Guillaume Lekeu

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Guillaume Lekeu um 1886

Guillaume Lekeu (* 20. Januar 1870 in Verviers, Belgien; † 21. Januar 1894 in Angers, Frankreich) war ein belgischer Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Der wallonische Komponist erhielt seinen ersten Unterricht am Konservatorium seiner Heimatstadt. 1879 zogen seine Eltern nach Poitiers. Er besuchte das dortige Gymnasium und setzte seine Musikstudien autodidaktisch fort. In seiner neuen Heimat komponierte er im Alter von 15 Jahren sein erstes Werk.

Im Jahre 1888 ließ sich die Familie in Paris nieder, hier wurde Lekeu Schüler von dem aus der näheren Umgebung seiner Geburtsstadt stammenden César Franck, und nach dessen Tod 1890 lernte er bei Vincent d'Indy weiter. Ein Besuch der Bayreuther Festspiele im Sommer 1889 beeindruckte ihn nachhaltig.

Er erhielt im Jahre 1891 mit seiner Kantate Andromède den zweiten Prix de Rome.

Der berühmte Violinvirtuose Eugène Ysaÿe bat ihn, eine Sonate für Violine und Klavier zu komponieren, welche Ysaÿe im März 1893 uraufführte. Diese Sonate blieb Lekeus bekanntestes Werk. An Typhus erkrankt starb er im Alter von 24 Jahren und wurde in einem Vorort von Verviers beigesetzt.

Werke[Bearbeiten]

Er schuf rund 50 Werke. Die Mehrzahl hiervon ruht in den Archiven der Konservatorien, seine Werke sind durch César Franck, Beethoven und Wagner beeinflusst.

  • Orchesterwerke
    • Première étude symphonique (1889)
    • Deuxième étude symphonique (1889)
    • Adagio für Orchesterquartett (1891)
    • Fantaisie pour orchestre sur deux airs populaires angevins (Fantasie über zwei Volksweisen aus Angers) (1892)
    • Introduktion und Adagio für Blasorchester (1892)
  • Vokalmusik
    • „Andromède, poème lyrique et symphonique“ für Soli, Chor und Orchester (1891)
    • „Chant lyrique“ für Chor und Orchester (1891)
    • Lieder
  • Kammermusik
    • Streichquartett G-Dur (1888)
    • Klavierquartett h-Moll (1892/93, von d'Indy ergänzt)
    • Klaviertrio c-Moll (1890/91)
    • Violinsonate G-Dur (1892/93)
    • Violoncellosonate f-Moll (1888)
    • Klaviersonate g-Moll (1891)

Weblinks[Bearbeiten]