Hans Jakob Wehe

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Hans Jakob Wehe († 5. April 1525 nahe Leipheim) war ein Prediger und Bauernführer.

Leben und Wirken

Hans Jakob Wehe, ein Vetter [1] des Reformators Johann Eberlin von Günzburg, predigte um Leipheim herum 1524 die neuevangelische Lehre. Auf Wunsch des Augsburger Bischofs verwies ihn der Stadtrat von Ulm aus Leipheim und der Bischof bannte ihn.

Als Bauernunruhen 1525 in dieser Gegend ausbrachen, wurde Wehe als Anstifter derselben beschuldigt und 3. März beschloss der Ulmer Stadtrat seine Verhaftung. Im Verlauf desselben Monats sammelte sich in und um Leipheim ein großer Bauernhaufen (Leipheimer Haufen), der die herrschaftlichen Anwesen der Gegend plünderte, wobei Wehe die Aufgabe erhielt, eine Kriegskasse aus dem Geplünderten zu bilden. So überfielen die Bauern das Bühler Schloss, Attenhofen, Weißenhorn und das Kloster Roggenburg (1. April). Anfang April kehrten die Aufständischen nach Leipheim zurück und nahmen die Stadt Günzburg ein.

Da jedoch das Heer des Schwäbischen Bundes in die Nähe zog, knüpfte Wehe Verbindungen mit entfernten Bauernhaufen. Nach von den Bauern verlorenen Gefechten mit dem Bund zogen sich dieselben nach Leipheim und Günzburg zurück. Es ist allerdings ungewiss, ob Wehe in diesen Kämpfen anwesend war, auf jeden Fall beteiligte er sich aber an der Verteidigung von Leipheim. Als die Stadt sich ergab, floh Wehe, wurde aber bald darauf entdeckt und soll noch versucht haben, seine Freiheit zu erkaufen, was misslang. Am 5. April wurden Wehe und 7 weitere Bauernführer von einem Kriegsrat zum Tode verurteilt und am selben Tag auf einem benachbarten Acker nahe dem Dorf Bubesheim hingerichtet.

Literatur

  • Wilhelm Zimmermann: Der große deutsche Bauernkrieg. Dietz Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-320-01261-4 (unveränderter Nachdr. d. Ausgabe Stuttgart 1891).
  • Maximilian Radlkofer: Johann Eberlin von Günzburg und sein Vetter Hans Jakob Wehe von Leipheim. zugleich mit einem Überblick über die Bauernbewegung in Oberschwaben im Februar und März 1525 bis zum Ausbruch des Krieges und einer Geschichte des Leipheimer Haufens. Beck Verlag, Nördlingen 1887.

Einzelnachweise

  1. siehe Literatur Maximilian Radlkofer