Roman, in den man schauen kann und der einen anschaut, in dem man Täter und Opfer ist“
– Dieter Paul Rudolph: Krimi-Couch, Blutschneise, November 2011[13]
„Sorgsam hat der Autor Täter- und Opferkomplexe separiert und effektvoll zu einem bösartigen Stück Prosa montiert. Entspannungslektüre ist das nicht. In einem erbarmungslosen Hauptsatzstil treibt Rohm die Handlung ins Absurde“
– Joachim Feldmann: CULTurMag , Extremkrimi, 10. Dezember 2011[14]
„… und letztendlich hat Guido Rohm mit seinem Text Blutschneise es wieder geschafft, aufzutrumpfen. Mein erster und letzter Gedanke beim letztgenannten Buch wohl so eine Art Quintessenz. Welchem Thema kann sich ein Autor nach diesem Stoff noch zuwenden, wenn er uns eine Wirklichkeit so minimalistisch auf den Punkt gebracht präsentiert? Wenn er sich nicht im Kreise drehen will? Nun ist das nicht mein Problem, aber gespannt bin ich schon. Und richtig konsequent gedacht stellen seine Opferbeschreibungen am Ende des Buches auch so etwas wie eine Vergewaltigung oder zumindest eine Entschuldung des vordem Erzählten dar. Sich selbst als Autor in die Geschichte einzubauen und auch noch durch Tod zu entledigen erscheint dagegen logisch. Guido Rohms Krimi zeigt, wie man Literatur in eine extreme Form gießen muss, damit der moralische Grad der gesellschaftlichen Beziehungen in seinem Ausmaß nicht nur erkennbar, sondern auch fühlbar wird.“
– Die Krimilady: Krimilady, Mein ganz persönliches Krimilesejahr 2011, 4. Januar 2012[15]
„Ein brutaler Roman vom Endpunkt des Kapitalismus. Angesiedelt in lakonischer Prosa zwischen Jim Thompson, Bret Easton Ellis und David Osbornes Jagdzeit … Diese innere Logik ist der Motor des Romans von Guido Rohm, der offensichtlich von den Besten gelernt hat. Blutschneise ist das literarische deutsche Pendant zum amerikanischen Terrorkino.“
– Marcus Stiglegger: Ikonenmagazin[16]
Stimmen zu Die Sorgen der Killer [Bearbeiten]
„Rohm spielt mit Erwartungshaltungen, bricht sie binnen Sätzen und schafft es, seine Leser nicht zu verarschen. Der harmlose Erzähler mit der Arzttasche ist nicht der Mörder, der im heimeligen Rund vorm Kamin überführt wird. Viel komplexer und gleichzeitig einfacher: Opfer sterben, aus Opfern werden Täter und umgekehrt; Überzeugungen überwiegen alles. »Die Sorgen der Killer« eine Bestandsaufnahme: Geschichte und Autobiographie verschmelzen, letztlich läuft alles darauf hinaus, das eigene Leben mit Bedeutung zu füllen. Die Killer sorgen sich nicht darum, dass sie ethisch-moralische Grundsätze verletzen, die conditio humana vehement verletzen, sondern wie lange es so weitergehen kann. Kleine Portraits aus einer Welt, deren Maßstab Zerstörung heißt. Wenn der Sinn des Lebens der Tod ist – was bleibt?“
– Jochen König: Krimi-Couch,Die Sorgen der Killer, April 2012[17]
„Hinter dem ebenso ungewöhnlichen wie passenden Titel verbergen sich dreizehn geschliffene Miniaturen, in denen sich Guido Rohm stilistisch perfekt mit soziogenen Degenerationen und urbanen Mythen befasst … Er dehydriert seine Stoffe zu reinstem Wort-Heroin, das spätestens nach der zehnten Seite nicht ohne Suchtgefahr ist … Mit dieser Sammlung von Alpträumen aus einem bösartigen Univerum beweist sich Rohm einmal mehr als frischer Wind, der es fast mühelos schafft, ein muffiges, von Klischees verkrustetes Genre zu entstauben. Ein wirklich lesenswertes Buch von einem der besten Stilisten der deutschen Kriminalliteratur!“
– Thor Kunkel: sf-magazin, Toppreis für Ihr Zahngold 17. April 2012[18]
„Rohm hat ein neues Genre erfunden, eines, das erst noch definiert werden muß, vielleicht ‘Crime-Slipstream’. Die Sorgen der Killer, das sind 13 Kurzgeschichten aus der Wirbelzone eines U-Boots im Bermudadreieck. Keine ist wie die andere, jede so einzigartig wie eine Perle. Wie Standbilder eines ungedrehten Weltfilms zeigen sie Mörder, Verbrecher, Kriminelle, gelegentlich auch nur Unmenschen. 13 grundverschiedene Herangehensweisen, 13 Perspektiven und Erzählstimmen.“
– Andreas Winterer: Evolver, Im Hyperraum des Kriminellen, 23. April 2012[19]
Stimmen zu Fleischwölfe - 0. [Null] Eine Noirvelle [Bearbeiten]
„Ich war von Fleischwölfe von Anfang an beeindruckt. Nicht nur wegen der literarischen Konstruktion, der kunstvoll-archaischen Sprache, sondern auch vom Mut zur Drastik. Drastik, wie wir wissen, ist der letzte Impuls der Aufklärung. Kettensägen. Lebende Tote. Fleisch! Außerdem: Selbstreferenz. Die Anwesenheit des Autors in seinem Werk. Man muss das können, und Guido Rohm kann es. Wir haben es mit einem Selbstbefreiungsversuch der Literatur in einer Situation der Erstarrung zu tun.“
– Georg Seeßlen: Getidan, KEIN VORWORT, NIRGENDS, 30. September 2012[20]
„Rohms bewährte Erzählweise, dieses Verknappt-Kantige, in dem der Scherz trauert und die Trauer scherzt, ist ihrerseits ein neuer Weg durch das Genre, dessen Versatzstücke wie bisher unentdeckt erscheinen. Diese Diktion erinnert mich immer mehr an Bert Brecht und ich nenne Guido Rohm also vorläufig den Bert Brecht der Kriminalliteratur, bis mir ein besserer Vergleich einfällt … Zwei Erzählungen über Kannibalismus, über die Alltäglichkeit des Verschwindens, das nicht nur im Wortsinne Sich-Verzehren. Kriminalliteratur? Aber immer. So ziemlich das Anregendste, was das Genre in letzter Zeit zu bieten hatte.“
– Dieter Paul Rudolph: Watching the detectives, Guido Rohm: Fleischwölfe / 0 – Eine Noirvelle, 29. September 2012[21]
Nachruf zu Lebzeiten [Bearbeiten]
Dieter Paul Rudolph von "Watching the detectives" schrieb Guido Rohm zu Lebzeiten bereits einen Nachruf. Ein sicherlich einmaliger Vorgang in der deutschen Literaturlandschaft.[22]
Werke [Bearbeiten]
- Keine Spuren. Jens Seeling Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-938973-10-3
- Blut ist ein Fluss. Jens Seeling Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3938973127
- Eine kurze Geschichte der Brandstifterei. Textem-Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3941613331
- Safe Heaven. B3 Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3938783733
- Blutschneise. Jens Seeling Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3938973141
- Die Sorgen der Killer. Kulturmaschinen, Berlin 2012, ISBN 978-3940274397
- Fleischwölfe - 0. [Null] Eine Noirvelle. Evolver Books, Wien 2012, ISBN 978-3-9502558-7-4
- Die letztgültigen Wahrheiten: Die einzig wahre Geschichte der Hexe Merga Bien. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2013, ISBN 978-1482745719
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Guido Rohm im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Seeling Verlag
- Biographische Selbstangaben, Werke und Hörproben von Guido Rohm bei Literaturport
- Guido Rohm bei Lyrikwelt.de
- Aus der Pathologie
- Archiv der Texte von Guido Rohm bei www.getidan.de
- Archiv der Texte von Guido Rohm bei www.faustkultur.de
- Auslage - Die offizielle Website von Guido Rohm
- Guido Rohms gestammelte Notizen - Ein offenes Notizbuch
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Besprechung in der Fuldaer Zeitung
- ↑ Besprechung im Onlinemagazin TEXTEM
- ↑ Blut ist ein Fluss bei HR-Online
- ↑ Guido Rohm bei evolver.at
- ↑ Aus der Pathologie
- ↑ Die Ausstellung Merga Bien in der Fuldaer Zeitung
- ↑ Geschichte bei Crimemag
- ↑ Geschichte bei Getidan
- ↑ Ergebnis Krimi-Blitz 2011
- ↑ Besprechung bei Cultureglobe
- ↑ Besprechung bei Krimikiste
- ↑ Besprechung bei Financial Times Deutschland
- ↑ Besprechung bei Krimi-Couch
- ↑ Besprechung bei CULTurMag
- ↑ Besprechung bei Krimilady
- ↑ Besprechung im Ikonen-Magazin
- ↑ Besprechung bei Krimi-Couch
- ↑ Besprechung bei sf-magazin
- ↑ Besprechung bei Evolver
- ↑ Veröffentlichung des Vorworts zum Buch bei Getidan
- ↑ Besprechung bei Watching the detectives
- ↑ Nachruf bei Watching the detectives
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rohm, Guido |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 26. August 1970 |
| GEBURTSORT | Fulda |

