Handvenenerkennung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Handvenenerkennung ist ein biometrisches Verfahren zur Identifikation von Personen, bei dem das Venenmuster einer Hand erfasst und mit einem Referenzmuster verglichen wird. Zur Verwendung kommen entweder die Venen der Handinnenfläche, die Fingervenen oder die Venen des Handrückens.

Der physikalische Effekt der Handvenenerkennung beruht auf der verstärkten Absorption von Infrarotstrahlen (Wärmestrahlen der Wellenlänge 760 nm) im sauerstoffarmen venösen Blut. Hält man seine Hand vor den Handvenenerkennungs-Sensor, sendet dieser über Infrarot-LEDs Nah-Infrarotstrahlung in Richtung der Handflächen aus. Das sauerstoffreduzierte Blut in den Venen absorbiert diese Infrarotstrahlung mehr als das umgebende Gewebe. Damit kann ein eindeutiges Bild der Venen innerhalb der Hand aufgenommen und für die Erkennung verwendet werden.

Die Kamera des Handvenen-Sensors erstellt zunächst ein Bild des Venenmusters, das ein Rechner in einem zweiten Schritt in ein Template umwandelt. Dieses Template wird beim Einlernen in eine Datenbank oder auf eine Chipkarte bzw. ein anderes Speichermedium abgelegt. Wie allgemein in der Biometrie, wird bei der Verifikation eines Benutzers, d. h. der Überprüfung seiner Identität, ein hierfür erfasstes Vergleichsmuster mit dem Template des Benutzers verglichen; bei einer Identifikation hingegen, d. h. der Feststellung der Identität durch das biometrische Merkmal, wird das Vergleichsmuster mit allen (in einer Datenbank) gespeicherten Templates verglichen und das dazu passende Template ermittelt.

Die Venenmuster der menschlichen Hand sind komplex und innerhalb des Körpers vor unbemerktem Ausspähen weitgehend geschützt. Die Position der Venen bleibt zeitlebens unverändert und ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Die Handvenenerkennung kann ein vergleichbar hohes Sicherheitsniveau, d. h. ähnlich geringe Falsch-Akzeptanz-Raten, wie die Iriserkennung erreichen.[1]

Hersteller von Venenerkennungssystemen sind z. B. Fujitsu (Handflächenvenen), Hitachi, NEC, Sony (alle Fingervenen) und Techsphere (Venen der Handrücken). Auf dem Markt gibt es mittlerweile Handvenenerkennungssensoren, die vom BSI [2] zertifiziert sind. Eingesetzt wird die Handvenenerkennung für die Zutrittskontrolle zu Hochsicherheitsbereichen oder die Zugangskontrolle zu Rechnersystemen. In Japan wird das System in Bankautomaten für den sicheren Zahlungsverkehr verwendet.

Handvenenerkennung kommt zum Beispiel auch beim GMAT zum Einsatz, einem Test, dem sich Bewerber mancher wirtschaftswissenschaftlicher Masterstudiengänge unterziehen müssen.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. International Biometric Group: Comparative Biometric Testing - Round 6 Public Report (PDF; 3,2 MB), 2006
  2. Security Targert for Palm Secure. 2008 pdf
  3. Graduate Management Admission Council: Zur Verbesserung der Sicherheit erhält die GMAT-Prüfung von den französischen Behörden als einziges Prüfverfahren die Zulassung zur Erfassung biometrischer Daten
  4. Wirtschaftsuniversität Wien: GMAT Vorbereitung für WU-Studierende

Weblinks[Bearbeiten]