Hallgrímskirkja

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Dieser Artikel behandelt die Hallgrímskirkja in Reykjávík; zur gleichnamigen Kirche in Saurbær, siehe Hallgrímskirkja (Saurbær).
Hallgrímskirkja, Reykjavík
Hallgrímskirkja, Seitenansicht
Detail

Die Hallgrímskirkja (isl. Kirche Hallgrímurs) ist eine evangelisch-lutherische Pfarreikirche in der isländischen Hauptstadt Reykjavík.

Die Kirche wurde nach dem isländischen Psalmendichter Hallgrímur Pétursson benannt. Trotz ihrer Dominanz im Stadtbild Reykjavíks handelt es sich um keine Kathedrale; diese Funktion hat für die Isländische Staatskirche traditionell die kleine Domkirche (Dómkirkjan) aus dem 18. Jahrhundert im Stadtzentrum inne.

Die Kirche ist derzeit das zweithöchste Gebäude Islands nach dem Smáratorg-Turm.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Entworfen wurde das Gebäude von dem isländischen Architekten Guðjón Samúelsson im expressionistischen Stil, ähnlich der Grundtvigskirche in Kopenhagen, die 1940 fertiggestellt wurde. Die Planungsarbeiten für die Kirche begannen im Jahr 1937, der Bau 1945. Die Krypta, die sich unter dem Chor befindet, konnte 1948 geweiht werden. Der Kirchturm wurde 1974 fertiggestellt. Er ist 74,5 Meter hoch und kann mit Hilfe eines Lifts erreicht werden. Der Bau wurde erst 1986 fertiggestellt als das Kirchenschiff vollendet war und geweiht werden konnte. Im Inneren wurden viele gotische Merkmale aufgegriffen. Vor der Kirche befindet sich eine Statue von Leif Eriksson, die 1930 als Geschenk der Vereinigten Staaten zur 1000-Jahr-Feier des Althing aufgestellt wurde.

Auffallend ist die Ähnlichkeit zu Basaltsäulen, die von der Grundgestaltung der Kirchenfassade in den grauen Betonstiften umgesetzt werden. Das sehr helle Innere der Kirche weist reichlich gotische Stilelemente auf. Durch die Kirchenfenster aus durchsichtigem Glas hinter dem Hauptaltar kann man ungewöhnlicherweise Himmel und Wolken sehen. Beeindruckend ist der 15 Meter hohe Prospekt der Hauptorgel, erbaut von der Bonner Orgelbaufirma Klais. Zwei Spieltische ermöglichen die vielfältige Nutzung, solistisch oder im Zusammenspiel mit Chor oder Orchester.

[Bearbeiten] Orgel

Orgel

Im Dezember 1992 wurde die große Konzertorgel der Kirche eingeweiht, erbaut von Johannes Klais Orgelbau in Bonn. Sie verfügt über einen mechanischen Spieltisch mit vier Manualen und Pedalwerk, 72 Register und 5275 Pfeifen. Die Orgel ist etwa 15 Meter hoch und wiegt 25 Tonnen. Sie ist mit Abstand die größte Orgel in Island und wird neben ihrer Aufgabe beim Gottesdienst auch für Konzerte eingesetzt. Ein zweiter Spieltisch wurde 1997 im Kirchenschiff eingebaut. Das Projekt wurde u. a. auch durch Pfeifenstiftungen finanziert. Die sichtbaren Orgelpfeifen des Prospekts, der Front, werden von den seitlichen Pedalpfeifen mit etwa 10 Metern Länge dominiert. Parallel zum Orgelbau wurde das feste Kirchengestühl installiert. Ein Teil der Bestuhlung ist flexibel, sodass bei Konzerten, die eine größere Besetzung oder ein Orchester erfordern, der Umbau leichter möglich ist.

I Bakorgel
(Rückpositiv)
C–
Praestant 8′
Gedackt 8′
Quintade 8′
Principal 4′
Rohrflöte 4′
Octave 2′
Waldflöte 2′
Larigot 11/3
Sesquialter II
Scharff V
Cymbel IV
Dulcian 16′
Trompette 8′
Cromorne 8′
Sveifla
(Tremulant)
II Aðalverk
(Hauptwerk)
C–
Praestant 16′
Bourdon 16′
Principal 8′
Doppelflöte 8′
Gemshorn 8′
Octave 4′
Nachthorn 4′
Superoctave 2′
Quinte 51/3
Terz 31/5
Quinte 22/3
Cornet V
Mixtur V
Acuta IV
Trompete 16′
Trompete 8′
Trompete 4′
III Svelliverk
(Schwellwerk)
C–
Gedackt 16′
Salicet 16′
Geigenprinc. 8′
Flute harm. 8′
Gamba 8′
Vox coelestis 8′
Octave 4′
Flute octav. 4′
Salicional 4′
Octavin 2′
Piccolo 1′
Nasard 22/3
Terz 13/5
Fourniture VI
Basson 16′
Tromp. harm. 8′
Hautbois 8′
Vox humana 8′
Clairon harm. 4′
Sveifla
(Tremulant)
IV Hvellverk
(Bombarde)
C–
Rohrflöte 8′
Praestant 4′
Cornet III
Chamade 16′
Chamade 8′
Chamade 4′
Orlos 8′
Sveifla
(Tremulant)
Fótspil
(Pedal)
C–
Praestant 32′
Principal 16′
Subbaß 16′
Violon 16′
Octave 8′
Cello 8′
Spielflöte 8′
Superoctave 4′
Jubalflöte 2′
Hintersatz V
Bombarde 32′
Bombarde 16
Fagott 16
Posaune 8′
Schalmey 4′
Sveifla 8′
(Tremulant)


  • Koppeln: I/II, III/II, IV/II, IV/III, III/I, Super III, Sub III/II, I/P, II/P, III/P, IV/P.
  • Spielhilfen:
  • Simbalsstjarna A (Zimbelstern).
  • Simbalsstjarna B (Zimeblstern).
  • Næturgali

[Bearbeiten] Siehe auch

Die Grundtvigskirche in Kopenhagen wurde nur wenige Jahre vor der Hallgrímskirkja erbaut und weist eine ähnliche Synthese von gotischen und modernen Bauformen auf.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Category:Hallgrímskirkja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

64.141944444444-21.9275Koordinaten: 64° 8′ 31″ N, 21° 55′ 39″ W

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