Handlungskompetenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Handlungskompetenz ist ein Schlüsselbegriff in Personalentwicklung, Pädagogik und Psychologie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Personalentwicklung und Pädagogik

„Handlungskompetenz wird verstanden als die Fähigkeit des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht, durchdacht, sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.“ (Kultusministerkonferenz (KMK), 5. Februar 1999)

In Anlehnung an die Linguistik Noam Chomskys führte der Handlungsregulationstheoretiker Volpert (1974) die „Handlungskompetenz“[1] ein und definierte „effizientes Handeln als stabil-flexibel“[2].

Erpenbeck/Rosenstiel (2003) verstehen unter „Aktivitäts- und umsetzungesorientierten Kompetenzen“ das „Vermögen, (...) alle anderen Kompetenzen – personale, fachlich-methodische und sozial-kommunikative – in die eigenen Willensantriebe zu integrieren und Handlungen erfolgreich zu realisieren.“ [3]

Handlungskompetenz wird mit den vier Kompetenzen

Im handlungsorientierten Unterricht sollen die Schüler oder Studenten Handlungskompetenz(en) für die außer- und nachschulische Lebenswelt entwickeln. Methodisch wird dieses Ziel über ein aufgaben- und ergebnisorientiertes learning by doing bzw. learning through interaction – oft in Partner- oder Gruppenarbeit – angegangen. Hierdurch wird auch die emotionale Seite der Schüler angesprochen und damit ihre sozial-affektiven Kompetenzen gefördert.[4]

In den „Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz (KMK) für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule...“ vom Stand September 2007 wird die Entwicklung von Handlungskompetenz als Bildungsziel aufgeführt. Handlungskompetenz wird in die Dimensionen: Fachkompetenz, Humankompetenz und Sozialkompetenz unterteilt. Ein ausgewogenes Zusammenwirken dieser drei Kompetenzdimensionen ergibt die Voraussetzung für zwei weitere Kompetenzbegriffe (Akzentuierungen): Methodenkompetenz, Kommunikative Kompetenz und Lernkompetenz. (vgl. KMK-Handreichungen, September 2007, S. 11)

Ziel der beruflichen Ausbildung ist die berufliche Handlungsfähigkeit der Auszubildenden.

[Bearbeiten] Psychologie

Die folgenden Absätze sind nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Die folgenden Absätze enthalten Bewertungen, die nicht auf eine Quelle zurückgeführt werden. Ohne Quellenangabe handelt es sich um Theoriefindung. Bsp.: „Insofern missachtet die bildungspolitische Diskussion [...] gelegentlich die realen Hintergründe [...] und verliert aus den Augen, dass [...]“ „Bildungspolitik darf nicht so tun, als gebe es nur [...]“ -- ChoG 16:40, 29. Sep. 2010 (CEST)

Die Verlagerung des Begriffes Handlungskompetenz in die Diskussion um Bildungspolitik verstellt oft die Sicht darauf, dass Handeln und der Erwerb von Handlungskompetenz vor allem ein psychologisch-pädagogischer Begriff ist, dessen konkrete Ausgestaltung eng mit der individuellen Entwicklung des Menschen zusammenhängt. Das haben schon Untersuchungen von René Spitz gezeigt: Säuglinge, die nicht die Möglichkeit der Interaktion mit erwachsenen Personen hatten, waren später und u. U. ihr Leben lang in ihrem Sozialverhalten (sehr) gestört, je nach Situation und Möglichkeit der Interaktion mit Bezugspersonen. Ähnliches wurde auch in Tierversuchen nachgewiesen (F. W. Harlow).

Bei der Interaktion des Individuums mit der (Um)Welt entwickelt sich in jedem Individuum so etwas wie eine persönliche Orientierung, in der die Lernergebnisse und ihre strategische Bedeutung für das Handeln des Individuums angelegt sind. So hat jeder Mensch in jeder Situation je unterschiedliche Orientierungen von der Situation und ihrer Bedeutung. Danach und auf der Grundlage dieser Hintergründe interpretiert er die (soziale) Situation. Entsprechend daran orientiert sich das Handeln bzw. die konkreten Handlungssequenzen. Die Orientierung findet jedoch fortwährend und beim gesunden Menschen permanent statt – und damit auch die stetig veränderbare Orientierung. Man könnte das die Dynamik der individuellen Orientierung oder der Handlungsplanungen nennen.

Insofern missachtet die bildungspolitische Diskussion, so wichtig sie sein mag, gelegentlich die realen Hintergründe für die Handlungskompetenzen von Kindern und Jugendlichen und verliert aus den Augen, dass Kindern auch angemessene Bedingungen geboten werden müssen, um die o. a. Kompetenzen in ihrem gesamten sozialen Umfeld zu entwickeln – (die Schule und der Beruf sind nur Teilbereiche der Sozialisation, die zudem in der Entwicklung des Menschen spät angesiedelt sind, auch wenn sie aus formalen Gründen für die bildungspolitische Diskussion einen höheren Stellenwert haben mögen). Bildungspolitik darf nicht so tun, als gebe es nur einen staatlich-institutionellen Beitrag zur Entstehung von Handlungskompetenz.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Volpert, Walter: Handlungsstrukturanalyse als Beitrag zur Qualifikationsforschung. Köln: Pahl-Rugenstein, 1974. S. 41
  2. Volpert, Walter: Handlungsstrukturanalyse als Beitrag zur Qualifikationsforschung. Köln: Pahl-Rugenstein, 1974. S. 46
  3. Erpenbeck/Rosenstiel (Hg.): Handbuch Kompetenzmessung.' 2003, S. XVI)
  4. Vgl. Gerhard Bach, Johannes-Peter Timm: „Handlungsorientierung als Ziel und als Methode“. In: Gerhard Bach, Johannes-Peter Timm (Hg.): Englischunterricht. Grundlagen und Methoden einer handlungsorientierten Unterrichtspraxis (4., vollst. überarb. und erweiterte Aufl.). Tübingen, Basel: A. Francke, 2009, S. 12.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Monographien

  • Handreichung für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz (KMK) für den berufsbezogenen Unterricht. (Stand 5. Februar 1999)
  • Handreichung für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz (KMK) für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule ... und anerkannte Ausbildungsberufe. (Stand 15. September 2000)
  • Werner G. Faix u. a.: Führung und Persönlichkeit. Personale Entwicklung. Verlag Moderne Industrie, Landsberg/Lech 1995, ISBN 3-478-35230-4.
  • Werner G. Faix, Angelika Laier: Soziale Kompetenz. Wettbewerbsfaktor der Zukunft. Gabler, Wiesbaden 1996, ISBN 3-409-23805-0.
  • Johannes Reitinger: Unterricht, Internet, Kompetenz. Empirische Analyse funktionaler und didaktischer Kompetenzen zukünftiger PädagogInnen auf der Basis eines konkretisierten Handlungskompetenzmodells. Shaker, Aachen 2007, ISBN 978-3-8322-6175-7 (zugl. Dissertation, Universität Passau, 2007).
  • Lauren Slater: Von Menschen und Ratten, Die berühmten Experimente der Psychologie. Beltz Verlag, Weinheim 2005, S. 174–202 (Harry Harlow)
  • René A. Spitz: Vom Säugling zum Kleinkind. Naturgeschichte der Mutter-Kind-Beziehung im ersten Lebensjahr. Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-91823-X.

[Bearbeiten] Aufsätze

  • Reinhard Bader: Konstruieren von Lernfeldern. In: Peter F. Sloane u. a. (Hrsg.): Lernen in Lernfeldern. Theoretische Analysen und Gestaltungsansätze zum Lernfeldkonzept. Edition Eusl, Markt Schwaben 2000, ISBN 3-933436-22-2 (online)
  • Harry F. Harlow: Das Wesen der Liebe. In: Otto M. Ewert: Entwicklungspsychologie I. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1972, ISBN 3-462-00865-X.
  • Norbert Kühne: Interaktion als Förderung, in: Norbert Kühne (Hrsg.): Praxisbuch Sozialpädagogik. Band 7, Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2009, ISBN 978-3-427-75415-2

[Bearbeiten] Weblinks

http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2007/2007_09_01-Handreich-Rlpl-Berufsschule.pdf

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen