Bayreuther Festspiele

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Bayreuther Festspielhaus
Dirigenten und Bühnenkünstler in Bayreuth um die Jahrhundertwende

Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ein Musik- und Theaterfestival, das jedes Jahr (in der Regel vom 25. Juli bis 28. August) im eigens dafür von Richard Wagner und Otto Brückwald geschaffenen Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth stattfindet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte bis 1944 [Bearbeiten]

Richard Wagner wünschte sich ein Theater abseits der Metropolen, in dem man sich – ohne Ablenkung und ohne die Kompromisse eines Repertoirebetriebs – voll und ganz der Darbietung seiner Werke widmen konnte. 1871 entschied er sich für Bayreuth als Standort. Zur Finanzierung der von ihm auf 300.000 Taler geschätzten Kosten für den Bau eines Festspielhauses und die erste Saison gründete er einen Patronatsverein, der unter der Leitung Marie Gräfin von Schleinitz, einer Freundin von Wagners Frau Cosima Wagner, Anteilsscheine für jeweils 300 Taler ausgab. Der Käufer erhielt einen Sitzplatz pro Vorstellung und alle Patrone bestimmten zusammen über die weiteren 500 Sitzplätze. Dies gilt als Erfindung des Fundraisings.[1] Weitere Vereine gründeten sich in verschiedenen deutschen Städten. Jedoch konnten bis Frühjahr 1873 nur 340 Patronatsscheine abgegeben werden. Das Richtfest des Festspielhauses fand im Oktober 1873 statt, ohne dass die Finanzierung gesichert war. Anfang 1874 musste der Bau stillgelegt werden, woraufhin König Ludwig II. von Bayern, der mit Wagner und seinem Projekt eng verbunden war, ein Darlehen aus seinem privaten Vermögen über 100.000 Taler zur Verfügung stellte.

Die Inszenierungen hielten sich bis zum Zweiten Weltkrieg buchstabengetreu an die Regieanweisungen im Originaltext und prägten eine orthodoxe Aufführungspraxis, die auch auf andere Opernhäuser Einfluss hatte.[2]

Richard Wagner [Bearbeiten]

Die ersten Festspiele begannen am 13. August 1876; sie boten die Uraufführung des kompletten Rings des Nibelungen. Zu den Gästen gehörten Franz Liszt, Anton Bruckner, Karl Klindworth, Camille Saint-Saëns, Peter Tschaikowski, Edvard Grieg, Lew Tolstoi, Paul Lindau, Friedrich Nietzsche und Gottfried Semper, ferner Kaiser Wilhelm I., Kaiser Pedro II. von Brasilien und König Karl von Württemberg. König Ludwig hatte vom 6. bis zum 9. August die Generalproben besucht und kehrte erst zum dritten und letzten Aufführungszyklus zurück, wobei er sich allen öffentlichen Huldigungen entzog.

Der künstlerische Erfolg der Premiere wurde durch einige bühnentechnische Pannen beeinträchtigt, so dass Wagner sich weigerte, vor das applaudierende Publikum zu treten. Wegen des finanziellen Misserfolgs – es verblieben Schulden in Höhe von 148.000 Mark – konnten die nächsten Festspiele erst 1882 (mit der Uraufführung von Parsifal) durchgeführt werden. Wagner beabsichtigte, wie er in einem Brief an Ludwig II. schrieb, nach und nach alle seine Werke in seinem Festspielhaus „in der Weise aufzuführen, dass diese Aufführungen als Muster der Korrektheit meiner nächsten Nachwelt überliefert werden können“. Wenige Monate darauf starb Wagner. Bis kurz vor seinem Tod trug er sich mit dem Gedanken, Tannhäuser und den Fliegenden Holländer umzuarbeiten, um sie „bayreuthwürdig“ zu machen. Eine Aufführung seiner Frühwerke (Das Liebesverbot, Die Feen, Rienzi) untersagte er zwar nicht, bekundete aber auch kein Interesse daran. Bis heute ist es in Bayreuth üblich, nur die zehn Hauptwerke von Holländer bis Parsifal zu spielen.

Ein durchgehendes Prinzip der Festspiele war ein systematischer Antisemitismus bei der Besetzung sowohl der Sänger als auch der Orchestermusiker. Die Auswertung der Archive ergab, dass auch „in anderen Opernhäusern […] Juden diskriminiert“ wurden. „Aber der erbittert judenfeindliche ideologische Rahmen, den Wagner selbst, seine Frau Cosima oder sein Schwiegersohn Houston Stewart Chamberlain lieferten, den gab es woanders nicht. Dieses klare jüdische Feindbild gab es nur in Bayreuth,“ fasste Hannes Heer 2012 seine Forschung zusammen.[3]

Cosima Wagner [Bearbeiten]

Unter der Leitung von Wagners Witwe Cosima fanden die Festspiele zunächst unregelmäßig statt. Immer wieder musste aus wirtschaftlichen Gründen – der Festspielbetrieb war ein reines Privatunternehmen der Familie Wagner – ein Jahr pausiert werden, um finanzielle Engpässe zu überwinden. Auch war die Publikumsnachfrage nicht immer ausreichend, teilweise wurde vor nur mäßig gefülltem Haus gespielt. Erst als ab 1883 Adolf von Groß, ein Freund der Familie Wagner, die Finanzverwaltung übernahm und eine „strikte Ausgabendisziplin“ einführte, konnten die Festspiele finanziell gesichert werden. Die Kredite aus dem Privatvermögen des bayerischen Königshauses wurden bis 1906 zurückgezahlt und das beträchtliche Vermögen der Familie Wagner entstand.[1]

Bayreuther Festspielhaus um 1900

Siegfried Wagner [Bearbeiten]

Die Festspiele selbst entwickelten sich im Wechsel zwischen künstlerischer Stagnation und Innovation. Cosima Wagner, die ab 1886 selbst Regie führte, hatte eine strenge Vorstellung von Werktreue. 1908 übergab sie auf dringendes Anraten ihrer Ärzte die Leitung der Festspiele ihrem Sohn Siegfried Wagner, der schrittweise eine Modernisierung der Aufführungen ermöglichte. Der Erste Weltkrieg erzwang 1914 eine Unterbrechung der laufenden Saison; die Rückerstattung des Preises für gelöste Karten verursachte ein hohes Defizit. 1921 nahm eine neue Deutsche Festspiel-Stiftung mehr als 5 Millionen Mark aus dem Verkauf von Patronatsscheinen ein. Die Inflation der Jahre 1921/22 entwertete dieses Vermögen jedoch, so dass erst nach zehnjähriger Pause, am 22. Juli 1924, die Festspiele unter Leitung von Siegfried Wagner wieder eröffnet werden konnten. Die Meistersinger-Premiere geriet zu einer unverhohlen nationalistischen Veranstaltung; unter den Gästen waren Erich Ludendorff und Heinrich Claß. Der Schlussapplaus nach dem 3. Akt mündete in das vom Publikum stehend gesungene Deutschlandlied.

In seinem Testament von 1929 legte Siegfried Wagner fest, dass die Festspiele dauerhaft in der Verantwortung der Familie Wagner liegen sollen und nur Werke Richard Wagners in Bayreuth aufgeführt werden dürfen. Würden diese Auflagen nicht erfüllt, fällt das Festspielhaus an die Stadt Bayreuth, die ihrerseits an diese Auflagen gebunden sein wird.[4] Ob die Verfügung bezüglich des Ausschlusses anderer Werke noch bindend ist, wurde wiederholt diskutiert.

Winifred Wagner [Bearbeiten]

Problematisch waren auch die Festspiele zu Anfang der 1930er-Jahre: 1930 starb der Festspielleiter Siegfried Wagner an einem während der Probenzeit erlittenen Herzinfarkt, die Festspiele wurden von seiner Witwe Winifred Wagner übernommen. Auch zwischen dem neuen Dirigenten Arturo Toscanini und den beiden anderen Dirigenten der Jahre 1930 und 1931 Karl Muck und Wilhelm Furtwängler kam es immer wieder zu Spannungen und Eifersüchteleien. Toscanini widerrief kurz vor Beginn der Proben für die Festspiele des Jahres 1933 seine Zusage, da nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland eine ausländer- und vor allem judenfeindliche Stimmung herrschte.[5]

Joseph Goebbels und Werner von Blomberg während einer Pause bei den Bayreuther Festspielen 1937, Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Einen Tiefpunkt hatten die Festspiele in der Zeit des Nationalsozialismus: Die Nähe von Winifred Wagner zu Reichskanzler Adolf Hitler stellte einerseits sicher, dass die Festspiele ab 1933 staatlich finanziert und aller Sorgen enthoben waren,[1] andererseits trug sie wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1945 „Wagner an der Kulturbörse unter Null gehandelt“ wurde (Zitat Hans Mayer).[6] Thomas Mann bezeichnete Bayreuth als Hitlers Hoftheater.[7] Hitler hatte Bayreuth zuletzt 1940 besucht.

Ab diesem Zeitpunkt wurden auf Anordnung Hitlers sogenannte Kriegsfestspiele durchgeführt. Die NS-Organisation Kraft durch Freude mit ihrer Abteilung Urlaub und Reisen übernahm den Kartenverkauf. Leiter dieser Abteilung war Bodo Lafferentz, der 1943 durch Heirat mit Verena Wagner Winifreds Schwiegersohn wurde. Lafferentz übernahm die Zuteilung der Karten, die vor allem verwundete Soldaten mit ihrem Pflegepersonal sowie Rüstungsarbeiter erhielten. Ab 1941 wurden die Festspiele immer mehr durch den Krieg beeinflusst. Da in der ersten Festspielwoche 1941 bereits ab ca. 21 Uhr totale Verdunkelung angeordnet war, begannen die Aufführungen schon kurz nach Mittag. 1944 standen nur noch die Meistersinger von Nürnberg auf dem Programm. Die letzte der zwölf Aufführungen des Jahres fand am 9. August statt. Es war die vorletzte Opernaufführung im Dritten Reich,[8] die letzte war die öffentliche Generalprobe der Liebe der Danae von Richard Strauss im Salzburger Festspielhaus am 16. August 1944.[9]

Nachkriegsgeschichte – „Neubayreuth“ [Bearbeiten]

Im Rahmen der Entnazifizierung konzentrierte sich das Verfahren vor der Spruchkammer Bayreuth auf die Person Winifred Wagners, statt die Verstrickungen des gesamten Festspielbetriebs zu untersuchen. In der Anklage wurde sie als Hauptschuldige eingeordnet, die erste Instanz stufte sie als Belastete ein und verhängte schwere Auflagen, die die Fortführung der Festspiele kaum möglich gemacht hätten. In der Berufungsinstanz wurde sie dann als Mitläuferin eingestuft und nachdem sie rechtsverbindlich zugunsten ihrer Söhne Wieland und Wolfgang Wagner auf die Leitung der Festspiele verzichtet hatte, nur mit geringen Auflagen belegt, die für sie keine größeren und für die Festspiele keinerlei Einschränkungen darstellten.[10] So war der Weg frei für die Wiederaufnahme der Festspiele.

1949 wurde die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gegründet, die sich zum Ziel setzte für die eine Wiederaufnahme Geldspenden einzuwerben. Bereits an Pfingsten 1950 standen 400.000 DM bereit.[11]

Bei diesem Neuanfang lag die gemeinsame künstlerische und organisatorische Leitung bei den Enkeln Wieland und Wolfgang Wagner. Ihnen gelang es, jährliche Festspiele – mit meist einer Neuinszenierung pro Saison – zu etablieren. Die ersten Nachkriegsfestspiele begannen am 30. Juli 1951 mit einer viel beachteten Inszenierung des Parsifal durch Wieland Wagner.

Spielplan [Bearbeiten]

Auf dem Spielplan steht seither traditionell eine wechselnde Auswahl aus den Hauptwerken Richard Wagners: Der fliegende Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Der Ring des Nibelungen (mit den vier Teilen Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung), Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal.

Gelegentlich wurde auch Beethovens 9. Sinfonie im Festspielhaus aufgeführt. Richard Wagner selbst hatte dieses Werk am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus dirigiert, aus Anlass der Grundsteinlegung für das Festspielhaus. Im Rahmen der Festspiele erklang die 9. Sinfonie unter Leitung von Richard Strauss (1933), Wilhelm Furtwängler (1951, 1954), Paul Hindemith (1953), Karl Böhm (1963) und Christian Thielemann (2001). Zum 100. Todestag von Richard Wagners Schwiegervater Franz Liszt wurde 1986 dessen Faust-Sinfonie aufgeführt.

Inszenierungen und Beteiligte [Bearbeiten]

Verschiedentlich gingen neue Impulse für Oper und Musiktheater von Bayreuth aus, so ab 1951 durch die Inszenierungen von Wieland Wagner, der mit seiner radikalen „Entrümpelung“ der Bühne einen ästhetischen Neuanfang wagte, der stilbildend bis in die 1970er-Jahre wirkte. 1976 geschah durch die Ring-Inszenierung von Patrice Chéreau zum 100-jährigen Jubiläum der Festspiele (Jahrhundert-Ring) erneut eine umfassende stilistische Veränderung und Erneuerung, die zunächst auch heftige Verstörung und Proteste hervorrief, später aber als richtungweisend und künstlerisch überragend anerkannt wurde.

Musikalisch gelten die Festspielaufführungen – insbesondere bezogen auf Chor und Orchester – als weltweit außerordentlich, was auch mit der architektonischen und akustischen Besonderheit des Gebäudes (s. a. mystischer Abgrund) zu tun hat. Die Solisten werden für die jeweilige Saison eingeladen, wobei in den Anfangsjahren die Ehre der Einladung und die darauf folgenden Aufträge kompensierten, dass sie in der Regel weit unterhalb ihrer Normalverdienste bezahlt wurden. Astrid Varnay wird zitiert mit den Worten: „In Bayreuth wird gearbeitet, das Geld verdienen wir woanders“. Dieser Grundsatz geht auf Richard Wagner selbst zurück, der erklärte: „Die Sänger und Musiker erhalten von mir nur Entschädigungen, keine Bezahlung. Wer nicht aus Ehre und Enthusiasmus zu mir kommt, den lasse ich wo er ist“.[12] Dieser Grundsatz wurde in den folgenden Jahrzehnten aufgeweicht, so dass „kein Künstler alleine Neubayreuth zuliebe auf eine gerechte Entlohnung verzichtet“.[13] Machten Anfang der 1950er Jahre die Personalkosten noch knapp unter 50 % des Gesamtetats aus, wurden in den 1970er Jahren 78–80 % für Gehälter und Gagen ausgegeben, was den Maßstäben anderer großer Bühnen oder Festspiele entspricht.[14]

Zuschauerraum des Festspielhauses
Festspielatmosphäre

Vorstellungen und Besucher [Bearbeiten]

Jährlich finden 30 Vorstellungen statt. Besonderheiten der Bayreuther Festspiele sind der Beginn der Vorstellungen bereits am Nachmittag und die einstündigen Pausen,[15] die wegen der Länge von Wagners Werken eingeführt wurden.

Die lange im Voraus ausverkauften 30 Vorstellungen können von ca. 58.000 Zuschauern gesehen werden. Dieser Zahl gegenüber steht eine Nachfrage von bis zu 500.000 Kartenbestellungen, so dass mit Wartezeiten von zehn und mehr Jahren gerechnet werden muss. In der Folge entwickelte sich ein Schwarzmarkt mit Festspieltickets, dem wiederum durch personalisierte Eintrittskarten und Kontrollen begegnet werden sollte. Für die Meistersinger des Jahres 1996 ist der Zorn Wolfgang Wagners über einen Kartenverkauf zum Zehnfachen des Normalpreises überliefert.[15] Diese intransparente Entwicklung war das Resultat der Kartenvergabepraxis der Wagner-Familie, zumindest bis zum Ende der Ära Wolfgang Wagner: Niemand wusste, wie viel reguläre Karten in den freien Verkauf gingen und wie viele Günstlinge, Sponsoren und Freundeskreise auf der Zuteilungsliste der Wagner-Familie standen. Unklar war damit auch, wer wirklich die Wagnerschen Singspiele besuchte oder die zugeteilten Karten gewinnbringend weiterverkaufte.[16]

Erst 2011 wurde bekannt, dass nur rund 40 % der Karten in den freien Verkauf kamen, die Mehrheit wurde in Form von Kontingenten besonderen Zielgruppen zur Verfügung gestellt. Der größte Empfänger war mit 14.000 Karten pro Jahr der Mäzenatenverein der Festspiele Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, weitere Kontingente gingen an Firmensponsoren, die Stadtverwaltung Bayreuths, den Bezirk Oberfranken und die Bayerische Staatskanzlei. Wagner-Freundeskreise und Musikerorganisationen wurden genauso bedacht wie Journalisten (1000 Tickets zuzüglich eines gesonderten Kontingents für den Bayerischen Rundfunk). Zwanzig Reiseveranstalter erhielten ebenfalls Kartenzuteilungen, die sie zu Paketen mit Unterkunft und Gastronomie bündelten. Der Bundesrechnungshof kam 2011 zum Ergebnis, dass die Vergabe dieser Kontingente „mit den Förderzielen des Bundes nicht vereinbar“ sei.[17]

Als Reaktion auf die Kritik beendeten die Festspiele 2012 die Tradition, ursprünglich zwei, ab 2010 eine Vorstellung exklusiv für Mitglieder des DGB Bayern anzubieten, um dessen Verdienste für die Neubegründung der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg zu würdigen. Die Karten für diese Vorstellungen waren laut Medienberichten in der Vergangenheit in besonders hohem Maß auf dem Schwarzmarkt angeboten worden, so dass die eigentliche Zielgruppe nur bedingt erreicht wurde.[18] 2012 wurde die Kartenvergabe vollkommen neu geregelt: Ab sofort kamen 65 % der Karten in den freien Verkauf, weshalb der Richard-Wagner-Verband[19] wie alle 138 Wagner-Verbände keine Kontingente[20] mehr zur Verfügung hat. Auch Reisebüros bekommen keine Tickets mehr.[20] Weiterhin bevorzugt behandelt wird die Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.[21] Für die Saison 2013 konnte eine Vorstellung nur online gebucht werden. Die Tickets hierfür waren innerhalb von Minuten ausverkauft.

Der reguläre Eintrittskartenpreis lag im Jahr 2012 wie seit Jahren unverändert zwischen 15 und 280 Euro je nach Platzkategorie. Außerdem stand noch eine geringe Anzahl von Plätzen mit eingeschränkter Sicht auf die Bühne (zum Preis von 15 Euro) und für Hörplätze (zum Preis von 8 Euro) zur Verfügung. Im Verhältnis zur allgemein hohen künstlerischen Qualität gelten die Preise, auch verglichen mit anderen Festivals, als äußerst maßvoll. Allerdings ist die Mitgliedschaft bei den Freunden von Bayreuth mit weiteren Kosten verbunden; sie gilt aber als notwendig um überhaupt regelmäßigen Zugang zu Eintrittskarten zu bekommen.[15] Auf dem Schwarzmarkt werden Aufschläge von bis zu 700 Prozent auf den regulären Eintrittspreis bezahlt.[22]

Der Richard-Wagner-Verband vergibt jährlich Stipendien, vornehmlich um Studierenden einen unentgeltlichen Besuch der Aufführungen zu ermöglichen. Auch damit wird versucht, der Idealvorstellung Richard Wagners, dass jedem ernsthaft Interessierten ungeachtet seiner finanziellen Möglichkeiten der Besuch der Festspiele ermöglicht werden solle, gerecht zu werden.

Organisation [Bearbeiten]

Träger des Bayreuther Festspielhauses ist seit 1973 die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth. Stiftungsmitglieder sind die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth, die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, der Bezirk Oberfranken und Mitglieder der Familie Wagner. Geschäftsführer des Stiftungsrates ist der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth (derzeit Brigitte Merk-Erbe). Die Festspiele werden seit 1986 von der Bayreuther Festspiele GmbH durchgeführt.

Der Etat der Festspiele beträgt 16 Millionen Euro pro Jahr (Stand: 2012).[23] Der Bund, das Land Bayern und die Stadt Bayreuth bezuschussen den Festspielbetrieb jährlich mit sieben Millionen Euro.[22]

Katharina Wagner (l.) und Eva Wagner-Pasquier (r.) bei der Premiere der Bayreuther Festspiele 2009

Künstlerischer Leiter der Festspiele war seit der Wiedereröffnung 1951 und bis zu seinem Rücktritt am 31. August 2008 Wolfgang Wagner (bis 1966 gemeinsam mit seinem Bruder Wieland). Durch die Diskussion über seine möglichen Nachfolger (Nike Wagner, Eva Wagner-Pasquier und Wieland Lafferentz oder Gudrun Wagner und Katharina Wagner) ist seine Person in den 1990er- und 2000er-Jahren häufig in den Medien aufgetaucht. 2001 fiel die Entscheidung entgegen dem Willen Wolfgang Wagners zugunsten von Eva Wagner-Pasquier aus, die jedoch kurze Zeit nach der Wahl auf das Amt verzichtete, da sich Wolfgang Wagner auf seinen Vertrag auf Lebenszeit berief und seinen Posten nicht freiwillig aufgeben wollte. Nach dem plötzlichen Tod von Gudrun Wagner im November 2007, Wolfgang Wagners Ehefrau und persönlicher Mitarbeiterin, war angesichts des hohen Alters des Festspielleiters die Nachfolgefrage wieder aktuell. Im April 2008 hat Wolfgang Wagner selbst eine Nachfolgelösung, bestehend aus seinen beiden Töchtern (die Halbschwestern Eva und Katharina), ins Gespräch gebracht und seinen Rücktritt angekündigt, falls der Stiftungsrat sich für die beiden als gemeinsames Leitungsteam der Bayreuther Festspiele aussprechen würde.

Nachdem sowohl Katharina Wagner als auch Eva Wagner-Pasquier ihre Bereitschaft zur Kooperation signalisiert hatten,[24] erklärte Wagner in einem Brief an den Stiftungsrat, zum 31. August 2008 sein Amt als Festspielleiter niederzulegen.[25] Eine Woche vor Ablauf der Bewerbungsfrist und dem Zusammentreten des Stiftungsrates zur Neubesetzung am 1. September 2008 bewarb sich auch Nike Wagner, die Leitung der Festspiele gemeinsam mit den renommierten Kulturmanager Gerard Mortier zu übernehmen. Der Stiftungsrat wählte in dieser Sitzung die beiden Töchter Wolfgang Wagners, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, zu neuen Leiterinnen der Bayreuther Festspiele.

Inszenierungen [Bearbeiten]

Jahr Werk Musikalische Leitung Inszenierung Bühnenbild Kostüme
1876 Der Ring des Nibelungen Hans Richter Richard Wagner Joseph Hoffmann Carl Emil Doepler
1882(–1933) Parsifal Hermann Levi (1882–84, 1886, 1889, 1891–92, 1894), Franz Fischer (1882-84, 1899), Richard Wagner (Schluss der letzten Vorstellung 1882), Felix Mottl (1888, 1897), Anton Seidl (1897), Karl Muck (1901–02, 1906, 1908–09, 1911–12, 1914, 1924–25, 1927–28, 1930), Michael Balling (1904, 1906, 1908, 1911–12), Franz Beidler (1906), Siegfried Wagner (1909), Willibald Kaehler (1924–25), Arturo Toscanini (1931), Richard Strauss (1933) Richard Wagner Max Brückner, Paul von Joukowsky Paul von Joukowsky
1886(–1906) Tristan und Isolde Felix Mottl (1886, 1889, 1891–92, 1906), Michael Balling (1906) Cosima Wagner Max Brückner Joseph Flüggen
1888(–1899) Die Meistersinger von Nürnberg Hans Richter (1888–89, 1892, 1899), Felix Mottl (1892) August Harlacher Max Brückner
1891(–1904) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Felix Mottl (1891–92), Richard Strauss (1894), Siegfried Wagner (1904) Cosima Wagner Max Brückner Joseph Flüggen
1894(–1909) Lohengrin Felix Mottl (1894), Siegfried Wagner (1908–09), Karl Muck (1909) Cosima Wagner Max Brückner Joseph Flüggen
1896(–1931) Der Ring des Nibelungen Hans Richter (1896–97, 1901–02, 1904, 1906, 1908), Felix Mottl (1896), Siegfried Wagner (1896–97, 1899, 1901–02, 1906, 1911–12, 1928), Franz Beidler (1904), Michael Balling (1909, 1911–12, 1914, 1924–25), Franz von Hoeßlin (1927–28), Karl Elmendorff (1930–31) Cosima Wagner Max Brückner Arpad Schmidhammer, Hans Thoma
1901(–1902) Der fliegende Holländer Felix Mottl Siegfried Wagner Max Brückner Max Roßmann
1911(–1925) Die Meistersinger von Nürnberg Hans Richter (1911–12), Fritz Busch (1924), Karl Muck (1925) Siegfried Wagner Max Brückner Daniela Thode
1914 Der fliegende Holländer Siegfried Wagner Siegfried Wagner Siegfried Wagner Daniela Thode, Max Roßmann
1927(–1931) Tristan und Isolde Karl Elmendorff (1927–28), Arturo Toscanini (1930), Wilhelm Furtwängler (1931) Siegfried Wagner Kurt Söhnlein Daniela Thode, Irma Nierenheim
1930(–1931) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Arturo Toscanini Siegfried Wagner Kurt Söhnlein Daniela Thode, Irma Nierenheim
1933(–1934) Die Meistersinger von Nürnberg Karl Elmendorff, Heinz Tietjen Heinz Tietjen Emil Preetorius Emil Preetorius, Kurt Palm
1933(–1942) Der Ring des Nibelungen Karl Elmendorff (1933–34, 1942), Heinz Tietjen (1934, 1936, 1938–39, 1941), Wilhelm Furtwängler (1936–37), Franz von Hoeßlin (1940) Heinz Tietjen Emil Preetorius Emil Preetorius, Kurt Palm
1934(–1936) Parsifal Franz von Hoeßlin (1934), Richard Strauss (1934), Wilhelm Furtwängler (1936) Heinz Tietjen Alfred Roller Emil Preetorius, Alfred Roller
1936(–1937) Lohengrin Wilhelm Furtwängler (1936), Heinz Tietjen (1936–37) Heinz Tietjen Emil Preetorius Emil Preetorius
1937(–1939) Parsifal Wilhelm Furtwängler (1937), Franz von Hoeßlin (1938–39) Heinz Tietjen Wieland Wagner Alfred Roller, Wieland Wagner
1938(–1939) Tristan und Isolde Karl Elmendorff (1938), Victor de Sabata (1939) Heinz Tietjen Emil Preetorius Emil Preetorius
1939(–1942) Der fliegende Holländer Karl Elmendorff (1939–41), Richard Kraus (1942) Heinz Tietjen Emil Preetorius Emil Preetorius
1943(–1944) Die Meistersinger von Nürnberg Wilhelm Furtwängler, Hermann Abendroth Heinz Tietjen Wieland Wagner Kurt Palm, Emil Preetorius, Wieland Wagner
1951(–1973) Parsifal Hans Knappertsbusch (1951–52, 1954–64), Clemens Krauss (1953), André Cluytens (1957, 1965), Pierre Boulez (1966–68, 1970), Horst Stein (1969), Eugen Jochum (1971–73) Wieland Wagner Wieland Wagner Charlotte Vocke
1951(–1952) Die Meistersinger von Nürnberg Herbert von Karajan (1951), Hans Knappertsbusch (1951–52) Rudolf Otto Hartmann Hans C. Reissinger Margarete Kaulbach
1951(–1958) Der Ring des Nibelungen Herbert von Karajan (1951), Hans Knappertsbusch (1951, 1956–58), Joseph Keilberth (1952–56), Clemens Krauss (1953) Wieland Wagner Wieland Wagner Ingrid Jorissen
1952(–1953) Tristan und Isolde Herbert von Karajan (1952), Eugen Jochum (1953) Wieland Wagner Wieland Wagner Fred Thiel
1953(–1954) Lohengrin Joseph Keilberth (1953–54), Eugen Jochum (1954) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Fred Thiel
1954(–1955) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Joseph Keilberth (1954–55), Eugen Jochum (1954), André Cluytens (1955) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1955(–1956) Der fliegende Holländer Joseph Keilberth (1955–56), Hans Knappertsbusch (1955) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Kurt Palm
1956(–1960) Die Meistersinger von Nürnberg André Cluytens (1956–58), Erich Leinsdorf (1959), Hans Knappertsbusch (1960) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1957(–1959) Tristan und Isolde Wolfgang Sawallisch Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Kurt Palm
1958(–1962) Lohengrin André Cluytens (1958), Lovro von Matačić (1959), Heinz Tietjen (1959), Ferdinand Leitner (1960), Lorin Maazel (1960), Wolfgang Sawallisch (1962) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1959(–1965) Der fliegende Holländer Wolfgang Sawallisch (1959–61), Otmar Suitner (1965) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1960(–1964) Der Ring des Nibelungen Rudolf Kempe (1960–63), Berislav Klobučar (1964) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Kurt Palm
1961(–1967) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Wolfgang Sawallisch (1961–62), Otmar Suitner (1964), André Cluytens (1965), Carl Melles (1966), Berislav Klobučar (1967) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1962(–1970) Tristan und Isolde Karl Böhm (1962–64, 1966, 1968–70) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1963(–1964) Die Meistersinger von Nürnberg Thomas Schippers (1963), Karl Böhm (1964), Robert Heger (1964) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1965(–1969) Der Ring des Nibelungen Karl Böhm (1965–66; Walküre und Götterdämmerung 1967), Otmar Suitner (1966–67), Lorin Maazel (1968-69) Wieland Wagner Wieland Wagner Kurt Palm
1967(–1972) Lohengrin Rudolf Kempe (1967), Berislav Klobučar (1967), Alberto Erede (1968), Silvio Varviso (1971–72) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Kurt Palm
1968(–1975) Die Meistersinger von Nürnberg Berislav Klobučar (1968–69), Hans Wallat (1970), Silvio Varviso (1973–74), Heinrich Hollreiser (1975) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Kurt Palm
1969(–1971) Der fliegende Holländer Silvio Varviso (1969–70), Karl Böhm (1971), Hans Wallat (1971) August Everding Josef Svoboda Jörg Zimmermann
1970(–1975) Der Ring des Nibelungen Horst Stein Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Kurt Palm
1972(–1978) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Erich Leinsdorf (1972), Horst Stein (1972–73), Heinrich Hollreiser (1973–74), Colin Davis (1977–78) Götz Friedrich Jürgen Rose Jürgen Rose
1974(–1977) Tristan und Isolde Carlos Kleiber (1974–76), Horst Stein (1977) August Everding Josef Svoboda Reinhard Heinrich
1975(–1981) Parsifal Horst Stein (1975–81), Hans Zender (1975) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1976(–1980) Der Ring des Nibelungen („Jahrhundertring“) Pierre Boulez Patrice Chéreau Richard Peduzzi Jacques Schmidt
1978(–1985) Der fliegende Holländer Dennis Russell Davies (1978–80), Peter Schneider (1981–82), Woldemar Nelsson (1984–85) Harry Kupfer Peter Sykora Reinhard Heinrich
1979(–1982) Lohengrin Edo de Waart (1979), Woldemar Nelsson (1980–82) Götz Friedrich Günther Uecker Frida Parmeggiani
1981(–1987) Tristan und Isolde Daniel Barenboim Jean-Pierre Ponnelle Jean-Pierre Ponnelle Jean-Pierre Ponnelle
1981(–1988) Die Meistersinger von Nürnberg Mark Elder (1981), Horst Stein (1982–84, 1986), Michael Schønwandt (1987–88) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1982(–1988) Parsifal James Levine (1982–86, 1988), Daniel Barenboim (1987) Götz Friedrich Andreas Reinhardt Andreas Reinhardt
1983(–1986) Der Ring des Nibelungen Georg Solti (1983), Peter Schneider (1984–86) Peter Hall William Dudley William Dudley
1985(–1995) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Giuseppe Sinopoli Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1987(–1993) Lohengrin Peter Schneider Werner Herzog Henning von Gierke Henning von Gierke
1988(–1992) Der Ring des Nibelungen Daniel Barenboim Harry Kupfer Hans Schavernoch Reinhard Heinrich
1989(–2001) Parsifal James Levine (1989–93), Giuseppe Sinopoli (1994–99), Christoph Eschenbach (2000), Christian Thielemann (2001) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1990(–1999) Der fliegende Holländer Giuseppe Sinopoli (1990–93), Peter Schneider (1994, 1998–99) Dieter Dorn Jürgen Rose Jürgen Rose
1993(–1999) Tristan und Isolde Daniel Barenboim Heiner Müller Erich Wonder Yōji Yamamoto
1994(–1998) Der Ring des Nibelungen James Levine Alfred Kirchner Rosalie Rosalie
1996(–2002) Die Meistersinger von Nürnberg Daniel Barenboim (1996–99), Christian Thielemann (2000–02) Wolfgang Wagner Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1999(–2005) Lohengrin Antonio Pappano (1999–2001), Andrew Davis (2002–03), Peter Schneider (2005) Keith Warner Stefanos Lazaridis Sue Blane
2000(–2004) Der Ring des Nibelungen Giuseppe Sinopoli (2000), Ádám Fischer (2001–04) Jürgen Flimm Erich Wonder Florence von Gerkan
2002(–2007) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Christian Thielemann (2002–05), Christoph Ulrich Meier (2007) Philippe Arlaud Philippe Arlaud Carin Bartels
2003(–2006) Der fliegende Holländer Marc Albrecht Claus Guth Christian Schmidt Christian Schmidt
2004(–2007) Parsifal Pierre Boulez (2004–05), Ádám Fischer (2006–07) Christoph Schlingensief Daniel Angermayr, Thomas Goerge Tabea Braun
2005(–2012) Tristan und Isolde Eiji Ōue (2005), Peter Schneider (2006, 2008–09, 2011–12) Christoph Marthaler Anna Viebrock Anna Viebrock
2006(–2010) Der Ring des Nibelungen Christian Thielemann Tankred Dorst Frank Philipp Schlößmann Bernd Ernst Skodzig
2007(–2011) Die Meistersinger von Nürnberg Sebastian Weigle Katharina Wagner Tilo Steffens Michaela Barth
2008(–2012) Parsifal Daniele Gatti (2008–11), Philippe Jordan (2012) Stefan Herheim Heike Scheele Gesine Völlm
2010(–?) Lohengrin Andris Nelsons Hans Neuenfels Reinhard von der Thannen Reinhard von der Thannen
2011(–?) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Thomas Hengelbrock[26] (2011), Christian Thielemann (2012), Axel Kober Sebastian Baumgarten Joep van Lieshout Nina von Mechow
2012(–?) Der fliegende Holländer[27] Christian Thielemann[28] Jan Philipp Gloger[29] Christof Hetzer Karin Jud
2013(–?) Der Ring des Nibelungen[27] Kirill Petrenko Frank Castorf Aleksandar Denić Adriana Braga Peretzki
2015(–?) Tristan und Isolde[27] Christian Thielemann[28] Katharina Wagner[28]
2016(-?) Parsifal[30] Andris Nelsons[30] Jonathan Meese[30] Jonathan Meese Jonathan Meese
2017(-?) Die Meistersinger von Nürnberg[31]
2018(-?) Lohengrin[31] Christian Thielemann[31] Neo Rauch[31]
2019(-?) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg[31]
2020(-?) Der Ring des Nibelungen[31]

„Blaue Mädchen“ [Bearbeiten]

Als „Blaue Mädchen“ wurden die Türsteherinnen des Festspielhauses in Bayreuth bezeichnet.[32] Der Name entstand aus der bis 2008 traditionell blauen Farbe ihrer Uniform. Seit dem Festspielsommer 2009 sind sie jedoch einheitlich grau gekleidet.

In früher Zeit waren es vorzugsweise unverheiratete junge Damen aus der näheren Umgebung von Bayreuth, heute dominieren Studentinnen der theater- und operbezogenen Studiengänge aus Bayreuth, Deutschland, Europa und der Welt. Sie haben die Möglichkeit, sich in ihrem Dienst annähernd alle 30 Aufführungen einer Festspielsaison der Richard-Wagner-Festspiele anzuschauen und anzuhören.

Mediale Vermarktung [Bearbeiten]

Radio [Bearbeiten]

Am 18. August 1931 übertrug die Deutsche Stunde in Bayern erstmals eine Aufführung live aus dem Festspielhaus: Tristan und Isolde, dirigiert von Wilhelm Furtwängler. Angeschlossen waren über 200 europäische, amerikanische und afrikanische Sender; es war die „erste Weltsendung in der Geschichte des Rundfunks“.[33]

Film und Fernsehen [Bearbeiten]

Von einigen Bayreuther Inszenierungen gibt es Filmaufzeichnungen, u. a.:

Public Viewing und Internet [Bearbeiten]

2008 fand als Live-Übertragung aus dem Festspielhaus, das erste Public Viewing einer Aufführung der Bayreuther Festspiele statt. Bei den Bayreuther Festspielen 2010 war das erste Public Viewing für Kinder am Vormittag mit der Filmaufführung der Kinderoper Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg sowie dem interaktivem Wagner-Erlebnisparcours und Rahmenprogramm für Kinder im Anschluss. Die Aufführungen können auch als Livestream im Internet verfolgt werden.[34]

Nachdem sich der Sponsor Siemens zurückzog, gab es 2012 kein Public Viewing auf dem Volksfestplatz. Stattdessen wurde am 11. August eine Vorstellung des Parsifal live in über hundert Kinos gezeigt. Das Pausenprogramm mit Einblicken hinter die Kulissen und Interwievs wurde moderiert von Katharina Wagner, Klaus Florian Vogt und Axel Brüggemann.

Einführungsvorträge [Bearbeiten]

Seit Wiederaufnahme der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 gibt es an den Aufführungstagen jeweils Einführungsvorträge zu den an den gleichen Tagen stattfindenden Vorstellungen. Als Referenten dieser von Wieland Wagner vorgeschlagenen Veranstaltungsreihe wirkten zunächst Erich Rappl und ab 1998 Stefan Mickisch. Seit einigen Jahren finden zwei Einführungsvorträge zu jeder Vorstellung statt, Referenten sind bzw. waren Stefan Mickisch und Detlev Eisinger (in dieser Funktion von 2002 bis einschl. 2008). Oft werden mehr als 10.000 Zuhörer pro Saison gezählt. An einzelnen Tagen werden auch Vorträge in englischer und französischer Sprache angeboten. Ab dem Jahr 2009 wird einer der Einführungsvorträge im Haus Wahnfried vom Leiter des Museums gehalten. Zusätzlich gibt es inszenierungsbezogene Einführungsvorträge im Festspielhaus, die aber für Personen reserviert sind, die eine Eintrittskarte für die jeweilige Aufführung besitzen.[35]

Richard Wagner für Kinder [Bearbeiten]

Logo der Kinder-Festspiele

2009 wurde auf der Probebühne IV des Festspielhauses eine etwa einstündige, für Kinder von sechs bis zehn Jahren konzipierte Bearbeitung des Fliegenden Holländers gespielt (Textfassung: Alexander Busche; Einrichtung für 19 Musiker / musikalische Leitung: Christoph Ulrich Meier; Regie: Alvaro Schoeck, Bühnenbild: Merle Vierck; Kooperationspartner: Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin). Zwischen 25. Juli 2009 und 2. August 2009 fanden zehn Vorstellungen statt.

2010 wurde eine Tannhäuser-Bearbeitung gespielt,[36] 2011 ein Ring für Kinder, 2012 eine kindgerechte Fassung der Meistersinger von Nürnberg (Regie: Eva-Maria Weiss; musikalische Leitung: Hartmut Keil). Für 2013 ist eine Bearbeitung von Tristan und Isolde geplant.

Literatur [Bearbeiten]

  •  Bernd Buchner: Wagners Welttheater. Die Geschichte der Bayreuther Festspiele zwischen Kunst und Politik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-53-425165-0.
  •  Markus Kiesel (Hrsg.): Das-Richard-Wagner-Festspielhaus Bayreuth. Nettpress, Köln 2007, ISBN 978-3-00-020809-6.
  •  Enrico Nawrath, Katharina Wagner: Bayreuth backstage: Innenansichten vom Grünen Hügel. Schott, Mainz 2009, ISBN 978-3-7957-0196-3.
  •  Frederic Spotts: Bayreuth: Eine Geschichte der Wagner-Festspiele. Fink, München 1994, ISBN 3-7705-2967-7.
  • Stephan Müller: Bayreuther Festspielgeschichten - Der Wurm ohne Hals. 80 Seiten, Wartberg Verlag 2012, ISBN 978-3-8313-2418-7

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Bayreuther Festspiele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b c Nicolaus Steeken: Die Erfindung des Fundraising. In: Gesellschaft der Freund Bayreuths: Almanach 2010, ISBN 978-3925361845, Seiten 144–151
  2. Spotts 1994, Seiten 111 f.
  3. Die Welt: Wir wollen doch die Juden außen lassen., 10. Juli 2012
  4. Bayreuther Festspiele: Das gemeinschaftliche Testament Siegfried und Winifred Wagners vom 8. März 1929 im Volltext
  5. nach Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth. S. 143–173
  6. Hans Mayer: Dankrede zur Verleihung des Wilhelm Pitz-Preises 1998. Oper & Tanz 2000/03
  7. Holger R. Stunz: Hitler und die „Gleichschaltung“ der Bayreuther Festspiele. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 2/2007, Seiten 237–268
  8. vgl. Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth, S. 408-478
  9. Josef Kaut: Salzburger Festspiele 1920-1981. Salzburg 1982
  10. Michael Karbaum: Studien zur Geschichte der Bayreuther Festspiele (1876–1976). Gustav Bosse Verlag 1976, ISBN 3-7649-2060-2, Seiten 95 ff.
  11. Brigitte Hamann: Winfred Wagner oder Hitlers Bayreuth, S. 571ff
  12. Zitate nach: Manfred Wegner: Musik und Mammon – die permanente Krise der Musikkultur. Nomos, Baden-Baden, 1999, ISBN 3-7890-6198-0, Seite 163
  13. Michael Karbaum: Studien zur Geschichte der Bayreuther Festspiele (1876–1976). Gustav Bosse Verlag 1976, ISBN 3-7649-2060-2. Seite 105
  14. Wolfgang Seifert: Die Stunde Null von Neubayreuth (Teil II). In: Neue Zeitschrift für Musik, Jahrgang 1971 Heft 2, Seite 74
  15. a b c Manfred Wegner: Musik und Mammon – die permanente Krise der Musikkultur. Nomos, Baden-Baden, 1999, ISBN 3-7890-6198-0, Kapitel Bayreuther Festspiele – Nationalunternehmen oder privates Kultur-Imperium, Seiten 159–167
  16. Harald Schiller: „Vom Wagner-Kult zum Karten-Wahn – Die Kartenpolitik der Bayreuther Festspiele“, in: Festivals Sommer 2008, Metz-Verlag Hamburg, S. 140–144
  17. Lucas Wiegelmann: "Mit den Förderzielen des Bundes nicht vereinbar". Die Welt, 24. Juni 2011
  18. Olaf Przybilla: Das Ende der DGB-Festspiele, süddeutsche.de vom 14. Dezember 2011, abgerufen am 14. Dezember 2011
  19. dpa: Wagnerverbands-Chefin: „Grollen bringt nichts“, Abendzeitung, 10. März 2012
  20. a b Stuttgarter Zeitung: Karten in Bayreuth werden neu gemischt, 8. März 2012
  21. klassik.com: Was lange währt: Reform der Ticketvergabe in Bayreuth kommt voran, 9. März 2012
  22. a b Sven Prange, Claudia Schumacher: Der Subventionsstadl. In: Handelsblatt, Nr. 65, 30. März 2012, S. 64–69.
  23. Claudia Panster: Bedingt geschäftsfähig. In: Handelsblatt, Nr. 142, 25. Juli 2012, S. 46.
  24. „Eva Wagner-Pasquier bereit für Festspielleitung“, festspiele.de, 18. April 2008 (Webarchiv)
  25. Festspiele.de: das Fenster zur Klassik (Webarchiv)
  26. Eine verräterische Operndiva – Kultur – Berliner Morgenpost – Berlin
  27. a b c Nachrichten welt_print – WELT ONLINE
  28. a b c Geld – Mäzene: Finanzielle Situation in Bayreuth sehr angespannt – Kultur – Berliner Morgenpost – Berlin
  29. Bayreuth: Jan Philipp Gloger inszeniert "Fliegenden Holländer". In: Der Standard 12. Mai 2011
  30. a b c [1] auf br.de vom 25. Juli 2012, abgerufen am 25. Juli 2012:
  31. a b c d e f Jonathan Meese soll in Bayreuth inszenieren, Hamburger Abendblatt online vom 26. Juli 2012, abgerufen am 26. Juli 2012
  32. Reportage über die "Blauen Mädchen" im Festspielmagazin
  33. Chronik des Bayerischen Rundfunks
  34. Bayreuther Festspiele 2010 Public Viewing. BR-Online, 3. Mai 2010, abgerufen: 19. August 2010
  35. https://www.bayreuther-festspiele.de/deutsch/tickets_service/einfuehrungsvortraege_406.html
  36. Sonntag Ddp Interview Kinderoper Bringt Frischen Wind Bei Bayreuther Festspielen :: Ad Hoc News

49.95958333333311.579583333333Koordinaten: 49° 57′ 34,5″ N, 11° 34′ 46,5″ O