Hartlöten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hartlöten

Hartlöten ist eine spezielle Art des Lötens und gehört zu den Fertigungsverfahren. Es ist ein Fügeverfahren mit Hartlot als Zusatzwerkstoff zur stoffschlüssigen Verbindung metallischer Werkstücke. Die Löttemperatur liegt definitionsgemäß über 450 °C.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Hartlötverbindungen weisen im Allgemeinen eine geringere Festigkeit auf als Schweißverbindungen, aber fast immer eine höhere als Weichlötverbindungen. Hartlötverbindungen sind entsprechend der verwendeten Materialien leitfähig für Wärme und Strom. Durch die Verwendung verschiedener Materialien tritt der Peltiereffekt auf.

Werkstoffe, die zum Hartlöten geeignet sind:

Als Lote kommen meist Legierungen zum Einsatz, die zum Einen einen günstigen Schmelzpunkt aufweisen und zum Anderen Metallbestandteile enthalten, die eine gute Verbindung mit den Werkstücken ermöglichen. Müssen kleine Spalten verlötet werden, muss einerseits die Viskosität der Schmelze klein sein und andererseits die Oberflächenspannung einen Kapillareffekt ermöglichen. Dies macht oft die Verwendung von Flussmitteln erforderlich, die auch störende Oxidschichten von Werkstücken entfernen.

Übliche Lote sind, z.B. nach DIN EN 1044:

  • silber- und phosphor­haltige Lote für die Verlötung von Kupfer und anderen NE-Metallen
  • Kupfer-Phosphor-Hartlote zum Erzeugen reiner Kupferverbindungen
  • stark silberhaltige Lote (45%) mit niedrigem Schmelzpunkt
  • silizium­haltige Aluminiumlote zum ausschließlichen Löten von Aluminium
  • Messinghartlote für die Verbindung von allen Stählen, Kupfer und vielen nickel­haltigen Materialien
  • Lote auf Nickelbasis mit Schmelzpunkten um 1000 Grad Celsius für temperaturbeständige Verbindung von Stählen

Lote auf Basis von Bronzen sind unüblich.

Einsatz[Bearbeiten]

Transportables Gerät (im Koffer) zum Hartlöten mit Propan und Sauerstoff

Hartlötverbindungen finden sich:

Generell eignet sich das Hartlöten zur Verbindung von Flächen, da bei größeren Kontaktflächen wieder eine gute Belastbarkeit erreicht wird. Ein besonders beliebter Einsatz ist das Verbinden von Rohren mit Fittingen, weil das Hartlot den Zwischenraum zwischen Fitting und Rohr schnell und zuverlässig ausfüllt und so das Herstellen einer stoffschlüssigen, gas- und flüssigkeitsdichten Verbindung sehr einfach wird. Durch die niedrigere Temperatur als die für das Schweißen nötige, verringert sich die Belastung der Werkstücke, die sich sonst durch „Verziehen“ der Werkstücke äußern kann.

Der Hauptvorteil der niedrigen notwendigen Temperatur ist jedoch die reduzierte Anforderung an die Wärmequelle. Es reicht oft ein einfacher Propangasbrenner (Lötlampe) um eine gute Verbindungsqualität zu erreichen. Es entfällt der gefährliche Umgang mit Sauerstoff wie beim Autogenschweißen und der augen- und hautschädlichen Strahlung beim Elektroschweißen.

Fahrradrahmen, die früher hauptsächlich hart gelötet wurden, werden heute auch wegen der zunehmenden Verbreitung von Aluminium als Werkstoff, in erster Linie geschweißt. Haupteinsatzzwecke des Hartlötens dürfte nach wie vor in der Kalt- und Warmwasserinstallation mit Kupferrohren und in der Kältetechnik liegen. Kupferrohre können mit Messing- oder mit Kupfer-Phosphor-Lot verbunden werden.

Nachteilig wirkt sich die Verwendung verschiedener Metalle und Legierungen innerhalb einer Lötverbindung aus. Hier entstehen oft galvanische Elemente, die zu schneller Korrosion führen können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Littnanski: Hartlöten mit Silberloten, Westdeutscher Verlag, Köln 1966.