Künstler
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Künstler werden heute die auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, der Angewandten Kunst, der Darstellenden Kunst und der Musik kreativ tätigen Menschen bezeichnet, die Kunstwerke schaffen oder Ideen und Konzepte zur Realisation bereitstellen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Künstlerin
„Künstlerin” ist im alltäglichen Sprachgebrauch, unterstützt durch Forderungen der feministischen Linguistik, eine selbstverständliche Berufsbezeichnung und wird ebenso in staatlich bestimmten Zusammenhängen gleichgestellt zu „Künstler” verwendet. In diesem Fall ist Geschlechtergerechte Sprache ein Teil der Alltagskultur geworden. Der Anteil der Leistungen von Frauen in der Kunst wird damit sichtbarer, ihre verdrängte Geschichte in der Kunst bewusster, und die beruflich teils andere Situation von Künstlerinnen leichter darstellbar. Dagegen sind Formulierungen wie „weiblicher Künstler“ die Ausnahme.
Durch das im Deutschen geltende generische Maskulinum wird im Schriftdeutsch und in Nachschlagewerken, solange geschlechtsspezifische Unterschiede nicht als entscheidend betrachtet werden, die Bezeichnung „Künstler” verwendet.
[Bearbeiten] Abgrenzung
Die Abgrenzung künstlerischer Tätigkeit zu Handwerk und Kunsthandwerk ist fließend. Sie hängt im Allgemeinen vom Grad der Originalität, d.h. dem Finden neuer bzw. dem genialen Verwerten bekannter Formen der Darstellung ab. Ebenso schwer zu bestimmen ist die Grenze zur „nutzbringenden“ Technik. Die Qualität von Kunst kann durch Auftraggeber wie Regierung, Kirche, Firma oder Mäzene gefördert, aber durch die Vorgaben und Eingriffe solcher Geldgeber auch zerstört werden; die Freiheit der Kunst muss sich gegenüber religiösen Gebräuchen, ikonologischen Kriterien, modischen Erwartungen, politischen Programmen und dem Wunsch des Künstlers nach Ruhm bzw. finanziellem Erfolg behaupten.
[Bearbeiten] Gesetzliche Definition (Deutschland)
Nach den Kriterien der Künstlersozialkasse (§ 13 KSVG) als Gesetzesvorlage in Deutschland gibt es vier Berufssparten: Bildende Kunst/Design - wozu auch die Visuelle Kommunikation gezählt wird, Darstellende Kunst, Musik und Wort. Überdies gelten in allen vier Kategorien auch Pädagogen oder Ausbilder als Künstler.
[Bearbeiten] Ausbildung
Oft wird der Grad einer Befähigung Künstler zu sein, stereotypisch anhand einer Ausbildung bemessen; so wird „reine Kunst“ eher in einem Studium an Hochschulen bzw. Kunsthochschulen gelehrt, während kommerzielle, pragmatische Kunstaspekte eher an Fachhochschulen vermittelt werden. Weiter gefasst spielt eine Ausbildung zum Künstler jedoch keine Rolle; es finden sich zahlreiche Autodidakten in der Kunstszene, die Wert darauf legen keine Ausbildung zu besitzen. Wer als Künstler angesehen wird, hängt entscheidend vom vorherrschenden oder individuellen Kunstbegriff ab.
[Bearbeiten] Künstlerische Berufe (Auswahl)
Bildhauer – Maler - Medienkünstler - Grafiker - Konzeptkünstler
Comiczeichner – Grafikdesigner – Illustrator – Kommunikationsdesigner –
Dramaturg – Opernsänger - Regisseur – Schauspieler – Tänzer- Filmemacher
Architekt – Fotograf – Keramiker – Maskenbildner – Kostümbildner – Bühnen- / Szenenbilner – Produktdesigner
Artist – Zauberkünstler – Puppenspieler
Schriftsteller – Romancier – Essayist
Musiker – Sänger – Komponist - Dirigent
[Bearbeiten] Zeitgenössische Künstler
In der Zeitgenössischen Kunst sind Künstler, die im internationalen Kunstbetrieb wahrgenommen werden, nicht auf traditionelle Kunstsparten zu reduzieren. Ihre Rolle verändert sich durch interdisziplinäre Herangehensweisen, durch Bezüge zu geisteswissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, durch neue Kunstformen in neuen Medien, siehe Digitale Kunst, und durch die ständigen Veränderungen auf dem Kunstmarkt und im Kunstbetrieb. Literatur, Film, Musik, Theater und Bildende Kunst gehen in Neuen Medien ineinander über und die Grenzen zwischen „reiner Kunst“, L’art pour l’art, engagierter Kunst und Kunstkommerz sind durchlässig.
Welche Werke am Kunstmarkt bestimmend sind, hängt von vielen Faktoren ab, wobei künstlerische und kunsthistorische Qualitäten mit ausschlaggebend sind. Andererseits kann von guter medialer Vermittlung die Präsenz eines Künstlers im Kunstbetrieb abhängen. Deshalb arbeiten Künstler meist im Verbund mit Kunsthändlern, Galeristen und Kulturmanagern. Der Name eines Künstlers kann zur Handelsmarke werden und seine mediale Präsenz zu Kapital. Die Orientierung an bekannten Künstlernamen und ihre ständige Erwähnung (engl.: namedropping) gehört daher zu den Eigenheiten des Kunstbetriebs, ähnlich dem Starkult in der Musik. Dagegen steht das Ideal, sich unvoreingenommen auf einzelne Werke einzulassen und erst von dort aus die jeweilige Künstlerin oder den Künstler zu entdecken.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Liste von Bildhauern
- Liste von Jazzsängern
- Liste von Malern
- Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik
- Kunsthochschule
- Kunstkompass
[Bearbeiten] Literatur
- Kris, Ernst/ Kurz, Otto: Die Legende vom Künstler, Frankfurt am Main 1995 (jüngste Aufl.)
- Künstler – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst
- Lindemann, Adam: Collecting Contemporary, Taschen Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-8228-4938-5
- Christian Reder: Forschende Denkweisen. Essays zu künstlerischem Arbeiten (mit Texten zu Kurt Kocherscheidt, Brigitte Kowanz, Maria Lassnig, Bruno Gironcoli, Dieter Roth, Walter Pichler u. a.), Edition Transfer bei Springer Wien-New York 2004, ISBN 3-211-20523-3
- Schmid, Karlheinz: Traum−Karriere Künstler − Auf dem Weg zum Superstar, Lindinger+Schmid Verlag, 144 S., Regensburg 2007, ISBN 978-3-929970-69-2
- Zimmermann, Olaf/ Schulz, Gabriele: Traumberuf Künstler, Bildung und Wissen Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 978-3-8214-7618-6
- Anne Marie Freybourg (Hg.): "Die Inszenierung des Künstlers", JOVIS Verlag Berlin 2008, ISBN 978-3-86859-031-9

