Höllental (Wetterstein)

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Blick von der Höllentalangerhütte in Richtung Talschluss, Höllentalferner und Zugspitzmassiv
Höllental von der Riffelscharte aus gesehen
Blick von der Zugspitze in das Höllental
Eiserne Brücke des Stangensteiges über die Klamm um 1900
Höllentalklamm
Blick nach oben

Das Höllental ist ein Tal im Zugspitz-Massiv des Wettersteingebirges, zwischen Blassenkamm und Waxensteinkamm, durch das der Hammersbach fließt und durch das eine bekannte Aufstiegsroute von Hammersbach zur Zugspitze verläuft.

Markant ist der Einschnitt der Höllentalklamm, die sich zwischen hohen Felswänden hindurch zwängt. Die Höllentalangerhütte (1381 m, bis voraussichtlich Mai 2015 wegen Neubau geschlossen) ist Übernachtungsdomizil für die Bergsteiger, die am Folgetag durch das Höllental und über den Höllentalferner auf Deutschlands höchsten Gipfel steigen wollen.

Vor der touristischen Erschließung Anfang des 20. Jahrhunderts war das Höllental vor allem wegen seiner Eisenerz- und Molybdän-Vorkommen von Bedeutung. Von den damaligen Bergwerks-Anlagen sind heute jedoch nur noch Ruinen sichtbar.

Die touristische Erschließung der Klamm begann bereits 1902 unter der Leitung des Ingenieurs Adolf Zoeppritz und einiger einheimischer Bergführer. Am 15. August 1905 wurde die Fertigstellung der kompletten Erschließung gefeiert und die Höllentalklamm festlich eingeweiht.

Höllentalklamm[Bearbeiten]

Zugang[Bearbeiten]

Vom Grainauer Ortsteil Hammersbach führt ein Fußweg über rund drei Kilometer und etwa 300 Höhenmeter durch ein immer enger werdendes Tal zur Höllentaleingangshütte und zum gebührenpflichtigen Weg durch die Klamm (47° 26′ 55″ N, 11° 2′ 38″ O47.44869611.043765). Kurz vor der Hütte zweigt der gebührenlose, aber etwas beschwerlichere und längere (½ bis ¾ Stunde längere Gehzeit) Stangensteig ab. Dieser verläuft oberhalb des Bachlaufes und führt auf halber Strecke über eine hohe Eisenbrücke über die Klamm. Bis auf den Tiefblick von der Brücke bleibt jedoch von hier die Sicht in das Innere der Klamm größtenteils verwehrt.

Klamm[Bearbeiten]

Beginnend an der Höllentalklamm-Eingangshütte erstreckt sich der Weg über gut 700 m durch die imposante Klamm. Seit dem Jahr 2011 besteht hier zudem die Möglichkeit, im Höllentalklamm-Museum die Geschichte der Schlucht näher zu erfahren. Ab der Eingangshütte hat man unter großem Aufwand einen sicheren Weg geschaffen, der zu großen Teilen durch in den Fels geschlagene Tunnel von etwa 1 m Breite und maximal 2 m Höhe führt. Der außerhalb der Klamm eher unscheinbare Hammersbach schwillt in der sehr engen (schätzungsweise 2 bis 5 m) und hohen (ca. 150 m) Felsschlucht zu einem reißenden Wildbach an. Am oberen Ende der Klamm wird das Gelände langsam wieder weitläufiger. Jenseits der Klamm führt der Weg zur Höllentalangerhütte, die in einer spärlich bewachsenen, mit Gesteinschotter bedeckten Talsohle liegt.

Tourenmöglichkeiten[Bearbeiten]

An der Hütte verzweigen verschiedene Steige, die in Richtung Zugspitze, Osterfelderkopf (Rinderweg zur Alpspitzbahn) und Alpspitze (Mathaisenkar) oder auf weitere anspruchsvolle Ziele des Wettersteingebirges führen (z. B. Riffelscharte, Riffeltorkopf, Riffelspitzen, Hohe Riffel, Waxenstein, Höllentorkopf und Schwarzenkopf). Ein interessanter Rückweg von der Höllentalangerhütte nach Hammersbach ist der bereits erwähnte Stangensteig, der von den Knappen des einstigen Bergwerks benutzt wurde.

Zugspitzweg[Bearbeiten]

Es dauerte bis zum Jahre 1872, als Georg Winhart aus München und der Ehrwalder Führer J. Rauch als erste vom Ostgipfel der Zugspitze ins Tal abstiegen. Davor sah man es als unmöglich an, einen Weg vom Gipfel in das Höllental zu finden. Der Weg führte jedoch an den unüberwindbaren Steilwänden, die vom Höllentalkar in den Höllentalanger abfielen, nicht mehr weiter. So wandten sich die zwei nach Südosten und gelangten über das Mitter- und Mathaisenkar zu den Knappenhäusern. Den umgekehrten Weg wiederholten im gleichen Jahr die Münchner Tillmetz und Johannes mit dem Garmischer Bergführer Dengg. Bis 1893 war dies die einzige Anstiegsmöglichkeit vom Höllental auf die Zugspitze, die zudem mit starken Höhenverlusten verbunden war.[1]

Durch die Höllentalklamm führte noch kein Weg, nur oberhalb der Klamm befand sich ein Steig. An einer etwa 30 Meter breiten und 100 Meter tiefen Stelle musste die Klamm auf einem primitiven Steg ohne Geländer überquert werden. Diesen Steg verbesserte die Alpenvereinssektion München schon in den Jahren 1882/83. Ein Föhnsturm 1885 beschädigte jedoch diese Brücke schwer und so beschloss der Vorstand, eine feste Brücke aus Eisen zu bauen. Am 12. September 1888 wurde das 5 Tonnen schwere Bauwerk fertiggestellt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 3270 Mark.[1]

Um den Anstiegsweg zu verkürzen und direkt vom Anger in das Höllentalkar zu kommen, baute die Alpenvereinssektion München 1893 an einer Steilwand mit Hilfe von Eisenklammern und Stahlseil einen künstlichen Übergang. Dieser Abschnitt ist mittlerweile als das „Brett“ bekannt. Auch sicherte die Sektion den Weg von der Randkluft des Höllentalferners bis zum Gipfel ebenfalls mit Stahlseilen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Schwarz: Das Molybdänbergwerk Höllental 1907 - 1925; Ringen um einen seltenen Rohstoff; R. Oldenbourg Verlag; 1992; ISBN 3-486-26265-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Höllental (Wetterstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Josef Bindl (Hrsg.): 80 Jahre Höllentalhütte. 1894 - 1974. selbstverl., München 1974, S. 6-8.

47.44103711.033885Koordinaten: 47° 26′ 28″ N, 11° 2′ 2″ O