Harold Bride

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Harold Bride

Harold Sydney Bride (* 11. Januar 1890 in Nunhead, London, England; † 29. April 1956 in Glasgow, Schottland) war ein Marconi-Funker. Bekannt wurde er als zweiter Funkoffizier des Passagierschiffes RMS Titanic, das am 15. April 1912 sank.

Frühes Leben[Bearbeiten]

Harold Bride wurde als Sohn von Arthur Bride und Mary Ann Lowe geboren. Als Bride etwas älter geworden war, zog seine Familie nach Bromley. Nach der Schule beschloss der junge Bride, Funker zu werden. Er half im Familiengeschäft mit, um die Ausbildung bezahlen zu können. 1911 schloss er seine Lehre bei der Marconi Company ab. Als Lehrling diente er dann auf verschiedenen Schiffen, zum Beispiel auf der LaFance, der Anselm, der Beaverford, der Haverford und der Lusitania.

Titanic[Bearbeiten]

1912 wurde Bride von Marconi von der Lusitania auf den neuen White Star Liner Titanic versetzt. Er konnte bereits nach einjähriger Lehre und mit erst 22 Jahren auf diesem luxuriösen Schiff dienen. Zusammen mit seinem Kollegen Jack Phillips teilte er sich den Funkdienst auf dem Schiff. Sie wechselten sich regelmäßig ab: Bride arbeitete von 2:00 Uhr bis 8:00 Uhr und von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr, Phillips übernahm die restliche Zeit.

Am 14. April 1912 bekam die Titanic mindestens acht Eiswarnungen. Da die Funker allerdings üblicherweise vor allem mit dem Versand von Urlaubsgrüßen seitens der Passagiere beschäftigt waren, erreichten nicht alle Nachrichten die Brücke. Nachdem das Schiff um 23:40 Uhr mit dem Eisberg zusammengestoßen war, wurden sie kurz nach Mitternacht von Captain Smith angewiesen, ein Notsignal zu senden. Von da an arbeiteten beide Funker im Funkraum und unterhielten einen regen Funkverkehr mit anderen Schiffen. Am Anfang funkte Phillips das CQD-Signal, danach das (neue) SOS-Signal, nachdem Bride ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dass dies vielleicht ihre letzte Gelegenheit dazu sei.

Gegen 2:00 Uhr, 20 Minuten vor dem Untergang der Titanic, erschien noch einmal Captain Smith, um die Männer von ihren Aufgaben zu entbinden. Als das Wasser in den Funkraum drang, verließen sie diesen gemeinsam und retteten sich auf das kieloben schwimmende Halbklappboot B. Während Bride mit einiger Mühe einen trockenen Platz ergattern konnte, verblieb Phillips im eiskalten Wasser und überlebte die Katastrophe nicht. Bride, der sich im Laufe der Nacht Verletzungen und Erfrierungen an den Füßen zugezogen hatte, gelangte in den frühen Morgenstunden schließlich an Bord der zur Rettung herbeigeeilten RMS Carpathia, mit der die Funker zuvor auch in Kontakt gestanden hatten.

Späteres Leben[Bearbeiten]

Bride sagte als Zeuge bei den nachfolgenden Untersuchungen zur Katastrophe aus und nahm danach seine Tätigkeit als Funker zunächst wieder auf. 1920 heiratete er Lucy Johnstone Downie, mit der er die drei Kinder Lucy (* 1921), John (* 1924) und Jeanette (* 1929) bekam. Bride zog mit seiner Familie später nach Schottland, wo er 1956 an Lungenkrebs verstarb.

In der Titanic-Verfilmung von 1997 wurde die Rolle von Bride mit Craig Kelly besetzt.

Quellen[Bearbeiten]