Hans Knoll

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Hans Knoll (* August 1914 in Stuttgart; † 1955 in Havanna) war ein deutscher Unternehmer. Er gründete 1938 in New York die „Hans G. Knoll Furniture Company“, die durch ihre Zusammenarbeit mit Bauhaus-Künstlern ein Pionier unter den Designermöbelherstellern wurde.

Werdegang[Bearbeiten]

Knoll wurde als Sohn des Fabrikanten Walter Knoll und Enkel von Robert Vollmöller geboren. Er besuchte gemeinsam mit seinem älteren Bruder Robert die 1920 von Kurt Hahn gegründete Schule Schloss Salem. Er verließ die Schule 1934 ohne Abschluss und begann eine kaufmännische Lehre, die ihn nach England (zu Parker-Knoll, Lizenznehmer von Knoll Möbeln) und in die Schweiz (zur Vollmoeller Textil AG) führte. 1938 übersiedelte er in die USA.

Knoll Furniture Company[Bearbeiten]

Nur einen Monat nach seiner Ankunft gründete er die „Hans G. Knoll Furniture Company“. Durch seinen Vater, sowie durch seinen Onkel Karl Gustav Vollmoeller war er mit namhaften Architekten und Designern wie Walter Gropius, Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe seit Kindertagen bekannt. Der Name seines Onkels und seines Vaters öffnete ihm den Zugang zu den in die USA emigrierten Architekten und Designern, die ihm ihre Möbelentwürfe zunächst ohne Honorar zur Verfügung stellten. Gleichzeitig nutzte er die bekannten Namen, um die Möbel zu vermarkten. Die Möbeldesigner erhielten aus den Verkäufen wie Buchautoren Tantiemen.

Er arbeitete 1943 mit dem Testgelände Dugway Proving Ground in Utah das sog. Deutsche Dorf, ein realistischer Nachbau Berliner Mietskasernen. Hier wurden verschiedene Spreng- und Brandbomben in ihrer Wirkung auf die besondere Bauform getestet.[1] [2]

1943 lernte Hans Knoll seine spätere Frau, Florence Schust, eine Architektur- und Designstudentin kennen. Sie heirateten 1946 in New York. Trauzeuge war Hans Onkel Karl Gustav Vollmoeller, mit dem das junge Paar gemeinsam am Sutton Place in New York lebte. Gemeinsam führten sie die Knoll Furniture Company unter dem Namen „Knoll Associates“ weiter. Dank ihrer guten Kontakte gelang es keiner anderen Möbelfirma der damaligen Zeit so viele namhafte Designer an sich zu binden: Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Eero Saarinen, Harry Bertoia, Jens Rimsom, Isamu Noguchi.

Als geschickter Verkäufer baute Hans Knoll nach Kriegsende ab 1947 weltweit Niederlassungen, sogenannte Showrooms auf. Seine Frau Florence Knoll war für das Design und Corporate Identity des Unternehmens verantwortlich. 1951 kam er zurück nach Stuttgart und gründete, unter der Geschäftsführung seines Bruders Robert, seine erste ausländische Niederlassung in Stuttgart.

1955 verstarb Hans Knoll 41-jährig bei einem Autounfall nahe Havanna. Er hinterließ seine Witwe Florence, die den Vorstandsvorsitz übernahm, sowie zwei Kinder, Peter und Maria (Maja). Hans Knoll wurde von Kuba nach New York überführt und dort beigesetzt. 1960 verkaufte Florence Knoll das Unternehmen, dem sie bis 1965 als Beraterin zur Verfügung stand.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. memory.loc.gov (PDF; 400 kB)
  2. Cohen, Jean-Louis: Architecture in Uniform – Designing and Building for the Second World War, Montrea/Paris, 2011, p. 232

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]