Bayreuther Festspiele

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Bayreuther Festspielhaus
Dirigenten und Bühnenkünstler in Bayreuth um die Jahrhundertwende

Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ein Musiktheaterfestival, das den zehn letzten Opern Richard Wagners (1813–1883) gewidmet ist. Das Festival findet seit 1876 mit Unterbrechungen, seit 1951 alljährlich statt, im eigens dafür vom Komponisten gemeinsam mit dem Architekten Otto Brückwald (1841–1917) geschaffenen Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. Die Festspiele dauern in der Regel vom 25. Juli bis 28. August.

Zeitliche Übersicht[Bearbeiten]

  • 1876: Erste Bayreuther Festspiele
  • 1882 bis 1914:
    21 Festspiel-Jahrgänge (davon 1882 noch unter Beteiligung Richard Wagners). Danach kriegs- und inflationsbedingte Unterbrechung
    In zwölf Jahren fanden keine Festspiele statt: 1885, 1887, 1890, 1893, 1895, 1898, 1900, 1903, 1905, 1907, 1910, 1913
  • 1924 bis 1944:
    17 Festspiel-Jahrgänge
    Vier Jahre ohne Festspiele: 1926, 1929, 1932, 1935
  • Von 1876 bis 1944 fanden insgesamt 39 Festspiele statt
  • 1945 bis 1950: Ausfall aus politischen und finanziellen Gründen (sechs Jahre). Bis dahin gab es seit 1876 insgesamt 27 Jahre ohne Festspiele.
  • Seit 1951: Unterbrechungsfreie jährliche Durchführung (50. Nachkriegs-Festspiele: 2000)
  • 2011 fanden die 100. Bayreuther Festspiele statt[1]

Geschichte bis 1944[Bearbeiten]

Festspiel-Plakat 1938 von Jupp Wiertz

Richard Wagner wünschte sich ein Theater an dem er als Komponist, Textdichter, Dramaturg und Intendant seine Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk verwirklichen konnte. Dieses sollte sich abseits der Metropolen, – ohne Ablenkung und ohne die Kompromisse eines Repertoirebetriebs – voll und ganz der Darbietung seiner Werke widmen können. 1871 entschied er sich für Bayreuth als Standort. Zur Finanzierung der von ihm auf 300.000 Taler geschätzten Kosten für den Bau eines Festspielhauses und die erste Saison gründete er einen Patronatsverein, der unter der Leitung von Marie Gräfin von Schleinitz, einer Freundin von Wagners Frau Cosima Wagner, Anteilsscheine für jeweils 300 Taler ausgab. Der Käufer erhielt einen Sitzplatz pro Vorstellung und alle Patrone bestimmten zusammen über die weiteren 500 Sitzplätze. Dies gilt als Erfindung des Fundraisings.[2] Weitere Vereine gründeten sich in verschiedenen deutschen Städten. Jedoch konnten bis Frühjahr 1873 nur 340 Patronatsscheine abgegeben werden. Das Richtfest des Festspielhauses fand im Oktober 1873 statt, ohne dass die Finanzierung gesichert war. Anfang 1874 musste der Bau stillgelegt werden, woraufhin König Ludwig II. von Bayern, der mit Wagner und seinem Projekt eng verbunden war, ein Darlehen aus seinem privaten Vermögen über 100.000 Taler zur Verfügung stellte.

Die Inszenierungen hielten sich bis zum Zweiten Weltkrieg buchstabengetreu an die Regieanweisungen im Originaltext und prägten eine orthodoxe Aufführungspraxis, die auch auf andere Opernhäuser Einfluss hatte.[3]

Richard Wagner[Bearbeiten]

Die ersten Festspiele begannen am 13. August 1876; sie boten die Uraufführung des kompletten Rings des Nibelungen. Zu den Gästen gehörten Franz Liszt, Anton Bruckner, Karl Klindworth, Camille Saint-Saëns, Peter Tschaikowski, Edvard Grieg, Lew Tolstoi, Paul Lindau, Friedrich Nietzsche und Gottfried Semper, ferner Kaiser Wilhelm I., Kaiser Pedro II. von Brasilien und König Karl von Württemberg. König Ludwig hatte vom 6. bis zum 9. August die Generalproben besucht und kehrte erst zum dritten und letzten Aufführungszyklus zurück, wobei er sich allen öffentlichen Huldigungen entzog.

Der künstlerische Erfolg der Premiere wurde durch einige bühnentechnische Pannen beeinträchtigt, so dass Wagner sich weigerte, vor das applaudierende Publikum zu treten. Wegen des finanziellen Misserfolgs – es verblieben Schulden in Höhe von 148.000 Mark – konnten die nächsten Festspiele erst 1882 (mit der Uraufführung von Parsifal) durchgeführt werden. Wagner beabsichtigte, wie er in einem Brief an Ludwig II. schrieb, nach und nach alle seine Werke in seinem Festspielhaus „in der Weise aufzuführen, dass diese Aufführungen als Muster der Korrektheit meiner nächsten Nachwelt überliefert werden können“. Wenige Monate darauf starb Wagner. Bis kurz vor seinem Tod trug er sich mit dem Gedanken, Tannhäuser und den Fliegenden Holländer umzuarbeiten, um sie „bayreuthwürdig“ zu machen. Eine Aufführung seiner Frühwerke (Das Liebesverbot, Die Feen, Rienzi) untersagte er zwar nicht, bekundete aber auch kein Interesse daran. Bis heute ist es in Bayreuth üblich, nur die zehn Hauptwerke von Holländer bis Parsifal zu spielen.

Ein durchgehendes Prinzip der Festspiele war ein systematischer Antisemitismus bei der Besetzung sowohl der Sänger als auch der Orchestermusiker. Die Auswertung der Archive ergab, dass auch „in anderen Opernhäusern […] Juden diskriminiert“ wurden. „Aber der erbittert judenfeindliche ideologische Rahmen, den Wagner selbst, seine Frau Cosima oder sein Schwiegersohn Houston Stewart Chamberlain lieferten, den gab es woanders nicht. Dieses klare jüdische Feindbild gab es nur in Bayreuth,“ fasste Hannes Heer 2012 seine Forschung zusammen.[4]

Cosima Wagner[Bearbeiten]

Unter der Leitung von Wagners Witwe Cosima fanden die Festspiele zunächst unregelmäßig statt. Immer wieder musste aus wirtschaftlichen Gründen – der Festspielbetrieb war ein reines Privatunternehmen der Familie Wagner – ein Jahr pausiert werden, um finanzielle Engpässe zu überwinden. Auch war die Publikumsnachfrage nicht immer ausreichend, teilweise wurde vor nur mäßig gefülltem Haus gespielt. Erst als ab 1883 Adolf von Groß, ein Freund der Familie Wagner, die Finanzverwaltung übernahm und eine „strikte Ausgabendisziplin“ einführte, konnten die Festspiele finanziell gesichert werden. Die Kredite aus dem Privatvermögen des bayerischen Königshauses wurden bis 1906 zurückgezahlt und das beträchtliche Vermögen der Familie Wagner entstand.[2]

Bayreuther Festspielhaus um 1900

Siegfried Wagner[Bearbeiten]

Die Festspiele selbst entwickelten sich im Wechsel zwischen künstlerischer Stagnation und Innovation. Cosima Wagner, die ab 1886 selbst Regie führte, hatte eine strenge Vorstellung von Werktreue. 1908 übergab sie auf dringendes Anraten ihrer Ärzte die Leitung der Festspiele ihrem Sohn Siegfried Wagner, der schrittweise eine Modernisierung der Aufführungen ermöglichte. Der Erste Weltkrieg erzwang 1914 eine Unterbrechung der laufenden Saison; die Rückerstattung des Preises für gelöste Karten verursachte ein hohes Defizit. 1921 nahm eine neue Deutsche Festspiel-Stiftung mehr als 5 Millionen Mark aus dem Verkauf von Patronatsscheinen ein. Die Inflation der Jahre 1921/22 entwertete dieses Vermögen jedoch, so dass erst nach zehnjähriger Pause, am 22. Juli 1924, die Festspiele unter Leitung von Siegfried Wagner wieder eröffnet werden konnten. Die Meistersinger-Premiere geriet zu einer unverhohlen nationalistischen Veranstaltung; unter den Gästen waren Erich Ludendorff und Heinrich Claß. Der Schlussapplaus nach dem 3. Akt mündete in das vom Publikum stehend gesungene Deutschlandlied.

In seinem Testament von 1929 legte Siegfried Wagner fest, dass die Festspiele dauerhaft in der Verantwortung der Familie Wagner liegen sollen und nur Werke Richard Wagners in Bayreuth aufgeführt werden dürfen. Würden diese Auflagen nicht erfüllt, fällt das Festspielhaus an die Stadt Bayreuth, die ihrerseits an diese Auflagen gebunden sein wird.[5] Ob die Verfügung bezüglich des Ausschlusses anderer Werke noch bindend ist, wurde wiederholt diskutiert.

Winifred Wagner[Bearbeiten]

Problematisch waren auch die Festspiele zu Anfang der 1930er-Jahre: 1930 starb der Festspielleiter Siegfried Wagner 61-jährig an einem während der Probenzeit erlittenen Herzinfarkt, die Festspiele wurden von seiner Witwe Winifred Wagner übernommen. Auch zwischen dem neuen Dirigenten Arturo Toscanini und den beiden anderen Dirigenten der Jahre 1930 und 1931 Karl Muck und Wilhelm Furtwängler kam es immer wieder zu Spannungen und Eifersüchteleien. Toscanini widerrief kurz vor Beginn der Proben für die Festspiele des Jahres 1933 seine Zusage, da nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland eine ausländer- und vor allem judenfeindliche Stimmung herrschte.[6]

Joseph Goebbels und Werner von Blomberg während einer Pause bei den Bayreuther Festspielen 1937, Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Einen Tiefpunkt hatten die Festspiele in der Zeit des Nationalsozialismus: Die Nähe von Winifred Wagner zu Reichskanzler Adolf Hitler stellte einerseits sicher, dass die Festspiele ab 1933 staatlich finanziert und aller Sorgen enthoben waren,[2] andererseits trug sie wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1945 „Wagner an der Kulturbörse unter Null gehandelt“ wurde (Zitat Hans Mayer).[7] Thomas Mann bezeichnete Bayreuth als Hitlers Hoftheater.[8] Hitler hatte Bayreuth zuletzt 1940 besucht.

Ab diesem Zeitpunkt wurden auf Anordnung Hitlers sogenannte Kriegsfestspiele durchgeführt. Die NS-Organisation Kraft durch Freude mit ihrer Abteilung Urlaub und Reisen übernahm den Kartenverkauf. Leiter dieser Abteilung war Bodo Lafferentz, der 1943 durch Heirat mit Verena Wagner Winifreds Schwiegersohn wurde. Lafferentz übernahm die Zuteilung der Karten, die vor allem verwundete Soldaten mit ihrem Pflegepersonal sowie Rüstungsarbeiter erhielten. Ab 1941 wurden die Festspiele immer mehr durch den Krieg beeinflusst. Da in der ersten Festspielwoche 1941 bereits ab ca. 21 Uhr totale Verdunkelung angeordnet war, begannen die Aufführungen schon kurz nach Mittag. 1944 standen nur noch die Meistersinger von Nürnberg auf dem Programm. Die letzte der zwölf Aufführungen des Jahres fand am 9. August statt. Es war die vorletzte Opernaufführung im Dritten Reich,[9] die letzte war die öffentliche Generalprobe der Liebe der Danae von Richard Strauss im Salzburger Festspielhaus am 16. August 1944.[10]

Nachkriegsgeschichte – „Neubayreuth“[Bearbeiten]

Im Rahmen der Entnazifizierung konzentrierte sich das Verfahren vor der Spruchkammer Bayreuth auf die Person Winifred Wagners, statt die Verstrickungen des gesamten Festspielbetriebs zu untersuchen. In der Anklage wurde sie als Hauptschuldige eingeordnet, die erste Instanz stufte sie als Belastete ein und verhängte schwere Auflagen, die die Fortführung der Festspiele kaum möglich gemacht hätten. In der Berufungsinstanz wurde sie dann als Mitläuferin eingestuft und nachdem sie rechtsverbindlich zugunsten ihrer Söhne Wieland und Wolfgang Wagner auf die Leitung der Festspiele verzichtet hatte, nur mit geringen Auflagen belegt, die für sie keine größeren und für die Festspiele keinerlei Einschränkungen darstellten.[11] So war der Weg frei für die Wiederaufnahme der Festspiele.

1949 wurde die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth gegründet, die sich zum Ziel setzte, für die Wiederaufnahme Geldspenden einzuwerben. Bereits an Pfingsten 1950 standen 400.000 DM bereit.[12]

Bei diesem Neuanfang lag die gemeinsame künstlerische und organisatorische Leitung bei den Enkeln Wieland und Wolfgang Wagner. Ihnen gelang es, jährliche Festspiele – mit meist einer Neuinszenierung pro Saison – zu etablieren. Die ersten Nachkriegsfestspiele begannen am 30. Juli 1951 mit einer viel beachteten Inszenierung des Parsifal durch Wieland Wagner.

Spielplan[Bearbeiten]

Auf dem Spielplan steht seither traditionell eine wechselnde Auswahl aus den Hauptwerken Richard Wagners: Der fliegende Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Der Ring des Nibelungen (mit den vier Teilen Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried, Götterdämmerung), Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal.

Gelegentlich wurde auch Beethovens 9. Sinfonie im Festspielhaus aufgeführt. Richard Wagner selbst hatte dieses Werk am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus dirigiert, aus Anlass der Grundsteinlegung für das Festspielhaus. Im Rahmen der Festspiele erklang die 9. Sinfonie unter Leitung von Richard Strauss (1933), Wilhelm Furtwängler (1951, 1954), Paul Hindemith (1953), Karl Böhm (1963) und Christian Thielemann (2001). Zum 100. Todestag von Richard Wagners Schwiegervater Franz Liszt wurde 1986 dessen Faust-Sinfonie aufgeführt.

Inszenierungen und Beteiligte[Bearbeiten]

Verschiedentlich gingen neue Impulse für Oper und Musiktheater von Bayreuth aus, so ab 1951 durch die Inszenierungen von Wieland Wagner, der mit seiner radikalen „Entrümpelung“ der Bühne einen ästhetischen Neuanfang wagte, der stilbildend bis in die 1970er-Jahre wirkte. 1976 geschah durch die Ring-Inszenierung von Patrice Chéreau zum 100-jährigen Jubiläum der Festspiele (Jahrhundert-Ring) erneut eine umfassende stilistische Veränderung und Erneuerung, die zunächst auch heftige Verstörung und Proteste hervorrief, später aber als richtungweisend und künstlerisch überragend anerkannt wurde.

Musikalisch gelten die Festspielaufführungen – insbesondere bezogen auf Chor und Orchester – als weltweit außerordentlich, was auch mit der architektonischen und akustischen Besonderheit des Gebäudes (s. a. mystischer Abgrund) zu tun hat. Die Solisten werden für die jeweilige Saison eingeladen, wobei in den Anfangsjahren die Ehre der Einladung und die darauf folgenden Aufträge kompensierten, dass sie in der Regel weit unterhalb ihrer Normalverdienste bezahlt wurden. Astrid Varnay wird zitiert mit den Worten: „In Bayreuth wird gearbeitet, das Geld verdienen wir woanders“. Dieser Grundsatz geht auf Richard Wagner selbst zurück, der erklärte: „Die Sänger und Musiker erhalten von mir nur Entschädigungen, keine Bezahlung. Wer nicht aus Ehre und Enthusiasmus zu mir kommt, den lasse ich wo er ist“.[13] Dieser Grundsatz wurde in den folgenden Jahrzehnten aufgeweicht, so dass „kein Künstler alleine Neubayreuth zuliebe auf eine gerechte Entlohnung verzichtet“.[14] Machten Anfang der 1950er Jahre die Personalkosten noch knapp unter 50 % des Gesamtetats aus, wurden in den 1970er Jahren 78–80 % für Gehälter und Gagen ausgegeben, was den Maßstäben anderer großer Bühnen oder Festspiele entspricht.[15]

Zuschauerraum des Festspielhauses
Festspielatmosphäre

Vorstellungen und Besucher[Bearbeiten]

Jährlich finden 30 Vorstellungen statt. Besonderheiten der Bayreuther Festspiele sind der Beginn der Vorstellungen bereits am Nachmittag und die einstündigen Pausen,[16] die wegen der Länge von Wagners Werken eingeführt wurden.

Die lange im Voraus ausverkauften 30 Vorstellungen können von ca. 58.000 Zuschauern gesehen werden. Dieser Zahl gegenüber steht eine Nachfrage von bis zu 500.000 Kartenbestellungen, so dass mit Wartezeiten von zehn und mehr Jahren gerechnet werden muss. In der Folge entwickelte sich ein Schwarzmarkt mit Festspieltickets, dem wiederum durch personalisierte Eintrittskarten und Kontrollen begegnet werden sollte. Für die Meistersinger des Jahres 1996 ist der Zorn Wolfgang Wagners über einen Kartenverkauf zum Zehnfachen des Normalpreises überliefert.[16] Diese intransparente Entwicklung war das Resultat der Kartenvergabepraxis der Wagner-Familie, zumindest bis zum Ende der Ära Wolfgang Wagner: Niemand wusste, wie viel reguläre Karten in den freien Verkauf gingen und wie viele Günstlinge, Sponsoren und Freundeskreise auf der Zuteilungsliste der Wagner-Familie standen. Unklar war damit auch, wer wirklich die Wagnerschen Singspiele besuchte oder die zugeteilten Karten gewinnbringend weiterverkaufte.[17]

Erst 2011 wurde bekannt, dass nur rund 40 % der Karten in den freien Verkauf kamen, die Mehrheit wurde in Form von Kontingenten besonderen Zielgruppen zur Verfügung gestellt. Der größte Empfänger war mit 14.000 Karten pro Jahr der Mäzenatenverein der Festspiele Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, weitere Kontingente gingen an Firmensponsoren, die Stadtverwaltung Bayreuths, den Bezirk Oberfranken und die Bayerische Staatskanzlei. Wagner-Freundeskreise und Musikerorganisationen wurden genauso bedacht wie Journalisten (1000 Tickets zuzüglich eines gesonderten Kontingents für den Bayerischen Rundfunk). Zwanzig Reiseveranstalter erhielten ebenfalls Kartenzuteilungen, die sie zu Paketen mit Unterkunft und Gastronomie bündelten. Der Bundesrechnungshof kam 2011 zum Ergebnis, dass die Vergabe dieser Kontingente „mit den Förderzielen des Bundes nicht vereinbar“ sei.[18]

Als Reaktion auf die Kritik beendeten die Festspiele 2012 die Tradition, ursprünglich zwei, ab 2010 eine Vorstellung exklusiv für Mitglieder des DGB Bayern anzubieten, um dessen Verdienste für die Neubegründung der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg zu würdigen. Die Karten für diese Vorstellungen waren laut Medienberichten in der Vergangenheit in besonders hohem Maß auf dem Schwarzmarkt angeboten worden, so dass die eigentliche Zielgruppe nur bedingt erreicht wurde.[19] 2012 wurde die Kartenvergabe vollkommen neu geregelt: Ab sofort kamen 65 % der Karten in den freien Verkauf, weshalb der Richard-Wagner-Verband wie alle 138 Wagner-Verbände keine Kontingente mehr zur Verfügung hat. Auch Reisebüros bekommen keine Tickets mehr.[20][21] Weiterhin bevorzugt behandelt wird die Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.[22]

Der reguläre Eintrittskartenpreis lag im Jahr 2012 wie seit Jahren unverändert zwischen 15 und 280 Euro je nach Platzkategorie. Außerdem stand noch eine geringe Anzahl von Plätzen mit eingeschränkter Sicht auf die Bühne (zum Preis von 15 Euro) und für Hörplätze (zum Preis von 8 Euro) zur Verfügung. 2014 bewegt sich die Preisspanne von 45 bis 320 Euro (Plätze mit Sichteinschränkung für 25 und 10 Euro).[23] Im Verhältnis zur allgemein hohen künstlerischen Qualität gelten die Preise, auch verglichen mit anderen Festivals, als äußerst maßvoll. Allerdings ist die Mitgliedschaft bei den Freunden von Bayreuth mit weiteren Kosten verbunden; sie gilt aber als notwendig, um überhaupt regelmäßigen Zugang zu Eintrittskarten zu bekommen.[16] Auf dem Schwarzmarkt werden Aufschläge von bis zu 700 Prozent auf den regulären Eintrittspreis bezahlt.[24]

Inzwischen werden für einen Teil der Vorstellungen auch Eintrittskarten im Internet verkauft, für die Saison 2013 zunächst für eine Vorstellung, die in wenigen Minuten ausverkauft war. Für den Jahrgang 2014 (25. Juli bis 28. August) wurden am 13. Oktober des Vorjahres ab 18 Uhr 11 der insgesamt 30 Vorstellungen zum sofortigen Online-Kauf angeboten. Diese waren weitestgehend am gleichen Tag ausverkauft[25], wobei der Ticketshop in den ersten zwei Verkaufsstunden nur sporadisch erreichbar war.

Der Richard-Wagner-Verband vergibt jährlich Stipendien, vornehmlich um Studierenden einen unentgeltlichen Besuch der Aufführungen zu ermöglichen. Auch damit wird versucht, der Idealvorstellung Richard Wagners, dass jedem ernsthaft Interessierten ungeachtet seiner finanziellen Möglichkeiten der Besuch der Festspiele ermöglicht werden solle, gerecht zu werden.

Organisation[Bearbeiten]

Träger des Bayreuther Festspielhauses ist seit 1973 die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth. Stiftungsmitglieder sind die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth, die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, der Bezirk Oberfranken und Mitglieder der Familie Wagner. Geschäftsführer des Stiftungsrates ist der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth (derzeit Brigitte Merk-Erbe). Die Festspiele werden seit 1986 von der Bayreuther Festspiele GmbH durchgeführt.

Der Etat der Festspiele beträgt 16 Millionen Euro pro Jahr (Stand: 2012).[26] Der Bund, das Land Bayern und die Stadt Bayreuth bezuschussen den Festspielbetrieb jährlich mit sieben Millionen Euro.[24]

Katharina Wagner (l.) und Eva Wagner-Pasquier (r.) bei der Premiere der Bayreuther Festspiele 2009

Künstlerischer Leiter der Festspiele war seit der Wiedereröffnung 1951 und bis zu seinem Rücktritt am 31. August 2008 Wolfgang Wagner (bis 1966 gemeinsam mit seinem Bruder Wieland). Durch die Diskussion über seine möglichen Nachfolger (Nike Wagner, Eva Wagner-Pasquier und Wieland Lafferentz oder Gudrun Wagner und Katharina Wagner) ist seine Person in den 1990er- und 2000er-Jahren häufig in den Medien aufgetaucht. 2001 fiel die Entscheidung entgegen dem Willen Wolfgang Wagners zugunsten von Eva Wagner-Pasquier aus, die jedoch kurze Zeit nach der Wahl auf das Amt verzichtete, da sich Wolfgang Wagner auf seinen Vertrag auf Lebenszeit berief und seinen Posten nicht freiwillig aufgeben wollte. Nach dem plötzlichen Tod von Gudrun Wagner im November 2007, Wolfgang Wagners Ehefrau und persönlicher Mitarbeiterin, war angesichts des hohen Alters des Festspielleiters die Nachfolgefrage wieder aktuell. Im April 2008 hat Wolfgang Wagner selbst eine Nachfolgelösung, bestehend aus seinen beiden Töchtern (die Halbschwestern Eva und Katharina), ins Gespräch gebracht und seinen Rücktritt angekündigt, falls der Stiftungsrat sich für die beiden als gemeinsames Leitungsteam der Bayreuther Festspiele aussprechen würde.

Nachdem sowohl Katharina Wagner als auch Eva Wagner-Pasquier ihre Bereitschaft zur Kooperation signalisiert hatten,[27] erklärte Wagner in einem Brief an den Stiftungsrat, zum 31. August 2008 sein Amt als Festspielleiter niederzulegen.[28] Eine Woche vor Ablauf der Bewerbungsfrist und dem Zusammentreten des Stiftungsrates zur Neubesetzung am 1. September 2008 bewarb sich auch Nike Wagner, die Leitung der Festspiele gemeinsam mit den renommierten Kulturmanager Gerard Mortier zu übernehmen. Der Stiftungsrat wählte in dieser Sitzung die beiden Töchter Wolfgang Wagners, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, zu neuen Leiterinnen der Bayreuther Festspiele.

Nach dem Ende ihres Vertrags von 2008 wird Eva Wagner-Pasquier aus der Leitung ausscheiden, Katharina Wagner wird die Festspiele ab der Saison 2015 allein führen. Ihr zur Seite steht Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense.[29]

Inszenierungen[Bearbeiten]

Farbig markiert sind die Wirkungszeiten der jeweiligen Festspielleiter, bezogen auf das Jahr der Premiere.

Richard Wagner 1876 bis 1882
Cosima Wagner 1883 bis 1906
Siegfried Wagner 1908 bis 1930
Winifred Wagner 1931 bis 1944
Wieland und Wolfgang Wagner   1951 bis 1966
Wolfgang Wagner 1967 bis 2008
Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner seit 2009


Jahr Werk Inszenierung Musikalische Leitung Bühnenbild Kostüme
1876 Ring -1- Richard Wagner Hans Richter Joseph Hoffmann Carl Emil Doepler
1882(–1933) Parsifal -1- Richard Wagner Hermann Levi (1882–84, 1886, 1889, 1891–92, 1894), Franz Fischer (1882-84, 1899), Richard Wagner (Schluss der letzten Vorstellung 1882), Felix Mottl (1888, 1897), Anton Seidl (1897), Karl Muck (1901–02, 1906, 1908–09, 1911–12, 1914, 1924–25, 1927–28, 1930), Michael Balling (1904, 1906, 1908, 1911–12), Franz Beidler (1906), Siegfried Wagner (1909), Willibald Kaehler (1924–25), Arturo Toscanini (1931), Richard Strauss (1933) Max Brückner,
Paul von Joukowsky
Paul von Joukowsky
1886(–1906) Tristan -1- Cosima Wagner Felix Mottl (1886, 1889, 1891–92, 1906), Michael Balling (1906) Max Brückner Joseph Flüggen
1888(–1899) Meistersinger -1- August Harlacher Hans Richter (1888–89, 1892, 1899), Felix Mottl (1892) Max Brückner
1891(–1904) Tannhäuser -1- Cosima Wagner Felix Mottl (1891–92), Richard Strauss (1894), Siegfried Wagner (1904) Max Brückner Joseph Flüggen
1894(–1909) Lohengrin -1- Cosima Wagner Felix Mottl (1894), Siegfried Wagner (1908–09), Karl Muck (1909) Max Brückner Joseph Flüggen
1896(–1931) Ring -2- Cosima Wagner Hans Richter (1896–97, 1901–02, 1904, 1906, 1908), Felix Mottl (1896), Siegfried Wagner (1896–97, 1899, 1901–02, 1906, 1911–12, 1928), Franz Beidler (1904), Michael Balling (1909, 1911–12, 1914, 1924–25), Franz von Hoeßlin (1927–28), Karl Elmendorff (1930–31) Max Brückner Arpad Schmidhammer,
Hans Thoma
1901(–1902) Holländer -1- Siegfried Wagner Felix Mottl Max Brückner Max Roßmann
1911(–1925) Meistersinger -2- Siegfried Wagner Hans Richter (1911–12), Fritz Busch (1924), Karl Muck (1925) Max Brückner Daniela Thode
1914 Holländer -2- Siegfried Wagner Siegfried Wagner Siegfried Wagner Daniela Thode, Max Roßmann
1927(–1931) Tristan -2- Siegfried Wagner Karl Elmendorff (1927–28), Arturo Toscanini (1930), Wilhelm Furtwängler (1931) Kurt Söhnlein Daniela Thode, Irma Nierenheim
1930(–1931) Tannhäuser -2- Siegfried Wagner Arturo Toscanini Kurt Söhnlein Daniela Thode, Irma Nierenheim
1933(–1934) Meistersinger -3- Heinz Tietjen Karl Elmendorff, Heinz Tietjen Emil Preetorius Emil Preetorius, Kurt Palm
1933(–1942) Ring -3- Heinz Tietjen Karl Elmendorff (1933–34, 1942), Heinz Tietjen (1934, 1936, 1938–39, 1941), Wilhelm Furtwängler (1936–37), Franz von Hoeßlin (1940) Emil Preetorius Emil Preetorius, Kurt Palm
1934(–1936) Parsifal -2- Heinz Tietjen Franz von Hoeßlin (1934), Richard Strauss (1934), Wilhelm Furtwängler (1936) Alfred Roller Emil Preetorius, Alfred Roller
1936(–1937) Lohengrin -2- Heinz Tietjen Wilhelm Furtwängler (1936), Heinz Tietjen (1936–37) Emil Preetorius Emil Preetorius
1937(–1939) Parsifal -3- Heinz Tietjen Wilhelm Furtwängler (1937), Franz von Hoeßlin (1938–39) Wieland Wagner Alfred Roller, Wieland Wagner
1938(–1939) Tristan -3- Heinz Tietjen Karl Elmendorff (1938), Victor de Sabata (1939) Emil Preetorius Emil Preetorius
1939(–1942) Holländer -3- Heinz Tietjen Karl Elmendorff (1939–41), Richard Kraus (1942) Emil Preetorius Emil Preetorius
1943(–1944) Meistersinger -4- Heinz Tietjen Wilhelm Furtwängler, Hermann Abendroth Wieland Wagner Kurt Palm, Emil Preetorius,
Wieland Wagner
1951(–1973) Parsifal -4- Wieland Wagner Hans Knappertsbusch (1951–52, 1954–64), Clemens Krauss (1953), André Cluytens (1957, 1965), Pierre Boulez (1966–68, 1970), Horst Stein (1969), Eugen Jochum (1971–73) Wieland Wagner Charlotte Vocke
1951(–1952) Meistersinger -5- Rudolf Otto Hartmann Herbert von Karajan (1951), Hans Knappertsbusch (1951–52) Hans C. Reissinger Margarete Kaulbach
1951(–1958) Ring -4- Wieland Wagner Herbert von Karajan (1951), Hans Knappertsbusch (1951, 1956–58), Joseph Keilberth (1952–56), Clemens Krauss (1953) Wieland Wagner Ingrid Jorissen
1952(–1953) Tristan -4- Wieland Wagner Herbert von Karajan (1952), Eugen Jochum (1953) Wieland Wagner Fred Thiel
1953(–1954) Lohengrin -3- Wolfgang Wagner Joseph Keilberth (1953–54), Eugen Jochum (1954) Wolfgang Wagner Fred Thiel
1954(–1955) Tannhäuser -3- Wieland Wagner Joseph Keilberth (1954–55), Eugen Jochum (1954), André Cluytens (1955) Wieland Wagner Kurt Palm
1955(–1956) Holländer -4- Wolfgang Wagner Joseph Keilberth (1955–56), Hans Knappertsbusch (1955) Wolfgang Wagner Kurt Palm
1956(–1960) Meistersinger -6- Wieland Wagner André Cluytens (1956–58), Erich Leinsdorf (1959), Hans Knappertsbusch (1960) Wieland Wagner Kurt Palm
1957(–1959) Tristan -5- Wolfgang Wagner Wolfgang Sawallisch Wolfgang Wagner Kurt Palm
1958(–1962) Lohengrin -4- Wieland Wagner André Cluytens (1958), Lovro von Matačić (1959), Heinz Tietjen (1959), Ferdinand Leitner (1960), Lorin Maazel (1960), Wolfgang Sawallisch (1962) Wieland Wagner Kurt Palm
1959(–1965) Holländer -5- Wieland Wagner Wolfgang Sawallisch (1959–61), Otmar Suitner (1965) Wieland Wagner Kurt Palm
1960(–1964) Ring -5- Wolfgang Wagner Rudolf Kempe (1960–63), Berislav Klobučar (1964) Wolfgang Wagner Kurt Palm
1961(–1967) Tannhäuser -4- Wieland Wagner Wolfgang Sawallisch (1961–62), Otmar Suitner (1964), André Cluytens (1965), Carl Melles (1966), Berislav Klobučar (1967) Wieland Wagner Kurt Palm
1962(–1970) Tristan -6- Wieland Wagner Karl Böhm (1962–64, 1966, 1968–70) Wieland Wagner Kurt Palm
1963(–1964) Meistersinger -7- Wieland Wagner Thomas Schippers (1963), Karl Böhm (1964), Robert Heger (1964) Wieland Wagner Kurt Palm
1965(–1969) Ring -6- Wieland Wagner Karl Böhm (1965–66; Walküre und Götterdämmerung 1967), Otmar Suitner (1966–67), Lorin Maazel (1968-69) Wieland Wagner Kurt Palm
1967(–1972) Lohengrin -5- Wolfgang Wagner Rudolf Kempe (1967), Berislav Klobučar (1967), Alberto Erede (1968), Silvio Varviso (1971–72) Wolfgang Wagner Kurt Palm
1968(–1975) Meistersinger -8- Wolfgang Wagner Berislav Klobučar (1968–69), Hans Wallat (1970), Silvio Varviso (1973–74), Heinrich Hollreiser (1975) Wolfgang Wagner Kurt Palm
1969(–1971) Holländer -6- August Everding Silvio Varviso (1969–70), Karl Böhm (1971), Hans Wallat (1971) Josef Svoboda Jörg Zimmermann
1970(–1975) Ring -7- Wolfgang Wagner Horst Stein Wolfgang Wagner Kurt Palm
1972(–1978) Tannhäuser -5- Götz Friedrich Erich Leinsdorf (1972), Horst Stein (1972–73), Heinrich Hollreiser (1973–74), Colin Davis (1977–78) Jürgen Rose Jürgen Rose
1974(–1977) Tristan -7- August Everding Carlos Kleiber (1974–76), Horst Stein (1976-77) Josef Svoboda Reinhard Heinrich
1975(–1981) Parsifal -5- Wolfgang Wagner Horst Stein (1975–81), Hans Zender (1975) Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1976(–1980) Ring -8-
(„Jahrhundertring“)
Patrice Chéreau Pierre Boulez Richard Peduzzi Jacques Schmidt
1978(–1985) Holländer -7- Harry Kupfer Dennis Russell Davies (1978–80), Peter Schneider (1981–82), Woldemar Nelsson (1984–85) Peter Sykora Reinhard Heinrich
1979(–1982) Lohengrin -6- Götz Friedrich Edo de Waart (1979), Woldemar Nelsson (1980–82) Günther Uecker Frida Parmeggiani
1981(–1987) Tristan -8- Jean-Pierre Ponnelle Daniel Barenboim Jean-Pierre Ponnelle Jean-Pierre Ponnelle
1981(–1988) Meistersinger -9- Wolfgang Wagner Mark Elder (1981), Horst Stein (1982–84, 1986), Michael Schønwandt (1987–88) Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1982(–1988) Parsifal -6- Götz Friedrich James Levine (1982–86, 1988), Daniel Barenboim (1987) Andreas Reinhardt Andreas Reinhardt
1983(–1986) Ring -9- Peter Hall Georg Solti (1983), Peter Schneider (1984–86) William Dudley William Dudley
1985(–1995) Tannhäuser -6- Wolfgang Wagner Giuseppe Sinopoli Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1987(–1993) Lohengrin -7- Werner Herzog Peter Schneider Henning von Gierke Henning von Gierke
1988(–1992) Ring -10- Harry Kupfer Daniel Barenboim Hans Schavernoch Reinhard Heinrich
1989(–2001) Parsifal -7- Wolfgang Wagner James Levine (1989–93), Giuseppe Sinopoli (1994–99), Christoph Eschenbach (2000), Christian Thielemann (2001) Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1990(–1999) Holländer -8- Dieter Dorn Giuseppe Sinopoli (1990–93), Peter Schneider (1994, 1998–99) Jürgen Rose Jürgen Rose
1993(–1999) Tristan -9- Heiner Müller Daniel Barenboim Erich Wonder Yōji Yamamoto
1994(–1998) Ring -11- Alfred Kirchner James Levine Rosalie Rosalie
1996(–2002) Meistersinger -10- Wolfgang Wagner Daniel Barenboim (1996–99), Christian Thielemann (2000–02) Wolfgang Wagner Reinhard Heinrich
1999(–2005) Lohengrin -8- Keith Warner Antonio Pappano (1999–2001), Andrew Davis (2002–03), Peter Schneider (2005) Stefanos Lazaridis Sue Blane
2000(–2004) Ring -12- Jürgen Flimm Giuseppe Sinopoli (2000), Ádám Fischer (2001–04) Erich Wonder Florence von Gerkan
2002(–2007) Tannhäuser -7- Philippe Arlaud Christian Thielemann (2002–05), Christoph Ulrich Meier (2007) Philippe Arlaud Carin Bartels
2003(–2006) Holländer -9- Claus Guth Marc Albrecht Christian Schmidt Christian Schmidt
2004(–2007) Parsifal -8- Christoph Schlingensief Pierre Boulez (2004–05), Ádám Fischer (2006–07) Daniel Angermayr,
Thomas Goerge
Tabea Braun
2005(–2012) Tristan -10- Christoph Marthaler Eiji Ōue (2005), Peter Schneider (2006, 2008–09, 2011–12) Anna Viebrock Anna Viebrock
2006(–2010) Ring -13- Tankred Dorst Christian Thielemann Frank Philipp Schlößmann Bernd Ernst Skodzig
2007(–2011) Meistersinger -11- Katharina Wagner Sebastian Weigle Tilo Steffens Michaela Barth
2008(–2012) Parsifal -9- Stefan Herheim Daniele Gatti (2008–11), Philippe Jordan (2012) Heike Scheele Gesine Völlm
2010(–?) Lohengrin -9- Hans Neuenfels Andris Nelsons Reinhard von der Thannen Reinhard von der Thannen
2011(–2014) Tannhäuser -8- Sebastian Baumgarten Thomas Hengelbrock[30] (2011), Christian Thielemann (2012), Axel Kober Joep van Lieshout Nina von Mechow
2012(–?) Holländer -10- [31] Jan Philipp Gloger[32] Christian Thielemann[33] Christof Hetzer Karin Jud
2013(–?) Ring -14- [31] Frank Castorf Kirill Petrenko Aleksandar Denić Adriana Braga Peretzki
2015(–?) Tristan[31] Katharina Wagner[33] Christian Thielemann[33]
2016(-?) Parsifal[34] Jonathan Meese[34] Andris Nelsons[34] Jonathan Meese Jonathan Meese
2017(-?) Meistersinger[35]
2018(-?) Lohengrin[35] Christian Thielemann[35] Neo Rauch[35]
2019(-?) Tannhäuser[35]
2020(-?) Ring[35]
Jahr Werk Inszenierung Musikalische Leitung Bühnenbild Kostüme

„Blaue Mädchen“[Bearbeiten]

Als „Blaue Mädchen“ wurden die Türsteherinnen des Festspielhauses in Bayreuth bezeichnet.[36] Der Name entstand aus der bis 2008 traditionell blauen Farbe ihrer Uniform. Seit dem Festspielsommer 2009 sind sie jedoch einheitlich grau gekleidet.

In früher Zeit waren es vorzugsweise unverheiratete junge Damen aus der näheren Umgebung von Bayreuth, heute dominieren Studentinnen der theater- und operbezogenen Studiengänge aus Bayreuth, Deutschland, Europa und der Welt. Sie haben die Möglichkeit, sich in ihrem Dienst annähernd alle 30 Aufführungen einer Festspielsaison der Richard-Wagner-Festspiele anzuschauen und anzuhören.

Mediale Vermarktung[Bearbeiten]

Fotografie[Bearbeiten]

Von 1952–1987 nahm Siegfried Lauterwasser als Bühnenfotograf die Inszenierungen der Bayreuther Festspiele auf.

Radio[Bearbeiten]

Am 18. August 1931 übertrug die Deutsche Stunde in Bayern erstmals eine Aufführung live aus dem Festspielhaus: Tristan und Isolde, dirigiert von Wilhelm Furtwängler. Angeschlossen waren über 200 europäische, amerikanische und afrikanische Sender; es war die „erste Weltsendung in der Geschichte des Rundfunks“.[37]

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Von einigen Bayreuther Inszenierungen gibt es Filmaufzeichnungen, u. a.:

Public Viewing und Internet[Bearbeiten]

2008 fand als Live-Übertragung aus dem Festspielhaus, das erste Public Viewing einer Aufführung der Bayreuther Festspiele statt. Bei den Bayreuther Festspielen 2010 war das erste Public Viewing für Kinder am Vormittag mit der Filmaufführung der Kinderoper Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg sowie dem interaktivem Wagner-Erlebnisparcours und Rahmenprogramm für Kinder im Anschluss. Die Aufführungen können auch als Livestream im Internet verfolgt werden.[38]

Nachdem sich der Sponsor Siemens zurückzog, gab es 2012 kein Public Viewing auf dem Volksfestplatz. Stattdessen wurde am 11. August eine Vorstellung des Parsifal live in über hundert Kinos gezeigt. Das Pausenprogramm mit Einblicken hinter die Kulissen und Interwievs wurde moderiert von Katharina Wagner, Klaus Florian Vogt und Axel Brüggemann. 2013 wurde in ähnlicher Weise eine Aufführung des Fliegenden Holländers im Kino übertragen.

Einführungsvorträge[Bearbeiten]

Seit Wiederaufnahme der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 gibt es an den Aufführungstagen jeweils Einführungsvorträge zu den an den gleichen Tagen stattfindenden Vorstellungen. Als Referenten dieser von Wieland Wagner vorgeschlagenen Veranstaltungsreihe wirkten zunächst Erich Rappl und ab 1998 Stefan Mickisch. Seit einigen Jahren finden zwei Einführungsvorträge zu jeder Vorstellung statt, Referenten sind bzw. waren Stefan Mickisch und Detlev Eisinger (in dieser Funktion von 2002 bis einschl. 2008). Oft werden mehr als 10.000 Zuhörer pro Saison gezählt. An einzelnen Tagen werden auch Vorträge in englischer und französischer Sprache angeboten. Ab dem Jahr 2009 wird einer der Einführungsvorträge im Haus Wahnfried vom Leiter des Museums gehalten. Zusätzlich gibt es inszenierungsbezogene Einführungsvorträge im Festspielhaus, die aber für Personen reserviert sind, die eine Eintrittskarte für die jeweilige Aufführung besitzen.[39]

Richard Wagner für Kinder[Bearbeiten]

Logo der Kinder-Festspiele

2009 wurde auf der Probebühne IV des Festspielhauses eine etwa einstündige, für Kinder von sechs bis zehn Jahren konzipierte Bearbeitung des Fliegenden Holländers gespielt (Textfassung: Alexander Busche; Einrichtung für 19 Musiker / musikalische Leitung: Christoph Ulrich Meier; Regie: Alvaro Schoeck, Bühnenbild: Merle Vierck; Kooperationspartner: Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin). Zwischen 25. Juli 2009 und 2. August 2009 fanden zehn Vorstellungen statt.

2010 wurde eine Tannhäuser-Bearbeitung gespielt,[40] 2011 ein Ring für Kinder, 2012 eine kindgerechte Fassung der Meistersinger von Nürnberg (Regie: Eva-Maria Weiss; musikalische Leitung: Hartmut Keil) und 2013 eine von Tristan und Isolde.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bernd Buchner: Wagners Welttheater. Die Geschichte der Bayreuther Festspiele zwischen Kunst und Politik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-53-425165-0.
  •  Markus Kiesel (Hrsg.): Das-Richard-Wagner-Festspielhaus Bayreuth. Nettpress, Köln 2007, ISBN 978-3-00-020809-6.
  •  Enrico Nawrath, Katharina Wagner: Bayreuth backstage: Innenansichten vom Grünen Hügel. Schott, Mainz 2009, ISBN 978-3-7957-0196-3.
  •  Frederic Spotts: Bayreuth: Eine Geschichte der Wagner-Festspiele. Fink, München 1994, ISBN 3-7705-2967-7.
  • Stephan Müller: Bayreuther Festspielgeschichten - Der Wurm ohne Hals. 80 Seiten, Wartberg Verlag 2012, ISBN 978-3-8313-2418-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bayreuther Festspiele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dpa-Meldung, auf yahoo.com wiedergegeben.
  2. a b c Nicolaus Steeken: Die Erfindung des Fundraising. In: Gesellschaft der Freunde Bayreuths: Almanach 2010, ISBN 978-3925361845, Seiten 144–151
  3. Spotts 1994, Seiten 111 f.
  4. Die Welt: Wir wollen doch die Juden außen lassen., 10. Juli 2012
  5. Bayreuther Festspiele: Das gemeinschaftliche Testament Siegfried und Winifred Wagners vom 8. März 1929 im Volltext
  6. nach Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth. S. 143–173
  7. Hans Mayer: Dankrede zur Verleihung des Wilhelm Pitz-Preises 1998. Oper & Tanz 2000/03
  8. Holger R. Stunz: Hitler und die „Gleichschaltung“ der Bayreuther Festspiele. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 2/2007, Seiten 237–268
  9. vgl. Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth, S. 408-478
  10. Josef Kaut: Salzburger Festspiele 1920-1981. Salzburg 1982
  11. Michael Karbaum: Studien zur Geschichte der Bayreuther Festspiele (1876–1976). Gustav Bosse Verlag 1976, ISBN 3-7649-2060-2, Seiten 95 ff.
  12. Brigitte Hamann: Winfred Wagner oder Hitlers Bayreuth, S. 571ff
  13. Zitate nach: Manfred Wegner: Musik und Mammon – die permanente Krise der Musikkultur. Nomos, Baden-Baden, 1999, ISBN 3-7890-6198-0, Seite 163
  14. Michael Karbaum: Studien zur Geschichte der Bayreuther Festspiele (1876–1976). Gustav Bosse Verlag 1976, ISBN 3-7649-2060-2. Seite 105
  15. Wolfgang Seifert: Die Stunde Null von Neubayreuth (Teil II). In: Neue Zeitschrift für Musik, Jahrgang 1971 Heft 2, Seite 74
  16. a b c Manfred Wegner: Musik und Mammon. Die permanente Krise der Musikkultur. Nomos, Baden-Baden, 1999, ISBN 3-7890-6198-0, S. 159–167 (Kapitel Bayreuther Festspiele – Nationalunternehmen oder privates Kultur-Imperium)
  17. Harald Schiller: Vom Wagner-Kult zum Karten-Wahn – Die Kartenpolitik der Bayreuther Festspiele. In: Festivals Sommer 2008. Metz, Hamburg 2008, ISBN 978-3937742274, S. 140–144
  18. Lucas Wiegelmann: „Mit den Förderzielen des Bundes nicht vereinbar“. In: Die Welt. 24. Juni 2011
  19. Olaf Przybilla: Streit um Bayreuth-Karten – Das Ende der DGB-Festspiele. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Dezember 2011
  20. Karten in Bayreuth werden neu gemischt. In: Südkurier. 8. März 2012
  21. Wagnerverbands-Chefin: „Grollen bringt nichts“. In: Abendzeitung. 10. März 2012
  22. Was lange währt: Reform der Ticketvergabe in Bayreuth kommt voran. In: klassik.com. 9. März 2012
  23. Online-Bestellschein für das Jahr 2014 Abgerufen am 15. Oktober 2013
  24. a b Sven Prange & Claudia Schumacher: Der Subventionsstadl. In: Handelsblatt. 30. März 2012, S. 64–69.
  25. Online-Ticket-Shop Abgerufen am 14. und am 15. Oktober 2013, ca. 12 Uhr.
  26. Claudia Panster: Bedingt geschäftsfähig. In: Handelsblatt, Nr. 142, 25. Juli 2012, S. 46.
  27. „Eva Wagner-Pasquier bereit für Festspielleitung“, festspiele.de, 18. April 2008 (Webarchiv)
  28. Festspiele.de: das Fenster zur Klassik (Webarchiv)
  29. Spiegel online: Bayreuther Festspiele: Wagner-Pasquier gibt Festivalleitung ab, 21. Februar 2014
  30. Eine verräterische Operndiva – Kultur – Berliner Morgenpost – Berlin
  31. a b c Nachrichten welt_print – WELT ONLINE
  32. Bayreuth: Jan Philipp Gloger inszeniert "Fliegenden Holländer". In: Der Standard 12. Mai 2011
  33. a b c Geld – Mäzene: Finanzielle Situation in Bayreuth sehr angespannt – Kultur – Berliner Morgenpost – Berlin
  34. a b c [1] auf br.de vom 25. Juli 2012, abgerufen am 25. Juli 2012:
  35. a b c d e f Jonathan Meese soll in Bayreuth inszenieren, Hamburger Abendblatt online vom 26. Juli 2012, abgerufen am 26. Juli 2012
  36. Reportage über die "Blauen Mädchen" im Festspielmagazin
  37. Chronik des Bayerischen Rundfunks
  38. Bayreuther Festspiele 2010 Public Viewing. BR-Online, 3. Mai 2010, abgerufen: 19. August 2010
  39. https://www.bayreuther-festspiele.de/deutsch/tickets_service/einfuehrungsvortraege_406.html
  40. Sonntag Ddp Interview Kinderoper Bringt Frischen Wind Bei Bayreuther Festspielen :: Ad Hoc News

49.95958333333311.579583333333Koordinaten: 49° 57′ 34,5″ N, 11° 34′ 46,5″ O